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Frieden – Wie geht das?

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Meine Frau weint

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Kultur : Verstummt Gott ohne Matussek zum sinnlosen Laut?

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Matthias Matussek mit Friedrich Georg Wilhelm Hegel wie

"Gott, ein sinnloser Laut"

Orginalton Matthias Matussek:
"Glauben ist eine Holschuld!" spätestens beim Weltuntergang
(s. ("Das kaholische Abenteuer" S. 104- 119).

Bundesfarbeitsministerin Ursula von der Leyen meint im Orginalton:
"Der Bildungschein ist eine Holschuld".

Sind wir in Deutschland überhaupt zur "Holschuld Gesellschaft" verkommen, die mit dem Gerede der Holschuld nur darüber hinwegtäuschen will, dass es da weder was an Bildungsscheinen noch Glaubensscheinen zu holen gibt, weil einfach, schlicht und ergreifend, sowohl die Bildung als auch der Glaube an sich, die Gesellschaft, Demomkratie, an Gott unterfinanziert ist?

Als leidenschaftlich praktizierender Katholik wußte Matthias Matussek am 15. September 2008 sofort, dass es bei der Pleite der US Investitionsbank Lehman Brother nicht um den Weltuntergang ging, sondern um die Gefahrenlage, dass gesellschaftliche Schichten, Formationen, global & lokal, einen Weltaufgang erleben könnten, die die Welt noch nicht gesehen hat.

Nur zu diesem alleinigen Zwecke, behufe, diese Gefahrenlage zu bannen, erklang das hohe Lied, die alte Weise aus dem Munde von Papst Benedikt XVI
"verflixt und nix cathedra"
gar nicht leise:
"Wer nur auf Geld gebaut, hat auf Sand gebaut!"

Nur wer, wie Papst Benedikt XVI wenigsten bruchstückweise der dänischen Sprache mächtig, weiss genau, was mit dem Wort "Sand" gemeint ist.
Sand heißt aus dem Dänischen ins Deutsche übersetzt "Wahrheit"

Dabei war die Lehman Brother Pleite ein untrügliches Menetekel, das andere Bilder aus der jüngsten Vergangenheit dem Vergessen entriss, nämlich die Bilder von
"Nine Eleven 2001",
dem Tag, an dem der Terroranschlag auf die Twin Towers im World Trade Center (WTC) im Ground Zero, New York, geschah.
Jetzt am 15.09. 2008 war wahr, war klar, dass als Reaktion auf das globale
"Kreditereignis Nine Eleven"
die völlig abwegig falschen Mittel ergriffen wurden, nämlich militärische statt finanzpolitisch währungspolitische Mittel zu mobilisieren, um angemessen durchgreifend auf diesen globalen
"Credit Event"
umfassend und entschieden zu reagieren.

Vor diesem düsteren Hintergrund, mitten in der Weltfinanzkrise, kommt es im Foyer der Sparkasse am Berliner Gendarmenmarkt mit Matthias Matussek, Martin Walser, der Cicero Rakteurin Christine Eichel als Moderatorin zu einer Talkrunde über das Thema
"Zusammnebruch des kapitalistischen Glaubenssystems/Liturgie des Freien Marktes/Die Entfesselung der Gier",
über das Matthias Matussek in seinem vorliegenden Buch
"Das katholische Abentuer"
im Kapitel
"Weltuntergang" (S. 104- 119)
eingehend berichtet.

Matthias Matussek und Martin Walser begrüssen sich in dieser Talkrunde gegenseitg wie alte Veteranen mit Stallgeruch aus den alltäglich ritualisierten Schlachtfeldern des katholischen Glaubens.

Matthias Matussek und Martin Walser erkennen einander, gleichsam, wie einst Adam Eva als sein Weib erkannte, Eva sodann einvernehlich als sein Eigen übermannte.
Wer ist in diesem bekennenden Duett
"Matussek& Walser"
Mann, wer Frau?
Wir wissen es nicht genau.

Auf jeden Fall weiss Matussek seinen Walser sogleich mit dessen alter Dichter Weise zu loben und zu preisen.
Das legendär kurze Martin Walser Gedicht geht in etwa so:

"Ich bin an den Budenzuber,
den Zinnober des Sonntag gebunden
wie an eine Melodie
Ich habe keine andere gefunden
Ich glaube nicht
aber ich knie!" (S. 108)

Wo die Weisen eines Walsers prahlend prall zitiert werden, dürfen die größten religösen Talente Sören Kierkegaard (1813- 1855), Friedrich Hölderlin (1770-1843) nicht fehlen.
Dafür sorgt Walser als verlässliche Angebotspalette, indem er Sören Kierkegaard mit dem Satz zitiert:
"Die Größe des Glaubens, ermisst sich an der Größe des Unglaubens!"

Walser erinnert an Friedrich Hölderlin als das größte religiöse Talent, weil in dessen Werken
"Gott"
320 Mal vorkomme.( S. 110)

Friedrich Hölderlin Orginalton:
"Droht die Gefahr am höchsten, naht auch schon die Rettung"

Martin Walser tritt in dieser Talkrunde als Apologet des Kapitals auf, wie Matussek ironisch meint, hat Walser doch gerade in seinem Roman
"Angstblüte"
die Romanfigur des Finanzmanagers Kahn, fachkundig im Detail, fundiert, kreiert.

Slogans, wie folgt, sind sehr nahe am Finanzmarktgeschehen:

"Ihr Geld verdient die Chance seiner betörend scheinbar wundersamen Vermehrung"
"Stören Sie ihr Geld nicht bei der Arbeit!"

Wobei die Vermehrung des Geldes im Grunde der Moldau keine ist, weil es hier nur um die Auf- bzw. Verblasung der Kreditwürdigkeit des Kunden geht, als wäre es die Verblasung eines gehetzten Wildes als erlegte Beute von Heute der Finanzsdienstleister Meute.

Nicht das Geldverdienen gibt den Adrenalin Kick, Schub, wie Martin Walser seine Romanfigur Kahn verkünden läßt, sondern das Geldzählen an sich und sei es das Geld der anderen, entfaltet die Wirkung eines stoffungebundenen Anti- Depressiva Adrenalin Kicks und Schubidubaschubs.

Im Zählen des Geldes, das man hat, nicht hat, liegt die wahre Kraft des Vergebens von Schuld, von Schulden, die man anderen macht, die andere einem schulden, liegt das Erahnen der erschöpfenden Verausgabung der eigenen Depression.

"Vergib mir meine Schuld, wie ich vergebe meinen Schuldigern!"

Ausgerechnet in Zeiten der Finanzkrisen gibt es dieses fragile Momentum allgemeiner wie scheinbar unerklärlicher Stimmungsaufhellung in Privathaushalten, Regierungen, Ministerien, wenn viele Menschen gezwungenermaßen nahezu gleichzeitig das Geld, das sie haben, nicht haben, adrenalingesteuert zählen.

Dabei gibt es Geld an sich gar nicht, außer den Schein von Geld, den man in der Hand hält, der einen rätselhaft das körpereigen anschwellende Adrenalin, gepaart mit einem unbändigen Drang unverzüglich auf Reisen zu gehen, spüren läßt.

Diese unmittelbar ansteigende Reiselust mit Papiergeld als Fahrschein in der Hand, im Blazer, kann ins Nirgendwo, kann aber auch beliebig ins Casino, zum Galopprennen, im Aufzug zum Schafott oder zu weiterem Schotter in die Schweiz aus Geiz führen.
"Reisen Sie dahin, wo ihr Geld täglich arbeitet!"

Martin Walser haut wie mit einem Paukenschlag ein Zitat von Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770- 1831) auf den Talkrunden Tisch:
"Gott ist ein sinnloser Laut!".
(S. 112)

Die Stimmung steigt mit den dichterischen Pointen.

Da kann aus dem Klassenkampf in der irrlichternden Weltfinanzkrise schon einmal im Eifer des Gefechts das L(ust) im Klassenkampf verlustig gehen, so dass nur noch der Kassenkampf übrigbleibt.

In Buch- und Schriftreligionen sind Worte die wahren Richtplätze.

Mitnichten beim Dichten, ein Wort gibt das andere, insbesondere im Reim.

Nein, ein Wort richtet das andere, meint Martin Walser (S. 112)
"Ich muss mich beim Dichten nach Worten richten"

Anders als Matthias Matussek, Bundsarbeitsministerin Ursula von der Leyen meint Martin Walser wacker, der Glaube ist keine Hol- sondern eine Bringschuld.
Wer da nicht von Kindesbeinen dabei ist beim Kirchgang, beim andächtigen Knien, den religiösen Unterweisungen daheim, der kriegt niemals mehr danach diesen heiligen Schauer beim Kirchgang in der Heiligen Nacht.
Die Familie muss es bringen, das ist deren Schuld.

Was aber offenbart sich in dieser Weltfinanzkrise im und durch den Kapitalismus?
Diese Frage der Moderatorin Christine Eichel bleibt voller Unschärfen, Unwuchten unbeantwortet im Raum zurück.

Ist der Kapitalismus eine juristische Person, die, wie Phoenix aus der Asche verpfändeter Kollekten aufgelöster klerikaler, säkulare Kirchen auferstanden, wie andere aus Ruinen, das Inkasso im unselig unheiligen Auftrag der verbliebenen Kirchen in der Real- wie Schattenwirtschaft, rationalisiert, Krisen effizient, zu administrieren?

Ist Gott als universal sinnloser Laut die Quelle von Sinnestäuschungen?,
in dem unsere Nerven- , wie Hirnzellen Gedankenbewegungen, Impulse auf etwas, auf Phänomene optisch oder audiovisuell auf Dinge übertragen, richten, die gar nicht da sind, vielleicht aber da sind, aber nur als raumgreifende Leere, als sinnentleert tonlos tönender Laut, auf alle Ewigkeit zu Echo Diensten stehen?

Zum Schluss an deser Stelle auf dieser Freitags Community Welle sei die Frage erlaubt.

"Wird Matthias Matussek als Harald Schmidt des Kulturbetriebes auf dem Martin Walser Ritt über den Bodensee oder wie Gott als sinnlos tonlos tönenender Laut "Titel Thesen Temperamene" (TTT) in unbehauster Leere des Universums über und in den Medien ge- und verhandelt?

Auf jeden Fall, scheint es, war dieses Trio Fatal
"Dame mit zwei geladenen Herren"
zum Martinstag ein gelungener Walser Matinee Talkabend am Berliner Gendarmenmarkt im Matussek Weltfinanzkrisenjahr 2008.

JP

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