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„Ich tret´ heraus, man glaubt es kaum,
ich tret´ heraus aus meinem Traum.
Ich tret´ aus ihm heraus.
Ich tret aus meinem Traum heraus und stell mich einfach neben mich.
Und sehe, wie das Leben sich
von hier aus präsentiert.
Ich seh´ mir selber ins Gesicht und merke,
ich gefall mir nicht.
Was ist nur los mit mir?“
(Gustav Gründgens)
Mir ist am Wochenende, leider viel zu spät, klargeworden, welche drastische Wirkung allein die bloße Gedankenäußerung auf andere Leute haben kann.
Als Konsequenz strebe ich mehr den Wechsel von einem Blog als Gedankentagebuch zu einem Beobachtungsblog, mit möglichst neutraler Formulierung und mit Betonung der positiven Aspekte des jeweiligen Themas, an. Wo mir dies nicht möglich ist, ohne die Realität allzu grob zu verformen, kommt folgende Markierung ins Spiel:
Alle Beiträge, die ich einschätze, des Lesers Gemüt in unverhältnismäßig desolate Verfassung zu stürzen oder in einer solchen Geisteshaltung geschrieben wurden, werden von nun an mit drei Minuszeichen markiert (---).
/Update: Das mit den drei Strichen gibt bei Mail-Client evtl. Probleme mit der Interpretation der Links in der Benachrichtigung. Stattdessen benutze von nun an ein "(W)" für Warnung :)
Optimismus, Realismus und Pessimismus sind für mich schwierig genau abzugrenzen.
Ich fühle mich manchmal schlechter mit einer mir „falsch“ vorkommenden, optimistischen Einschätzung, als mit einem, mir „realistischer“ vorkommenden, Pessimismus. Der unterschiedliche Umgang macht das Problem aus. Es hat sich in Anbetracht manchmal nicht vermeidbarer unschöner Lebenswirklichkeiten eine „Trotzdem“-Haltung etabliert. Dass man trotz der negativen Repräsentation einer Sache in Gedanken, noch unreflektiert und unbewertet damit umgehen muss. Sich von der Realität beweisen lassen können, dass es trotzdem weiter geht, auch wenn man nicht dran glaubt. Die wichtigste Vorstufe dabei ist, nach Möglichkeit undienliche Sachen erst gar nicht ins Bewusstsein einfließen zu lassen. Bzw. nach Möglichkeit sich die Grenze zwischen Gedachtem und persönlichen Bezügen bewusstzumachen.
Nur darf man das anscheinend nicht als selbstverständlich beim Rezipienten voraussetzen.
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Ok. Selektive Wahrnehmung gibt’s wohl auch. Man sieht nur, was man weiß. Vielleicht ist reine Neutralität überhaupt nicht möglich. Und nach Überlegungen betreffs der nächsten zwei bis drei geplanten Beiträge müssten diese alle auch markiert werden.
Dann trennt sich eben so die Spreu vom Weizen und die weitere Bedenkenprüfung überlasse ich der Zensur :) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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