Jan Jasper Kosok

Berufsjugendlicher

30.01.2012 | 11:49

Irgendwie Links: Wenn Blinde über Überwachung schreiben

 

Montag, 30.01.12

 

Schneider&Raue: Wenn Blinde über Farbe schreiben, JakBlog

“Das ist kein kleiner Besinnungsaufsatz, den Schneider und Raue da auf den Markt gebracht haben. Sondern ein Buch, das mit vergleichsweise hoher Auflage jungen Journalisten als Einstiegslektüre in unseren Beruf verabreicht wird. Über das nicht groß nachgedacht und das nicht hinterfragt wird, weil da doch Schneider drauf steht. Das ist fahrlässig und ärgerlich zugleich. Jungen Journalisten, die noch Jahrzehnte ihres Jobs vor sich haben, wird mit diesem Handbuch ein Berufsbild vermittelt, mit dem sie keine fünf Jahre mehr überleben können.”

 

Überwacht uns auch!, Taz

“Mit 14 guten Gründen zum Ankreuzen. Laden Sie sich einfach das PDF zum Selbstausfüllen runter und dann schnell an den Verfassungsschutz geschickt. Die freuen sich schon. Bereits der Forderung angeschlossen haben sich Rainer Langhans, Thees Uhlmann, Martin Sonneborn und sieben weitere Prominente. Und sie alle haben gute Gründe!“

 

Von der Ablehnung der Realität, Dirk von Gehlen

“Wer glaubt, die Folgen der digitalen Kopie durch Ablehnung oder Ignoranz einzufangen, erweist dem Urheberrecht damit in Wahrheit einen Bärendienst. Die digitale Kopie (die leider im Positionspapier gar nicht erst auftaucht) ist in der Welt, ihre Folgen abzulehnen, mag vielleicht schön klingen, ist aber so sinnvoll wie die Ablehnung von Regen. Weniger nass wird man dadurch nicht. Dafür ist es notwenig, einen Umgang mit dem Wetter zu finden.”

 

Erfahrungsbericht: Anderthalb Jahre mit 3 Suchmaschinen, die nicht Google sind, Marcel Weiß, Neunetz

“Jede der getesteten Suchmaschinen liefert ausreichend gute Ergebnisse, um im Alltag auf Google verzichten können. Je spezieller allerdings die Suchen sind, die man durchführt, desto stärker fällt auf, dass zum einen die Konkurrenten noch nicht so große Indizes wie Google besitzen und zum anderen, dass Google im Hintergrund sehr erfolgreich im Verbinden und Auswerten der Datenmassen war und ist. Google ist oft schlicht relevanter. Faustregel: Je mehr Suchwörter benötigt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eher mit Google das findet, was man sucht.”

 

Twitter verbessert sich und alle schreien “Zensur”, Daniel Bröckerhoff, Zapp Blog

“Hinzu kommt, dass Twitter keinesfalls alle Tweets blockieren will, die bestimmte Schlüsselwörter enthalten. Eine Zensurflatrate für Syrien und Co wird es nicht geben, sondern eine Fall-zu-Fall-Prüfung, der eine gerichtliche Aufforderung (“legal request”) einer autorisierten Dienststelle vorausgehen muss, auch das bestätigte die Twitter-Sprecherin Zapp gegenüber. Twitter dreht mit dieser Politik den Zensoren in diktatorischen Regimes eine lange Nase, in dem sie sich vermeintlich an die geltenden Gesetze halten, aber genug Hintertürchen offen lassen und das Zensieren zu einer mühevollen Kleinarbeit machen. Nur leider haben das zu wenig Journalisten verstanden. Und sich scheinbar auch keine Mühe gegeben, das neue System zu hinterfragen."

 

 

 
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Kommentare
goedzak schrieb am 30.01.2012 um 12:05
Hübsche Überschrift.

Ich habe sie automatisch gelesen als "Wenn Sehschwache Überwachungsgelder ausgeben wollen, überwachen sie die, die stillsitzen (Linke-Parlamentarier) und ignorieren die, die flink herumflitzen (NSU-Mörder)"
goedzak schrieb am 30.01.2012 um 12:07
PS: Den Rest habe ich aber auch gelesen. :))
Jan Jasper Kosok schrieb am 30.01.2012 um 12:19
Selbst, wenn ich dich in die Irre geführt habe, ist ja doch noch halbwegs was dabei rumgekommen. Das muss ja bei der gagaistischen Erstellung der Überschrift für die Netzschauen nicht immer der Fall sein. (;
GeroSteiner schrieb am 30.01.2012 um 14:06
Es gibt in meinen Augen nur einen Weg das System zu überlisten oder besser zu überfordern. Das ist der Weg der Taz.

Das System müssen wir mit sinnlosen, überflüssigen, inhaltsleeren Informationen so zuscheißen, so dass die Rechenkapazität von Google nicht ausreicht, die Informationen in einem Lebensalter auszuwerten. Wir fangen damit an, alle Kassenbons jedes Einkaufs an den Verfassungsschutz zu senden und die digitale Kopie noch an die Gema - um den Urheberrechtsschutz zu prüfen. Wenn alle überwacht werden, braucht auch keiner mehr Fahrtenbuch zu führen. Und Strafen oder Konsequenzen gibt es erst post mortem. Ich möchte dann später mit meinen Daten zusammen verbrannt werden.
Jan Jasper Kosok schrieb am 30.01.2012 um 15:26
Den Ansatz des Zuballerns finde ich insofern interessant, als dass er auch immer wieder angeführt wird, wenn es darum geht, seine "Spuren" im Web zu "verschleiern". Sprich, anstatt Facebook & Co zu boykottieren, sollte man die dort hinterlegten Daten in einen Hort aus Bullshit (Unsinn) einbetten, um Algorithmen und nächstem Boss die Möglichkeit zu nehmen, etwas Sinnvolles aus dem Profil/Webauftritt zu pressen.

Wie wenig Vater Staat und seine Institutionen mit "Fluten" zurecht kommen, sieht man oft genug. Ein negatives Beispiel dieser Unfähigkeit ist z.B. auch, dass man sich nicht an Plattformen wie Last.fm etc orientiert, wenn es darum geht, Gema-Gelder zu verteilen, sondern – wenn ich noch richtig informiert bin – auf irgendwelche Verkaufscharts setzt. Das ist wirklich erschreckend 1997.

Insofern, ja, die Taz macht alles richtig, wenn sie begreift, dass die Schwäche des Systems dessen Lähmung ist, die backfired, wenn man sie gegen das System selbst wendet – und nicht gerade einen neuen Perso braucht.
ich schrieb am 30.01.2012 um 17:09
Den Ansatz des Zuballerns finde ich insofern interessant, als dass er auch immer wieder angeführt wird, wenn es darum geht, seine "Spuren" im Web zu "verschleiern". Sprich, anstatt Facebook & Co zu boykottieren, sollte man die dort hinterlegten Daten in einen Hort aus Bullshit (Unsinn) einbetten, um Algorithmen und nächstem Boss die Möglichkeit zu nehmen, etwas Sinnvolles aus dem Profil/Webauftritt zu pressen.

Also dass der Schneider sich Blogs von seiner Frau ausdrucken lässt, fand' ich sehr lustig.

Wie wenig Vater Staat und seine Institutionen mit "Fluten" zurecht kommen, sieht man oft genug. Ein negatives Beispiel dieser Unfähigkeit ist z.B. auch, dass man sich nicht an Plattformen wie Last.fm etc orientiert, wenn es darum geht, Gema-Gelder zu verteilen, sondern – wenn ich noch richtig informiert bin – auf irgendwelche Verkaufscharts setzt. Das ist wirklich erschreckend 1997.

Insofern, ja, die Taz macht alles richtig, wenn sie begreift, dass die Schwäche des Systems dessen Lähmung ist, die backfired, wenn man sie gegen das System selbst wendet – und nicht gerade einen neuen Perso braucht.
Jan Jasper Kosok
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