Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

10.01.2012 | 01:28

Mit und ohne Riester verbiestert

Hat es sich nach zehn Jahren "Riester Rente" verbiestert ausgeriestert?

Als die Jahrhundertreform die "Riester Rente" von der rotgrünen Bundesregierung im Jahre 2001, ganz den Einflüsterungen der deutschen Versicherungswirtschaft folgend, erst auf Kiel gelegt,  und dann endgültig im Januar 2002 vom Stapel gelassen  wurde, hatte die Stunde des "Riesterns" geschlagen.

Zuerst einmal wurde jene Jahrgänge mit Rentenanwartschaften geriestert, denen die Riester Rente als solches wg. zu hohen Alters bereits, verbiestert, verschlossen war. Deren Rentenanwartschaftschften wurden per Sichelschnitt um ca. 30 % abgesenkt und gekürzt, um aus diesen Mitteln einen steuerfinanzierten Kapitalstock für die steuersubventionierte Anschubfinanzierung der "Riester Rente" zu Gunsten der Provisionen der Drückerkolonnen der deutschen Versicherungswirtschaft, darunter solcher Finanzdienstleister wie der AWD des Carsten Maschmeyer  vorzufinanzieren.
Carsten Maschmeyer hatte früh erkannt , dass er mit seinem AWD mit Einführung der "Riester Rente" auf einer steuersubventioniert wahren Goldgrube saß und sitzt.

Die "Riester Rente" kam in einer arbeitsmarktpoiltisch heraufdämmernden Landschaft unserer Gegenwart deplaziert  wie eine nachgebaute Postkutsche der Firma Thurn & Taxis auf Schotterwegen des 18. Jahrhunderts für die Anforderungen eines Renten Versorgungssystems der Gegenwart daher, das von Flexibiltät am  Arbeitsplatz, Niedriglohnbereichen, fehlendem gesetzlichen Mindestlohn,  Geringverdienern, unterfinanzierter Teilzeitbeschäftigung, von Brüchen in beruflichen Lebensläufen gekennzeichnet sein wird und gekennzeichnet ist.

.Ein Gewinner ist sicher.
Binnen 10 Jahren hat Walter Riester, einstiger Arbeitsminister der rotgrünen Bundesregierung, der mit seinem Namen für die "Riester Rente" steht, mindestens 400. 000.- € an Honorargeldern für Vorträge bei Instituten der deutschen Versicherungswirtschaft kasssiert.
Inzwischen ist Walter Riester zum hochdotiertes Aufsichtsratsmitglied des Finanzdientsleisters UNION- Invest avanciert.
 
Während beim schwedischen Modell der zusätzlich kapitalstockfinanzierten Rentenversicherung, mit Pflichtversicherten,  unter 1 % an Verwaltungskosten anfallen, fallen bei der "Riester Rente" im Durchschnitt, bei allen freiwillig Versicherten,  über 14 % an Verwaltungskosten, darunter als Hauptbatzen die hohen Provisonen für die Versicherungsberater/innen der Institute der deutschen Versicherungswirtschaft an.

Im Wege der Weltfinanzkrise wurde klar, dass die Renditeversprechungen im Zusammenhang mit der "Riester Rente", die nicht inflationsgesichert ist,  reine Luftnummern waren.

Selbst die Betoung von Walter Riester, das habe es noch nie in der Gechichte der Finanz- und Versicherungswirtschaft gegeben, die "Riester Rente" garantiere, wenn auch unter Abzug der Verwaltungskosten,  den Erhalt des eingesetzt angesparten Kapitals, klingt bei einem inflationsungeschützten Finanzprodukt der "Riester Rente", wie reiner Hohn.

Angesichts der Tatsache, dass sich eine gigantisch flächendeckende Altersarmut abzeichnet, deren erste Spuren an den Umständen sichtbar werden, dass immer mehr Arbeitslose direkt in den Hartz IV Bezug, bar jedes Restvermögens vor dem Schonvermögen, rutschen, ohne  überhaupt Anwartschaften auf Leistungsbezüge aus der Arbeitslosenversicherung vorweisen zu können, sieht  es am Ende für Anwartschaften auf "Riester Renten" daher  alles  eher so für die Mehreit der Bevölkerung aus, dass  fomal ausgezahlte "Riester Renten" vollständig  auf die gesetzliche Grundsicherung angerechnet werden.

Da hat es sich verbiestert ausgeriestert, auch wenn jetzt Arbeitministerin Frau von der Leyen  hochherzig verspricht, da Einiges neu zu justieren, wie etwa die Regel, dass, wer 45 Jahre durchweg sozialversichert gearbeitet hat, die zusätzliche "Riester Rente" bei einem Leistungsbezug der Grundsicherung  ohne Abschlag ausbezahlt bekommt..
Frau von der Leyen spricht da von einem Bevölkerungsteil im Promille Bereich.

So kommt am Ende doch heraus:
"Geriestert oder nicht geriestert, auf jeden Fall der Fälle, politisch mit dem falschen Altersvorsorge Instrument zur falschen Zeit beraten und verladen,  voll zu Gunster der deutschen Versicherungswirtschaft verbiestert"!
JP

siehe:

www.monstersandcritics.de/artikel/201149/article_196662.php/Das-Riester-Dilemma-Mo-09-01-ARD-22-45-Uhr

Das Riester-Dilemma - Mo. 09.01 - ARD: 22.45 Uhr
Private (Vor)Sorge

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
mcmac schrieb am 10.01.2012 um 15:07
Joachim Petrick schrieb am 10.01.2012 um 15:33
@mcmac

Danke!

Habe ich etwas Falsches erzählt?
mcmac schrieb am 10.01.2012 um 22:52
Aber nein, alles korrekt :)
Joachim Petrick schrieb am 11.01.2012 um 01:20
@mcmac

Danke!
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
Ort:
Hamburg
Mitglied seit:
3 Jahre 13 Wochen
Zuletzt aktiv:
25.05.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 916
Kommentare: 9579
Mein Projekt:
Logbuch
11:20
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:18
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:17
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:17
natalha hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:16
Schachnerin hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG