Italienische Finanzpolizei spricht von Verwirrung um uralte US-Staatsanleihen (Bonds) in Billionen US- Dollar Höhe.
Es könnte einer der spektakulärsten Betrugsversuche in der Finanzgeschichte sein.
Sind Schweizer Behörden im Auftrag der italienischen Staatsanwaltschaft einem der spektakulärsten Betrugsversuche in der Finanzgeschichte auf der Spur?
Es handelt sich um den Handel mit gefälschten US-Anleihen (Bonds) im Wert von sechs Billionen Dollar, die nach jahrelangen Ermittlungen konfisziert werden konnten.
Mailand - Wenn die Verdächtigen wirklich daran geglaubt haben, dass sie mit ihrem Plan erfolgreich sind, gefälschte US- Dollar Staatsanleihen im Werte von nahezu sechs Billionen US- $ in Enwicklungsländern an Kunden zu bringen, müssen sie, entweder unglaublich dreist - , eventuell gut in entsprechend regierungsnahe Kreise vernetzt, oder vielleicht auch einfach schlichtweg erschreckend naiv unterwegs sein.
Was den absehbaren, wie unabsehbaren Gefahrenlagen für den Handel mit US- Staatsanleihen nicht abhilft, sondern eher noch unkalkulierbar dramatisch mehrt.
Wenigstens sind diese Täter mit ihrem hochkriminellen Vorhaben gescheitert.
Noch einmal zum Mitschreiben:
In der Schweiz haben Behörden gefälschte amerikanische Staatsanleihen konfisziert.
Es geht dabei um die aberwitzige Summe von sechs Billionen Dollar. Als Zahl: 6.000.000.000.000.
Die Tatverdächtigen sollen versucht haben, die unechten US- Bonds an ein Entwicklungsland zu verkaufen, hieß es weiter. Zum Glück konnte der Betrug durch die erfolgreiche Intervention der Ermittelnden Behörden in der Schweiz und Italien verhindert werden.
Schweizer Behörden hätten bei der Aktion mit Fahndern aus der süditalienischen Stadt Potenza kooperiert, hieß es am Freitag letzter Woche. Seit Jahren seien Ermittlungen gelaufen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die gefälschten Anleihen seien im Januar bei einer Schweizer Treuhandfirma entdeckt worden. Sie wären dort in drei großen Gefäßen gelagert gewesen.
In Italien wurden laut der Tageszeitung "Repubblica" acht Personen festgesetzt. Sie würden des Betrugs, der Kreditkartenfälschung und des Zinswuchers beschuldigt. Die Festnahmen hätten in den Regionen Lombardei, Piemont, Latium und Basilicata stattgefunden.
Die Anleihen hätten das falsche Ausgabedatum 1934 gehabt, berichtete die Staatsanwaltschaft in Potenza. Sie seien 2007 von Hongkong nach Zürich gebracht worden. US-Vertreter hätten bestätigt, dass es sich bei den Anleihen um Fälschungen handelt.
Betrugsversuche mit US-Bonds kommen immer wieder vor. Bereits am 3. Juni 2009 machte der italienische Zoll einen ähnlich spektakulären Fund. Die Zöllner entdeckten gefälschte US-Staatsanleihen im Nennwert von 134 Milliarden Dollar im Fach eines Koffers. Die Verdächtigen waren damals wiederum auf dem Weg in die Schweiz.
Ebenfalls Anfang Juni 2009 hatte die katalanische Polizei drei Handkoffer mit gefälschten Anleihen und Geld im Wert von 16,5 Billionen Dollar abgefangen. Die Betrüger erzählten ihren Opfern nach Angaben spanischer Zeitungen, Anleihen der amerikanischen Notenbank aus dem Jahr 1934 zu besitzen, die in Japan nach dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden seien. Um die vermeintliche Echtheit der Anleihen zu untermauern, präsentierten die Betrüger Handkoffer mit Goldmünzen, Mikrofilmen, Anleihen und gefälschten Scheinen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia" seinerzeit.
Das Problem sei, so die Betrüger gegenüber potentiellen Kunden, dass die USA die Papiere nicht eintauschen wollten - ein Rechtsstreit mit den Behörden hätte jedoch, dank bestens aufgestellter Anwaltskanzleien, große Aussicht auf Erfolg, erzählten die mutmaßlichen Betrüger ihren Opfern.
In dem Glauben, diesen Rechtsstreit auf Gewinnbasasis vorzufinanzieren, liehen mindestens zwei Spanier der Bande zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Nachdem sie das Geld erhalten hatten, tauchten die Betrüger unter.
Nach Meinung von Experten der amerikanischen Botschaft und der US-Zentralbank waren viele der Fälschungen von ungewöhnlich professional „hervorragender“ Qualität. Den falschen Wertpapieren, die laut Ausstellungsdatum aus dem Jahr 1934 stammten, war zudem eine Fälschung des Versailler Vertrags beigefügt worden. Damit wollten die Drahtzieher wohl die hohen Beträge möglicherweise als Teil von Finanzströmen zwischen den Siegermächten des Ersten Weltkrieges argumentativ unterfüttern.
Recherchen haben aufschlussreich ergeben, dass in der damaligen Zeit um das Jahr 1934 in den USA, zwar im Rahmen des New Deals sehr langlaufende US- Dollar Bonds, aber niemals US- Bonds über einen Wert von über Einhunterttausend US- Dollar an den Internationalen Finanzmärkten begeben wurden.
Damit war trotz der hervorragend elungenen Fälschungen angeblich ein erster Anfangsverdacht gegeben.
Schon früher wurden in Italien gefälschte Staatsanleihen mit geringerem Wert entdeckt. 2009 beschlagnahmten italienische Behörden in zwei verschiedenen Fällen Fälschungen im Wert von insgesamt rund 250 Milliarden Dollar (rund 190 Milliarden Euro).
Unklar ist bisher, ob die verschiedenen Betrugsfälle in Verbindung miteinander stehen, wenn ja, wieweit und aus welchen Fälscherwerkstätten und Quellen diese Falsifikate kommen?
Was ist daber dann, wenn sich US- Finanz- Behörden tatsächlich grundsätzlich, womöglich hinhaltend mit Vorsatz schwertun, gar verweigern, weltweit langlaufende US- Dollar Bonds aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, in bare Münze auf Valuta Basis einlösend, umzutauschen?
Würde das nicht das Vertrauen in die Weltanleihemärkte vom Grunde her irreversibel erschüttern?
Geht es bei diesen Fälschungen wirklich allein um US- Anleihen und nicht auch um andere Unternehmens- und Staatsanleihetypen auf Schweizer- Franken- , Euro-, Pfund- Sterling- , Yen- , Rubel- Basis?
JP
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816056,00.html
Staatsanleihen
17.02.2012
Aktion in der Schweiz
Ermittler beschlagnahmen falsche US-Anleihen im Billionenwert
Politik : Gefährden Falsifikate in Billionen $ Höhe US- Anleihehandel?
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