Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

22.07.2011 | 02:08

Ist Gott, selber papierlos, bei den Papierlosen?

Versperren Kirchen den Menschen direkte Klagewege gen Himmel zu Gott?

Verlangt es Gott als höchstem Richter, Mediator des Univerums nach des Menschen fordernd erhellenden  Klagen?

Stimmen Gott  Konflikte erst richtig heiter, endlich geht es mit der Menschheit weiter?

Warum klagt kein Mensch gen Himmel zu Gott:

"Führ uns allerorten die "Welt- Abendmahl Tafel- Steuer" zur Abschaffung des Welthungers  auf Erden ein!

Warum verfügt Gott weder über eine zustellbare Adresse noch ein personenbezogenes Girokonto?

Verweigern Welt- Kirchen den Menschen direktes Klagerecht gegen Gott, wenn ja, warum, seit wann?

Wundert sich Gott, dass ihn keine Klagen mehr aus dem Menschenkreis erreichen?

Fragen über Fragen!

Ist Gott philosophisch, universal, wie irdisch betrachtet, als Mitglied einer bunt  zusammen gewürfelten
"Boats People Gemeinde"
flüchtig, obdachlos, papierlos  ohne zustellbare Adresse, ohne personenbezogenem Girokonto, auf der Suche nach Asyl in den Köpfen der Menschen?

Ernie Chambers, ein Mann robusten Humors, Senator im US-Bundesstaat Nebraska hat 2007 eine Klage gegen Gott vor einem Bezirksgericht seines Wahlkreises eingereicht.
Das Gericht sollte Gott durch eine einstweilige Verfügung untersagen, schädliche Handlungen zu begehen, Terrordrohungen zu billigen, selber Terrordrohungen als Fluch in die Welt zu setzen.

Zunächst einmal hat Gott Zeit gewonnen, da das Gericht die Klage abgewiesen hat, weil es sich für Gott als nicht zuständig erklärte.

Der Senator aus Nebraska ging mit seiner Strafanzeige gegen Gott wegen der Gefahrenlagen schwerer Terrordrohungen in die nächste gerichtliche Instanz.
Jetzt hat das zuständige Gericht als nächst höhere Instanz die Klage des Senator aus Nebraska als unzulässig verworfen, weil der Angeklagte, unter dem Namen  Gott weltweit bekannt, keine zustellbare Adresse habe.

Philosophisch steht hier zur Hauptsache die Frage:
 "Behaupten die Kirchen und Konfessionen der Welt, voran ihre Gelehrten, Theologen, wider besseres Wissen, zweierlei?,
einmal Gott habe in jeder erbaut geweihten  Kirche eine zustellbare Adresse, zum Anderen, Gott sei allgegenwärtig, auch wenn er abwesend ist, deshalb bedürfe Gott auch keiner direkten zustellbaren Adresse, da reiche, von Fall zu Fall, mit aufschiebender Wirkung, fristwahrend eine einfache Postlagerung für Einschreibbriefe von Amtswegen für ihn ?

Auch wenn der Gottesbeweis bis heute auf sich warten läßt, gibt es doch im Gegensatz zum Gottesbweweis den Menschenbeweis:
Der Mensch unterscheidet sich gegenüber Gott durch eine zustellbare Adresse, ein personenbezogenes Girokonto? um bei ihm Kirchengroschen einzutreiben?

Sind also jene Menschen, die obdachlos, paierlos, sprich ohne zustellbare Adresse, gar ohne  Girokonto leben, wie Gott, von herumtreibend flüchtig göttlicher Natur, vaterlose Kinder des Himmels?

Sind Theisten wie Atheisten Gott gegenüber Asylverweigerer?
 Wobei  Theisten gelehrig den Anschein der Asylverweigerung gegenüber Gott bekennend aufrechterhalten?, um der drohenden Sint- Flut an Posteingängen von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, obgleich Theisten,  Gemeinde- Häuser, Kirchen, Tempel, Pagoden, Moscheen, Synagogen, Dome, Münster, Pyramiden aufwendig als "So als ob" Asyl für Gott errichten?

Liegen hier die Wurzeln des bis heute als Rechtskonstrukt bestehenden Kirchenasyls für Namenlose, Papierlose, bzw. jene Unbekannten
"Draussen vor der Tür"
mit dem unaussprechbaren Namen "Gott"?

Oder gibt es einen ganz anderen Grund, warum Theisten die zustellbare Adresse seh wohl kennen, aber Gottes zustellbare Adresse nicht herausgeben wollen?

Waren wir Menschen von Anbeginn der Schöpfung von göttlicher Natur, konnten wir, wie Gott, allgegenwärtig von fernen, nahen Gestirnen, Gestaden  kommend, ohne Reisepapiere auf Erden visafrei ein und ausreisen?

War die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, das Ende seiner universal gottgleichen Mobilität, der Beginn seiner Seßhaftigkeit und Ansiedlung durch den unmittelbaren Zwang der Festlegung des Menschen auf eine zustellbare Adresse auf Erden?

Zeugt die philosophische Aussage
"ich denke, also bin ich" "Disco ergo sum!"
( weshalb soviele junge Menschen allzu gerne lange in die Disco gehen?)
von der allgegenwärtig adressenlosen Präsenz des Menschen im Universum, um keine Klagen, Ehrungen wie Lobpreisungen entgegen nehmen zu können, sondern sich an die, im Schlaf flüchtig, im Wachzustand einleuchtend präsenten Gebote der Philosophie zu halten?

Der Rechtsstaat aber verlangt nach zustellbaren Adressen, verlangt nach personenbezogenen Girokonten, erträgt aber gleichzeitig die Obdachlosigkeit vieler papierloser Menschen, gar Gottes und der adressenlosen EU- Wirtschaftsregierung, wenn es ihn und diese denn überhaupt gibt?

Ist für den Rechtsstaat gar erst der Mensch eine juristische Person, der eine zustellbare Adresse hat, über ein personenbezogenes Girokonto verfügt?

Gilt dabei das Motto, die Devise, wer, mangels unzustellbarer Adresse,  nicht verklagt werden kann, kann auch nicht klagen?
Klagt deshalb Gott auch nicht über die Menschheit?

Sind die Kirchen, voran der Papst in Rom als Stellvertreter Gottes auf Erden Anwälte Gottes, die seine zustellbare Adresse vielsagend, gelehrig lächelnd, unter Verschlusses haltend, verschweigen, um Gott vor Klagen bei ordentlichen Gerichten zu schützen?, oder sind die Kirchen Treuhänder Gottes, weil ihnen Rechte, sinnlos angewandt  verschwendet, nichts sagen, wo sie doch mit Geboten nicht sparen?

Geht es den Kirchen auf Kaltem Wege um die Anonymisierung Gottes, auch wenn sie täglich in Gebeten, Gesängen, Chorälen, Klängen, Taufen, Abendmahlen, Sphärenklängen seine Namen adressenlos gen Himmel weisend im Munde wie im Habitus & Gestus führen?

War die Inquisition ein gescheiteter wie abgebrochener Versuch der Katholischen Kirche, durch eine Gerichtsbarkeit in Gottes Angelegenheiten eine zustellbare Adresse für Gott einzurichten, die die Gläubigen in den Stand versetzt, in geordneten Bahnen, Klagen gegen Gott in der Welt vor ordentlichen Gerichten wie der Senator aus Nebraska zu führen, statt den Gläubigen das Klagen und Rufen nach alternativem Glauben als Unglauben auszutreiben?

,
Wer oder was Gott ist?, wissen wir tatsächlich gesichert nicht.

Was wir dagegen wissen ist, dass die Namen Gottes als namenlose Instanz  nicht nur theologisch über die Maßen beansprucht in Haftung genommen werden, den Menschen, Stämmen, Völkern, Regionen, ihren Glauben an ihre überliefert schriftlosen wie Schrift- Kulturen zu dämonisieren.

In Zeiten der Sammlung wie heute, darf deshalb wohl berechtigt gefragt werden:
"Was ist die Gründung einer Bank gegen die Gründung einer Kirche?",

die ihre eigenen Schulden für die Finanzierung von überdimensionierten Projekten, wie den Petersdom zu Rom, als "Bad- Church"
unter dem diffusen Sammelbegriff
"Kapitalismus",
weltweit vagabundierend, in juristische Personen, in Briefkastenfirmen zerfallen, ausgelagert hat,

In der Hoffnung, dass selbst diese Bad Churches irgendwann und
wo, Ertrag erwirtschaften & erbringen, bleiben die Good- Churches entgegen aller Sonntagspredigten Prunk &  Pracht gefährdet, allerlei moralischen Verrenkungen und Unterlassungen Vorschub zu leisten.

So wie einst im Römischen Reich derBegriff
"Seefahrt tut Not "
"Navigare necesse est",
im aller Munde war,
tut heute in den Imperien des Glaubens und Unglaubens mit deren bizarr verstrickten
"Sicherheitspartnerschaften"
deren allgegenwärtiger Schande, eine
"Welt- Tafel Abendmahl Steuer"
Not, um die Verhinderung des alltäglichen Hungertodes von Millionen Menschen als globale Aufgabe, als globales Unternehmen aller Menschen  zu begreifen.

Fragen:

Verweigern Welt- Kirchen den Menschen ein direktes Klagerecht gen Himmel gegen Gott, wenn ja, warum, seit wann?

Wundert sich Gott nicht schon lange, dass ihn keine Klagen mehr aus dem Menschenkreis erreichen?, denn Gott sind die Klaglosen wie Klagenden gleichermaßen Recht.

Da Gott über die drei HHH
"Herz, Humor, Himmel" 
verfügt, steht, augenzwinkernd, zu befürchten, dass Gott wie alle Richter/innen, Mediatoren/innen  des Universums auf Erden, die Klaglosen eher, unterfordert, langwelen, gar im universalen Sekundentakt einschläfern, denn die fordernd erhellend Klagenden.

JP

 
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Kommentare
Rahab schrieb am 22.07.2011 um 08:24
keine zustellungsfähige adresse?
mann nehme die öffentliche zustellung.
bedeutet womöglich: gott kann eher beklagter denn kläger sein.
das ändert sich erst, wenn gott wegen verstoß gegen die meldegesetze ersatzweise haft antritt. dann kann gott als zustellungsfähige adresse die jva angeben.
oder aber gott nimmt sich nen anwalt...
Joachim Petrick schrieb am 22.07.2011 um 10:25
@Rahab

Danke!

Du erblickst selbst durch die göttlichen Spiral Nebel der Sprache, Sprachlosigkeit die Klarheit der Wahrheit von Lebenssituationen der Papierlosen
apatit schrieb am 22.07.2011 um 12:01
Bei der nächsten Sintflut wird Gott nicht Wasser, sondern Papier verwenden.
Romain Gary
Joachim Petrick schrieb am 22.07.2011 um 13:57
@apatit

"Bei der nächsten Sintflut wird Gott nicht Wasser, sondern Papier verwenden.
Romain Gary"

interessant steile Spekulation auf fallendes Laub im herbstlich bunten Blätterwald?
poor on ruhr schrieb am 22.07.2011 um 22:30
@JP

Großartig geschriebenes Blog mit philosophischem Tiefgang!

Bin noch immer ganz platt, was Du aus der juristischen Anforderung mit der "zustellfähigen Adresse" alles gemacht hast.

Humor und Tiefgang, alles drin.

Mir kamen beim Lesen Gedanken an einen Essner Obdachlosen hoch, der vor einer oder 2 Wochen von einem Essener Rentner mit Bezin übergossen und verbrannt worden ist. Der hatte bestimmt auch keine zustellfähige Adresse gehabt und zum Menschen wurde er gesellschaftlich erst wieder eingegliedert als er ermordet worden war und Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter eingeleitet worden sind.

Das ist schrecklich.

Herzliche Grüße

por
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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