jan82

Blog von jan82

18.02.2009 | 14:01

Der Freitag: Bitte nicht zahm werden!

Man soll ja nicht vorschnell urteilen, aber ein paar Sachen sind mir am neuen Freitag aufgefallen, die ich gerne hier loswerden würde:Einige Neuerungen gefallen mir wirklich gut. Das Layout ist state of the art, der vergrößerte Umfang ist erfreulich (20 Seiten waren wirklich zu wenig). Der Webauftritt hat zwar seine Macken, aber die Partizipationsmöglichkeiten machen das allemal wett. Welche andere Zeitung bietet einen so gleitenden Übergang vom Blogger zum bezahlten Autor?!In der Print-Ausgabe finde ich allerdings manches zu beliebig. Die Wochenchronik zum Beispiel hat nichts mit Gegenöffentlichkeit zu tun, sondern enthält nur Nachrichten, die auch andere Zeitungen schon hatten. Dabei gibt es genug Themen, die der Mainstream links liegen lässt, und die man dort aufgreifen könnte: kritische Studien, Proteste, politische Ereignisse an der Peripherie.Dass Sie doppelseitige Vorabdrucke im Alltagsteil bringen, ist prinzipiell ein guter Service, aber die Auswahlkriterien sind mir unklar. Joseph Roth habe ich verstanden, toller Schriftsteller. Aber warum Martin Sonneborn? Der war doch schon in der Titanic nur bei Telefonaktionen witzig... Und diese "Partei"-Geschichte ist doch auch kalter Kaffee.Komplett sinnlos finde ich übrigens die letzte Seite im Kulturteil: solche Kurzzusammenfassungen nutzen mir doch nur etwas, wenn ich daneben einen Link finde, der mich zum Originaltext führt (wie bei eurotopics oder eben bei perlentaucher). Vielleicht verlagern Sie das ins Internet? Was ich mir vom Freitag wünschen würde: bleiben Sie nicht dabei stehen, elegant geschriebene Analysen und lockere Unterhaltungstexte zu schreiben. Geben Sie der Wut und dem Protest Raum. (In dem Sinn habe ich einen Bericht vom Weltsozialforum vermisst)
 
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jan82
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