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Giesbert Damaschke hat in seinem Blog ein weiteres Klassiker-Langzeitprojekt angekündigt: Neben dem Schriftwechsel zwischen Schiller und Goethe, der, wie es heutzutage heißt, „in Echtzeit“, jedoch um 215 Jahre zeitversetzt geführt wird und der vor einem Monat gestartet wurde, hat er ein weiteres Blog eingerichtet, in dem er Eckermanns „Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens“ nachempfindbar machen will. Das Blog steht schon bereit.
Der eigentliche Beginn des Projekts sei allerdings erst für das nächste Jahr vorgesehen, heißt es in dem eingangs zitierten Posting. Auf der Startseite des neuen Blogs steht bis auf weiteres nur eine erste Ankommensnotiz, nämlich der erste Absatz von Eckermanns „Blog-Beitrag“ vom 10. Juni 1823:
„Vor wenigen Tagen bin ich hier angekommen; heute war ich zuerst bei Goethe. Der Empfang seinerseits war überaus herzlich, und der Eindruck seiner Person auf mich der Art, daß ich diesen Tag zu den glücklichsten meines Lebens rechne.“
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Ja, das ist doch klasse; äh, klassisch, wie dieser Eckenmann den Göthe aus der Weimarer Versenkung holt. Ich sehe schon die Moderne: "Email an Goethe" oder "Eckman meets Johann W.G. in NY.", Wornä Brass prisenz. Ich freu mich, kann ich die ollen Schinken rausschmeißen aus meiner Bibliothek.
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Schon richtig. Diese Projekte haben ein G'schmäckle. Andererseits finde ich schön, daß man dadurch jedenfalls ein Gefühl für die Geschwindigkeit (oder besser: Langsamkeit) erhält, mit der man damals zu Werke ging. Unsere Zeitungen produzieren doch meist recht dubiosen Output in großen Mengen, die Blogger ebenso, eine E-Mail sollte bitte nach Möglichkeit noch am selben Tag beantwortet werden, während man sich damals wochenlang Zeit ließ für einen Briefwechsel. Und das Ergebnis kann man heute noch oft mit Gewinn lesen.
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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