Der Blog Authentizität ... thematisierte, warum Authentizität und Anonymität/Pseudonymität nicht unbedingt im Widerspruch zueinander stehen.
Hier geht es darum, ein paar sonst als ausschließlich negativ bewerteten Effekten auch ein paar positive Seiten abzugewinnen.
Kann es nicht auch gut sein, sich von „seinem törichten Geschwätz von gestern“ distanzieren zu können bzw. Aussagen und Meinungen nicht mit seiner Person zu verbinden? Und ermöglicht das nicht erst unbefangene Diskussion? (Unbefangen hier im positiven Sinn.)
Fällt es nicht viel leichter, Fehler einzugestehen, die unabhängig von der persönlichen Vita gemacht wurden?
Habe manchmal den Eindruck, je größer der Mist ist, den jemand verzapft, desto mehr wird sich daran festgebissen, weil die Sache zu sehr mit dem eigenen Ego in Verbindung zu bringen ist.
Oder andersherum, was sich im übertriebenen Maße als schlichtes Schikanieren durch einen von Bosheit getriebenen Mob oder einzelner mental Kranker manifestiert, ist das nicht in gemäßigter Ausprägung, in Form von konstruktiver Kritik, etwas Gutes?
Meine damit, dass Autoritätsgläubigkeit und falsch verstandener Respekt verhindern können, etwas Falsches als falsch zu benennen. Auch die „Suggestivkraft der Druckerschwärze“ (hieß das so?) hat einen nicht unerheblichen Einfluss.
Sind im täglichen Leben nicht allein schon aufgrund ihres Namens die Personen unterschiedlich anonym? Sind die Peter Müllers und die Inge Meiers im täglichen Leben also mehr Mobber und Nervensägen, weil sie weniger eindeutig identifizierende Namen haben?
Solche Leute haben bei einer Einführung der Registrierung naturgegebene Vorteile gegenüber Menschen mit eindeutigeren Namen. Und was hat das mit Qualität zu tun?
Ich habe vor einiger Zeit aufgehört „etablierte Medien“ zum Erkenntnisgewinn zu lesen. Es steht fasst nichts drin. Manches Magazin könnte man auf fünf DIN-A4-Seiten reduzieren, ginge es nur um die besagten Fakten, Fakten, Fakten. Gleiches gilt für viele andere Veröffentlichungen. Dort sind einzig die Form und die Mittel (das Medium der Botschaft ans sich) interessant. Und die Krücken und Verrenkungen, die Leute bereit sind zu Hilfe zu nehmen, um Plausibilität anzutäuschen.
Manchen Publizierenden wird blindlings, allein aufgrund ihres „guten Namen“ oder Images, geglaubt. Und so manches Mal wünschte ich mir, jemand würde einige Schreiberlinge mal sacht beiseite nehmen und freundlich darauf hinweisen, sich mal lieber umfassender mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen, statt nur Bauchpinselei geltender Verhältnisse bzw. die entsprechender Gruppen zu betreiben oder zur Fütterung des eigenen Geldbeutels aufzurufen.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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