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Ganz groß! Sonst noch Fragen?
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...und ich möchte gerne wissen, warum diese Fragen in den Privatmedien nicht täglich gestellt werden...
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Ist das jetzt ein Plädoyer für Rundfunkgebühren?
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Nach der Depublikationspflicht der Öffis ein eindeutiges JA!
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Lieber Jan Pfaff,
dass Sie auf die Frage nicht antworten wollen/können/dürfen/sollen, sondern mit einer Gegenfrage kommen, war klar und galt in ferner Vergangenheit als unhöflich. Noch immer gilt: "Wer fragt, der führt. Wer fragt, der macht sich unangreifbar." Ein passende Überleitung zur aktuellen Frageformverherrlichung, welche allabendliche als Frageritualisierung, Talkshow genannt, von den visuellen Medien verbreitet wird. Letztendlich eine Manipulation durch kleine, unangreifbare "Führer", die den immer unruhiger werdenen Menschen vorgeschnibbelte Antworten häppchenweise, mit Hilfe vorgestanzer Antworten, die von ebensolchen Personen dort gegeben werden, verabreichen. |
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[ Immerhin hat Reichspropagandaminister Joseph Goebbels gefragt: "Wollt ihr den totalen Krieg?" ]
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"Wer fragt, der führt. Wer fragt, der macht sich unangreifbar."
Erwischt! Oder was glauben Sie, warum ich vor allem Interviews mache? Ouups, das war schon wieder eine Frage. Ich gelobe Besserung. Aber ich finde, Sie unterschlagen in Ihrer "Fragekritik", dass Fragen oft auch der Ausgangspunkt von Erkenntnis sind. Statt Goebbels könnte man halt auch Sokrates herbeizitieren. |
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@ Streifzug: ... weil Privatfernsehen von Privat kommt. Genauso... wie... z.B.: Privatleben. Was ja auch viele nicht wissen.
Manchmal glaub ich, dass uns der Plebs abhanden kommt. Aber nur manchmal. |
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...vielleicht sind Goebbels und Sokrates zwei Seiten einer Medaille? Ein Januskopf. "Damit schlägt Aufklärung in Mythologie zurück, der sie nie zu entrinnen wusste.", Quelle geheim ;)
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Amanda,
nur Oberst Sanftleben hat kein Privatleben :) Jaja, der Marxismus ohne Unterleib. |
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...man kann auch kommerzielle Medien sagen. Aber dann liegt die Antwort auf der Hand, ohne Frage.
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Auf unterschiedlichen Seiten der Medaille befinden sich auch geschlossene und offene Fragen. Die moderne mediale Frageritualisierung kombiniert beide Formen.
Wie wäre es, wenn der Freitag, hier insbesondere Jan Pfaff, mal aus dem Nähkästchen plaudert, in Form einer Aufklärungs-Serie bezüglich der medialen Fragemaschen? |
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Gerne, nur was stellen Sie sich da genau vor? Ich fürchte, dass ein Werkstatt-Bericht nicht so spannend ist, wie es zunächst klingen mag, weil kein großes Geheimnis dahinter steckt. Am Ende fragt man doch immer das, was man selber für interessant hält.
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schrieb am
29.09.2011 um 12:50
@Jan Pfaff:
Gibt es einen Unterschied zwischen den Fragen, die man selber für interessant hält und denen, die interessant (gesamtgesellschaftlich gesehen usw.) sind? Und wenn ja, für welche sollte man sich entscheiden? |
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...vielleicht als work in progress, passend zu den jeweils die Rupublik erschütternden Interviews, Statements ...
Werkstatt-Bericht ist meiner Meinung nach ein guter Ansatz. Werkstatt ist immer spannend, spannender als das glattgehobelte, abgelutschte Endprodukt. |
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Meiner Meinung nach, und das meine ich völlig ernst, ist der Werkstatt-Ansatz im Redaktion-Community-Bereich der vielversprechende Ansatz.
Nicht die Community-Artikel glatthobeln, sondern den Werkstattgeruch, die Unebenheiten, den Prozess in den Mittelpunkt rücken. In einem experimentellen Umfeld ist der Wunsch nach Perfektion tödlich. Was aber nicht grundlegende technische Mängel (wie unmöglich lange Ladezeiten) entschuldigt. |
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Auch wenn es in eine Art Selbstgespräch ausartet :), die Werkstatt ist der Kreativbereich, vergleichbar der Küche. Hier werden die besten Ideen entwickelt, ausprobiert, verworfen, verbessert. In der Werkstatt findet man sie alle, egal ob Chef oder Auszubildende, Blogger oder Publzisten. Nirgendwo ist die Laune so gut, die Luft so produktiv. So, nun ist es genug, ich muss zurück in meine Werkstatt, dort warten noch ein paar Entwürfe ;)
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@Streifzug: Der Feiertag, deswegen eine verkürzte Zeitungsproduktion und trotzdem die selbe Anzahl an Seiten zu füllen – Sie verstehen sicher, dass ich erst jetzt zum Antworten komme. Ja, das mit der Werkstatt ist in der Tat spannend. Und wir sollten das wirklich probieren. Wobei ich die Interaktion Community-Redaktion immer auch so verstanden habe. Oder habe ich da was verpasst?
@ngng: Was man individuell interessant findet und was von gesamtgesellschaftlichem Interesse ist, überschneidet sich im Idealfall sicher zu großen Teilen – trotzdem deckt es sich nie eins zu eins, weil da ja keine Frageroboter die Fragen stellen, sondern eben Menschen mit ihren persönlichen Vorlieben und individuellen Begrenzungen. Dessen sollte man sich bewusst sein. |
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schrieb am
04.10.2011 um 13:02
Warum Sie da so schnippisch reagieren ist mir unklar, ich hab nun mal nichts davon hier Kommentare von Goebbels anzubringen, falls das lieber gewünscht ist.
Meine Frage geht auch nicht in Richtung Roboter, sondern in Richtung Qualität des Journalisten, ein guter weiß er muss sein Ego auch zurückstellen, weil er für ein Blatt schreibt, nicht für sich selbst. Aber ich werde in Zukunft Verstandesfragen vermeiden. |
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Sollte nicht schnippisch klingen. Ich wollte nur ein Plädoyer für - dosierten - Subjektivismus halten.
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@Jan Pfaff schrieb am 04.10.2011 um 12:50
...natürlich... |
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Ja wirklich, ganz groß. Macht auf Facebook auch schon die Runde für die, die es nicht gesehen haben. Gutes muss auch gelobhudelt werden.
In einem Presseclub vor ein paar Wochen hat ein Zuschauer auch mal direkt den Schönenborn gefragt (auch der Presseclub hat seine lichten Momente), warum um Himmelswillen er bei jeder Tagesschau irgendwas zum DAX hören muss. Vielleicht war das ja Pelzig. Wer weiß. Die einzige Frage die noch bleibt: Warum stellen nicht noch mehr Menschen sinnvolle Fragen. |
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Danke, lieber Jan, fürs Einbetten!
Aber ich muss mich partiell dennoch Streifzugs Kritik anschließen. Auch der Freitag macht oftmals keine gute Figur, wenn es darum geht, Grundsätzliches und Konventionen mit Nachdruck in Frage zu stellen. |
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Ich fand das sehr gut, aber tief innen dachte ich auch: Das ist doch alles, was immer wieder - z. B. bei den Nachdenkseiten - zu lesen ist. Das weiß man doch alles. Und nun hat er es nochmal satirisch verpackt, nachdem der Priol seinen Angela-Hass in entsprechende Sottisen verpackt hatte. Meine Güte, einen solchen Furor.
Das Sensationalle war für mich, dass das ZDF das noch sendet. Dass der Freitag nicht laut genug randaliert hat - wie ich schonmal schrieb - mit Furcht vor Schlagseite zu tun. |
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So ist es, Magda. Alles ist bekannt, auch durch den "Freitag". Und trotzdem: erkannt wird es im Zeitalter der "Blödmaschinen" - dummerweise - erst, wenn es karabettisiert daher kommt.
Dass dem "Freitag" mehr Furor nicht schaden würde, sehe ich auch (wenn's kein furor teutonicus ist): "Der Zorn ist nötig, und nichts kann ohne ihn durchgesetzt werden, wenn nicht er die Seele erfüllt und den Mut entzündet. Man darf ihn freilich nicht zum Führer, sondern nur zum Mitstreiter nehmen", sagt Aristoteles, in diesem Fall- ich gestehe es verschämt - von Sloterdijk zitiert. |
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@wwalkie
"(wenn's kein furor teutonicus ist): "Der Zorn ist nötig, und nichts kann ohne ihn durchgesetzt werden, wenn nicht er die Seele erfüllt und den Mut entzündet. Man darf ihn freilich nicht zum Führer, sondern nur zum Mitstreiter nehmen", sagt Aristoteles, in diesem Fall- ich gestehe es verschämt - von Sloterdijk zitiert." Wohl wahr! Wahr ist aber auch, das Weinen wie der Zorn feiert seine Hoch- Zeit, dann ist das Weinen wie der Zorn erloschen. Starke Impulse, ohne Dauerperspektive, tragen erstaunlicher Weise längst nicht soweit, wie feinsinnigere Impulse die ganze Zeit. "Steter Tropfen höhlt den Stein, Wasser bricht den Stein." |
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jepp ... der furor von pelzig war großartig.
wurde aber konterkariert von dem auftritt von dieter hildebrandt, der mit meinem "rentnerrap" bewiesen hat wie weit die generationen auseinander liegen ... " baby, du siehst scheiße aus ... " war da zu vernehmen. nun, darauf kann man kaum adäquat antworten ... aber solcher furor ist mir schon seit 30 jahren zu eigen, mit sex pistols, bad brains oder " too drunk to fuck ... " daher eine räuberpistole aus meiner jugend : www.youtube.com/watch?v=UA3dQS1et3E&feature=related ... the butchers wife is hard to please. yeaahh ... laubfrosch |
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Schon Berthold Brecht wusste zu Sagen das Die Frage wichtiger ist als eine Antwort.
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Brecht hat Recht aber die Sesamstraße auch.
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Fragte Troy Davis seine Henker: "Muss das sein?"
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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