Literaturkritik, vom Grunde her , überhaupt möglich, wenn ja, was entsteht beim Verfertigen einer Literaturkritik im Kopfe des/der Autoren/in der Literaturkritik?, ein Appendix zu einem vorliegenden Werk, oder ein eigenes Werk mit ureigenen Verwertungsrechten auf Autorenschaft?
Ist es mit der Literaturkritik nicht ebenso, wie mit dem Prozess des Lesens an sich?
These zum Pozess des Lesens:
"Der Mensch an sich, liest gar keine Bücher, der Mensch liest nur sich, Bücher helfen oder stören ihn dabei"
Diese These Richtung Literaturkritik geweitet wie präzisiert, könnte bedeuten, dass Literaturkritiker gar nich das Buch, das Werk an sich kritisieren, das sie sich als Objekt ihres kritischen Sinnens & Trachtens vorgenommen haben, sondern dass Literaturkritiker zielsicher einen bestimmtn Teil ihrer multiplen Persönlichkeit kritisieren , ohne sich aus Gründen der Vertragsgewährleistung gegenüber Autraggebern ihrer bestellten Literaturkritik, zutrauen, diesen Vorgang als solchen kenntlich machen zu wollen, noch zu dürfen?
Literaturkritiker/innen werden vom Literaturbetrieb als Schreiberlinge beauftragt und am Buchmarkt im kommunizierten Bewußtsein gehandelt, dass diese grundsätzlich, gleichsam wie Übersetzer/innen, aus zweiter Hand im Literaturbetrieb existenzberechtigt sind oder gar nicht.
Notwendigerweise liegen hier Quellen für ein gerüttelt Maß an Mißverständnissen, Verwirrungen, Unterstellungen, zwischen Leserschaft und Autorenschaft eines Buches, eines Werkes auf der einen Seite und der Literaturkritik auf der anderen Seite.
Das läßt sich besonders drastisch an dem gerade neu erschienenen Buch von Christian Kracht: "Imperium" Kiepenheuer & Witsch, 242 Seiten, 18,99 Euro , exemplarisch verdeutlichen.
Auf der Einen Seite treten da Literaturkritiker/innen in den Medien, darunter bei Der Zeit, der FAZ, der Sueddeutschen, beim Hamburger Abendblatt, der Frankfurter Rundschau, beim Meinungsmedium derFreitag an, das neu erschiene Buch "Imperium" von Christian Kracht hochzuschreiben, gar gegenüber andersgearteten Rezensionen zu verteidigen.
Auf der anderen Seite macht sich der Literaturkritiker Georg Dietz in der vorletzten Spiegelausgabe, angeblich das neu ershienene Buch "Imperium" skandalisierend, den Autor Christian Kracht der Nähe zu braunem Gedankengut bezichtigend wie denunzierend bemerkbar, und schon ist die Medienfalle für das Drama Dreieck von Autor/Verlag, Leserschaft und Literaturkritik, ohne Aussicht auf Entwirrung, ein- und zugeschnappt, perfekt.
Wie kann das immer, wiederholt, so zwingend geschehen.
Ich erinnere bei der Gelegenheit nur daran, wie der Literaturkritiker, Marcel Reich- Ranicki im Jahre 1995 auf dem Titelbild einer Spiegelausgabe, illuster, mit verzerrt höhnisch grinsender Miene, das damals gerade erschienene Werk "Fonti" von Günter Grass in der Luft zerreißt.
Ich biete folgenden Grund an:
Solange die Literaturkritik nicht als eigenes Genre, anerkannt im Literaturbetrieb, mit der Anerkennung von ganz eigener Gedankenschöpfungskraft, samt Rechten auf Autorenschaft, versehen, unterwegs ist, wird sich an der Bildung dieser heillos sich auftürmenden Drama Dreiecke in der oben beschriebenen Form des gegenseitigen Diffarmierens, des Unterstellens von unlauteren Absichten im Literaturbetrieb nichts ändern.
Im aktuellen Fall stellt es sich n. m. E. so dar, dass der Literaturkritiker Georg Dietz vom Lesen des Buches "Imperium",
bei gleichzeitger Würdigung des Schaffens und der Lebensumstände von Christian Kracht als Autor "man kennt sich" inspiriert, überaus bedenkenswerte Überlegungen aus eigener "Freier Assoziation" angestellt hat, die Georg Dietz aber, statt diese als sein ureigenes Gedankenprodukt identifizierend, kenntlich machend, allein dem Inhalt des Buches "Imperium" und dessen Autor Christian Kracht zuordnet.
Als Literaturkritiker/in gehört sich das bisher auftragsgemäß so.
Schon ist der Krach im Literaturbetrieb perfekt.
So hält die Literaturkritikerin Armgard Seeger im Hamburger Abendblatt vom 22. Februar 2011 ihrem Literaturbetriebskollegen vom Spiegel, Georg Dietz, unter dem Titel
"Das Imperium schlägt zurück",
nachtragend abwertend vor, er habe da doch nur unhaltbare Zusammenhänge konstruiert, die das Buch "Imperium" von Christian Kracht gar nicht hergibt.
Erst wenn solcher Art Gedanken- Konstruktionen von Literaturkritikern/innen, gleich, ob diese auf ein rezensiertes Buch zutreffen oder nicht, als das gehandelt würden, was sie sind, nämlich ureigene Gedankenschöpfungen der Literaturkritiker/innen, wären die Haken und Ösen als Einladungen zu allerei Verstrickugen, UNterstellungen und Verwirungen, beseitigt.
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Wie könnte, wie müßte Literaturkritik anders unterwegs sein, damit sich diese Missverständnisse, Verwirrungen der Zuordnung von Gedanken Autorenschaften gar nicht erst aufbauen?
Frage:
Wird unsere bisherige Literaturkritik eben nicht als "Weites Feld", sondern als ein "Allzu enges wie imperiales Feld" gehandelt?
JP
siehe:
www.abendblatt.de/kultur-live/article2193699/Streit-um-Roman-Das-Imperium-schlaegt-zurueck.html
Literatur
Streit um Roman: Das "Imperium" schlägt zurück
22.02.2012, 07:24 Uhr Armgard Seegers
Christian Krachts glänzend geschriebener Roman hat zu Unrecht einen Literaturskandal ausgelöst. "Der Spiegel" sah rechtes Gedankengut.
Kultur : Literaturkritik ein "Allzu enges wie imperiales Feld"?
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