Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

14.10.2010 | 00:16

Charta 1977, eine unerkannte Deutschland- und Europapolitik Option?

Prager- Charta 1977, eine unerkannte Deutschland- und Europapolitik Option?

Diskurs über die  These des Bloggers luggi  in meinem Blog:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/ddr--nomenklatur-grenzregime-ein-stockholm--syndrom? 

07.10.2010 | 01:36

DDR- Nomenklatur, Grenzregime, ein Stockholm- Syndrom?

zeitgeschichte

luggi schrieb am 12.10.2010 um 19:34

Na ihr seid mir ja Geschichtsunkundige. Wissen nicht, dass die Grenze zwischen BRD und DDR bereits vor 1961 existierte und wie sich die Grenzverhältnisse um Berlin gestalteten. Und U.T. kann dem Herrn Knabe sicherlich sachdienliche Hinweise geben, wo dieser den seit 1982 faktisch bestehenden Schießbefehl finden kann. Und liebe Leute, es war ein verdammt kalter Krieg, und was haben andere Völker z.B. historisch so bei kriegerischen Auseinandersetzungen getan? Seit 1977 hätte sich vieles anders entwickeln können. SPD- und CDU-Regierungen haben es verhindert. Eher haben die sich mit der Fortexistenz der Grenze abgefunden. War ja sehr bequem, wenn man ein so preiswertes Ver- und Entsorgungssystem in der Nähe hatte.“

Mein Standpunkt zur Diskussion:

 Im Bundestagswahlkampf der Giganten „Schmidt & Strauss“ 1980 hat FJS Bundeskanzler Helmut Schmidt massiv politisch gedroht, wenn er einem bereits anberaumtes Treffen mit Erich Honecker, angesichts der heraufdämmernden Solidarnozs Bewegung in Danzig/VR- Polen   entspreche, werde es Heulen und Zähneklappern geben.

Worauf Helmut Schmidt innenpolitisch schlecht beraten wie eingeschüchtert den Termin auf den November 1981 verschob, als ausgerechnet General Jaruselzki in Polen das Kriegsrecht gegen die Solidarnozs ausrief, um angeblich einer „Invasion“ durch Truppen des Warschauer Paktes den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die meisten Medien lobten damals Helmut Schmidt für seine weltpolitische Zurückhaltung.

Trotzdem stellen sich da heute in Kenntnis der späteren Entwicklung der Politik des „Europäischen Hauses“ im Vorwege von Glasnost, Perestroika alt Fragen und Antworten  neu und anders.

Bundeskanzler Helmut Kohl blieb „gegenschert“ auf der vorherigen Linie von Helmut Schmidt“

„Durchregieren des Nato- Doppelbeschlusses um jeden innen- und außenpolitischen Preis“

unter dem Ronald Reagan Junktim

“Totrüsten“ der Warschauer- Vertrags- Staaten  und deren Wirtschaftsbündnis Comecon, oder

Finanz- Krieg gegen sowjetisches Getreide und Rindviehzucht.

Gleichzeitig  gewährte Bundeskanzler Helmut Kohl aber über den Umweg von FJS/Schalck- Golodkowskis Kommerzielle- Koordination (KoKo)  wundersam aufgeschlossen Kredite und Bürgschaften für die DDR als

„Homeland“ 

als Teil des deutsch- deutschen Exportwirtschaftskomplexes über zwei Milliarden DM.

Damals gab es nicht nur einen Aufstand in der bayrischen CSU über diesen politisch nicht kommunizierten  Schwenk um 180 Grad.

Warum wurden damals, ab der Prager- Charta 1977 in der CSSR, deutsch- deutsch keine weitergehenden deutschland- wie europapolitischen Optionen sondiert?

Z. B. der DDR, wie de facto bereits im Interzonehandel von 1946 verankert,  einen privilegierten Zugang in die EWG zu ebnen, den andere europäische Staaten im Grunde, statt der deutschen Wiedervereinigung mit all deren Unwägbarkeiten für Europa und die Welt, irgendwann erwarteten, u. a. Luxemburgs Europapolitiker Claude Junker.

JP

 

 
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Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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