Der reine Ton, ein hohes Lied auf die Flöte.
Hier geht es um die lange Geschichte der Flötentöne.
Wer kennt sie nicht, die Drohung des Musiklehrers, der Musiklehrerin:
"Ich werde Dir, ich werde Euch schon noch die richtigen Flötentöne beibringen und wenn es das Letzte es, was mir als Musicus gelingen soll!"
In der Sage "Der Rattenfänger von Hameln" geht es auf ganz andere Weise, gar nicht leise, um Flötentöne.
Der Rattenfänger von Hameln lockte mit Flötentönen seiner Zauberflöte, wie gerufen, anbefohlen und entlohnt, Mäuse, Ratten aus der Stadt Hameln.
Wobei sich die Stadtväter von Hameln die Deutungshoheit dessen vorbehielten, was Ratten, Mäuse zu sein hatten.
So konnten Ratten, Mäuse auch schon einmal diese stadtbekannten Plagegeister, die bedeutsam umgenannten "Gotteskinder" oder "Kinder des Himmels"
sein, die vaterlos, mutterseelenallein, als Vollwaisen, verlaust, garstig anzuschauen, in ihren unreinen Kleidern gen Himmel stanken, einmal tobend, das andere Mal bettelnd durch die Gassen sträunten.
Gottekinder, Kinder des Himmels, waren damals weltweit vollwaise Kinder, die auch schon einmal die Frucht eines ehelichen, unehelichen Fehltritts, einer liederlichen Sünde des Karnevals sein konnten, zu denen sich, aber "Ach Du Graus!" weder Vater noch Mutter bekannten.
Die in der gleichnamigen Sage von den Statdtvätern Hamelns befohlene Aufgabe des Rattenfängers war es, die "Gotteskinder", "Kinder des Himmels"
aus dem gesamten Stadtgebiet, außerhalb der Stadtnauern Hamelns, in die Ferne, auf Nimmerwiedersehen, ohne Aussicht auf Wiederkehr, in der Dämmerung des späten Tages, in die dunkle Nacht hinein, ins Ungewisse zu locken.
Was diesem Rattenfänger von Hameln stets gelungen sein soll.
Aber das ist eine andere Geschichte, die sagenhafte Geschichte vom Rattenfänger zu Hameln..
Hier geht es um die lange Geschichte der Flötentöne.
Denn in Wahrheit vermögen Flötentöne noch viel mehr, als Ratten, Mäuse einzufangen:
Schon der sanfte Wohllaut des Flöten Instruments versetzt Löwen in Panik und schlägt Bisame in die Flucht. Wenn die Flöte c-Moll-Intervalle intoniert, jaulen Hunde vor Seligkeit, schwärmen Moskitos zusammen und krabbeln Krabben aus ihren Löchern im Wattenmeer.
Selbst die Menschheit ist neuerdings wieder einmal vom Flötenklang kunjunkturell ergriffen.
Neben der virtuosen Trompetenmusik der letzten Jahre bevorzugen MP3- , CD- Hörer/innen - und Konzerthörer/innn nun bemerkenswert nachgefragt das weiche Flötenspiel. Ob barocke Sonaten, klassische Solokonzerte, ob romantisch, modern, Blues gerockt oder verjazzt - Tonträger mit Flötenmusik rotieren in Massen.
Um den erhöhten Bedarf decken zu können, forschten Musikwissenschaftler in Archiven nach bislang nicht publizierten Flötennoten, um dies auf Tonträgern zu Tage zu fördern.
In den vergangenen Jahren, so schätzen Experten, wurden zigtausend Flötenwerke ausgegraben und unter Tonträgertiteln wie "Flöten in Sanssouci" oder "Kammermusik am Berliner Hof" herausgegeben. "Die Welt", so registrierte vor Jahren selbst "Time", "ist in das konzertant goldene Zeitalter der Flötentöne eingetreten."
Aus gutem Grund:
Denn zu keiner Zeit ist das Instrument, die Flöte, von so vielen bedeutenden Virtuosen gehandhabt worden wie in den letzten Jahrzehnten. In Europa, in Übersee und allerorten, selbst im Amazonasgebiet blasen derzeit nicht selten auf silbernen, gar auf goldenen Flöten (Preis: ca 1600- 8000.- €) international renommierte Musiker/innen.
Die alte wie neue menschliche Zuneigung gilt der Flöte, dem ältesten Melodie-Instrument der Musikgeschichte:
Steinzeitmenschen entlockten konzertant perforierten Rentierknochen Flötentöne, und ein chinesischer Gelehrter ahmte drei Jahrtausende vor Christus auf seiner Bambusflöte die melodiösen Klagelaute des Wundervogels Hung nach.
Im klassischen Altertum bis ins späte Mittelalter bliesen vor allem Wanders- , Fahrensleute, darunter Dirnen und Hirten die Flöte: Rentiere, Schafe, Lämmer wurden mit einer Panflöte beim Weiden begleitet, die Freier mit sogenannten Phrygischen Flöten becirct.
Ob Steinzeitmensch oder Gelehrter, ob Geisha, ob Prostituierte, Hirte oder Schäfer - sie spielten alle auf Langflöten, darunter der Pommer, eine Art Schalmei von ca 340 cm Länge, bretonisch als Bomhart, Bombart, Bombarde von Pipern gespielt, deren weiterentwickelte Nachfahren die Blockflöten sind. Die Querpfeife, der heutigen Piccoloflöte vergleichbar, wurde erst im zwölften Jahrhundert von Kreuzrittern aus Kleinasien nach Europa gebracht, wo sie alsbald Landsknechte zur Hand nahmen.
Als dann Englands König Heinrich VIII., aristokratisch stolzer Besitzer von 148 Flöten, das - technisch schon wesentlich kompliziertere - Instrument zum Mund führte, erregte sein krakeelend königliches Spiel ein wahres Flötenfieber, wie zwei Jahrhunderte später auch das von Frediricus Rex, Fredirich dem Großen zu Preussen. Der von Menzel gemalte populäre Dilettant Friedrich musizierte jedoch selten ungestört:
Vor seinem flötenhassenden Vater mußte der junge, später der "Alte Fritz" genannt, mehrfach seinen Lehrer, den berühmten Flötisten Johann Joachim Quantz, in einem Schrank verstecken.
Wäre Fredericus Rex, genannt "Friedrich der Große", "Friederich der Kriegerich", doch bei seinem Flötenspiel geblieben und nicht bei seinem abenteuerlichen Vorderlader Kriegspiel in gedrilltem Reih und Glied gelandet.
Aber "Friedrich der Kriegerich" mag wohl als Kind seiner vorrevolutionären Zeit vorauseilend, gedacht und ersonnen haben, was den Nordamerikanern gegen die Briten revolutionär schon bei der nächsten historischen Morgenröte gut & recht, ist mir hier in Europa gegen die Kaiserin des Römischen Reiches Deutscher Nation, Maria Theresia, revolutionär bereits heute gut & billig.
Hätte er doch seine abertausend Langen Kerls, statt mit umständlich zu handhabenden Vorderladern, mit Flöten versehen und wäre, über Schlesien, geladen kommend, bis nach Wien bei munterem Flötenspiel in tausendfachen Klängen, nachladend, friedenswahrend, einmarschiert, so wäre er als Hohenzollern Monarch von der Habsburger Monarchin, MariaTheresia mit offenen Armen und Ohren empfangen worden, um gemeinsam Amerika von den kolonial kolossal "schwerhörigen" Briten durch das richtige Maß an "revolutionären" Flötentönen zu befreien.
Aber auch das ist eine andere Geschichte.
Hier geht es um die wahre Geschichte der Flötentöne.
Vom Barock an gewannen die Flöte als Soloinstrument in wachsendem Maße an Bedeutung
Johann Sebastinan Bach (1683- 1745) schrieb eine spezielle Literatur für das Instrument -, und die Flöte wurde vor allem technisch verbessert. Doch die heute gebräuchlichen Flöten mit ihrem komplizierten Klappen- und Hebelsystem erfand erst um 1837 der Münchner Juwelier und Ingenieur Theobald Böhm.
Flötenbauer Böhm, selbst ein musizierend hochgeschätzter Solist, verfeinerte das Instrument in Klangfarbe und Ausdrucksmöglichkeit so sehr, daß die raffinierten Romantiker Strauss und Mahler und die Impressionisten Debussy und Ravel in ihre Klangräusche niemals zuvor gehörte Flötenklänge einkomponieren konnten.
Doch die volle Geltung, so scheint es, verschafften der Flöte erst die neuzeitlichen Komponisten. Martin und Milhaud. Honegger und Hindemith, Francaix und Fortner verfaßten so viele Flötenpartituren, daß sie "ein Flötist/in heute gar nicht alle spielen kann" .
Um die atonalen Flöten-Stücke der "allermodernsten" Flötentöner werkgerecht interpretieren zu können - Boulez und Nono komponierten gern für das Instrument -, müssen sich die Flötisten, so meinte einst der Italiener Gazzeloni, einer neuen Griff- und Blastechnik bedienen.
Gazzeloni hat sie dann- nach mehrjährigem Experimentieren - schon erfunden. Amerikanische Kritiker hörten ihn damals wie hete auf Tonträgern Töne blasen, "die einer elektronischen Menagerie" glichen und gleichen. Und damit beim Spiel ja kein Ton durch Umblättern verlorenginge, verteilte Gazzeloni gelegentlich seine Noten auf mehrere Notenständer - an manchen Abenden konzertierte er an sieben Pulten.
Mir persönlich hat meine Grundschulleherein, Frau Schumann in Hamburg- Farmsen am Berner Heerweg 183 die, tonal sotiert, geordneten Flötentöne auf der Flöte beigebracht.
Mein erstes gelungenes Flötenspiel war das Lied
"An der Saale hellem Strande"
Wer nun denkt, die Unterweisung im Flötenspiel hätte damals auf dem Lehrplan meiner Grundschule gstanden, der irrt.
Denn da stand das Flötenspiel "Ach wie schade!" mitnichten auf dem Lehrplan.
Ich ging als Grundschüler täglich eine halbe Stund vor Schulbeginn mit drei, vier anderen Schülern/innen zum Unterricht vor dem Unterricht indie Grundschule zu meiner Lehrein, Frau Schumann, der ich von Herzen zugetan war, wie sie mir.
Potzblitz" auf zum nächsten bechulten, kommunalen Pult, um anderen beim gemeinsamen Singen die Flötentöne nahezubringen.
JP
Kultur : Flötentöne
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