Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

30.06.2009 | 01:49

Ostalgie Nein !, oder Mein Gott DDR!, warum hast du mich verlassen?

Mein Gott DDR, warum hast du mich verlassen?

 

Ostalgie, Westalgie Nein Danke!, oder „Mein Gott DDR!, warum hast Du uns verlassen?,

uns mit Hammer & Sichel an Dein Ost- Kreuz geschlagen?
Mein Gott!DDR!, Du Gebennedeite, Du Vermaledeite DDR, Du Das Bessere Deutschland (DDBD)?

 

Mein Gott DDR!,

warum hast du uns verlassen? Du Licht des Nordens in des Abendlandes grinsend gähnender Finsternis?

Du Wetterleuchten an des Horizonts Werden der neuen Zeit auf Erden?

Du Nische der Weltrevolution als Miesmuschel Reaktion mit Krabbensalat?

Du Hoffnungsträger der Gejagten, Gepeinigten, Geplagten, Gehetzten des Komitees Freies Deutschland, der Rächer der Enterbten, der geknechteten Vorerben, der Spätheimkehrer/innen aus sowjetischer Kriegs- Gefangenschaft, Zwangsarbeitslagern, GULAG, Emigranten, Exilianten, Literaten, "Otterngezücht & Pinscher" Fluchtburg.

Nie wolltest Du!DU!DU!DU DDR- Staat, stets als DDR Partei sein, Partei ergreifen, wo Du partei findest..

Warum nur bist du nach Art. 23, GG 1990 durch die Hintertür, dem Nadelöhr für Kamele, dem Provisorium der "Faktischen Macht des Normativen" der Bundesrepublik Deutschland beim Ritt über den Bodensee, orbi et gorbi , der deutschen, der europäischen Einheit beigetreten?

Nur. um auf alle Zeiten rückwärtsgewandt Legenden, Mythen zu bilden, in allem, was du tatest, was du unterlassen, Staat zu sein, niemals mehr Partei?

Mein Gott!, DDR!,

hast du uns verlassen, die Bundesrepublik Deutschland mit stummen Krach als Ach unter dem gemeinsamen Dach erst durch deinen Beitritt vom Provisorium aufgewertet zum Subjekt der Geschichte zu machen, dich als untergegangenen, vesunkenen Staat posthum als Fussnote gleich mit?

Hast du uns aus Furcht vor dem in Gründung stehenden Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag 1990 vor Deiner Zeit verlassen?

Das war doch absolut übertrieben, völlig unnütz!, sich aus reiner Furcht vor den Folgen der eigenen Missetaten als DDR- Revolutions Mauer & Grenzregime "Bis hier und nicht weiter!" voller Sündenstolz aus dem historischen Staube zu machen, sich entmutigt in das "MI" der Bundesrepblik Deutschland zu retten?

Wir DDR- Fans waren doch weltweit bei Dir, Dich mit Messer, Gabel, Scheere, Licht, Hammer, Sichel zu schützen!

Ich will das hier, Raum zum Nischen Nachdenken spendend, nicht bewerten. Du hattest Deine Gründe!?

Bis heute im Jahre 2009 ist von diesem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag noch keine Partei, keine staatliche Organisation als solche "Pro Toto" angeklagt, geschweige denn verurteilt worden.

Gut mancher selbsternannte Revolutionsflüsterer , -versteher in der DDR, wie Markus Wolf, Margot & Erich Honnecker, Stephan Hermlin, Hermann Kant, Egon Krenz, Hans Modrow? verlor mit den Jahren an Elan, wurde zum hochgereckten staatstragenden STASI Kraken Arm, verstrickte sich in Regierungskriminalität, nicht nur in Wahlbetrug, in Wahlfälschungen 1989, wie heute im Iran?

Sollten aber nicht gerade Revolutionäre/innen, Revolutionsflüsterer/innen, -versteher/innen zu ihren Vergehen, ihren Verbrechen, ihren Taten wie Unterlassungen in den Partei- Apparaten, Gremien stehen?, um dem Linksstaat Beine in Richtung Rechtsstaat zu machen?

Mein Gott DDR!,

Du ungehobene Perle des deutschen Alltags- Philosophenvolkes der Dichter, Denker, Gedanken Kutschierer, Twitter, Blogger, Wagenlenker.

Du DDR!

Du mein altgedienter Gassenhauer, meine ewige Schlager- Hitparade, warum gingst du mit vierzig, jünger als Jacko mit einundfünfzig, mit Sünde, ohne dass wir Dir Deine unterlassene Bringschuld vergeben konnten,ohne Pinscher noch Trompeten als Geleit in die ewigen Jagdgründe?

Du Ausgeburt an Frohsinn, nicht nur beim Picheln, ideologischem Sticheln, sondern ebenso beim Hämmern & Sicheln!"

Du Erhabene, Du Beladene, Du von Anfang an überfordertes Kind der gescheiterten Weltrevolution von 1917.

Deine Abwesenheit macht uns Heimweh nach Deiner Erhabennheit, die Du uns in unserem stillen Kämmerlein, in unseren lauteren Datschas, Nischen eine Volkskammer vom Feinsten warst.

Du Schwarm- Intelligenz, DU datenfressendes, datenkotzendes Ungeheuer meiner schlaflosen Nächte, meiner verschollenen Träume.

Mein Gott! DDR!,

Du erogene Zone, Du Eldorado für die Westentaschen Casanovas aus aller Welt im Hüben.

Du Überraschungsei im Konsum, HO, Trikotagen Abteilung, Bürsten Fee, Kurz- und Eisenwaren, Waschmittel Marke Spee, Kondom Marke Bombastus.

Niemals warst Du kleines Arschloch, sondern stets "Gro0es Arschgeweih & Edelgewächs!", kleiner runder Kaffee-Filter vor dem kleinen stacheligen Theorie Marx & Engels Kaktus .

Mein Gott! DDR!

Du Rucki Zucki Sport- Expander, schlicht ergreifend ohne DR. med. von Hollander.

Mein Gott! DDR!,

wie kann es angehen, dass Du Dich Heute mit der kleinen Münze der Bundesrepublik Deutschland, diesem Deutschen Rest Reich der Schamlosen, der mentalen Zwerge hinter den sieben Bergen gen Bonn, Bad Godesberg vergleichst?

Dein Feld war nie kleinkariert, noch kleinmütig Deutschland, Europa. Dein Feld war stets die Welt!, oder?

Du Freilandversuch für Elaste Plaste Pasta Broiler im Grill gestrandet gebratener Gestattungs- Heuler.

Mein Gott! DDR!,

musstest Du untergehen, damit wir so bildungsfern, theoriearm bei Sekt & Rotwein, Marke Rotkäppchen mit der Beute Henkel trocken, Wernesgrüner Bier, Käse, Salami, Kessel Buntes im MDR "Wir unter uns" richtig feiner Pinkel, kein bisschen Dünkel, im Kleinkariertem schwelgen, als ginge es um den "Letzten Tango von Paris!"?

Mein Gott DDR!,

warum bist Du unser deutsch- deutsches Lagerfeuer, mittten im Kalten Krieg, Gott habe Dich selig und meine Großmuttante Dora auch, im Hüben & Drüben mucksmäuschenstill als Olympische Flamme der "Abgesagten Oktoberrevolution" erloschen?

Ausgerechnet DU!, DU DDR DU! die DU voller Verheißungen unserer lokalen und global unbändig unerklärbarer Gefühle des bewaffneten Friedens, umzingelt von unerklärten Kriegen, warst?

Warum hast Du uns Übriggebliebene verlassen, uns diesen Verlust, diese Enttäuschung, Kränkung angetan?

Sage nicht! Schuld hat der Große Bruder, die KPdSU der UdSSR?

Der hat seit 1917 genug mit sich selber zutun, aufzuarbeiten, oder?

Gut! Du warst eine Diktatur des Proletariats im Spagat von Politbüro mit dem ZK der SED als Knallchargen- Schienbein..

DDR!; DU,

die diktatorisch über nehr an Gewalt, Partei- Willkür verfügte, als der Vatikan um 1525, als nur Kommoden zum Erbeben, Erheben & Erproben.

Du DDR!,

vor dem Mauerbau 1961 war es ein Graus in Deinen Betrieben, Einrichtungen, Praxen, Taxen, dann kam, nicht Kurt!

Nein!, es kam Günter der Gaus als Ständiger Vertreter des Hüben zum Anschieben der hochsubventionierten DDR- Transit Konjunktur.

Mein Gott DDR!;

hattest Du am Ende doch ab 1982, mit allen FJS Wassern Geld gewaschen, den Kapitalen Koko Schalck im Nacken, weg von der Kommandowirtschaft hin zur Treuhand Abwicklungsökonomie, samt Interschop, Inter- Hotels, DM, Dollar, Pfund Sterling als Zweitwährung mit der Devise "MDN!, Erich währt am kürzesten! Schalck- Golodkowsi Lohndumping am längsten?"

Mein Gott! DDR!,

bist auch Du in den spekulativen Strudel, in den monetären Sumpf der heraufdämmernden Weltfinanzkrise geraten? Hast auch DU spekulativ verzückt frohlockt, Deinen Betrieben, LPGs, VEBs, Kombinaten das Eigenkapital (EK) wie Wasser abgegraben, abgezockt, deren Anlagekapital flüssig gemacht, um Renditen auf Basis vom wundersam geminderten EK- Rücklagen vorzugaukeln?

Hast auch Du Dich, verdattert & selbstverpflichtend ohne Not vergattert, dem Credo geweiht:

"Statt Wertschöpfung, Kreditschöpfung auf Deubel und sein Goldenes Dragoner Haar heraus"?"

Was soll uns da Ostalgie, Westalgie, Ossi plus Wessi = Wossi Arithmetik nach Adam Riese?

Mein Gott!; DDR!,

Deine Abkunft, Deine Abwesenheit tut weh, kränkt den revolutionären "Spiritus sanktus", auch wenn, nach allem, was Du uns erbarmungslos an Kränkung, an materieller wie mentaler Verflüchtigung zur Unzeit angetan, tut Deine Wiederkunft nicht mehr Not.

So wie Du warst, wie Du Dich historisch verstellt angestellt, war es genug.

Mein Gott DDR!,

ohne Heiter geht das Leben nun ohne dich weiter.

Hast DU DDR!, es so gewollt?

Warst Du Dir selber zu heiter?

Hast Du Dich einfach auf einer Dienstag 10.00 Uhr Besprechung des Politbüros einhellig eilig scheinheilg bekrenzt über den Event des Berliner Mauerfalls vom 09. November 1989 bedacht weggelacht?

Mit einer Träne im Knopfloch, sage ich,

wenigstens hast Du schlussendlich Deinen Abgang als Schlussakkord des Schabowski auf ein Wort, ohne Mord, commode hingemacht.

Mein Gott!; DDR!,

Du treulose Tomate, Du treuwidrige Geliebte aller Enterbten, Vorerben seit den Tagen Thomas Müntzers in den deutschen Bauernkriegen

von 1525 hast uns beraten und verladen in die BRD, das unbekannte Wesen.

Mein Gott!DDR!; warum hast Du uns verlassen?

Sollen wir die BRD jetzt etwa an Deiner Staat, um Deines sonderbaren Willen lieben?

Sage wenigsten irgendwo im Nirgendwo, irgenwann, wo Du jetzt im ungeteilten deutschen Himmel europaweit enteilt weilst, wenn Dir einmal danach ist, leise auf deine alte Sandmänchen Weise zum ewigen Abschied:

"Servus! Gute Nacht, es ist Zeit zu gehen".

Auch wenn Du jetzt unverdient im Jenseitigen abwegig kühn frohlockst,

vegiss bei allem und jedem nicht, den Du beraten & verladen, der dich hier vermisst, der dich da zum Teufel und seiner Großmutter wünscht, man sieht sich auf deutsch immer zweimal, einig wie uneinig, zum Üben, einmal im Hüben, einmal im Drüben..

Joachim Petrick, Hamburg, 30. Juni 2009

s. mein Themenvorschlag für Donnerstag  02.07.09
 www.n-tv.de/busch/
-------------------
Beitrag von Joachim Petrick 30.06.09, 21:43:23 Uhr

Ostalgie, Westalgie Nein Danke!, oder „Mein Gott DDR!, warum hast Du uns verlassen?,

 

 

 
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Kommentare
Magda schrieb am 30.06.2009 um 13:24
Also ich finde, Du sollstest das mal in eine Twitter-Form bringen. Möglichst ohne Fortsetzungen.
Joachim Petrick schrieb am 30.06.2009 um 15:43
Hallo Magda!,
fangen wir doch einfach, ohne deutsch- deutsches Gezeter & Geziter, im Hüben & Drüben, zu twittern an:

ich gebe Dir Recht.Fortsetzungen bringen es hier nicht, das ist wahrlich, ich sage Dir, eine unendliche Geschichte!; oder?

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 30.06.2009 um 21:51
s. mein Themenvorschlag für Donnerstag 02.07.09
www.n-tv.de/busch/
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Beitrag von Joachim Petrick 30.06.09, 21:43:23 Uhr

Ostalgie, Westalgie Nein Danke!, oder „Mein Gott DDR!, warum hast Du uns verlassen?,

Mein Themvorschlag für 02.07.09 s. www.n-tv.de/busch/

Ostalgie, Westalgie Nein Danke!, oder „Mein Gott DDR!, warum hast Du uns verlassen?,

uns mit Hammer & Sichel an Dein Ost- Kreuz geschlagen?
Mein Gott!DDR!, . Du Gebennedeite, Du Vermaledeite DDR, Du Das Bessere Deutschland (DDBD)? ( s. a.

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petr... )

Mein Gott DDR, warum hast du mich verlassen?

Mein Gott DDR!,
warum hast du uns verlassen? Du Licht des Nordens in des Abendlandes grinsend gähnender Finsternis?
Du Wetterleuchten an des Horizonts Werden der neuen Zeit auf Erden?
Du Nische der Weltrevolution als Miesmuschel Reaktion mit Krabbensalat?
Du Hoffnungsträger der Gejagten, Gepeinigten, Geplagten, Gehetzten des Komitees Freies Deutschland, der Rächer der Enterbten, der geknechteten Vorerben, der Spätheimkehrer/innen aus sowjetischer Kriegs- Gefangenschaft, Zwangsarbeitslagern, GULAG, Emigranten, Exilianten, Literaten, „Otterngezücht & Pinscher“ Fluchtburg.

Nie wolltest Du!DU!DU!DU DDR- Staat, stets als DDR Partei sein, Partei ergreifen, wo Du partei findest..

Warum nur bist du nach Art. 23, GG 1990 durch die Hintertür, dem Nadelöhr für Kamele, dem Provisorium der „Faktischen Macht des Normativen“ der Bundesrepublik Deutschland beim Ritt über den Bodensee, orbi et gorbi , der deutschen, der europäischen Einheit beigetreten?
Nur. um auf alle Zeiten rückwärtsgewandt Legenden, Mythen zu bilden, in allem, was du tatest, was du unterlassen, Staat zu sein, niemals mehr Partei?

Mein Gott!, DDR!,
hast du uns verlassen, die Bundesrepublik Deutschland mit stummen Krach als Ach unter dem gemeinsamen Dach erst durch deinen Beitritt vom Provisorium aufgewertet zum Subjekt der Geschichte zu machen, dich als untergegangenen, vesunkenen Staat posthum als Fussnote gleich mit?

Hast du uns aus Furcht vor dem in Gründung stehenden Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag 1990 vor Deiner Zeit verlassen?

Das war doch absolut übertrieben, völlig unnütz!, sich aus reiner Furcht vor den Folgen der eigenen Missetaten als DDR- Revolutions Mauer & Grenzregime “Bis hier und nicht weiter!“ voller Sündenstolz aus dem historischen Staube zu machen, sich entmutigt in das „MI“ der Bundesrepblik Deutschland zu retten?

Wir DDR- Fans waren doch weltweit bei Dir, Dich mit Messer, Gabel, Scheere, Licht, Hammer, Sichel zu schützen!....................
I.D.A. Liszt schrieb am 30.06.2009 um 23:14
Lieber Joachim Petrick,
das Thema interessiert mich. Sicher haben Sie auch einiges Interessantes zu sagen. Leider aber habe ich stets große Schwierigkeiten; Ihren stark verdichteten, wortschrauberischen Worten zu folgen.
Zum einen kostet es mich sehr viel Mühe, mich dadurchzubeißen, zum anderen ermüdet es mich sehr, so daß ich es noch nie geschafft habe, einen Ihrer Beiträge bis zu Ende zu lesen. Tut mir leid!

Anzumerken wäre noch, daß die DDR niemals niemanden nicht mit Hammer und Sichel nirgendwo angeschlagen hat, sondern höchstens je jemanden mit Hammer und Zirkel vielleicht ein wenig gepiekst.

Und die KPdSU der UdSSR ist eine ziemlich doppelt gemoppelte Tautologie, denn 'KPdSU' ist ja die Abkürzung für 'Kommunistische Partei der Sowjetunion', und UdSSR' heißt im Volltext 'Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken', etwas kürzer auch als 'Sowjetunion' = SU bekannt.
Also wäre die 'KPdSU der SU' sozusagen die 'Kommunistische Partei der Sowjetunion der Sowjetunion'???

So etwas kann einem wohl schon mal unterlaufen, wenn man die Sprache so verquirlt. ;-)
Joachim Petrick schrieb am 01.07.2009 um 01:35
Lieber I.D.A. Liszt,

vielen Dank, dass Sie sich diesmal der Mühe unterzogen, der Sie sonst so gerne geflohen.
In Zeiten, wo nicht nur in regierungsnahen Kreisen „Sprachregelungen“, landauf, landab, Parolen, auf Laufstege gehetzt, unterworfen sind, unsere Sprache zu verkürzen, zu verschlanken, zu bulemisieren ,wie “Geiz ist geil, kürz die nächste Zeil““Kotz dich sauber aus!“, zieht es mich tautologisch kultig zum atemspendenden Wort, zum entschleunigenden RAP im doppelgemoppelten Sprach- Quartett.

Warum?.
Weil n. m. E. Sprache mehr mit Atmen, Aufmerksamkeits- , Humortests, denn Lesen zutun hat!, oder?

Wenn dabei ein Lach Auf! Lach Dich weg!, “ Lacht auf, Verrannte dieser Herde!“, - Quark herauskommt, finde ich das nachhaltig inklusive evtl. AHA- Erlebnis gelungen.

Eingedenk meines Fussabdrucks „Lach Fragen herbei! (s. ganz o.) bleibe ich da mit meinem „unvergleichlichen Alleinstellungsmerkmal“ in der Freitag- Community bei meinem Leisten.

Übrigens finde ich Ihren Fussabdruck:
“Lacht auf, Verrannte dieser Herde!“,
im Sprache entschleunigenden Sinne, humorig Atem spendend.

Gelungen finde ich in Ihrem Kommentar das Wortspiel mit dem Zirkel.
Es geht doch!, oder?

Was interessiert Sie denn am obigem Thema?
tschüss
JP
I.D.A. Liszt schrieb am 02.07.2009 um 01:13
Lieber Joachim Petrick,

am obigen Thema interessiert mich de Staat DDR, der untergegangen und dann in dem gemeinsamen BRD-Staat aufgegangen ist.
Wo ist er geblieben? Gibt es noch Reste? Gar Wirkungen abseits des grünen Pfeils?
Wo sind die Politiker geblieben, die damals die Einheit DDR-seitig ins Werk setzten? Die ich so glaubwürdig fand, weil sie eben nicht so ein verschwurbeltes Dummdeutsch redeten wie die westdeutschen Politiker.

Wo ist das Land geblieben, in dem ich mich zu Verwandtenbesuchen manchmal aufhielt? Das Land, das mir nicht wie die finstere Diktatur vorkam, zu der es seit etwa zwanzig Jahren umgelogen wird. Nun gut, man wurde ja immer davor gewarnt, in die "Ostzone" zu fahren. An der Grenze z.B. war es ja so schrecklich, daß mancher Westdeutsche Freiheitsliebhaber flugs einem Herzinfarkt erlag. Obwohl das wahrscheinlich darauf zurückzuführen war, daß dem solcherart aus dem Leben Geschiedenen plötzlich klar wurde, daß er jenseits de Eisernen Vorhangs nicht schneller als 100 km/h würde fahren dürfen. Freie Fahrt für freie Bürger!

Was die Erscheinungsformen der Sprache angeht, so gibt es für mich deren mehrere:
1. Hören ist wohl die primäre Erscheinung der Sprache - wer nicht zuhören kann, hat auch nicht zu sagen;
2. aus der Imitation des Gehörten werden zuerst Lautäußerungen, später Wörter, Sätze, Texte;
3. Schreiben ist eine Möglichkeit, einmal Gedachtes oder auch Gesagtes festzuhalten, so daß es in möglichst unveränderlicher Gestalt weitergegeben werden kann;
4. Lesen ermöglicht es uns, von anderen Gedachtes oder Gesagtes uns selbst nach-denkend anzuverwandeln.
3. und 4. gibt es still und unauffällig, aber auch laut, wenn man z.B. ein Gedicht sich selbst oder andern vorliest.

Sie haben natürlich recht:
Die Grundlage des Sprechens (nicht der Sprache, denn es gibt ja z.B. auch die Gebärdensprache) ist natürlich das Atmen.
Wenn es einem den Atem verschlägt, verschlägt es einem unweigerlich auch gleichzeitig die Sprache.

Unser tägliches Verwursten unserer Sprache ist ein Ärgernis und eine Beleidigung der Sprache und des denkend-sprechenden Menschen.
Und wenn Sie manchmal Kommentare von mir lesen, sollte Ihnen aufgefallen sein, daß ich in der tat der Ansicht bin, daß es uns besser täte, wenn wir den ganzen Betrieb des geistigen Stumpfsinns, dem wir dauernd ausgesetzt sind, nicht immer ganz so ernst nähmen.

Dennoch fällt es mir - wie bereits gesagt - schwer, Ihren Beiträgen bis zum Ende zu folgen. Ich werde es aber weiterhin versuchen.

Großes Indianerehrenwort! Herzlichst,
I.D.A. Liszt
Joachim Petrick schrieb am 02.07.2009 um 15:50
Lieber I.D.A. Liszt,
war die DDR womöglich von Anfang an, hüben & drüben, aus der damaligen Not geboren, gar nicht Der Deutsche Rest (DDR), sondern ein gesamtdeutsches Projekt staatsbildender, treuhänderisch staatstragender Parteien, um die unbändige Wut der „balkanisierten“ Deutschen aufeinander ab 1949 mit dem Grünen Pfeil unter das Eis des Kalten Krieges zu legen?
Bis Günter Schabowski am 09. November 89 in eine Pressekonferenz der DDR- Regierung kam, der deutsch- deutschen Reise- Eises- Kälte mit einem schrägen Blick über seine Brillenränder auf einen „Spickmich Zettel“ wundersam alle Gründe & Pfründe nahm?

Insofern kann die DDR als solche „verflixt bekrenzt und zugenäht“ nie verschwunden sein, weil es diese so begrenzt, wie mit Mauern und Stacheldraht versehen, in unseren Köpfen enttäuscht, bis heute nie gab, weil die DDR als illegale KPD in unserem Kollektivbewußtsein seit 1919, trotz Verbots in Westdeutschland 1956, fortbesteht, weil Rosa Luxemburg, Karl Liebknacht sterben mussten, damit der parlamentarische Arm der deutschen Revolution von 1918/19 niemals debattenstark erhoben, demokratisch gewählt, mehrheitsfähig, oskarverdächtig Zunge zeigt!?.

Übrigens sind wir Menschen nicht von Anbeginn, ohne es zu ahnen, Sammler?
Bis wir durch die Kulturtechnik & Tugend des Lesens von Büchern gemerkt, dass wir gar nicht in der Lage sind, Bücher zu lesen, sondern nur unsere Gedanken wie Wörter beim Lesen sammeln?

tschüss
JP
jayne schrieb am 02.07.2009 um 08:18
Das kommt an Walt Whitmans Gesänge (beispielsweise) nicht heran, vielleicht weil dies eher ein Abgesang? Unklar bleibt, was der Autor obiger Zeilen im Laufe der Zeiten erfahren, vielleicht ihm selbst unklar, was ja durchaus ein guter Ansatz zum Schreiben, aber möglichst bar allem Eitlen ...
Joachim Petrick schrieb am 02.07.2009 um 16:13
Hallo jayne
es ist, wie Sie mit sicherem Gespür „Tarzan“ entlarvend aufgedeckt, der ausgeheckte Abgesang auf meine vorherigen Eitelkeiten im Gesang vom Leibziger Messe Allerlei:
“Spiel mir DDR! die Ode vom vom Tode“,
auf dem Wege vom Linksstaat zum demokratischen Urnengang der de jure Freien Wahl im Rechtsstaat.

Walt Whitmans Gesänge, wer, wie, was, wo gibt es die und das?

War die DDR nicht seit 1949 das schlechte Gewissen der Alldeutschen, hüben & drüben, schlechthin? Hat die DDR nicht viel versucht, dieses schlechte Gewissen der Alldeutschen bis heute zu nähren und zu mehren. U. a. durch die Ereignisse um den 17. Juni 1953( s Fake & Fakt Roman „Fünf Tage im Juni“, Stefan Heym), den Mauerbau 1961, Beteiligung an der Intervention der Warschauer Vertragspartner gegen den Prager Frühling 1968, der Ausbürgerung von Wolf Biermann 1976, den Fall der Berliner Mauer am 09. November 1989, als hätte es nie, auch noch so fadenscheinig stacheldrahtige, Gründe für deren Bau gegeben?

Dazwischen allemal der permanent ausgeweitete Lebenszeit , -datenklau der STASI in Personalunion als KRIPO, als kriminogenes Schwert und Schild der SED?, die Zwischenlagerung von RAF- Mitgliedern, versehen mit neuen Legenden, als bekennende IMs STASI Hinterhand im Hinterland der DDR?

War das ganze DDR- gesamtdeutsche Projekt nicht von Anfang an darauf angelegt, hüben & drüben, nach dem NS- Regime der mörderisch Schamlosen, in den Köpfen der Deutschen ein Regime der Scham zu installieren, das die Menschen emotional wie politisch paralysiert, in Schockstarre versetzt, in ihren Antriebs- Impulsen dazu bringt, ob sie wollen oder nicht, dem Hintergrundgeräusch des Urknalls der Stunde Null von 1945 zu lauschen, darin, wie verschollen, unterzutauchen?

Für mich bot die DDR, als Drüben, voran Ostberlin, Waren (Müritz) Rostock auf dem Transit über Grevesmühlen, Herrenburg, Lübeck nach Hamburg Urlaub von dem angestrengten wie auferzwungenen Milieu der vagabundierenden Vaganten Null- Bock, Tu- Nix Alltagsphilosophie im Hüben.

In der DDR konnte ich mit dieser Alltagsphilosphe, aufgehoben wie in einem Elysium als Alltags- Heroe, emotional üppig versorgt, den Wert von alltäglchen Kleinigkeiten,Reibereien, Freuden, Enttäuschungen, Schlangestehen, Nicht- Schlangestehen, einfach weitergehen, neu entdecken, forschend, mal frisch, mal matt und müde durch die Landschaft ziehen.
Das ging nur bis zum Berliner Mauerfall am 09. November 89, seitdem glt, drüben wie lange vorher im Hüben, meine Alltagsphilosophie von damals „Null- Bock, Tu- Nix“ als alter Hut eines unverbesserlichen Tunichtgut..
Also habe ich mich von da an unverdrossen aufgeschlossen der deutsch- deutschen Europa- Kampagne „Tu wat“ angeschlossen, in meinem Gemüt aus dem Wochenmagazin „Sonntag“ Gestüt in der DDR ein alldeutsches Freigehege mit verbalen Gelege, Überraschungseiern zum Frühstück, Arbeitsgeräusche vortäuschend? „der Freitag“.
tschüss
JP
jayne schrieb am 02.07.2009 um 21:18
@jp: Dieser Kommentartext von Ihnen berührt mich seltsamerweise mehr als ich Beitrag, er scheint mir klarer und konkreter.

Walt Whitmans Gesänge - ich beziehe mich auf eine in den siebziger Jahren im Verlag Ph. Reclam junior Leipzig erschienene Ausgabe der Gedichte des amerikanischen Dichters, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Hochzeit hatte, in der zeit vieler technischer und gesellschaftlicher Neuerungen in den USA.
Joachim Petrick schrieb am 03.07.2009 um 21:41
Hallo jayne,

mein obig drastifizierender Beitrag hebt darauf ab, eine allgemeine Plattform für Verunsicherung zur Inneren Integration Deutschlands, bzw. Respekt, Achtung, Toleranz gegenüber unteschiedlichen Lebensentwürfen, -läufen, in Nord- , Süd- , West- , Mittel- , Ostdeutschland in den Köpfen der Leser, voran meinem eigenen, anzubieten.

Sie machen mich neugierig, was Sie an meinem Kommentartext seltsamerweise mehr als mein obiger Beitrag berührt?

Sie würden mir eine besonderes Lese- Vergnügen bereiten, wenn Sie mich mit ihrem Favoriten unter Walt Whitmans Gesängen bekannt machen!
tschüss
JP
jayne schrieb am 06.07.2009 um 10:03
Hallo JP, Ihr Kommentartext erscheint mir einfach stringenter, mehr auf den Punkt gebracht, die Kürze bekommt der Sache in diesem Falle gut.

Was Walt Whitman betrifft - einer der Favoriten aus der Sammlung Grashalme ist für mich "Salut au Monde", leider habe ich den Text online nicht auftreiben können, und zum Abschreiben habe ich keine Zeit, aber falls Sie ein Exemplar der Grashalme in der Übertragung von Erich Arendt in die Hand bekommen, so verweise ich auf die 9. und 10. Strophe des Langgedichts, die mir sehr gefallen ...
Joachim Petrick schrieb am 08.07.2009 um 18:15
Hallo jayne,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung und Auskunft über Ihren Favoriten Gesang:
Was Walt Whitman betrifft - einer der Favoriten aus der Sammlung Grashalme ist für mich "Salut au Monde", leider habe ich den Text online nicht auftreiben können, und zum Abschreiben habe ich keine Zeit, aber falls Sie ein Exemplar der Grashalme in der Übertragung von Erich Arendt in die Hand bekommen, so verweise ich auf die 9. und 10. Strophe des Langgedichts, die mir sehr gefallen.."
ich mache mich frohlockend auf die Pirsch.
tschüss
JP
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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