Am heutigen 23. Mai 2009 wurde in Berlin der alte und neue Bundespräsident gewählt. Mit genauer einer Stimme Mehrheit konnte Horst Köhler die Wahl durch die Bundesversammlung schon in der ersten Runde für sich entscheiden.
Die BILD schreibt von einer "Schlappe für Steinmeier" und in einem Freitags-Blog wird Quo vadis SPD gefragt.
Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass die SPD geschwächt aus der Bundespräsidenten-Wahl hervorgeht. Dies hat mehrere Gründe:
Es ist natürlich verständlich, dass CDU/CSU und FDP jetzt ein klares Signal für sich und das gemeinsame Ziel einer schwarz-gelben Koalition reklamieren. Aber die Wiederwahl von Horst Köhler hat eigentlich nichts anderes als den Status Quo für Schwarz-Gelb bestätigt, den es seit 2004 gab.
Doch für die SPD birgt das Wahlergebnis doch noch Chancen. Schließlich haben sich die Sozialdemokraten geschlossen gezeigt, die Kandidatin erzielte ein respektables Ergebnis, das "Schreckgespenst" Rot-Rot-Grün kann nicht mit Verweis auf die Wahl Schwans hervorgeholt werden und das äußerst knappe Ergebnis für Horst Köhler zeigt der SPD, dass man alle Chancen der Welt hat.
Sollte übrigens Schwarz-Gelb am 27. September 2009 eine Stimme Mehrheit haben (wenn man das Ergebnis der Bundesversammlung auf die Abgeordnetenzahl im Bundestag herunterrechnet war es sogar nur eine halbe Stimme Mehrheit...) - dann bin ich mal gespannt, zu welcher Koalition es kommt. Schwarz-Gelb wohl eher nicht.
Insofern: Erste verwertbare Fingerzeige zur Bundestagswahl 2009 gab die Wahl des Bundespräsidenten nicht. Da muss man noch rund zwei Wochen warten - wenn am 7. Juni 2009 die Wählerinnen und Wähler aufgefordert sind ihre Stimme für die Wahl zum Europäischen Parlament abzugeben. Doch selbst dieses Wahlergebnis muss aufgrund der - wahrscheinlich - niedrigen Wahlbeteiligung nicht wirklich aussagekräftig sein.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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