20.02.2010 | 16:22

Erinnerung an die Zukunft

Auf dem Portal für kritischen Journalismus "Paperbite" habe ich eben den Link zu einem Video entdeckt, das mit erschütternden Bildern aufwartet: Hunderte Minderjährige, die in einem Raum auf der griechischen Insel Lesbos interniert sind und dort unter unsäglichen Verhältnissen campieren.

Die Minderjährigen kommen zu einem Großteil aus Afghanistan, haben auf der Flucht ihre Angehörigen verloren, keine Papiere vorzuweisen und werden daher in diesem Camp festgehalten, abseits öffentlicher Wahrnehmung. Die Verantwortung für diesen Bruch der Menschenrechtskonvention, nach der Kinder und Jugendliche nicht interniert werden dürfen, liegt aber nicht allein bei den griechischen Behörden. Mit ihrer Abschottungspolitik hat es sich die EU allzu einfach gemacht, und per Drittstaatenregelung läßt sie die Staaten an der Außengrenze in Bezug auf Flüchtlinge und Migration allein.

Im Sommer 2009 erlangten die Zustände in diesem Internierungslager für kurze Zeit tagespolitische Relevanz, nicht zuletzt, weil ca. 150 Minderjährige in einen Hungerstreik getreten waren und damit ihre Freilassung erzwangen. Doch längst hat sich wieder der Schatten des Alltags über Pagani und ähnliche Einrichtungen an vielen anderen Orten der EU-Außengrenze gelegt ...

 

 

Weitere Hintergrundinformationen zum Internierungslager Pagani finden sich z.B. auf Linksnet, indymedia und Ärzte ohne Grenzen.

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 20.02.2010 um 16:48
Wirklich erschütternde Bilder!

rr
Alien59 schrieb am 20.02.2010 um 16:49
Die Behandlung von Flüchtlingen in Griechenland, das als EU-Land ja als "sicherer Drittstaat" gilt, ist so übel, dass deutsche Gerichte es inzwischen durchgesetzt haben, dass von dort kommende Flüchtlinge weitgehend nicht mehr dorthin zurückgeschoben werden. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, und diesen Kindern hilft das nichts, die man als Unschuldige in Gefängnisse sperrt ....
Ein Skandal - jedoch finden solche Zustände im Sinne der Abschreckungspolitik durchaus Mehrheiten beim "Mann auf der Straße".
Ehemaliger Nutzer schrieb am 21.02.2010 um 00:13
In Kroatien und den anderen "jungen Demokratien" heißen solche Konzentrationslager "Transit Processing Center". Die werden durch die EU finanziert.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 21.02.2010 um 09:40
Hinfahren & die Kinder & Frauen dort befreien.
3 oder 4 von den Kindern nehm ich zu mir. Am liebsten alle.
Das ist so schrecklich. Kaum zu ertragen.
Wo ist UNICEF?
Alien59 schrieb am 21.02.2010 um 09:46
Na ja, die Griechen kritisieren ist eines - allerdings ist es da wohl mit am Schlimmsten. In Lampedusa möchte ich allerdings auch nicht genauer hingucken.
Nur: wenn ich mir manche der sogenannten Wohnunterkünfte für Asylbewerber in Deutschland teilweise ansehe, finde ich sie auch nicht gerade kindgerecht. Deutsche Gefängnisse sind i.d.R. komfortabler.
mahung schrieb am 21.02.2010 um 15:11
Erschreckende Bilder. Danke das Du dies hier mal öffentlich machst.

Fällt solches nicht unmittelbar in die Ressorts unserer beiden "liberalen" Minister Niebel und Westerwelle? Ich glaube ja. Aber während der eine Pöstchen an fachliche Nullen und Parteifreunde verteilt, bereitet der andere laut und polternt (Achtung Satire!) die restlose Enteignung der besitzlosen Klasse bzw. die Internierung und Zwangsbeschäftigung Langzeitarbeitsloser vor.

Westerwelle und Niebel, tuen Sie endlich Ihre Arbeit! Dafür werden Sie schließlich von sehr, sehr viel Steuergeld bezahlt - nicht jedoch für anstrenungsloses Regieren!!!
archinaut schrieb am 21.02.2010 um 15:51
ja, man schämt sich, wenn man diese Bilder sieht....
wo würden unsere Kinder stranden, wenn afghanische Soldaten die Kreuzberger Maiunruhen befrieden wollten...?
jayne
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