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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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Kultur : Kinder ohne Hartz IV und doch arm dran, darf das sein?

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Ihre Freitag-Redaktion

Stellen Sie sich einmal "So als ob" vor, Sie sind Alleinerziehender von zwei Kindern im schulfähigen Alter.

Es ist nicht einmal drei Monate her, da ist es Ihnen endlich gelungen, über eine Leiharbeitsfirma eine prekäre Teilzeibeschäftigung als Honorarkraft im Deutschen Bundestag zu ergattern, die Sie von Leistungsbezügen aus den Hartz IV Gesetzen freistellt, weil Sie das monatliche Einkommensniveau der Grundsicherung gerade so eben erreicht haben..

Da lesen Sie irgendeines Tages in einer x- beliebigen Zeitung Ihrer gelegentlichen Wahl, eine angeblich frohe Botschaft. Die Zahl der Kinder, die in ihren Familien auf Hartz IV-Leistungen angewiesen sind, sei dramatisch zurückgegangen, die Kinderrarmut in Deutschland erfreulich gesunken.

Die Zeitung zitiert nachrichtlich Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. Danach ist die Zahl der unter 15-Jährigen, die von Hartz IV leben, von 2006 bis 2011, von ca. 1.9 auf ca. 1.6 Millionen, um 13,5 Prozent zurückgegangen. Das entspricht exakt 257.000 Fällen.

In den Abendnachrichten hören Sie im Deutschlandfunk desselben Tages von Ulrich Schneider, er ist Hauptgeschäftsführer des paritätischen Gesamtverbandes
"Diese Nachricht aus dem Hause der Argentur für Arbeit ist nicht wirklich ernst zu nehmen, da wurde statistisch getrickst".

Als ob Sie das als Alleinerziehender von zwei schulfähigen Kindern nicht nur selber wüßten, sondern täglich neu am eigenen prekären Einkommen und Leibe erfahren.

Ist es also schon soweit, dass gar keine wirklichen Armutsberichte mit belastbarem statistischen Datenmaterial mehr erstellt werden, sondern nur noch auf die Statisken der Agenturen für Arbeit und Soziales geschaut werden, um anhand der Daten über Kinder mit Leistungsbezug aus den Hartz IV Gesetzen festzustellen, ob die Kinderarmut statistisch betrachtet, in Deutschland ab- oder zugenommen hat?

Was denken Sie jetzt als Alleinerziehender von zwei schulfähigen Kindern, denen nun auch noch Berechtigungsscheine für Sozialtickets, Bildungschips aus dem Hause der Arbeitministerin Urusla von der Leyen entzogen werden können, weil Sie ja nun tatsächlich als Haushaltsvorstand aus eigenem Honorar monatlich das Einkommensnieveau der Grundsicherung für einen Ein- Personen Haushalt mit zwei schulfähigen Kindern erreicht haben?

Sie denken mutmaßlich:

"Ja!,
da werden doch die Pferdeäpfel in der Pfanne verrückt!"

Schon höre ich meinen Inneren Coach sagen:
"Das ist nicht korrekt, das sind nicht Pferdeäpfel, die in der Pfanne verrrückt werden, das ist der Hund, der in der Pfanne verrückt wird!"
Worauf ich meinem Inneren Coach wütend entgegne:
"Wenn Sie wüßten, wie schnuppe mir das ist, ob nun die Pferdeäpfel oder der Hund in der Pfanne verrückt wird!
Ja!,
sind die denn da in der Agentur für Arbeit mit dem "Ursulinen Klammerbeutel von der Leyen" gepudert, dass die mich und meine zwei schulfähigen Kinder durch den Kakau ziehen wollen, den wir uns nicht einmal so ohne Weiteres, mir nichts dir nichts, leisten können?"

JP

siehe:

www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1661795/
26.01.2012
Kinder stehen in der Berliner Arche für ein Mittagessen an. (Bild: AP)
Wohlfahrtsverband relativiert Zahlen zur Kinderarmut

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.