Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

23.11.2011 | 03:17

Als G. Gaus den Demokraten abstreifte, frei für Demokratie zu sein

Im Gedenken an Günter Gaus, der am 23. November 1929 in Braunschweig geboren, viel zu früh im Jahre 2004 verstarb, greife ich den roten Faden, den Günter Gaus in einer seiner letzten "Großen Rede" im Jahre 2003 unter dem lutherisch ketzerischen Titel
"Warum ich kein Demokrat mehr bin"
in die Hand bekam, den der Tod ihm zur  Unzeit an der  falschen Stelle entriss, einfach auf, als wäre dieser nie gerissen.

Wer kennt ihn nicht, diesen ironisch feixenden Spruch unter engagierten Demokraten/innen, gegen den die bräsige Rede von der Freiheitlich demokratischen Grundordnung (FdGO) blasse Theorie ist:
"Ich bin Demokrat, was brauchen wir da noch Demokratie!"

Im Jahre 1982 habe ich diesen Spruch auf den damaligen CDU- Gesundheits- und Sozialsenator Ulf Fink in der Regierungsära des Regierenden Bürgermeisters von Westberlin, Richard von Weizsäcker, aufgebracht,  im vollbesetzten Audimax der TU- Westberlin zum Besten gegeben:
"HA! HA! Herr Senator Fink!,
ich weiss, was Sie meinen:
"Senator Ulf Fink ist Demokrat, was brauchen wir da noch Demokratie in West- Berlin!"

Genau dieser rote Faden war es, den Günter Gaus am 23. August 2003 in der Süddeutschen Zeitung mit seinem erschienenen Artikel unter dem Titel
"Warum ich kein Demokrat mehr bin"
per Selbstanzeige aufleuchten ließ.
Warum?
Na Klar!,
denke ich einmal, um sich, umzingelt von, selbstgefällig selbsternannt, gefühlten Demokraten/innen, selber  frei für den wirklichen Aufbau von Demokratie in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu machen.

Wie es Günter Gaus in seinem damaligen Artikel ud öffentlichen Auftritt vorausgeahnt, so ist es geschehen.

Inzwischen wird mit diesem Spruch nicht mehr gefeixt, dieser Spruch ist heute gesellschafltliches Exellenzen Programm für Säulenheilige der Demokratie.
Dieser Spruch wird heute, wie ein Kleid, telegen medial, zu Markte getragen, als stünde dieses Kleid nanfechtbar für den unfehlbar kernig duftenden Mief & Muff unter den Talaren von 1000 Jahren.

Während Günter Gaus, der nicht frei von linkskonservativ bekennenden  Eitelkeiten war, das eitle  Gewand des "Demokraten per se"
spätestens im Jahre 2003 abgestreift, als Faltenrock in die hinterste Ecke einer Rumpelkammer verlegte, griffen andere, mehr und mehr seitdem über die Jahre, wie auf einem Grappeltisch, eitel nach dem kleidsamen Gewand & Tand der Demokratie , um sich blendend für alle Eventualitäten in Alltag, Beruf  selbstgefällig als Demokrat zu schmücken, als wäre die Demokratie ein Zopf. eine Michel Zipfelmütze, mit der es
"Hoch das Bein!
Die Herren machen einen Haufen.
Die Damen treten rein!
Hoch das Berliner Tor, mit Freifahrtschein zum Nulltarif, gar per pesönlicher Einladungen, zu Hofe bei wahllosen Exellenzen der Demokratie geht?

Wenn Günter Gaus das noch in der Berliner Republik und Demokratie erlebt hätte, er würde , soweit ihm das feinsinnig, wie es ihm  braunschweigisch hanseatisch gegeben war, vor Lachen berstend, denglisch rufen:

"Occupy Democracy!
Yes!, we can!
Thats he way we like change!"".

JP

siehe:

www.freitag.de/2004/22/04220201.php

Über die politische Kultur der Gegenwart | 21.05.2004 | Günter Gaus
Warum ich kein Demokrat mehr bin

Ich bin kein Demokrat mehr. Mir fehlt nicht viel deswegen. Das wäre früher undenkbar gewesen. Wie hätte man kein Demokrat sein können? Natürlich ...

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/-guenter-gaus-ein-eulenspiegel--leben-der-feinen-art

23.11.2010 | 17:07
Günter Gaus, ein "Eulenspiegel- Leben" der feinen Art
günter gaus

Gedenken an Günter Gaus Geburtstag 23.November 1929

Gedenken Günter Gaus "Servus deutsches Leben"(1929- 2004)

 
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Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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