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Das Sprache Mittel ist, die eigene Sicht der Dinge zu repräsentieren, geschenkt, das ist banal und durch jahrzehnte der Werbung ausreichend dokumentiert. Worum es dem Autor (vermutlich männlich) aber geht ist eher subtil versteckt, es geht um eine Kritik an feministischer Sprachkritik. das Sprache männlich patriarchal geprägt ist und sie selbstverständlich auch dazu dient Machthierarchien zu festigen dürfte nicht erst seit "Deutsch als Männersprache" von Pusch, wohlgemerkt aus dem jahre 84 bekannt sein. So sind 99 Ärztinnen und ein Arzt = 100 Ärzte. Das die vorhandenen Versuche die patriarchale Struktur der Sprache deutlich zu machen, seien es Binnen-I, Schrägstriche oder den Versuch Worte geschlechtsneutral auszudrücken stören, weil sie den Sprachfluss ändern ist Absicht, das Sprache sich verändert und zu neuen Wortschöpfungen führen wird ist abzusehen, insofern, feministische Sprachkritik als Weg nicht als Lösung begreifen.
PS: Die einfachste lösung, wäre es natürlich die feminine Form als Standard zu nehmen und Abweichungen davon zu formulieren, komisch nur, dass dann überwiegend Männer aufschreien, aber andersrum war es ja schon immer so. |
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Ich hatte beim Lesen das gleiche Gefühl, hätte es aber nicht so gut ausdrücken können!
Wie sehr - sogar über "einfache" sprachliche Unterordnung der Frauen hinaus - bestimmte Stereotype prägen zeigt meiner Meinung nach die folgende Frage (hier zitiert nach http://alaskagirl.de/wordpress/geschult/): Ein Vater und ein Sohn fahren gemeinsam mit ihrem Auto und haben einen schrecklichen Unfall. Der Vater ist sofort tot. Der Sohn wird in einem Krankenhaus sofort zum Operationssaal gebracht. Der Arzt untersucht den Jungen und meint, dass man für die Operation eine Koryphäe benötige. Die Koryphäe kommt, schaut den jungen Mann auf dem Operationstisch an und meint: “Ich kann ihn nicht operieren, er ist mein Sohn.” Wie ist das möglich? Wer die Antwort in weniger als 5 min weiß, gehört einer klaren Minderheit an. |
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Die Frau als Geist der Sprache.
Ich habe keine Probleme mit den meisten im Beitrag aufgeführten Beispiele. Ob Lehrer oder Lehrende etc. Darüber kann man sich herrlich streiten und ich kann auch die Kritik an der Sprache und deren Begriffsnorminierung nachvollziehen. Bestes Beispiel ist hierfür sicherlich das Beispiel Pädophile-Kinderfreunde. Das hat nichts mit Normierung zu tun, sondern ist schlicht und einfach ein Unding. |
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Man soll sich ja nicht selbst kommentieren - sonst wird's selbstreferentiell und irgendwann autistisch. Trotzdem: mein Beitrag handelt lediglich auch (!) von der Umsetzung feministischer Sprachkritik im Rahmen der "political-correctness"-Bewegung; die feministische Linguistik und deren praktische Umsetzung ist nur ein Beispiel unter mehreren dafür, wie Sprache und Begriffe aus ideologischen Gründen aktiv verändert werden.
Dem Autor (wo beim Namen und Bild des Autors Platz für Mutmaßungen über sein Geschlecht ist, muß offen bleiben) ging es allerdings noch um Kritik an etwas anderem aus aktuellem Anlaß, etwas, das offensichtlich wesentlich subtiler versteckt wurde. Nebenbei: Würde mich jemand "eine Koryphäe" (auf welchem Gebiet auch immer) nennen, hätte ich nichts dagegen. Aus grammatikalischen Gründen wäre es jedenfalls zwingend, inhaltlich jedoch zweifelhaft. |
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Dir ist schon klar, das der begriff der political correctness aus der rechten Ecke kommt, mit dem Versuch emanzipatorische Bewegungen zu denunzieren?
Natürlich ist Sinn einer feministischen Sprachkritik, die Sprache zu verändern, ihre genderwirksamkeit zu hinterfragen, das hat weniger mit ideologie zu tun, als mit der Erkenntnis, das Sprache Herrschaftsinstrument ist. PS: Sorry, dass ich mir nicht anmasse, anderen Menschen ein Geschlecht zu verordnen. Mehr dazu in meinem Blog, oder bei Judiths Butler "Unbehangen der Geschlechter" oder als Einführung Jagose "Queer theory". Aber langsam wird es off topic, oder auch nicht. |
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Daß die konservativen (und meinetwegen auch „rechten“) Gruppen den Begriff der „political correctness“ ironisch verwenden und sich damit über den inhärenten Druck eines (v. a. sprachlich artikulierten) Gesinnungskonformismus bestimmter „linker“ Gruppen lustig machen, ist wohl natürlich. Mir selbst ist der Begriff zum ersten mal in der „linken“ Umgebung begegnet, und da keineswegs ironisch (Lit. vgl. http://www.linse.uni-due.de/linse/esel/pdf/pol_correct.pdf).
Das Ideologische an der feministischen Sprachkritik wird deutlich am Umgang mit der Grundthese „Genus = Sexus“. Es wurde oft bemerkt, daß fem. Linguistik die These von der „patriarchalen Prägung der Sprache zur Stützung patriarchaler Machtstrukturen“ eben mit dieser Annahme („Genus = Sexus“) in einem Zirkelschluß stützt. Zudem wird mit (sprach.)wissenschaftlicher Kritik an den Grundthesen der fem. Linguistik nicht ergebnisoffen umgegangen und zudem oftmals mit einem Argument ad hominem immunisiert („vermutlich männlich“): Ablehnung der fem. Sprachkritik wird mit Ablehnung der Gleichberechtigung von Mann und Frau identifiziert, die fem. Linguistik ist aus dem Feminismus und dessen Thesen entstanden und wird vom Feminismus wiederum herangezogen zur Begründung dieser Thesen. Von Wissenschaft im strengen Sinne kann da kaum die Rede sein. Grammatik „verordnet“ uns kein Geschlecht (Sexus). Das Genus eines Plural („die Koryphäen“) richtet sich prinzipiell nach dem Genus des Singulars („die Koryphäe“). So ist im Deutschen „Gipfel“ masc., das griech. Wort dafür – koryphé – hingegen fem. Das abgeleitete Fremdwort „Koryphäe“ hat sein griech. Genus behalten, entsprechend sind die Sätze „Peter Peterson ist die Koryphäre in aztekischer Reitkunst“ und „Marta Martensen ist die Koryphäe in Morphematik des Morsens“ beide grammatikalisch richtig. |
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zu Pädophile und Kinderfreunde
Hochgestochen trifft es keinen Pferdejungen. Zur Sache - oder lieber in medias res? - Vor etwa +50 Jahren bei Diehl in Nonnweiler (ehemalige Herdfabrik Goma). Als ich erfuhr, was dort produziert wird, habe ich meine Lieferungen eingestellt und den Kunden gestrichen. Dörmel, sagte ein Freund zu mir, jetzt macht das Geschäft ein anderer. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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