Meiner Meinung nach leben wir in einer Gesellschaft in der nur Leistung und Profit zählen. Die meisten Menschen quälen sich täglich stundenlang durch monotone Arbeit, die vorwiegend mit hohem Druck, Stress und Spannungen erledigt wird. Die meisten von uns kämpfen darum in ihrem Beruf weiterzukommen, anerkannt zu werden, genug Geld zu bekommen und wir alle müssen dafür mehr oder weniger hohe Opfer bringen. Der starke Konkurrenzkampf drückt die Gehälter, überspitzt den Druck und alle sagen nur: Wir können es nicht ändern, das ist der Markt, da müssen wir durch! Gleichzeitig verhungern ein paar Kilometer täglich tausende von Menschen und es scheint hierzulande keinen zu interessieren, schliesslich haben wir unsere eigenen Probleme.
Ich kann schon lange nichts mehr mit dieser kollektiven Überlebensform anfangen. Unsere Gesellschaft basiert auf Habgier, ohne geht es nicht. Haste was biste was, ist der unausgesprochene Leitspruch. Für mich ist das ein absolutes Armutszeugnis und ich habe keinen Bock diesen Scheiß mitzumachen. Ich frage mich warum die Menschen sich zu Maschinen machen wollen? Tun sie das um sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen, um ihre Illusionen nicht erkennen zu müssen? Sind sie nicht fähig ihrer Bedeutungslosigkeit klar zu werden? Für die Welt und das Universum sind wir nur ein Furz im Wind. Wenn wir verstehen würden das wir überhaupt nichts zu erkämpfen haben könnten wir vielleicht auch mal anfangen glücklich zu leben und sinnvoll miteinander umzugehen. Stattdessen reden sich die Menschen gegenseitig ein das sie minderwertig sind und sich anstrengen müssen um irgendetwas zu werden, was ihrer Ansicht nach etwas besseres ist. Ich sage: Bullshit! Wir bleiben von Geburt bis Tod bedeutungslose menschliche Tiere und wir rennen seit Jahrtausenden etlichen Illusionen hinterher die Millionen Menschen umgebracht hat.
Alles was wir machen interessiert niemanden außer uns selbst, sobald wir gestorben sind, gerät alles in Vergessenheit. Ich frage mich: Wofür kämpft diese Gesellschaft? Fortschritt, Entwicklung, Wachstum in allen Bereichen um jeden Preis, solange es Profite abwirft? Ist das der Grund weshalb wir 40, 50, 60 Stunden und mehr pro Woche in grauen Bürogebäuden sitzen und uns von Kunden, Chefs und anderen Gestalten oberflächlicherweise niedermachen und belästigen lassen? Selbstverleugnung und Entfremdung von anderen Menschen, Lebewesen und der Umwelt zeichnet unsere Gesellschaft aus. Wir beuten uns gegenseitig aus wenn es um Sex, Arbeitskraft od. materielle Dinge geht, beuten die Tiere aus um sie zu fressen oder für Kosmetik, Kleidung zu benutzen, zerstören die Natur obwohl sie das Fundament unserer Gesellschaft ist. Und all das interessiert uns nicht, weil wir nicht dafür bezahlt werden. Wir sind zu beschäftigt mit arbeiten, etwas besseres zu werden und wir müssen ja auch noch darauf achten nicht gekündigt zu werden.
Wohin soll uns das alles führen?
Ich will von Euch wissen wie ihr die Gesellschaft jetzt seht.
Seid ihr zufrieden mit dem was ihr beruflich erlebt?
Stört Euch der Leistungsdruck, Konkurrenzdruck nicht?
Seid ihr der Ansicht diese Gesellschaft ist auf dem richtigen Weg? Wenn nicht, was wäre der richtige Weg?
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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