Jan Jasper Kosok

Berufsjugendlicher

03.02.2012 | 14:15

Irgendwie Links: Vom Geduld haben in einer Welt der Dummen

 

Freitag, 03.02.12

 

Habt Geduld!, Doc Searls und David Weinberger, Brand Eins

“"Hyperlinks untergraben Hierarchien" – David Weinberger: Keine schlechte Hypothese. Natürlich geht die Debatte weiter, ob Technik an sich ausreicht, um menschliches Verhalten und menschliche Institutionen zu verändern. Ich glaube, wir haben noch gar nicht begriffen, welche subversiven Auswirkungen Hyperlinks auf traditionelle Hierarchien unserer westlichen Kultur haben. Im Netz ist keine neue Art der Hierarchie entstanden, stattdessen existieren viele Topologien nebeneinander. Wir wissen heute dank Experten wie Clay Shirky oder Albert-László Barabási, dass Netzwerke in der Regel ein paar besonders gut verbundene Knotenpunkte besitzen. Sie haben also keine Hierarchien, sondern eine Struktur, in der einige Menschen mehr Einfluss haben als andere. Das ist eine wichtige Erkenntnis, denn so können auch kleine Details aus dem Untergrund zum Vorschein kommen, ohne dass sie jemand unter den Teppich kehren kann.”

 

After the paywall, newspapers now plan the worldwide expansion, Mercedes Bunz

“Expansion is the new strategy but really, this seems a bit odd. Remember that last year we spend under the banner of the paywall? And anyhow, can expanding be an international trend? After all, it is tied to the English language, isn’t it? Indeed, in Germany, Spiegel Online just launched its own app for Spiegel Online International but it is doubtful that other media outlets follow that example. Smaller newspapers have to figure out their own way. Still, there are ways to grow, for example when expanding into new topics or – as the Huffington Post – new media. Thank you, internet, looks like 2012 will be an interesting year.“

 

Unverzichtbare Lichtgestalten, Vera Bunse, Carta

“Das Pensum eines Bundespolitikers ist immens. Es ist eine Art Dauer-Circle-Training unter Beobachtung. Es mögen noch so viele Referenten zuarbeiten: Die eigentliche, politische Arbeit ist von den Protagonisten der Mediendemokratie nicht mehr zu leisten. Zu groß ist die Nachfrage nach Bildern und Statements, um dem Publikum kompetente Politiker zu präsentieren, die auf alles eine Antwort haben. Alles im Griff: Ein Trugbild, von Journalisten und Magazinen entworfen, das mit der fachlichen Arbeit nicht das Geringste zu tun hat. Zurückfahren will das Medienrauschen niemand mehr, es ist gut für Auflage und Einschaltquote.”

 

Vom Recht haben in einer Welt der Dummen, Dirk Von Gehlen

“Ich glaube, dass es dazu in Wahrheit keine wirkliche Alternative gibt. Das Web2.0 wird nicht wieder weggehen, die Möglichkeiten des Dialogs werden nicht eingestampft. Journalisten und Politiker (und darüberhinaus zahlreiche andere Berufsgruppen) werden damit leben müssen, dass die vielen ach so dummen Menschen da draußen nicht nur eine Meinung haben, sondern diese auch veröffentlichen können. Dass also aus der Theorie des Grundgesetzes (Artikel 5) eine anstrengende Praxis wird. Dies abzuwerten, zu beschimpfen oder im Wortsinn zu bekriegen, wird nicht zum Erfolg führen.”

 

Twitter is harder to resist than cigarettes and alcohol, study finds, Guardian

“Tweeting or checking emails may be harder to resist than cigarettes and alcohol, according to researchers who tried to measure how well people could resist their desires. They even claim that while sleep and sex may be stronger urges, people are more likely to give in to longings or cravings to use social and other media."

 

 

 
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Kommentare
goedzak schrieb am 03.02.2012 um 16:04
Irgendwie haben sie ja Recht, meint einer der 'Dummen'. Aber dass "Technik an sich ausreicht, um menschliches Verhalten und menschliche Institutionen zu verändern", kann doch niemand im Ernst glauben?!? In den Amtsstuben haben sie jetzt Computer, Datenbanken und Aktenablagen, wo sie früher Schreibmaschinen und Aktenablagen hatten. :)
Jan Jasper Kosok
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