Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

07.11.2011 | 17:20

Der "09.November 89" und die bizarren Beschäftigtenberge,

statt lokaler und globaler Arbeitsmarktentwicklung?

Beschäftigtenberge am  Beschäftigungsberge/Arbeitsmarktpolitik/Deficit Spending


Der Arbeitsmarkt war von Anbeginn der Industriellen Revolution deren grobfahrlässig darbend vernachlässigtes Kind, dem als Heranwachsenden von der Geschichte eine dienende Rolle der Arbeitswelt zugewiesen ward, willentlich wie  unwillentlich, spekulativ hoffnungsschwanger aufgeblasene Ideen der Vermögensteilung von oben nach unten, von rechts nach links, durch verbale Stiche, Attacken in Serie und Folge zum Platzen zu bringen.

Damit ward das propagandistische Terrain bereitet, theophrastisch bombastisch selbst noch die geringsten Ansätze, Versuche  der gleichermaßen nach unten wie oben Verteilung gesamtwirtschaftlicher Wachstumsüberschüsse, als siegreich gewonnene Schlachten hochgejubelt, im Namen der Sozialen Gerechtigkeit zu feiern.

Vermögens- , Einkommensgewinne eines kleineren Teiles der Unterschichten wurde, wissenschaftlich befeuert,  als autonom kühner Aufbruch einer sich formierenden Mitte in der Gesellschaft, der berühmt berüchtigten Mittelschicht, in das planmäßig vorbeitete Tal der Ahnungslosen in den Grünen Lungen an der Peripherie der dicht besiedelten Ballungsgebiete der entwickelten Industrieländer,  gefeiert.

Seit den Berichten des Club of Rome im Jahre 1972 über die Grenzen des Wachstums, wurden die Stimmen des  sichtbar organisierten Massenjubels der propagandistischen Verteilung der Wachstumsüberschüsse in den G 7 Staaten zunehmend hörbar brüchig, um dann im Wege der ersten, zweiten Ölpreiskrise 1973, 1979 - UdSSR besetzt Afghanistan, US- Army marschiert in Kambodscha ein -  der Finanzkrisen mit angesagtem Börsencrash 1987, des Platzens der Spekulationsblase der New Markets 2001, samt Credit Event "NIne Eleven", der Weltfinanzkrise 2008, ganz verstummend als Gespenst in den Kellern des Kapitals zu verschwinden, wo es hergekommen war.

Ganz unauffällig hatten aber die hervorragendsten Protagonisten/innen der Freien Marktwirtschaft in den G 7 Staaten, mit  Bundeskanzler Helmut Schmidt als unangefochten unfehbaren  "Weltökonom" an der Spitze
"Mir sind fünf Prozen Inflation lieber als 5 % Arbeitslosigkeit"
noch vor den Thatcheristen, Reagonomics im Wege des Wandels der Blocksysteme durch Annäherung zwischen dem West- und Ostblock nicht nur am Puls des fortschreitenden "Deficit Spendings" des realexistiereden Sozialismus in den Comecon Staaten zu Lasten der Staatshaushalte, gelauscht, sondern diese ohne Entrichtung  irgendeiner Patentgebühr als Blaupause abgekupfert & raubkopiert.

Von nunan wurde auch in den G 7 Staaten, wie schon lange in den realexistierenden Staaten des Sozialismus nicht mehr für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) in die Hände gespuckt, sondern, flexibel, auf die wachstumslos rollend fremdfinanzierten  Beute auf Vier Rädern mobil ferngesteuert zappend, im Namen der anschwellend monetären  Blähungen der G 20 Staaten Finanzaristokraten Nomenklatur, nachrichtenarm, in die  Röhre geguckt
Damit diese Einebnung der voherigen Unterschiede der Freien Marktwirtschaft der G 7 Staaten und der Planwirtschaft in den Comecon Staaten der Welt nicht täglich deutlicher ins Auge fiele, ersannen die führenden Vertreter/innen, mit Michail Gorbatschow, UdSSR, George Bush, senior, USA, Bundeskanzler Helmut Kohl, einen congenialen Plan, durch ostwestliche Glasnost Perestroika, die schwindenden Unterschiede zwischen den Blöcken, durch einen Beitritt des Westens an das Deficit Spending Programm der Ostblockstaaten gänzlich aus dem Spannungsfeld des medialen Blickfeldes Kalter Krieger zu rücken.

Der besondere Medien Trick war und ist dabei, den Beitritt der G 7 Staaten im Namen des Weltökonomen Helmut Schmidt, der Reagonimics, des Thatcherismus in das Deficit Spending Programm der Comecon Staaten des Ostblocks auf der Basis eines heillos institutionalisierten Keyenaismus als Beitritt der Ostblockstaaten an das angeblich nachwievor robust siegreich intakt westliche Wirtschaftsystem zu kommunizieren.

Seit dem Mauerfall von Berlin am 09. November 1989, der irgendwie bügerbewegten Herstellung der Deutschen Einheit am 03. Oktober 1990, zeichnen sich immer deutlicher die  Konturen eines weltökonomischen Bildes ab,  das mehr von branchensubventionerten. gar direkt massenhaft lohnsubventionierten Beschäftigungsbergen in den G 20 Staaten zu Lasten deren Staatshaushalte,  voran in Deutschland, USA. Japan, Indien, Brasilien, Südafrika, Russland, der VR- China  gekennzeichent ist, dessen verblassende Farben eines sich selber tragenden Weltarbeitmarktes im Kapitalismus kaum noch zu ahnen sind.

Hier ist deshalb von Beschäftigungsbergen, statt von angeblichen vermögenswirksamen Erfolgen in nationalen Arbetsmärkten die Rede, weil diese Beschäftigungsberge in ihrem Kern, Müllberge an weggeworfenen Träumen, Hoffnungen, Aussichten auf familiengründend vermögensbildende Lebensentwürfe der nachgewachsenen Generationen in sich bergen, die als gesellschaftlich giftiger Sondermüll gen Himmel stinken.

Die Art der branchen- , massenhaften Lohnsubventionen zu Lasten der Staatshaushalte, kauft den Generationen "Occupy hin, Occupy her!" ,
die  sich gerade vor, im, nach dem  Zenit ihrer Arbeitskraft, ihres vermögenswirksamen Bildungsstandes befinden, weltweit den gesellschaftlich kämpferischen Schneid ab, um all diese angeblich überflüssig überschüssigen  Generationen als Beschäftigungsberg mit medizinisch- , therapeutisch-, psychiatrisch pharmakologischen Begleitpersonal, direkt in deren trostlos gesellschaftliche Altersarmut vor sich her abzuschieben, als seien diese, ausgesteuert,  ausgebürgert, Staatsangehörige eines global außerökonomischen Kontinents.

Frage:

ist es nicht hohe  Zeit, das behinderte Kind der Technisch- Industriellen Revolution, den Weltarbeitsmarkt, durch die Konzertierte Aktion von G 20 Staaten und die Träger der Weltwirtschaft, voran die Globalplayer an der  finanziellen Ausstattung der Enwicklung lokaler und globaer Arbeitmärkte zu beteiligen, anstatt die ganzen Lasten nationaler Arbeitsmarktpolitik den Sozial- , Vorsorge- , Gesundheits- , Bildungssystemen dieser Staaten zu Gunsten der Globalplayer aufzufrachten?

JP

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 08.11.2011 um 21:12
Beschäftigtenberge? Ich verstehe was Du meinst! Ist der Ausdruck aber nicht ein wenig riskant?
Joachim Petrick schrieb am 08.11.2011 um 22:56
@por

"Ist der Ausdruck aber nicht ein wenig riskant?"

stimmt!,
mindestens so riskant, wie Lehrer- , Ärzte- , Juristen- , Rentnerberge
Joachim Petrick schrieb am 08.11.2011 um 23:15
Beschäftigte sind doch jene, die in Vollzeit arbeiten und hernach, nach getaner Arbeit, vergeblich suchen, wo ihr Lohn geblieben, der sie vor Altersarmut bewahrt?
poor on ruhr schrieb am 09.11.2011 um 20:53
@JP

"Beschäftigte sind doch jene, die in Vollzeit arbeiten und hernach, nach getaner Arbeit, vergeblich suchen, wo ihr Lohn geblieben, der sie vor Altersarmut bewahrt?"

Na ja für manche rentiert es sich ja doch. Das Problem ist die Umverteikung von oben nach unten, deren Prämissen Du ja auch in Deiner Frage darstellst.
poor on ruhr schrieb am 09.11.2011 um 20:53
@JP

Na ja Menschen und Berge und so.
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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