Montag, 12.12.11
Wie erfährt man die Wahrheit, Herr Troller?, Interview mit Stefan Troller, FAZ
“Ich bin der Auffassung, dass jeder Kreative bestenfalls zehn Jahre bekommt, in denen er mit dem Zeitgefühl übereinstimmt. Wohl dem, der sie nicht schon in der Jugend verbraucht! Bei mir kam es sehr spät, das war mein Glück, erst in den sechziger Jahren, mit dem „Pariser Journal", da war ich vierzig. Danach kamen die Porträtsendungen wie „Personenbeschreibung" über drei Jahrzehnte hinweg, aber zu unregelmäßigen Sendezeiten, auch spät am Abend. Da ging es eben mit den Quoten bergab, auch wenn die Filme weitaus besser waren. Aber meine zehn Jahre waren vorbei. Damit muss man sich abfinden.“
Rückt die FAZ nach links? Oder gibt das Feuilleton nur den Klassen-Clown?, Wolfgang Michal
“Schirrmacher hat, das nährt meine noch nicht ganz weichen wollende Skepsis, bereits auf so vielen Trends und Themen gesurft – und die Wellen dafür zum Teil selbst erzeugt -, dass mir ein Bruch mit der streng konservativen FAZ-Kultur kaum vorstellbar erscheint. Bislang tolerieren die anderen Ressorts, von ein paar Sticheleien abgesehen, Schirrmachers Eskapaden generös – so lange er im Rahmen der Leser-Blatt-Bindung eine wichtige Zielgruppe im Netz erschließt, die in 20 Jahren treue und brave FAZ-Abonnenten auf dem iPad sein sollen. Vermutlich liebt er genau dieses Schillernde und Ambivalente und vorausschauend Fürsorgliche seiner Rolle. Er tanzt den Seinen (den Konservativen) auf der Nase herum und meint es doch nur gut mit ihnen.“
Remixkultur ist die neue Prohibition, Marcel Weiß
“Das ist etwas, über das ich auch schon länger nachdenke: Das Teilen und Verbreiten von Inhalten, selbst wenn es unautorisiert erfolgt, wird als vollkommen normal akzeptiert. Gleichzeitig gibt es kaum etwas schlimmerers, etwas das in den gleichen Kreisen stärker sanktioniert wird, als Inhalte von anderen als von einem selbst auszugeben oder anderweitig mit einem falschen Label zu versehen. Mehr noch: Viele gehen die Extrameile, um die korrekte Benennung und Katalogisierung sicherzustellen. (Deshalb haben Guttenbergs Doktorarbeit und die Filesharing-Debatte nichts mit einander zu tun.) Dieses Verhalten in der Praxis stimmt mit der Theorie überein: Das keine zusätzlichen Kosten verursachende Weiterverbreiten von Inhalten wird als ok angesehen. Aber es ist extrem wichtig, dass der Urheber richtig genannt wird. Nur so kann die Aufmerksamkeit ihm entsprechend zufliesen. Der Respekt, die viel beschworene Wertschätzung, ist vorhanden, er äußert sich nur anders, als es die älteren Generationen kennen.”
Bitkom und Gema einigen sich, n-tv.de
“Inwiefern sich die Vereinbarung auf Angebote wie Youtube auswirkt, ist noch offen. Rein werbefinanzierte Musikdienste und Musikvideos werden von dem Vertrag bisher noch nicht abgedeckt. Dazu werde man die Verhandlungen mit der Gema weiter fortsetzen, teilt Bitkom mit. Ebenso liefen noch Verhandlungen für Online-Videoangebote.”
Google zeigt, wie ein digitales Magazin aussehen sollte, Golem
“Verlagen bietet Google eine passende Plattform an, über die sie Design und Markenauftritt innerhalb von Currents anpassen können. Google hofft, dass vor allem kleine Verlage, die es sich nicht leisten können, eine eigene App zu entwickeln, die Plattform nutzen, um ihre Inhalte zur Verfügung zu stellen. Verlage, die Currents nutzen, können ihren Account mit Google Analytics verknüpfen, um Informationen über die Nutzung ihrer Inhalte zu erhalten. Auf die Frage, wie die Inhalte finanziert werden sollen, gibt Currents aber keine Antworten."