Donnerstag, 29.09.11
Prädikat: "Besonders peinlich!": Politik und Medien ignorierten die Proteste und feierten den Papst, Giordano Bruno Stiftung
“Seriöse Journalisten sollten, so Schmidt-Salomon, auch wissen, warum Benedikt XVI. ausgerechnet das „Naturrecht“ zum zentralen Thema seiner Bundestagsrede machte: „Das Insistieren auf eine naturrechtliche Begründung von Rechtsnormen hat selbstverständlich nichts mit den Überzeugungen eines ‚grünen Papstes‘ zu tun, wie schlecht informierte Medienleute in die Welt hinausposaunten. Tatsächlich geht es hier um die vermeintliche ‚Natürlichkeit‘ beziehungsweise ‚Widernatürlichkeit‘ menschlicher Verhaltensweisen. Homosexuelle Handlungen beispielsweise gelten aus Sicht der katholischen Naturrechtslehre als ‚widernatürlich‘, da sie angeblich dem ‚göttlichen Heilsplan‘ widersprechen. Als Benedikt XVI. in seiner Rede gegen den Positivismus und für das Naturrecht argumentierte, verteidigte er damit nicht nur eine längst widerlegte philosophische Position. Letztlich rief er dazu auf, die säkularen Rechtsreformen der letzten Jahrzehnte, etwa die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen oder die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften, rückgängig zu machen. Schließlich beruhte die Aufhebung der alten Sittlichkeitsparagraphen, die ab den 1970er Jahren eine Liberalisierungswelle in Deutschland einleitete, auf der Überwindung eben jener Naturrechtsidee, für die der Papst so energisch im Bundestag eintrat.“”
Kaudergate: CDU-Mann blamiert sich im Netz, Meedia
“Dass die Sache mit dem Urheberrecht in Internet-Zeiten nicht so schwarz oder weiß ist, wie Kauder denkt, muss er nun an eigenem Leib erfahren. Blogger Alexander Double entdeckte, dass Kauder offenbar für seine offizielle Website urheberrechtlich geschützte Bilder verwendet. So wurden offensichtlich verschiedene Bilder von Nutzern der Foto-Plattform Panoramio auf die Website gestellt - ohne Quellenangabe. Kommentatoren des Blogs entdeckten daraufhin weitere aufSiegfriedkauder.de verwendete Fotos.“
Facebook: Deine Daten gehören(!) uns. (Wirklich.), Netzpolitik
“Er forderte Facebook also auf, die fehlenden Daten nachzuliefern, um der Verpflichtung einer vollständigen Herausgabe der Daten nach europäischem Recht zu entsprechen. Facebook antwortete, diese Daten seien Geschäftsgeheimnis von Facebook, “schwierig” zu übermitteln und geistiges Eigentum von Facebook. Das ist natürlich schon ein starkes Stück, war aber auch nicht anders zu erwarten. Die Facebook-AGBs sagen eindeutig aus “Du bist Eigentümer aller Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest.” – also nicht der Informationen, die Facebook sonst über dich sammelt – aber genau um diese geht es ja bei der Datenschutz-Anfrage.”
Facebook ist nur ein Symptom, Sascha Lobo, SpOn
“Der vorauseilenden Volksüberwachung wird durch Datenschutzbehörden ungleich weniger Aufmerksamkeit geschenkt als dem medienwirksamen Thema Facebook. Dabei ist die Teilnahme an Facebook noch immer freiwillig, anders als die Teilnahme am deutschen Staat. So reduziert sich die Diskussion um Datenschutz auf das Medienschauspiel Datenkrake gegen Datenkrakeeler. Datenschutz in Zeiten der Datenbegeisterung muss mehr auf Transparenz und Nutzerkontrolle abzielen als auf Verbote und innovationsfeindliche Pauschalregeln. Denn die Facebook-Timeline ist erst der Anfang. Alles und jedes, was Nutzer ins Netz stellen wollen, wird ins Netz gestellt werden. Die Grenzen bestimmt für erwachsene Nutzer kein Bundesbeauftragter, sondern die datenbegeisterte Öffentlichkeit.”
Amazon’s New Kindles, John Gruber, Daring Fireball
“Attack from a position of strength. Build on your previous successes. That’s what Apple does. That’s what Amazon is doing here. The other guys — the Samsungs, HTCs, Motorolas, RIMs — can’t match Apple’s hardware design, don’t even try to match Apple in terms of original and differentiated software, and struggle to match Apple’s prices because they don’t have the economy of scale advantages Apple does. Those guys can’t match Amazon either, because they have no content to sell. Amazon can give away the razor because they’re already in the business of selling blades. The other guys don’t even have blades to sell.”