Die Katholische Kirche startete gestern, am 08. Juli 2011, mit dem München Freisinger Kardinal und Erzbischof Marx, in der Kühnheit dieses Gedankens erzitternd, auf einer Tagung in Trier mit 300 Mitgliedern aus 27 Diozösen in Deutschland einen über fünf Jahre währenden Dialogprozess über die Zukunft der Katholischen Kirche:
"Wir sind in einer Zeit des Umbruchs".
Warum eigentlich nicht über die Gegenwart der Katholischen Kirche?
Der München Freisinger Erzbischof Reinhard Marx wundert sich im Deutschlandfunk Interview mit Christoph Heinemann unausgesprochen, aber greifbar, dass er an der Basis, katholisch wie weltlich, auf eine schlagfertige Dialogkultur, um nicht zu sagen Streitgesprächskultur, stößt.
In einem auf fünf Jahre ausgelegten Dialogprozess will die katholische Kirche ihre Stärken und Schwächen an der Basis, synodal, klerikal hoch und herunter organisiert an allen Körperschaftsvereinsgsgliedern ausloten.
Der wuchtuge Erzbischof von München, Reinhard Marx warnt aber vorab, es sei unsinnig, von diesem Dialog zu erwarten, dass der Zölibat, samt der Trinität binnen eines Jahres abgeschafft werde.
Erzbischof Reinhard Marx ist in dem Interview im Deutschlandfunk mit Christoph zwischen den Zeilen anzumerken, dass er der katholischen Kirche die Mitte des Glaubens an der Basis in den Gemeinden zurückgewinnen will, aber gegenwärtig gewiss ist, dass er die Mitte des Glaubens an der Basis gegenwärtig weder bändigen noch halten kann, weshalb der Erzbischof Reinhard Marx am liebsten in diesem Deutschlandfunk Interview mit Christoph Heinemnn von Anfang an seinen Rand halten würde, was aber so einfach nicht geht.
Also sagt Erzbischof Reinhard Marx schon eimal auf die Frage von Christoph Heinemann:
"Kardinal Marx, was versprechen Sie sich vom Dialogprozess?"
frei stolpernd klerikal heraus:
"Insofern sind die Erwartungen, dass man jetzt beim Punkt null anfängt und sich einmal die Kirche neu konstruiert, natürlich verfehlt. Aber wenn wir den Weg gehen, müssen wir ihn in großer Einmütigkeit gehen, und ich glaube, die Aufgabe der Bischöfe ist es, so sage ich einmal, die Kirche zusammenzuhalten, und die Unterschiede in den Meinungen wurden ja auch deutlich bei den Fragen und bei den Antworten, und wir müssen versuchen, jetzt wieder in die Mitte des Glaubens hinein zu sagen, so, warum sind wir denn gerne katholische Christen, was ist das, woraus wir leben. Und dann darf man auch natürlich darüber sprechen und soll auch darüber sprechen, was uns stört und was uns vielleicht hindert, den Glauben so weiterzusagen, dass er auch für die nächste Generation anziehend ist."
Dass Kardinal Reinhard Marx dann aber in den kühnen Gedanken verlegt,
die Organisation der Kirche sei ja doch vielfältig. Sie ist einfach nicht nur von oben her nach unten organisiert, das ist auch eine etwas einfache und schlichte Sicht,
löst bei dem Interviewer Christoph Heinemann den unverhohlenen Schreckensruf aus:
"Wie bitte?
Marx: Wenn ich in die Pfarreien herein gehe, dann wird ja nicht jeden Tag, sagen wir mal, über das Glaubensbekenntnis abgestimmt. Es wird ja gearbeitet, es werden Überlegungen angestellt, wie können wir den Glauben weitersagen, wie können wir die Katechese organisieren.......
Heinemann: Nur die Hälfte der Gläubigen sind ja ausgeschlossen, nämlich die Frauen.
Marx: Die sind doch nicht ausgeschlossen, die reden doch mit!
Heinemann: Die entscheiden auch mit?
Marx: Na sicher entscheiden sie auch mit. Sie entscheiden doch mit: auf der Ebene der Pfarreien, in den verschiedenen Gruppierungen, in den Gremien. Im Diözesanrat in München sind wahrscheinlich 50 Prozent Frauen! Wir haben Pastoralreferentinnen. Es ist ja nicht so. Die Kirche wird doch von außen her etwas, glaube ich, vereinfacht gesehen.
Das ganze Interview siehe:
www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1499964/
08.07.2011 · 08:12 Uhr
Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising (Bild: AP) Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising (Bild: AP)
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