"Kracht auf!, ihr anschwellend rechten Bocksgesänge", wenn ja, wer ruft denn da, echoreich, in den bunten Blätterwald?
Wenn Literaturkritik zum politisch krachenden Bockgsgesang anschwilt.
In der aktuellen Ausgabe des Wochenmagagzins Der Spiegel unter der Überschrift
"Meine Jahre mit Kracht"
zelebriert der Literaturkritiker Georg Dietz seinen gewundenen Abgesang auf die angebliche Gedankenwelt des Christian Kracht als Show Down seines Verhältnisses zu dem Autor selber, ohne darauf zu kommen, dass er, Georg Dietz, uns mehr mit seiner Gedankenwelt, seinen Tendenzen und Bestrebungen, denn mit der Gedanlenwelt Chrisitna Krachts, bekannt gemacht..
Georg Dietz widerruft wortreich seine Renzension des Romans "Imperium" von Christian Kracht unter der Überchrift "Die Methode Kracht" (Der Spiegel 7/100/2012)
als Rezension und will diesen Artikel nun in die Unschärfen seiner journalistisch investigativen Ambitionen verlinkt, als Versuch einer Beschreibung seines allgemeinen Unbehagens gegenüber dem Autor Christian Kracht und dessen Werk verstanden wissen.
Das zu betonen ist Georg Dietz deshalb erklärtermaßen besonders wichtig, weil er den Autor Christian Kracht seit dessen ersten Romn
"Faserland"
im Jahre 1995 überaus zustimmend, gar wohlwollend, als Literaturkritiker begleitet habe.
Das klingt, als wolle sich hier ein Literaturkritiker im Gefühl, er habe möglichweise dem obskuren Objekt seiner literaturkritisch fördernden Begleitung, blauäugig, Vorschub geleistet, sich zu einer monströsen Marke im Literaturbetrieb zu weiten, die Wirkungen bis in die Politik rechter Lager zeitigt, selbstüberschätzend , die Hände in Unschuld waschen.
Das ist aber n. m. E. nicht das eigentliche Bestreben des Georg Dietz, denn das geht in eine ganz andere Richtung, nämlich in die Richtung einer Literaturkritik, die sich nicht mehr selbst genügt, sondern durch politisch krachende Bocksgesänge in ganz anderen gesellschaftpolitischen Fragen und Feldern wildert, die da sind
"Was ist heute "rechtes" Denken?"
Als ob es die wirkliche Unterscheidung von rechtem und linken wie in der Mitten Denkens gibt und nicht alles eine Frage allgemeiner Einstellungen hier, der ganz persönlichen Interessenslagen da, ist?.
Schon ist Georg Dietz bei dem vor Jahren im Spiegel erschienenen Essay
"Anschwellende Bocksgesänge"
von Botho Strauss, der angeblich ein Recht einforderte, rechter Schriftsteller sein zu dürfen, und darüberhinaus, nicht nur aus billigen Überzeugungen, gemeinen Absichten, sondern, seinem ganzen Wesen nach, rechts zu sein.
Ich höre die Botschaft des Georg Dietz wohl, allein mir fehlt der Glaube, dass dies in seinem Artikel
"Die Methode Kracht"
so kommuniziert war.
Ging es da nicht um die einleuchtende Beschreibung von Gefahrenlagen, die weniger im "rechten Gedankengut" "Christian Kracht als angeblicher Türsteher rechten Denkens"
in ihrer milden Form, genährt durch Hinweise auf vermeintlich rechte Autoren, wie Ernst Jünger, Carl Schmitt, , Martin Heidegger, Gottfried Benn genährt, kommuniziert, sondern in ihrer rechtsradikalen Ausprägung von Georg Dietz plausibel beschworen wurde?
Warum dieser Widerruf der Klarheit in der vorherigen Ansage des Georg Dietz, wenn ja, zu wessen Behufe?
Passiert hier gerade das, was alle Beteiligten im Literaturbetrieb notwendig überfordert, nämlich die Ausweitung von Ltieraturkritik auf medienpolitisch Bestrebungen, die unverbundenen Weiten "rechten Gedankenguts" durch Weckrufe mit Blick auf den Bundestagwahlkampf 2013 zum Aufbruch in Sammlungsbewegungen hin zu reinem Lagerdenken rechter Prägung, Geschmacksstrecken und Defintion zu ermuntern?
"Soll es, quasi über Scheinrezensionen des Romans "Imperium" von Christian Kracht, rechts krachen, dass sich liberalkonservative Denkbalken im Gemäuer unserer deutschen Republik, angsteinflösend, biegen, aber links als Blitz & Donner, ebenso Lager bildend. einschlagen?
"Das schafft Quoten, das schafft Auflagen!"
"Ade Empörungskultur. Es lebe die alte Lagerkampfkultur?"
Was in dem Artikel
"Die Methode Kracht"
von Georg Dietz, n. m. E., noch im engagierten Impetus der Aufklärung erschien, entpuppt sich nun im Artikel
"Meine Jahre mit Kracht"
als etwas für mich ganz Unerwartetes, Enttäuschendes, nämlich den medienpoltischen Versuch, den Autor Christian Kracht als Sprungschanze, sozusagen als medialen Verstärker zu instrumentalisieren, damit es endlich in Deutschland wieder salonfähig ist, nicht nur "rechts" zu denken, sondern, vom ganzen deutschen Wesen her, unverbrüchlich "rechts" zu sein.
Da gesellt sich passend die geschichtsvergessene Behauptung von Georg Dietz, im Nachkriegsdeutschland, in welchem läßt er, vielsagend ,offen, sei das "rechte" Denken so tabuisiert worden, dass es gesellschaftspolitisch irrelevant wurde, auch wenn es nicht ganz verschwand.
Hier dementiert Georg Dietz heillos genau das, was seine vorherige Unterscheidung von "rechtem"" Denken und Rechtradikalismus argumentativ, mit Hinweisen auf "rechte" Denker, wie Ernst Jünger, Carl Schmitt, , Martin Heidegger, Gottfried Benn, wobei ausgerechnet jeder Hinweis auf Karl May fehlt, unterfüttern sollte.
So kann es kommen.
Bisher dachte ich, Georg Dietz kritisiert in seinem Artikel
"Die Methode Kracht"
die Nähe von Christian Kracht zu "rechtem" Gedankengut mit der Gefahr, transatlantisch ganz nach rechts abzudriften.
Nun stellt sich für mich heraus, Georg Dietz distanziert sich nicht nur von der Behauptung, er habe Christian Kracht mit seiner Feststellung
"Er sei ein Türsteher "rechten" Gedankenguts"
denunzieren wollen, sondern Georg Dietz lädt Christian Kracht geradezu enthusiastisch ein, sich öffentlich als
"Türsteher rechten Denkens"
zu seinem unterstellt "rechten" Gedankengut zu bekennen.
Da liegt kein Segen darauf.
Wurde nun aus der vermeintlichen Causa "Christian Kracht", mit Bedacht, hin zur schönsten aller medienpolitischen Verlagshauswelten, der "Lagerkampfkultur", rundum die Uhr, über Nacht, eine, moralisch ächzend, schrill krächzende Causa "Georg Dietz", wenn ja, zu wessen Behufe auf höchster Medienhaus Imperiums Steil- Stufe?
JP
Kultur : "Kracht" es im Gebälk des Imperiums?
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