Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

23.12.2011 | 02:56

Jesus zu Mohammed im Himmel "Gut, dass Du da bist",

Mohammed zu Jesus "Wo ist Abraham?"

Danken Religionen natur- und lebenskundlich als Bildungskanon ab?

Warum werden Religionen nicht zum schützenswerten Weltkulturerbe ernannt?

Viele am Glauben, Unglauben, Theisten, Atheisten  interesssierte Menschen scheinen mir  Große
"So als ob Verführer"
zu sein, voran die Schriften der abrahamitischen Religionen, Kirchen, Tempel, Dome, Münster, Synagogen, Moscheen, Pagaoden, Heiligen Schreine  Heiligtümer  als den Strom der Welt, die Zukunft, die auf den Faktor Zeit angewiesen bleibt, zu deuten, zu interpretieren, bzw. deren Deutungsoheit kategorisch  zu verwerfen, statt dazu einzuladen, unsere gesellschaftliche Wirklichkeit mit geistlichen Mitteln der Religionen als natur- und lebenskundlichen Bildungskanon in unserer Zeit, direkt interpretierend, in ihrer gesellschaftlich heilenden, erlösenden wie auflösenden Wirkung von Bildungsferne mit enstprechenden Mittelen, Ressourcen an ausgebildetem Personal, Finanzen, Räumlichkeiten und lebenspraktischem Unterweisungsmaterial auszustatten. .

Das kommt  mir ein wenig wie der Tunnelblick auf und in die Röhren der Schirme unserer Telekommunikation vor, die uns die Wirklichkeit da drausssen nicht nach Hause bringt, sondern stellvertretend in unterschiedlich aufgearbeitet aromatischen Geschmacksrichtungen aus der Dose "schaufensternd" deutet.

Auf jeden Fall der Fälle "Herzliches Willkommen" in den Glaubens Katakomben!

Geht es wirklich in Fragen der Religion um Fortschrittsglauben, wie vielerorts in Predigten, Debatten, Diskursen, Seminaren diesem n. m. Einschätzung Raum gespendet wird?

Geht es bei Fragen des Glaubens nicht auch immer um
"Ausgrabungen",
die unter Bestands- und Denkmaschutz gestellt, für sich sprechen und sonst Niemanden?

Wir ernennen Gebäude, Flusstäler, Regionen auf Erden zum schützenswerten  Kulturerbe der Menschheit, warum ernennen wir keine Religionen zum schützenwerten Kulturerbe der Menschheit?

Frage zum natur- und lebenskundlichen Glauben:

Geht es in den abrahamitischen Schriften, der Bibel, der Thora, den Koran  tatsächlich gar nicht um ein wirkliches Menschenopfer, das Gott von Abraham angeblich forderte, seinen Sohn Isaak oder Ismail zu opfern, sondern ging es da nicht vielmehr um den natur- und lebenskundlich erstmaligen Iniations Akt der Beschneidung des herangewachsenen Sohnes durch den Vater?

Was der Vater selber beim ersten Mal, hocherregt,  als Menschenopfer als Schlachtung seines Sohnes deutet, denn das abgeschnittene Vorhäutchen seines Sohnes ist ja Fleisch vom Sohn, also Fleisch vom Vater, der Abraham ist?

Wie oft höre ich auf meine Fragen solchen Satz:

"Ehrlich gesagt, kann ich nichts in Sachen Bibel, Koran, Thora dazu sagen, fragen Sie, frag  doch lieber den Imam, Rabbi, den Pfarrer, die Pastorin."

Das finde ich insofern wenig einleuchtend, weil das Alte Testament auch Bestandteil des Korans, der Thora u. a. Religionen  ist und es bei Fragen des Glaubens nicht um ein einzelnes Wort geht, sondern mutmaßlich um einen universal verschütteten Zusammenhang?, den wir vielleicht durch gemeinsame Gedankenarbeit, in
"Freier Assoziation"
sinnstiftend, aufdecken können?

War am Anfang eben nicht das Wort, sondern der aus allen und in alle Richtungen strömende Gedankenfluss, der durch das geschriebene Wort, die klerikalen Wortgebäude bis hin zu den Kirchen, Tempeln, Moscheen, Synagogen, Pagoden, Heiligen Schreine erst in enge Staubecken gezwängt wurde?, um unbestimmte Arten von gesellschaftlichen Energien zum Vorteil und Nutzen von? zu gewinnen?

Sind nicht insbesondere die abrahamitischen Religionen als nartur- und lebenskundlicher Bildungskanon in jeder Zeit unterwegs und nur daran in ihrer seelisch- geistigen Bedeutung, ihrer bildungspolitischen Wirksamkeit auf die Gegenwart zu ermessen?

Geht es in klerikal, säkular bildungsfernen Zeiten, wo es an allen Ecken und Enden, lokal und global,  an personenbezogen dichter  gelehrsam natur- und lebenskundlicher Unterweisung von Heranwachsenden, Suchenden im Glauben und in der Selbstfindung fehlt, weil diese statt
"allgemeinbildend"
"kapitalbildend"
in den medizinisch- therapeutisch-pharmazeutisch-   psychiatrischen Komplex ausgelagert wurde und absehbar weiter weltweit ausgelagert wird, nicht viel eher darum, sich auf eine Rückkehr von der reinen Schriftkultur der Religion auf eine
"Sprechende Religion"
zu besinnen, wie diese die Urchristen in der Not ihrer Anfänge praktizierten?
Wobei diese Sprechende Religion keineswegs die Verdammung der Schriften (Bibel, Altes, Neues Testament, Koran, Thora u. a. )  als Quellen bedeuten sollte, sondern auf diese in dem Reichtum ihrer Vieldeutigkeit gelehrsam angewiesen bleibt.

Warum?, weil Jesus in den damals verwildert bildungsernen Zeiten der römischen Besatzungszeit in Syrien, Judäa, aus Fischern zuerst Menschenfischer machte, die Jesus erst danach "handverlesen"  als Jünger in Amt & Würden von Laienpredigern berief.

Entspricht es unserer heutigen natur- und lebenskundlich bildungsfernen Zeit  nicht ähnlich, wie damals zu Jesu Zeiten, aus Mangel an Gelehrsamkeit der Schriften, sich der Sprechenden Religion, gleich, vorher sie kommt, wohin sie will, erst einmal offen im Miteinander Sprechen zuzuwenden, damit sich Glaube, wie Nichtglaube, Glaubensnähe, Glaubensferne auf 24 Stunden immer wieder neu und anders dialogisch universal konstituieren kann oder auch nicht kann?

Beinhaltet der frühe Verweis auf die Schriften nicht immer schon eine Art klerikal angemaßtes Vetorecht, eine Art  Glaubensverbot, wo wir uns doch so ansonsten gegen jedwede Denkverbote zu recht gerne empören?

Geht dabei leicht unter, dass wir heute weltweit in einer Zeit leben, wo wir nicht mehr für das Leben lernen, um den Lernstoff lebenslang
"festverankert, vernetzt im Gedächtnis" ,
jederzeit abrufbar zu reproduzieren, sondern mehr und mehr dafür lernen, uns, von gelerntem Lernstoff lösend, für neuen Lernstoff aufgeschlossen, unsere  Betriebstemperatur für das Lernen, bereit und kompetent zu erhalten?

Noch einmal die Frage:

Geht es bei Fragen des Glaubens nicht auch immer um
"Ausgrabungen",
die unter Bestands- und Denkmaschutz gestellt, für sich sprechen und sonst Niemanden?

Wir ernennen Gebäude, Flusstäler, Regionen auf Erden zum schützenswerten  Kulturerbe der Menschheit, warum ernennen wir keine Religionen zum schützenwerten Kulturerbe der Menschheit?

JP

 
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Kommentare
apatit schrieb am 26.12.2011 um 21:44
Der Stern

Hätt' einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie
dem Sternlein nachgereist, wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.

(Wilhelm Busch) .... schöne Weihnachten JP!
Joachim Petrick schrieb am 27.12.2011 um 00:42
@apatit

Vielen Dank für diesen Weihnachtsgruß im poetisch entflammten Wilhelm Busch.

Dir wünsche ich, mit oder ohne Familie, ein frohes Weihnachtsfest gehabt zu haben
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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