Mittwoch, 09.11.11
Ai Weiwei und die deutsche Presse – Einige Nachfragen, Doppelpod
“In China ist man sich nämlich keineswegs so einig wie in Deutschland, wenn es um die Beurteilung der Rolle Ais geht. Und dabei verlaufen die Fronten nicht einfach zwischen den Anhängern der chinesischen Regierung und ihren Gegnern. Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass man diese Fragen nicht beantworten braucht, da in der Sache Ai Weiwei sowieso alles klar sei. Dann sollte man sich aber auch nicht wundern, wenn viele Chinesen aus der deutschen Ai Weiwei-Kampagne des Jahres 2011 Schlussfolgerungen ziehen, die sich deutlich von denen des Gros der Deutschen unterscheiden.”
Das böse Internet. Heute: Ahnungslose Verfassungsrichter, Sebastian Matthes, Wirtschaftswoche
“Eine digitale Zeit braucht auch digital affine Richter. Erst dann können wir eine vernünftige Diskussion beginnen. Das ist die Botschaft dieses Interviews. Denn wir müssten tatsächlich ein paar grundsätzliche Fragen klären: wie sich unser Rechtssystem an das digitale Zeitalter anpassen ließe, zum Beispiel, wie ein sinnvolles Urheberrecht im Netz aussieht, wie es um die Privatkopie steht, wo ein Zitat endet und ein Plagiat beginnt und ja, auch über Grundrechte im Internet sollte man dabei reden.“
Noch mal von vorne, Benjamin Birkenhake, Anmut und Demut
“Das Netz ist ein öffentlicher Raum. Teilhabe am Netz – und das heißt nicht, nur einen Facebook-Account zu haben – ist ein Gut und wir Techniker haben es versäumt, dafür zu sorgen, dass es nicht nur allen zur Verfügung steht, sondern, dass es niedrigschwellig bleibt.”
Die Sprache von Anonymous ist pubertär und wichtigtuerisch: Rächer im Schatten ihrer Rechner, Malte Welding, taz
“Bis an die Zähne bewaffnet mit Keyboards, ausgestattet mit unendlichen Chips-Reserven sind die Anonymousse nicht viel mehr als eine Lachnummer mit Mut zum Pathos. Sie sind die 99% und sie haben keine Chance. Es sei denn: vielleicht doch.”
Die Mobilfunkgebühren in einer Zeit nach der SMS, Marcel Weiß, Neunetz
“Eine wahrscheinliche Konsequenz aus dem Wegfall der SMS und ihrer Gewinne (beziehungsweise aus dem Wegfall des Geschäftsmodellbausteins, für 160 Zeichen Geld zu verlangen) wäre also ein Anstieg der übrigen Mobilfunkgebühren. Das wäre insgesamt gar nicht so schlimm: Auch ohne SMS werden die Endnutzer weiter für die anfallenden Kosten aufkommen müssen. Aber die Smartphones und das Internet hätten dann zumindest dafür gesorgt, dass die Preise und die anfallenden Kosten im Bestfall wieder näher beieinander liegen. ”