Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

30.12.2011 | 02:28

Jesus starb am Kreuz, trug Karl Marx das Kreuz seiner Irrtümer?

Fehlt dem Kapitalismus der Kompass für innere Widersprüche?
Kennt der Kapitalismus keine inneren Widersprüche, erkennt der Kapitalismus nur den Kapitalismus?

Karl Marx hat mit Engelszungen und ungeheuren Aufwand seines beachtlichen Denkvermögens die kühne These aufgestellt, der Kapitalismus werde an seinen eigenen Widersprüchen zugrunde gehen.

Da ergibt sich zwingend die Frage, wenn ja, wann und wo geht der Kapitalismus zuerst an seinen Widersprüchen mit welchen Folgen, Wirkungen, Bestrebungen, Tendenzen zugrunde?

Hat sich Karl Marx auf spektakuläre Weise mit manifestierten Engelszungen zu unser aller Welten Ansporn geirrt?

Es sieht ganz so aus,
weil dem Kapitalismus, seinem flüchtigen, wie gleichermaßen hermetischen Wesen nach, selber  keine inneren Widersprüche noch sonst welche Widersprüche innewohnen, weil der Kapitalismus das flüchtige Amalgam der inneren Widersprüche unserer bisherigen Gesellschaften in der Welt abbildet, die sich hermetisch gegenseitig in einer schrillen wie bunten Mischung inszenierter  Heisser und Kalter Kriege aller Ressourcen Art verschließend, immer wieder dazu aufraffen, militarisiert hochgerüstet, allen gesellschaftlichen Thesen, Anti- Thesen asymmetrisch aus dem Wege zu gehen, wo es ihnen auf bizarre Sicherheit versessen, immer wieder gelingt,  aus Feigheit vor der eigenen Courage, lieber Panzergaragen vorzuziehen, als den bürgerbewegt zivilen Mut zur nachhaltig kommunikativ wachsenden Synthese aufzubringen?

JP

siehe:

www.freitag.de/alltag/1151-das-geld-ist-der-gott-unter-den-waren

Marx im Gespräch | 25.12.2011 10:00 | Michael Jäger
„Das Geld ist der Gott unter den Waren“
Karl Marx prophezeite, dass der Kapitalismus an seinen inneren Widersprüchen zugrunde gehen wird. Ist es soweit? Eine Unterhaltung mit einem Toten und seinen Texten

 
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Kommentare
der Hetiritter schrieb am 30.12.2011 um 08:36
Karl Marx hatte ja ein viel schnelleres Ende vorhergesehen, nur gab es da nicht eine wichtige Voraussetzung. Der total freie und günstige weltweite austausch aller Waren. Erst jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass man in Süd-Amerika Äpfel aus Süd-Tirol kaufen kann und die nicht teurer sind, wie bei uns im Laden. Der Transport der Ware ist günstig, schnell und ohne große Handelshemmnisse, wie dem Zoll.
Der Kapitalismus hat seine letzte Stufe erreicht, das Ende des Wachstums ist fasst erreicht, Bodenschätze werden weniger und die Arbeitnehmer weltweit können von den wenigen Mächtigen und Reichen ausgebeutet werden.
Die soziale Marktwirtschaft, dass Gegenmodell zum Sozialismus ist nicht mehr von nöten, der Sozialismus ist besiegt, wieso sollte Kapitalismus also noch sozial sein?
Marx hatte recht mit seiner Zukunftssicht, ob sein Modell der Zukunft aber das richtige ist, könnte man bezweifeln.
Joachim Petrick schrieb am 30.12.2011 um 13:48
@der Hetiritter

"Der Kapitalismus hat seine letzte Stufe erreicht, das Ende des Wachstums ist fasst erreicht".

Dabei bleibt unberücksichtigt, dass Wachstum in bestimmten Regionen, Währungszonen nur noch durch Staatsverschuldung vorgetäuscht wird. Was ist, wenn das Schule macht, weil Schuldenaufnahmen allerorten Wachstum vorgibt, das real nicht vorhanden ist?
Was sagen Marxens Quellen dazu?
der Hetiritter schrieb am 30.12.2011 um 14:05
Der Wachstum hat hierbei nichts mit Geldmengen zu tun, sondern mit den vorhandenen Recourcen und da sieht es nicht gut aus.
brefcourte schrieb am 30.12.2011 um 14:28
Ich hab längst mein gesamtes Geld in Bitcoins umgetauscht, was Sie da schwadronieren kann mir völlig egal sein.
Joachim Petrick schrieb am 30.12.2011 um 16:59
@der Hetiritter

Nach Jean Ziegler sieht es so aus, dass die Nahrungsmittel für alle Menschren reichen würden und noch mehr, wenn nur der politische Wille dazu organisiert wird
Joachim Petrick schrieb am 30.12.2011 um 17:04
der Hetiritter schrieb am 30.12.2011 um 14:05

"Der Wachstum hat hierbei nichts mit Geldmengen zu tun...."

ich glaube insofern doch, weil an falscher Stelle zu Lasten anderer viel nötigerer Bereiche Wachstum als spekulative Blase durch Verschuldung angestrengt und behauptet wird.
Joachim Petrick schrieb am 30.12.2011 um 17:04
@brefcourte

"Geld in Bitcoins "

Was das?
der Hetiritter schrieb am 30.12.2011 um 18:03
Klar würde es genug zu essen geben für 10 Milliarden Menschen, aber die Verteilung der Mittel und die tatsächliche Nutzung der Flächen stehen da schon gewaltig im Wege. Wir werden noch in 100 Jahren genug Erdöl haben doch leider können wir es kaum noch so schnell fördern, wie wir es verbrauchen. Also werden immer mehr Flächen für die Energiegewinnung verwendet. Wir beuten den Boden aus, wenn ich mir hier in Deutschland die Qualität des Bodens ansehe, dann wird mir Angst und Bange. Von meinem Vater, der selber Landwirt war, hatte ich schon vor Jahrzehnten gehört, dass man keine zu schweren Landmaschinen auf die Felder schicken darf. Er hat sich mit einem kleinen leichten Trecker begnügt und der Boden ist hervorragend, vordringlich aber, weil wir das jetzt schon seit 20 Jahre als Brachflächen "nutzen", drumherum die großen Bauern mit ihren riesigen Treckern haben eine Bodenqualität, die z.T. besser zum Bebauen mit einem Bunker geeignet ist, als Landwirtschaft zu betreiben, Kunstdünger ist dort das Zauberwort.
Aber, mir ging es eigentlich mehr um die Bodenschätze, es wird gepumpt, gesaugt, abgetragen, gefördert und versiegelt, was möglich ist. Unser Planet kann vielleicht genug Essen für alle produzieren, aber ich habe in Süd-Amerika in wenigen Jahre Berge verschwinden sehen. Auch das Trinkwasser wird in immer mehr Regionen ein Problem. Also ein großer Wachstum mit immer mehr Gütern bei immer mehr Menschen, erscheint mir doch fraglich.
Wachstum ist ja nur deshalb notwendig, weil man Zinsen auf Zinsen zahlt. Irgendwann fliegt dieses Schneeballsystem immer in die Luft, dann gibt es über einen langen Zeitraum einen negativen Wachstum etc. pp.
apatit schrieb am 30.12.2011 um 19:18
… Lieber JP! Ganz wichtig Karl-Marx hatte Recht. Selbst wenn es Utopie bleibt, er hat Recht. Marx hatte nicht mit der Verschlagenheit des Kapitalismus gerechnet, er war ein guter Mensch. Und 2012 ist sowieso der “Ofen aus“ (Maya-Kalender)…
der Hetiritter schrieb am 30.12.2011 um 19:29
Da ich die Kalender der Majas und Inkas sehr gut verstehe (habe mit Einheimischen und ausländischen Wissenschaftlern darüber schon vor fasst 10 Jahren diskutiert), muß ich Sie leider enttäuschen, 2012 ist das Ende eines "Zeitalters", jetzt kommt ein anderes, es könnte vielleicht das einer besseren Gesellschaft, eines der großen Katastrophen etc. pp. sein.
Vielleicht aber auch das Zeitalter des Karl-Marx.
Joachim Petrick schrieb am 31.12.2011 um 17:14
@der Hetiritter

"Also ein großer Wachstum mit immer mehr Gütern bei immer mehr Menschen, erscheint mir doch fraglich. "

Vielleicht muss der Wachstums Begriff neu definiert werden.
Joachim Petrick schrieb am 31.12.2011 um 17:17
@apatit

"Marx hatte nicht mit der Verschlagenheit des Kapitalismus gerechnet, er war ein guter Mensch"

Ein guter Mensch war Marx mutmaßlich, aber , ob er Recht hat?
Wollte Marx überhaupt Rechthaben, wollte Marx nicht eher Recht schaffen?
der Hetiritter schrieb am 31.12.2011 um 19:16
Vielleicht muß man sich einfach vom Wachstumsgedanken verabschieden.
Was wollen wir mehr haben? Was ist mehr?
Klar will das Kapital Rendite erwirtschaften, aber vielleicht ist genau das verkehrt.
Vielleicht ist der Renditegedanke genau das, was in der Welt verkehrt läuft.
Stellen wir uns doch einfach vor, ein Brot kostet einen Euro und auch in 10 Jahren kostet es einen Euro.
Der echte Wachstum wurde doch in den letzten Jahren in den USA nie erreicht, da wurde der Fortschritt mit hineingerechnet. Was ist das denn bitte?
Die steigenden Unternehmensgewinne stehen sinkenden Reallöhnen gegenüber.
Wenn also für 1 Billion Euro Zinsen erwirtschaftet werden müssen, dann muß das Geld ja irgendwo eingespart werden.
Ups, bin ich jetzt ein Sozialist?
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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