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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Kultur : Gretchenfrage in Marthens Garten um des Euro Willen

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Nun sag, Heinrich, wie hast du's mit dem Euro, mit der Religion?

Des Nachts bin ich hochschreckend aufgewacht, habe des drohenden Euro Schicksals gedacht.
Kurz darauf bin ich shlafend wieder eingenickt, da ward ich im Traum von Gretchens Eurofrage an ihren geliebten Dr. Heinrich Faust in Marthens Garten angetickt:

MARGARETE:

Versprich mir, Heinrich!

FAUST:

Was ich kann!, nur keinen Euro.

MARGARETE:

Nun sag, wie hast du's mit dem Euro und der Religion?

Du bist ein herzlich guter Mann,

Allein ich glaub, du hältst nicht viel davon, schon gar nichts vonn dem Euro.

FAUST:

Laß das, mein Kind! Was sollen diese Euro Grillen. Du fühlst, ich bin dir gut;

Für meine Lieben ließ' ich Leib und Blut.

Will niemand sein Gefühl und seine Kirche, noch Glauben an den Euro rauben.

MARGARETE:

Das ist nicht recht, man muß dran glauben.


FAUST:

Muß man?


MARGARETE:

Ach! wenn ich etwas auf dich konnte! Du ehrst nicht den Euro, ehrst nicht die heil'gen

Sakramente.


FAUST:

Ich ehre sie.


MARGARETE:

Doch ohne Verlangen. Zur Messe, zur Beichte bist du lange nicht gegangen. Trägst Schweizer Franken, Dollar, Yen, nicht einen Euro in Deiner Geld Börse

Glaubst du an Gott?


FAUST:

Mein Liebchen, wer darf sagen: Ich glaub an Gott, ich glaube an den Euro?

Und ihre Antwort scheint nur Spott

Über den Frager zu sein.


MARGARETE:

So glaubst du nicht, weder an den Euro noch Gott?


FAUST:

Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!

Wer darf ihn Euro, wer ihn Gott nennen?

Und wer bekennen:

"Ich glaub ihn!"?

Wer empfinden,

Und sich unterwinden

Zu sagen: "Ich glaub ihn nicht!"?

Der Allumfasser,

Der Allerhalter,

Faßt und erhält er nicht

Dich, mich, sich selbst?

Wölbt sich der Himmel nicht da droben?

Liegt die Erde nicht hier unten bar jeden Euros fest?

Und steigen freundlich blickend

Ewige Sterne nicht eurofrei herauf?

Schau ich nicht Aug in Auge dir,

Und drängt nicht alles

Nach Haupt und Herzen dir,

Und webt in ewigem Geheimnis

Unsichtbar sichtbar neben dir?

Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,

Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,

Nenn es dann, wie du willst,

Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott! Euro!

Ich habe keinen Namen

Dafür! Gefühl ist alles;

Name ist Schall und Rauch,

Umnebelnd Himmelsglut.


MARGARETE:

Das ist alles recht schön und gut;

Ungefähr sagt das der Pfarrer auch,

mit ein bißchen andern Worten die Herren von der EZB, IWF, Weltbank.


FAUST:

Es sagen's allerorten

Alle Herzen unter dem himmlischen Tage,

Jedes in seiner Sprache;
Die einen himmlisch, die anderen fiskalisch monetär

Warum nicht ich in der meinen?


MARGARETE:

Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen,

Steht aber doch immer schief darum;

Denn du hast kein Christentum.


FAUST:

Liebs Kind!


MARGARETE:

Es tut mir lange schon weh, Daß ich dich in der eurofernen Gesellschaft seh.


FAUST:

Wieso?


MARGARETE:

Der Mensch, den du da bei dir hast, Ist mir in tiefer innrer Seele verhaßt;

Es hat mir in meinem Leben

So nichts einen Stich ins Herz gegeben

Als des Menschen widrig eurowidriges Gesicht.



FAUST:

Liebe Puppe, fürcht ihn nicht!

MARGARETE:

Seine Gegenwart bewegt mir das Euro Blut.

Ich bin sonst allen Menschen gut;

Aber wie ich mich sehne, dich zu schauen,

Hab ich vor dem Menschen ein heimlich Grauen,

Und halt ihn für einen Schweizer Franken Schelm dazu!

Gott verzeih mir's, wenn ich ihm unrecht tu!


FAUST:

Es muß auch solche eurofreien Käuze geben.


MARGARETE:

Wollte nicht mit seinesgleichen leben!

Kommt er einmal zur Tür herein,

Sieht er immer so schweizerisch, frank & frei, spöttisch drein

Und halb ergrimmt;

Man sieht, daß er an nichts, gar am Schicksal des Euro keinen Anteil nimmt;

Es steht ihm an der Stirn geschrieben,

Daß er nicht mag weder den Euro noch eine Seele lieben.

Mir wird's so wohl in deinem Arm,
So frei, so hingegeben eurowarm,

Und seine euroferne Gegenwart schnürt mir das Innre zu.


FAUST:

Du ahnungsvoller Euro Engel du!


MARGARETE:

Das übermannt mich so sehr,

Daß, wo er nur mag zu uns treten,

Mein ich sogar, ich liebte dich nicht mehr.

Auch, wenn er da ist, könnt ich nimmer für Gott noch die Rettung des Euro beten,

Und das frißt mir ins Herz hinein;
Dir, Heinrich, muß es auch so sein.


FAUST:

Du hast nun die Antipathie!


MARGARETE:

Ich muß nun fort. wenn nicht mich, so doch, bei all den Wetten, den Euro retten.


FAUST:

Ach kann ich nie Ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen

Und Brust an Brust und Seel in Seele drängen?


MARGARETE:

Ach wenn ich nur alleine schlief!

Ich ließ dir gern heut nacht den Riegel offen;

Doch meine Mutter schläft nicht tief,

Und würden wir von ihr betroffen,

Ich wär gleich auf der Stelle, erst furchterregend rot, dann untergehend tot!


FAUST:

Du Engel, das hat keine Euro Not.

Hier ist ein Fläschchen!

Drei Tropfen nur In ihren Trank umhüllen

Mit tiefem Schlaf gefällig die Natur.


MARGARETE:

Was tu ich nicht um deinet und des Euro willen?

Es wird ihr hoffentlich nicht noch dem Euro schaden!


FAUST:

Würd ich sonst, Liebchen, dir es raten?



MARGARETE:

Seh ich dich, bester Mann, nur an,

Weiß nicht, was mich nach deinem Willen, fern von meinem Glauben an den Euro, treibt,

Ich habe schon so viel für dich gegen meinen Euro Glauben getan,

Daß mir zu tun fast nichts mehr übrigbleibt.

(Ab.)


Ende des Euro Rettungs- Schreckens Traum

JP

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