Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

05.12.2011 | 16:00

Fördert Religion die Verdauung?, wenn ja, welche?

Religion, ein geistlicher Verdauungsort?

Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat euch euer Glaube nicht geschmeckt?

Brauchen wir die Rückkehr von „No Name Religionen“?

Glaube, Unglaube, Glaubensnähe, Glaubensferne, ein innerseelischer Verdauungsvorgang?

Erinnert Glauben an sich als seelischer Vorgang an die Verdauung von Nahrung, indem Informationsüberflutungen, Wahrnehmungseindrücke aus den Wirklichkeiten des Alltags, Berufs, Natur, Gesellschaft, in der Welt über den Glauben als innerseelisches Verdauungsorgan verwertet und verarbeitet werden, um in einer Welt voller Gefahrenlagen, Verstörungen das Überleben mit einem inneren Kompass zu sichern?

Durch die Institutionalisierung des Glaubens an sich, über das Maß an spiritueller, ökonomisch, gesellschaftlich wissenschaftlicher, kultureller Bildung, Ausbildung hinaus, zur Kirche, gar Staatskirche, zur Theokratie, kam über den persönlichen Glauben der Menschen als ihr ganz persönlich mental geistlicher Verdauungsvorgang das Unheil in Gestalt von Religionskriegen in die Welt.

Diese Institutionalisierung des Glaubens hat bis heute nur ein Ziel, Grenzsteine als Duftmarken des erlaubten, des unerlaubten Glaubens zu setzen, die andere Religion, den einen Glauben auszugrenzen oder ganz zu ersetzen.

Haben seitdem Menschen, in zunehmendem Maße, nicht nur organische Verdauungsprobleme, sonder mental, spirituell, geistliche Verdauungsprobleme, die sich gegenseitig, hochschaukelnd, bedingen?

Warum furzet ihr nicht? Hat euch euer Glaube nicht geschmeckt?

Religionskriege wurden unter dem Banner des Glaubens geplant, organisiert vom Zaume gebrochen und waren doch bei historischem Lichte betrachtet, ausschließlich Kriege um

„Marken Religionen“,

die sich hinter dem Banner ihres sendungsbewussten Glaubens verbargen, damit die eigne Religion ins Gespräch, die Religion anderer dagegen ins böse Gerede kam und blieb?

Ist es nicht endlich Zeit die heimlichen bis unheimlich offen geführten kalten und heißen Kriege um Hegemonie bestimmter

„Welt- Marken Religionen“

zu beenden, sich zum Wohle des Weltfriedens, urbi et orbi, nicht nur zu No Name Produkten, sondern auch zu NO Name Religionen zu bekennen?

nämlich zu meinem Projekt, weg von den

„Marken Religionen“

hin zu den

„No Name Religionen“,

angelehnt an die Regeln der Anonymen Alkoholiker/innen- , Emotion Anonymous- , Anonymous Religous- Gruppen, wo Meinungen, Statements, Glaubensbekenntnisse, soweit diese nicht Straftaten beinhalten, rechtfertigen durch andere Teilnehmer/innen unkommentiert bleiben, jeder redet in kreisenden Redezeiten nur über sich, für sich und keiner über den anderen, schon gar nicht abwertend

Insofern haben weder die Einen noch die in vielen Anderen im Glauben wie Unglauben Recht. wir haben nur jeder für sich auf Augenhöhe das Recht auf unsere eigene Meinung, das Recht auf unser Verständnis von Religion, Nicht- Religion, die zur Verdauung des alltäglichen Ansturms von Wahrnehmungen, der Informationsüberflutungen, wie den Untergrundströmen ausbleibender Informationen, in unserer Einen Welt taugen oder nicht taugen!, oder.

Während persönlicher Glauben die Wahrnehmungen der Wirklichkeit verdaubar ins Gespräche bringt, beschwören institutionalisierte Formen, Körperschaften des Glaubens, wie Kirchen Gefahrenlagen herauf, bestimmte persönliche Arten der Verdauung heillos ins Gerede zu bringen, auf dass die Zunahme der Verdauungsprobleme aus der Hölle in den Himmel stinkt?

JP.

 
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Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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