Mittwoch, 30.11.11
Nun ist es klar: Vorratsdatenspeicherung zur Durchsetzung des Urheberrechts, Nico Lumma, Lummaland
“Die Idee ist jetzt also, diese Daten zu nutzen, um Urheberrechtsverletzungen zu verfolgen. Alle Bürger werden unter einen Generalverdacht gesetzt, die Daten gespeichert, damit die Content-Industrie dann leichter Urheberrechtsverletzungen verfolgen kann. Interessant, wie sich die FDP damit mal wieder von ihren liberalen Prinzipien verabschiedet. Um es klar zu stellen, ich finde das Urheberrecht schützenswert, aber nicht um den Preis, daß unser aller Daten gesammelt werden, nur um die Durchsetzung des Urheberrechts im digitalen Raum durchzusetzen.“
Leitfaden für Lauscher, Udo Vetter, Law Blog
“Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht heute ein interessantes Dokument. Es handelt sich um eine interne Anleitung der Generalstaatsanwaltschaft München zur Telefon- und Internetüberwachung. Titel: “Leitfaden zum Datenzugriff”. Die Unterlagen geben einen umfassenden Einblick, was heute für die Ermittlungsbehörden möglich ist und wie Ermittlungsmaßnahmen im einzelnen angestoßen werden.“
EU Advocate General: 'Functionalities Of A Computer Program Cannot Be Protected By Copyright', Techdirt
“That seems like common sense: the functionality of a program is just something that it can do, which is itself just an idea. The Advocate General then goes on to make a very important point: if it were accepted that a functionality of a computer program can be protected as such, that would amount to making it possible to monopolise ideas, to the detriment of technological progress and industrial development. The thing is, exactly the same could be said about software patents too. One of the problems with them is that they often concern basic programming techniques, and as such give the patent holder a monopoly on those key ideas. It's why copyright – which protects the implementation of ideas – is more appropriate than patents, since it does not block alternative ways of creating the same effect. It's also why markets like smartphones have turned into impenetrable patent thickets.”
Form Follows Function – Ein allzu oft missverstandener Gestaltungsleitsatz, Designtagebuch
“Nach wie vor scheint es zahlreiche „Hardcore-Usability-Anhänger“ zu geben, die am liebsten jede Website einspaltig, mit blauen Links und grauem Fond ausgestattet sehen, so wie es bis Mitte der Neunziger weit verbreitet war und wie es Jakob Nielsen auch heute noch praktiziert –Nielsens Website ist seit gut 15 Jahren visuell unverändert. Mit FFF hat dies jedoch nur bedingt etwas zu tun. Das Web entwickelt sich weiter und mit ihm seine Nutzer. Was nicht heißt, dass Konventionen keine Rolle spielen – dass tun sie sehr wohl –, allerdings definiert sich gutes Webdesign nicht nur über die Werte Usability und Utility (Nutzen), sondern gleichermaßen über den „Look & Feel“. Einfachheit und ansprechendes Design sind kein Widerspruch. Wolken als Schmuckgrafik und ein Vögelchen als Logo wären prinzipiell beim Versand von Kurznachrichten via Twitter abkömmlich. Und dennoch sind sie als funktionsbereichernde Komponenten eminent wichtig, weil sie ganz einfach dazu beitragen, dass Twitter gerne genutzt wird.”
Denk an die Oberschienenkäseeier!, Sascha Lobo, SpOn
“Sprache als Interface zu verwenden und sich dabei auf Kontexterkennung zu konzentrieren, hat eine eigene Abkürzung: NLP, Natural Language Processing. Das dazugehörige Fach heißt Computerlinguistik, ein Teilbereich der Künstlichen Intelligenz. Im Kontext wird klar, wohin Spracherkennung und Apples Siri - vom Unternehmen ungewohnt häufig als Betaversion bezeichnet - zielen. Es geht um die Beherrschung der digitalen Sphäre mit Hilfe einer der größten Mächte des Marktes: Convenience, die Mischung aus Einfachheit und Bequemlichkeit. Welches Interface könnte simpler und komfortabler sein als normale Sprache?"