Joachim Petrick

Frag Lacher in den Bauch

10.06.2011 | 02:57

Stern enttarnt geheime "NS-Generationshorde" der Jahrgänge 1922-29

Stern enttarnt ultrabrutal, unter historischem Heulen & Zähneklappern, unerschrocken geheime "NS- Generationshorde" der Jahrgänge 1922- 1929

Was sich im Stern Nr. 24- 94- 2011  investigativ
als Blitz zum Donnerstag dieser Woche
gruselig liest,
wie die schlussendlich ultrafinale  Aufdeckung einer NS- Geheimgesellschaftshorde der letzten Jahrestage des Dritten Reiches,
die weit gefährlicher bis heute als Marsch durch die Institutionen und alle gesellschaftlichen Bereiche Deutschlands bis ins Altenheim, in Seniorenresidenzen, in Pfegeheimen,
unentdeckt, undercover unterwegs, ihrem dunklen Sinnen & Trachten weiter unverbrüchlich verpflichtet nachgeht,
als es der Wehrwolf der NSDAP nach 1945  je hätte sein können, noch organisatorisch hätte vermögen,
entpuppt sich,
 beim näheren Hinsehen als das unmündige Pimpfen- , Hitlerjungen, Flakhelfer/innen Pack,
das sich für die Hitler- Nachkriegszeit, ab dem 08. Mai 1945, unerschrocken,
beflügelt von ungezügeltem Freigeist der wiedergewonnenen, verloren geglaubten frühen Rest- Jugendjahre,  unabdinglich, unvernetzt, auf Biegen und Brechen alter überkommener Traditionen und Grenzpfähle,
vom Frieden, dem Aufbau Europas befeuert,
auf Teufel komme heraus,
stumm auf die Inneren Fahnen geschrieben hatte,
in einem solitären Teil des in Besatzungszonen zerteilten Deutschen Rest- Reiches
unter dem
Dopplungs- Sammlungsbegriff
"Bundesrepublik Deutschland/Deutsche Demokratische Republik
(BRD & DDR) "
eine Demokratie zu errichten, die sich so was von weiss gewaschen hat,
dass dem Führer, Adolf Hitler, in seinem eiligen Grabe für alle Zeiten Hören und Sehen vergehe.
"Wer früh durch eigene Hand, wie der Führer stirbt, ist länger tot!"

Auf dass niemand jemals erfahre, dass diese geheime NS- Generationshorde
der Jahrgänge 1922- 29,
noch nicht volljährig, ja strafunmündig,
gesetzlich  gar nicht in Lage war,
persönlich legitimiert,
 ordnungsgemäße Anträge auf eine Mitgliedschaft in der NSDAP, der SA, SS zu stellen,
geschweige denn wirksam zu unterschreiben,
sondern auf die heimlichen Unterschriften ihrer gesetzlichen Vertreter/innen,
sprich Eltern, Vater, Mutter  angewiesen war.

Diese Unkenntnis darüber, dass im Dritten Reich, die Volljährigkeit erst ab dem vollendeten 21. Lebensjahr galt,
ficht aber den Stern in seiner investigativen Reportage über diese unheimlich geheime wie unvernetzte NS- Generationshorde, der Jahrgänge 1922- 1929  nicht an.

Was für eine Schmach & Schande für eine geheime unvernetzte NS- Generarationhorde
der unmündigen Pimpfe, Hitlerjungen, Flakhelfer/innen,
nicht einmal als Fussnote der NS- Geschichte
durch eine eigenhändige Unterschrift auf ordentlichen Anträgen,
wenigsten in Tausend Jahren,
als Karteileiche archiviert in Erscheinung zu treten.

Irgendwetwas läuft schief in unserem Lande?

Diese unmündigen Pimpfe, Hitlerjungen, Flakhelfer/innen sind,
dank der investigativ unerschrockenen Arbeit des Stern im Bundesarchiv Koblenz
nun für alle Zeiten mit Klarrnamen identifiziert,
darunter so prominente Persönlickeiten wie:

Walter Jens, Jahrgang 1923,
Martin Walser, Jahrgang 1927,
Siegfried Lenz, Jahrgang 1924,
Ingeborg Drewitz, Jahrgang 1923
Hildegard Knef,Jahrgang 1925
Hilmar Hoffmann, Jahrgang 1927,
Dietrich Fischer- Dieskau, Jahrgang 1925
Erich Loest, Jahrgang 1926
Iring Fetscher, Jahrgang 1922
James Krüss.Jahrgang 1925
Günter Rohrmoser, Jahrgang 1924
Dieter Wellershoff, Jahrgang 1927
Günter Grass, Jahrgang 1927
Hans- Dietrich Genscher, Jahrgang 1927
Niklas Luhmann, jahrgang 1927
Horst Eberhard Richter, Jahrgang 1923
Peter Boenisch, Jahrgang 1927
Hans- Joachim Fuchsberger, Jahrgang 1927
Günter Pfitzmann, Jahrgang 1924
Marianne Koch, Jahrgang 1927
Ruth Leuwerik, Jahrgang 1926
Peter Alexander, Jahrgang 1926
Pinkas Braun, Jahrgang 1923
Hardy Krüger, Jahrgang 1928
Claus Biederstedt, Jahrgang 1928
Horst Tappert, Jahrgng 1923
Harald Juhnke, Jahrgang 1927
Heinz Schenck, Jahrgang 1924
Dieter Thoma, jahrgang 1927
Ulrich Brecht, Jahrgang 1927
Rolf von Sydow, Jahrgan 1924
Johannes Mario Simmel, Jahrgang 1924
August Everding, Jahrgang 1928
Claus Jakobi, Jahrgang 1924
Klaus Bölling, Jahrgang 1928
Joachim Fest, Jahrgang 1926
Jobst Siedler, Jahrgang 1927
Klaus Harpprecht, Jahrgang 1927
Horst Seifart, Jahrgang 1922
Rudolf Augstein, Jahrgang 1923
Conrad Ahlers, Jahrgang 1925
Richard Gruner,Jahrgang 1925
Siegfried Unseld, Jahrgang 1924
Kurt Sontheimer, Jahrgang 1928
Günter Ungeheuer, Jahrgang 1926
Claus Hinrich Cassdorff, Jahrgang1925
Günter Müggenburg, Jahrgang 1926
Hans- Joachim Clarin, Jahrgang 1929
Alois Joseph Ratzinger, Jahrgang 1927
Hans Küng, Jahrgang 1928
Peter Tamm, Jahrgang 1928
Gerhard Zwerenz, Jahrgang 1925
Ernst Jandel, Jahrgang 1925
Max von der Grün, Jahrgang 1926
Michael Andreas Helmut Ende, jahrgang 1929
Günter Kunert, Jahrgang 1929
Günter Guillaume, Jahrgang 1927
Siegfried Buback, Jahrgang 1923
Kurt Rebmann, Jahrgang 1924
Ernst Benda, Jahrgang 1925
Ehrhard Eppler, Jahrgang 1926
Egon Bahr, Jahrgang 1922
Heinz Kluncker, Jahrgang 1925
Günther Gaus, Jahrgang 1929
Horst Ehmcke, Jahrgang 1927
Hans- Jochen Vogel, Jahrgang 1926
Johannes von Thurn und Taxis, Jahrgang 1926
Gerhard Jahn, Jahrgang 1927
Hans Matthöfer, Jahrgang 1925
Rainer Barzel, Jahrgang 1924
Friedrich Zimmermann, Jahrgang 1925
Werner Veigel, Jahrgang 1928
Harry Valrien, Jahrang 1924
Franz Heubel, Jahrgag 1924
Gerhard Stoltenberg, Jahrgang 1928
Klaus von Dohnanyi, Jahrgang 1928
Eberhard von Brauchitsch, Jahrgang 1926
Vicco von Bülow (Loriot), Jahrgang 1923
Dieter Hildebrandt, Jahrgang 1927
Horst Jansen, Jahrgang 1925
Sammy Drechsel, Jahrgang 1925
Wolfgang Neuss, Jahrgang 1923
Reinhard Appel, Jahrgang 1927
Peter Bacher, Jahrgang 1927
Rolf Bossi, Jahrgang 1923
Carola Stern, Jahrgang 1924

Was bei dieser Liste der Jahrgänge 1922- 1929 nicht nur in dieser Stern Reportage auffällt, ist, dass diese Jahrgänge in der DDR kaum eine Chance hatten, in Gesellschaft, Wirtschaft, Block- Parteien, nationaler Front, SED, Politbüro,Zentralkomitee (ZK) der SED, MfS, STASI, Kultur, Medien Karriere zu machen, geschweige denn prominent zu werden.

Das gelang nur einigen Wenigen im Fall ihrer frühen Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland vor dem Berliner Mauerbau am 13. August 1961,
wie in den  Fällen:
Gerhard Zwerenz, Jahrgang 1925
Günter Kunert, Jahrgang 1929
Günter Guillaume, Jahrgang 1927
Hans-Dietrich Genscher, Jahrgang 1927

Da stellt sich die historisch brisante Frage, war die DDR als Politikunternehmen eine reine Generationsveranstaltung der Jahrgänge von 1876- 1921, samt hochherzig sozialistisch milde gestimmt gesellschaftlicher Kader- Aussteuerung oder einfach  politischer  Aufenthalts- Duldung der nachwachsender Jahrgänge 1922- 1968  in der DDR wie in den neuen Bundesländern bis heute?

Gut es gab auch in der DDR in einzelne Ausnahmefällen nach den Jahrgängen 1876- 1921 Hoffnungsläufe auf der Karriereleiter, wie in den Fällen von Günter Mittag, Margot Honecker, Egon Krenz, Günter Schabowski, Markus Wolf,  Alexander Schalck- Golodkowski, Hans Modrow.
Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Stern Redaktion hat ganze Abeit geleistet.
Der Stern hat weder Mühe noch Kosten, im Für und Wider der gewagten These gescheut:
"Haben die genannten Personen der Jahrgänge 1922- 1929 nun von ihrer unmündig, falsch beleumundeten NSDAP, BDM, SA, SS- Mitgliedschaft gewußt oder nicht",
Dazu hat der Stern umfänglich bei anerkannt ausgewiesenen, ausschließlich männlichen, Experten wie den Professoren Heinz Bude, Hans- Ulrich Wehler, Norbert Frei, Armin Nolzen fundierte Stellungnahmen  eingeholt, ohne auch nur ansatzweise vorab, einen Hinweis zu geben, dass im Dritten Reich, davor, danach bis etwa zum Jahre 1972 im geteilten Deutschland,  die Volljährigkeit für mündige Bürger/innen erst ab dem vollendeten 21. Lebensjahr galt.

Was für eine journalistisch spektakulär, mit Expertisen aufgemotzte, geschichtsvergessene Nonsensnummer mutet der Stern dieser Woche seinen Lesern/innen und der Welt- Öffentlichkeit zu und das, ausgerechnet  am Beispiel von Personen zu, die nachweislich mehrheitlich für das Nachkriegsprojekt des Aufbaus der Demokratie auf deutschem Boden in einem geteilten Land und Kontinent standen?

Oder?:
Jetzt wird klar, alle diese genannten und noch viel mehr ungenannten Personen
der geheimen, unvernetzt gemeinsamen  NS- Generationshorde hat,
im Hüben und Drüben Grübeln,
jeder auf eigene Faust autonom,
oder als Parteisoldat/in
in der SPD, CDU, CSU, FDP, KPD, DKP, SED,
Pen- Club Ost- und West,
Regierungsämtern, Zentralkomitees,
Politbüros.
Presseräten,
Gerichtssäälen,
Akademie der Wissenschaften,
den Medien,
Max- Planck- Institut, Goethe- Gesellschaft, Schriftstellerverband,
Kulturvereinen, Wohlfahrtsverbänden,
Rotes Kreuz, Diakonie, Caritas, Vatikan,
Krankenkassen, kssenärztliche Vereinigung,
Psychiatrie,
Kinderheimen,
medizinsch- administrativem Sektor,
Atomindustrie,
Geheimdiensten,
BND,
Verfassungsschutzämtern,
Polizeibehörden,
Ausländerbehörde,
 MfS/STASI,
BKA,
Wirtschaft, Sport, in Kirchen, Gewerkschaften, Kommunen, Verbänden, Stiftungen,
Transatlantischer Gesellschaft,
NATO,
Warschauer Vertrag,
Comecon,
EU,
Weltbank, IWF,
UNO,
WTO
Zentralbanken,
Banken,
Versicherungswirtschaft,
sein/ihr unberechenbares Unwesen auf dem unaufhaltsamen Weg hin zum Aufbau der Parteien Demokratie parlamentarisch repräsentativer Prägung unter efühltem Erpressungsdruck der ostwestlichen Siegermächte, danach der Medien getrieben und treibt weiter sein, ihr uneinsehbares Unwesen,
wenn wir nicht frühzeitig durch die Stern Reportage dieser Woche im Nachherein aufmerksam geworden, erweckt,
ein, was sage ich,
zwei  Augen auf alle diese wackeren  Menschen und ihre guten wie weniger guten Taten und Werke geworfen hätten und weiter werfen!?

Ja, wo wirken sie denn jetzt, diese politisch entzündbar, global entflammbaren Jahrgänge 1922- 1929?

Ich sage es euch,
sie wirken ohne Unterlass, wie ein medizinisches Gift hier,
wie ein heilsamer Nährstoff da,  
im kollektiven Gedächtnis unserer Köpfe fort.

siehe:

Stern Nr. 24- 94- 2011

"HItlers böser Schatten"
.

 
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Kommentare
weinsztein schrieb am 10.06.2011 um 03:46
Die einen zogen später Konsequenzen, andere eher nicht.

Manche reflektierten öffentlich ihr Leben zur Nazizeit, viele taten es nicht.
apatit schrieb am 10.06.2011 um 06:06
… wissen Sie JP was ich an Ihnen schätze, Sie benennen ALLE! Leichen im Keller und wer mit schmutzigen Finger z.B. auf die DDR zeigt, die sowieso fast alles Falsch gemacht hat, sollte sich diesen zeigenden Finger gründlich reinigen, und nicht nur wegen Darmbakterien! Und da sind wir wieder beim deutsch-deutschen Thema, was wie ein Menetekel uns das Leben vermiest. Aber vielleicht sind wir in Libyen sauberer, wie "Bio-Deutschen."
apatit schrieb am 10.06.2011 um 06:08
(wir)
claudia schrieb am 10.06.2011 um 07:27
>>Und da sind wir wieder beim deutsch-deutschen Thema,...<<
Und das begann nach dem 2. Weltkrieg mit dem "kalten Krieg".
Übrig blieb als Relikt aus dem "kalten Krieg" die BRD, die sich die DDR einverleibte und nun die eigentlich fällige, aber verweigerte Gründung eines neuen Staates mit vom Volk beschlossener Verfassung immer noch mit dem guten alten kalten Krieg begündet: "Nie war er so wertvoll wie heute..."
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 16:48
@weinsztein

Was mich an der Stern Reportage irritiert, ist folgender Aspekt:

"Was für eine journalistisch spektakulär, mit Expertisen aufgemotzte, geschichtsvergessene Nonsensnummer mutet der Stern dieser Woche seinen Lesern/innen und der Welt- Öffentlichkeit zu und das, ausgerechnet am Beispiel von Personen zu, die nachweislich mehrheitlich für das Nachkriegsprojekt des Aufbaus der Demokratie auf deutschem Boden in einem geteilten Land und Kontinent standen?"
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 16:50
Da stellt sich die historisch brisante Frage, war die DDR als Politikunternehmen eine reine Generationsveranstaltung der Jahrgänge von 1876- 1921, samt hochherzig sozialistisch milde gestimmt gesellschaftlicher Kader- Aussteuerung oder einfach politischer Aufenthalts- Duldung der nachwachsender Jahrgänge 1922- 1968 in der DDR wie in den neuen Bundesländern bis heute?
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 16:51
@apatit

Gut es gab auch in der DDR in einzelne Ausnahmefällen nach den Jahrgängen 1876- 1921 Hoffnungsläufe auf der Karriereleiter, wie in den Fällen von Günter Mittag, Margot Honecker, Egon Krenz, Günter Schabowski, Markus Wolf, Alexander Schalck- Golodkowski, Hans Modrow.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 17:00
@claudia

"Übrig blieb als Relikt aus dem "kalten Krieg" die BRD, die sich die DDR einverleibte und nun die eigentlich fällige, aber verweigerte Gründung eines neuen Staates mit vom Volk beschlossener Verfassung immer noch mit dem guten alten kalten Krieg begündet: "Nie war er so wertvoll wie heute..."

Interessante These.

Anders gefragt, war die deutsche Teilung mit Hilfe des Kalten Krieges, nur eine politisch dramatische Theaterkulissen Inszenierung mit Fiaskao faktor 10, um zeitnahen Entschädigungsforderungen für die NS- Verbrechen, Friedens- und Kriegverbrechen der Deutschen Wehrmacht insbesondere aus Osteuropa zu entgehen?
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 17:01
@claudia
Seutsche Teilung:
Teatherinszenierung mit Verfallsdatum 09. November 1989
apatit schrieb am 10.06.2011 um 19:28
Einspruch Euer Ehren! : “Günter Schabowski und Markus Wolf “ in einen Atemzug zu nennen, lieber JP, ist so als wenn man einen Trabi der mit 1:33 fährt, weil man es gut mit ihnen meinen möchte, E 10 anbietet. Resultat, hat zwar geschmeckt aber Tot! Der eine, ( G.S.) hätte das Mäulchen aufreißen sollen als er noch im Politbüro saß, aber da war schweigen im Walde. Da hat noch Markus Wolf, ( vor 1989 ) mit seiner Troika versucht etwas offner zu sein und den Dienst in der HVA noch vor 1989 – vor der friedlichen Revolution – böse Menschen meinen ja , es war eine Konterrevolution, verlassen! Und Claudia hat schon Recht mit ihrer These von kaltem Krieg, da flennen noch heute die eiskalten Krieger, dass alles vorbei ist. Aber es gibt ja andere lohnende Ziele, ich schaue da nur nach Nordafrika usw.
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 19:41
@apatit

"Ich ehre zurück!"

Gehören Günter Schabowski und Markus Wolf “ nicht in einen Atemzug in dieselbe Generationshorde?

Über Markus Wolf war ich enttäuscht, weil ich mir erhofft hatte, seine Firma "Horch & Guck" Hauptabteilung des MfS für die Außenbeziehungen der DDR und SED würde nicht nur über Herrschaftswissen über das amtierend politische Personal in Westeutschland verfügen, das den ganzen Schlamassel nicht nur der Atomindustrie vo amtswegen verfügt, sondern auch nutzen.
Beides Male offentsichtlich Fehlanzeige.

Eigentlich schade!, oder?
apatit schrieb am 10.06.2011 um 20:17
… MfS ( das Ministerium ) – HVA, die Auslandsaufklärung im Ministerium. Horch und Guck oder Stasi sind die im deutschen Sprachgebrauch platzierten “Gruselbegriffe“. Damit habe ich meine Schwierigkeiten.
“Der Großen Koalition geht die Forderung der FDP nach einer Überprüfung von früheren Bundestagsabgeordneten auf Stasi-Kontakte nicht weit genug. Spitzenpolitiker von Union und SPD sprachen sich vielmehr dafür aus, den Einfluss der DDR-Staatssicherheit nicht auf die Politik, sondern auch auf die Gesellschaft in Deutschland umfassend erforschen zu lassen.“ Wo sind die IM oder gab es überhaupt welche im Westen? Und nun lieber JP – warum ist da bis heute, eigentlich so wenig geschehen!
Joachim Petrick schrieb am 11.06.2011 um 11:33
@apatit

"Spitzenpolitiker von Union und SPD sprachen sich vielmehr dafür aus, den Einfluss der DDR-Staatssicherheit nicht auf die Politik, sondern auch auf die Gesellschaft in Deutschland umfassend erforschen zu lassen.“ Wo sind die IM oder gab es überhaupt welche im Westen? Und nun lieber JP – warum ist da bis heute, eigentlich so wenig geschehen!"

So hat es der SED- Staat, samt MfS/STASI ja auch 1989/90 mit dem Stasiunterlagengesetz? gemnacht, von sich auf die IMs abgelenkt.
Das hat ja bestens geklappt, außer, dass jetzt ein Teil der IMs als Kundschafter/innen des Friedens, im Hüben & Drüben, als Vorbereiter der firedlichen Wiederrveerinigung Deutschlands, Europas endlich die Aussicht auf eine Intelligenzrente erhalten, wie die 68er leider noch lange nicht?
claudia schrieb am 11.06.2011 um 12:05
Das ist wohl ein Aspekt, JP.

Aber wir müssen darüber hinaus auch thematisieren, dass das "antikommunistische Bollwerk BRD" auch heute eine Zitadelle des Kaputalismus ist:
Von hier gehen die Strategien zur Entwertung der Arbeitskraft aus. Und hier wird die faschistische Hetze gegen die Verarmten formuliert, die den Einen Zornablenkung von den Verursachern und den Anderen Romantisierung der Armut bietet. (Beides bedingt sich gegenseitig).
Joachim Petrick schrieb am 11.06.2011 um 14:05
@apatit

"Von hier gehen die Strategien zur Entwertung der Arbeitskraft aus. Und hier wird die faschistische Hetze gegen die Verarmten formuliert, die den Einen Zornablenkung von den Verursachern und den Anderen Romantisierung der Armut bietet. (Beides bedingt sich gegenseitig)."

Danke für die ermutigend zündende Formulierung
claudia schrieb am 10.06.2011 um 08:53
Ich bin Baujahr 1949 und erlebte Lehrer, die stramme Hitlerjungen gewesen waren. Manche Älteren auch mehr.
Und einen Obermedizynalrat, der sich exakt so verhielt, wie man sich einen Nazi vorstellt: Er war neugierig auf das kleine Zwitterlein, nichts von Menschenwürde oder wenigstens Gewaltverzicht.

Im Umfeld hörte ich immer wieder den Spruch: "Beim Hitler hätte es das nicht gegeben": Die gute alte Nazizeit, wo ist sie nur geblieben?

Dann habe ich mich mit dem 3. Reich befasst, wollte wissen, was das eigentlich war.
Die Erkenntnis, dass ein Hitler keineswegs ein Volk beherrschen kann, wenn nicht viele Karrieristen mitmachen, (auch der erste Sternchef Henri Nannen) kam fast automatisch.

Und heute?
Es wird viel über die schlimmen Zustände geredet. Reden oder auch mal demonstrieren darf man, das ist der Stuhlgang der Seele. Die Obrigkeit hat dazu gelernt: Mitläufer dürfen mal meckern, Hauptsache sie laufen mit.

Wer in 30 Jahren noch lebt, wird sich vielleicht fragen lassen müssen: "Warum habt Ihr alles mitgemacht?"
Man sollte schon mal über die Antwort nachdenken.
Joachim Petrick schrieb am 10.06.2011 um 17:19
@claudia

Ich sachmaso als Jahrgang 1944:

Die Stern Redaktion hat ganze Abeit geleistet.
Der Stern hat weder Mühe noch Kosten, im Für und Wider der gewagten These gescheut:
"Haben die genannten Personen der Jahrgänge 1922- 1929 nun von ihrer unmündig, falsch beleumundeten NSDAP, BDM, SA, SS- Mitgliedschaft gewußt oder nicht",
Dazu hat der Stern umfänglich bei anerkannt ausgewiesenen, ausschließlich männlichen, Experten wie den Professoren Heinz Bude, Hans- Ulrich Wehler, Norbert Frei, Armin Nolzen fundierte Stellungnahmen eingeholt, ohne auch nur ansatzweise vorab, einen Hinweis zu geben, dass im Dritten Reich, davor, danach bis etwa zum Jahre 1972 im geteilten Deutschland, die Volljährigkeit für mündige Bürger/innen erst ab dem vollendeten 21. Lebensjahr galt.

Was für eine journalistisch spektakulär, mit Expertisen aufgemotzte, geschichtsvergessene Nonsensnummer mutet der Stern dieser Woche seinen Lesern/innen und der Welt- Öffentlichkeit zu und das, ausgerechnet am Beispiel von Personen zu, die nachweislich mehrheitlich für das Nachkriegsprojekt des Aufbaus der Demokratie auf deutschem Boden in einem geteilten Land und Kontinent standen?
claudia schrieb am 11.06.2011 um 12:18
Ich halte für wichtig, aufzuzeigen, wie Verbrechen der Nazen für die Verharmlosung der Verursacher benützt werden.
Die kleine, insolvente Radaupartei "NSDAP" war 1930 vorhanden und wurde zum Palastwächter der Herrschenden aufgebaut. Wäre sie nicht vorhanden gewesen, hätte man eben Andere dafür benützt. (Gustav Noske, bzw. seine Auftraggeber haben 1919 genau das Gleiche gemacht, nur dass die Aggressoren noch nicht NSDAP hiessen.)

Die Ursache faschistischer Herrschaft liegt nicht im Faschismus selber, sondern in den Nutzern des Faschischmus. Und die sind die Gleichen, ob 1919, 1933 oder 2011. Davon lenkt die Propaganda sehr erfolgreich ab.
Joachim Petrick schrieb am 11.06.2011 um 14:03
@Claudia

Alle Achtung für Dein engagiertes Plädoyer:

"Die Ursache faschistischer Herrschaft liegt nicht im Faschismus selber, sondern in den Nutzern des Faschischmus. Und die sind die Gleichen, ob 1919, 1933 oder 2011. Davon lenkt die Propaganda sehr erfolgreich ab."

Das ist ja mein Reden mit der Aufforderung verbunden, den Ersten Weltkrieg 1914- 1918 mit seinem dauer- Vorkrieg des Globalen Kolonialismus ins Visier der Betrachtung bei der bewertung der Wurzeln des Faschismus mit seiner nationalsozialistischen Ausformung infolge der Niederlage des Deutschen Reiches, samt asymmetrisch herbeigeführten Frieden, zu nehmen.

Im übrigen geht es mir mit diesem meinem Blog um jene, die jetzt, gerade im Stern diesr Woche, neben anderen als Verleugner/innen in den Medien wiederholt kampagnenhaft vorgeführt werden, um ihren Mut & Kampf gegen vordemokratische Verhältnisse in unserer Einen Welt verblassen zu lassen.
Wo wir doch deren ermutigend freigeistigen Vorbilder, darunter Walter Jens u. a., so bedürfen.
weinsztein schrieb am 11.06.2011 um 02:09
Lieber Joachim Petrick,

etwas weniger missverständliche Stakkatosprache und Ihre Leser hätten es viel leichter.
Joachim Petrick schrieb am 11.06.2011 um 11:41
Lieber weinsztein,

Danke für den Hinweis.

Ein altes Friedensleiden ist da bei mir wieder ausgebruchen, wie bei anderen Kriegswunden.
,
Ich werde mich bemühen, meine Friedenswunde zu "zähmen"
poor on ruhr schrieb am 12.06.2011 um 09:32
@JP
Der Wiederaufbau ist abgeschlossen und frisst seine Kinder.

Die deutsche Gesellschaft ist angekommen in der
Völkergemeinschaft und darf heute wieder ganz normale gerechte Kriege in aller Welt zusammen mit den anderen friedfertigen Nationen des Westen machen.

Menschen könne sich ändern . Man sollte ihnen das zugestehen.

Trotzdem hat Heinz Rühmann mit der jüdischen Kopfbedeckung in seinen späten Jahren immer etwas komisch auf mich gewirkt.

Quax der Bruchpilot hatte da seine ulitmative Mütze gefunden, doch die Mütze alleine macht es auch nicht, wenn man diese Vergangenehit ls öffentliche Person nicht auch öffentlich aufarbeitet.

Besonders mutig ist das vom stern nicht mehr, heute solch eine Liste zu veröffentlichen.

Als Impuls für Diskussionen gegen das Vergessen könnte es nützlich sein , aber nur, wenn man das Gesamte diskutiert und sich nicht nur an dejenigen auf der Liste hochzieht , die später etwas Anderes gelebt haben.

Mir geht aber auch der Gedanken vom konkret-Gremliza im Kopf, dass viele nach der Nazi-Zeit nicht trotz sondern wegen ihrer Mitgliedschaft in den Nazi-Organisatonen in der Wiederaufbauzeit Karriere gemacht haben.

Herzliche Grüße

por
Joachim Petrick schrieb am 12.06.2011 um 15:04
por

@por

"Trotzdem hat Heinz Rühmann mit der jüdischen Kopfbedeckung in seinen späten Jahren immer etwas komisch auf mich gewirkt."

War es nicht eher die Baskenmütze der ETA in Spanien?

Heinz Rühmann war ja als Nazi- Sympathisant bekannt, der sich schon einmal für ein propagandistisches Filmchen mit den Kindern der Goebbels aus reiner Kinderliebe zu Joseph Goebbels 50.zigtsen Geburtstag für die UfA einspannen ließ.

Wenn Du meinen Blog genau liest, wirst Du erkennen, das es mir nicht um Promis der Jahrgänge vor 1922 geht(Heinnz Rühmann, jahrgang 1902) , die sich mit ihrer Nähe zu den Nazis erst gebrüstet, dann nach dem Kriege öffentlich zu Kreuze krachen, insgeheim z. T. aber in politischen Tarnorganisationen, Seilschaften weiter für die völkisch umnebelte Grundidee des Nationalsozialismus eintraten, dieser im Kalten Krieg eine globalisierte Lanze brachen.

Mir geht es um Personen, gar Promis, die damals 1933- 45 im Pimpfen- ,Hitlerjungen, Flakhelfer/innen Alter waren, die z. T. nach dem krieg als Vorbild gegen den Nationalsozialimus sich einen Namen in West- wie Ostdeutschland gemacht, wie Walter Jens, Erich Loest, Dieter Hildebrandt u. a., nie im Nachkrieg daran dachten , sich durch das Brüsten, gar Hervorheben evtl. NS- Mitgliedschaften in bestimmten Akademiker- , Kultur- , Kunst-, Sportkreisen, einen Vorteil für ihre Karriere zu erschleichen und nun seit etwa 1994 (Übergabe des US- Archivs an das Budesarchiv in Koblenz) vorgeführt werden für etwas, das nicht vorzuführen ist, nämlich als unmündig Heranwachsende, wie auch immer, wissentlich, unwissentlich durch die Beleumundung anderer, gesetzlicher Vertreter/innen, als Kader in Organen der NSDAP gelandelt zu sein.
Was für eine propagandistische Verlogenheit, um über das Versagen der Medien von 1949- 90 hinwegzutäuschen, die in das US- Archiv in Westberlin nach 1949 kaum hineinrecherchiert, das Bundesarchiv in Koblenz demonstrativ ignorirt, sich nun die irregeführten KIndsköpfe von damals, die Pimpfe greifen, weil sie die Väter/Mütter, Opas/Omas haben ungestört in ihrer Karrierebahn haben weiter laufen lassen.

tschüss
Jochen
sharklaser schrieb am 23.06.2011 um 06:42
Der heutige Nationalsozialist findet immer eine Ausrede - nach ihm ist eine Person selbst mit 100 noch nicht mündig. Fakt ist, daß diese Personen anders angesehen werden - besonders, da sie ihre Vergangenheit verschwiegen, um persönlich davon zu profitieren. Es interessiert nicht, was das System davor und der Nationalsozialismus als ein mündiges Alter angaben. Fakt ist: diese Personen haben sich bewußt für den Nationalsozialismus entschieden - im Gegensatz zu der Mehrheit der anderen Deutschen des gleichen Alters. Der Judenmordprofiteur wird für seine Taten noch bezahlen - und seien es "nur" seine Nachfahren - auch für die Raubmorde an der deutschen und slavischen Zivilbevölkerung, wie auch für die Raubmorde an den Sinti und Roma.
Joachim Petrick schrieb am 24.06.2011 um 02:02
@sharklaser

".......besonders, da sie ihre Vergangenheit verschwiegen, um persönlich davon zu profitieren. "

Da bin ich mir nicht so sicher. In den Fünfziger bis Sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts war es in Westdeutschland eher von Vorteil sich alter völkischer Verbindungen, Zugehörigkeiten zu NS- Kampfgemeinschaften, Körperschaften zu rühmen. Da brauchte es schon Rückgrat, klaren politischen Verstand es nicht der Mehrheit. gleichzutun.
Wer damals gegen dieses NS- Hintergrundrauschen in Westdeutschland wagte, seine Zunge zu zeigen, wurde selbst noch im Jahre 1965 von Bundeskanzler Professor Ludwig Ehrhard öffentlich als Gesocks, Fliegengeschmeiß und Pintscher abgewatscht.

Wer klare Positionen gegen die NS- Terrorzeit einnahm, hat, wenn überhaupt, damals nicht aufgrund seiner Anti- Meinung Karriere gemacht, sondern trotz seiner mutig dezidierten Meinung, wie im Fall von Professor Walter Jens, Günter Grass, Martin Walser, Gerhard Zwerenz, Dieter Hildebrandt, Günter Gaus u. u..

Was eher zu beklagen ist, dass Heranwachsende, Judendliche, Kinder von ihren nazistisch eingestellten Eltern, Vätern, Müttern, gesetzlichen Vertretern/innen in NS- Körperschaften ohne Rücksicht auf die Einstellungen der noch unmündigen Heranwachsenden, Judendlichen, Kinder, diese ehrgeizig in NS- Körperschaften angemeldet haben.

Bisher wurde in dieser merkwürig unterbelichteten Debatte über die Jahrgänge 1922- 29 gar nicht zur Kenntnis genommen, dass Heranwachsend damals zwar schon zur Wehrmacht, SS per Stellungsbefehl eingezogen werden konnten, aber immer noch bis zum vollendeten 21. Lebensgjahr nach dem fortbestehenden BGB und Jugendhilfegesetz unmündig bzw. strafunmündig waren, gar keine Verträge (Mitgliedschaften in Vereinen u. u.) ohne die Unterschrift der Eltern, Väter, Mütter abschließen durften.

Heute sind Heranwachsende mit 18 Jahren volljährig mündig, strafmündig vbereits mit 16, und sogar mit sieben Jahren vertragsfähig für die kleinen Dinge des täglichen Bedarfs.
Damals war das anders.
Joachim Petrick
Hamburger, begeistert vom Theater Stadtgefluester, 66-71 in Westberlin gelebt, 1982-89 Beliner Maueröffner, Sympathisant"Tanzender Lachoffensive", bin fuer spontane Humortests im Oeffentlichen Nahverkehr.
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Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

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Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
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