2
]
Heute nachmittag denke ich beim Betrachten eines Aquariums an einen Satz aus Becketts „Warten auf Godot“. Das Leben der Fische, die scheinbar zeitlos und emotionslos in dem kleinen Becken umherschwimmen, spielt sich ab vor einer Tapete, die wohl ein Korallenriff abbilden soll. Es ist der Versuch, die kleine Welt des Aquariums in einen größeren Rahmen zu stellen und den Fischen (oder eher: dem Betrachter der Fische?) zumindest eine Illusion von Weite und von marinen Erfahrungen zu geben – was unter diesen Umständen natürlich in keiner Weise gelingen kann. Das ist von vornherein völlig klar. „Wir finden doch immer was, nicht wahr, Didi, was uns glauben läßt, daß wir existieren“ (im Original: « On trouve toujours quelque chose pour nous donner l’impression d’exister »).
Samuel Beckett, Warten auf Godot, in: ders., Warten auf Godot. Endspiel. Glückliche Tage. Drei Stücke, übertragen aus dem Französischen von Elmar Tophoven, Text der revidierten Übertragung von 1993, Frankfurt am Main 2005, suhrkamp taschenbuch Nr. 3751, S. 76.
|
|
"Gregors Lieblingsstelle war Clovs träumerisches Bekenntnis zur Ordnung. Ich liebe Ordnung, sagt Clov. Sie ist mein Traum. Eine Welt, in der alles still und starr wäre und jedes Ding seinen Platz hätte, unterm letzten Staub. Keine Stelle spielte Gregor mit solcher Inbrunst wie diese."
Jochen Schimmang, Das Beste was wir hatten. Roman, Hamburg: Edition Nautilus, 2009 |
|
|
Guter Blog! Vielen Dank!
por |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen