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Frieden – Wie geht das?

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Politik : Was lernt der Euro aus der Geschichte der MARK, des Dollar?

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Sind die systemrelevant vermögenden Info- Eliten, die technokratischen Finanzakrobaten im nadelgestreiften Gewande der Finanzaristokraten der Euroländer zu feige, sich, zu Gunsten der Bestandssicherung des Euros, Verzicht auf unhaltbare alte Privilegien, ohne gesellschaftspolitische Radikalisierungen, gar Kriegserklärungen nach Innen und Außen, aufzulegen?

Seit der Lehman Brother Pleite am 15. September 2008 schwillt , Jahr um Jahr, der Bocksgesang, das Ziegengemäcker der Kritik an einer Dominanz der neo- liberalen Monetaristen in Europa – vor allem in den von der Finanz- und Schuldenkrise im Schleudergang gebeutelten Ländern hör- und sichtbar an. Die Menschen in vielen Ländern der Eurozone fühlen sich von der monetaristisch etaistischen Austerity- Politik, gepaart mit harten Sparforderungen an persönliche und staatliche Budgets, schon lange persönlich auf der Zinne, nun aber seit Monaten auch organisiert auf die Barrikaden getrieben.

Hat die Einführung des Euro im Jahre 2001 das an überdimensionierten Privilegien, alten Besitzständen der Eliten in den einzelnen Staaten der Eurozone aufgedeckt, das zuvor, wider besseres Wissen, u. a. im Bereich der Sicherheits- , Verteidgungspolitik, allerorten der Hauptstädte der Euroländer in Abrede stand?

Wird da nicht nachwievor dem Unbestimmten das Wort erteilt?, wenn Altbundespräsident Richard von Weizsäcker in der Sendung "MenschenbeiMaischberger" am 08. Mai 2012 erklärt:
"Was wir in Europa brauchen ist eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidgungspolitk der EU- Staaten"

Wo das Bestimmte erkennbar mit Händen zu greifen ist, nämlich die Notwendigkeit die Staatshaushalte der einzelnen Staaten, darunter Griechenlands (nahezu 20 % des griechischen Staatshaushaltes sind, mehr oder weniger, für den Sicherheits- und Verteidgungsbereich veranlagt), endlich von überdimensionierten Lasten für den Sichherheits- und Verteidungsbereich, von doppelten Strukturen zu Gunsten einer gesamteuopäischen Unionsarmee zu entlasten, iwrd weiter nur vom Unbesimmten geredet?

Müssen wir uns um den Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker Sorgen machen, der von seiner legendären Rede im Deutschen Bundestag am 08. Mai 1985 nur noch im kleinlauten Ton spricht, als sei er damals zu dieser Rede von Dritter Seite (Bundestagspräsident Philipp Jeninger) genötigt worden, weil US- Präsident Ronald Reagan im Jahre 1985 im Wege eines Staatsbesuches in der Bundesrepublik Deutschland ante Portas des Deutschen Bundestages stand, eine pompöse "Glanz & Gloria" Rede auf die angeblichen Erfolge der NATO durch "Totrüsten" der UdSSR, des Warschauer Paktes, des COMECON (Wirtschaftsbündnis der damaligen Ostblockstaaten in Europa) anzustimmen?

Seltsam auch, dass Altbundespräsident Richard von Weizsäcker es wichtig findet, Teile einer aktuellen Rede des NPD- Vorsitzenden in Mecklenburg- Vorpomern in Sandra Maischbergers Sendung zu zitieren, in der dieser unbotmäßig behauptet habe, alle Bundespräsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg seien bis zum Bundespräsidenten Roman Herzog NSDAP- Mitglieder gewesen, was ja nun, bekanntermaßen, wirklich nicht stimme, um sich dann auf einen eher unbestimmten Einwand von Jakob Augstein hin zu korrigieren"... nicht ganz stimme".

Das läßt Erinnerungen an eine, nicht wieder aufgelegt, verschollene Biografie Friedberg Pflügers, u. a. ehemaliger Referent und Privatsekretär des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, über Altbundespräsident Richard von Weizsäcker aufsteigen, in der eindeutig steht, dass es nur deshalb zu dieser, Richtung Ostblock versöhnlich gestimmten Rede gekommen sei, weil dem Bundespräsident Richard von Weizsäcker damals besonders daran lag, die UdSSR in der Angelegenheit des letzten Strafgefangenern in der Westberliner Zitadelle Spandau, des wg. Kriegsverbrechen verurteilten Stellvertreters des Führers Adolf Hitler, Rudolf Hess, soweit milde zu stimmen, dass auf dem Fusse dieser Rede vom 8. Mai 1985 im Deutschen B undestag dessen Freilassung erfolgen würde.
Immerhin hatte sich auch Willy Brandt nicht nur als Regierender Bürgermeister von Westberlin (1957- 1966) sondern auch als Bundeskanzler (1969- 1974) für die Freilassung von Rudolf Hess stark gemacht.

Friedberg Pflüger berichtet in dieser Biografie, dass er nur mit äußersten Mühen den Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker von dieser ultimativen Junktim Rede zu Gusnten der Öffentlichen Forderung der Freilassung von Rudolf Hess abalten konnte.
Nur deshalb sei aus reiner Zeitnot der friedlich versöhnlich stimmende Teil der Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker Rede am 8. Mai 1985 im Deutschen Bundestag in der legendär vorliegenden Form übriggeblieben.

"............alle schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkrieges und danach seien nicht vom Ende her, sondern allein vom Anfang, dem Beginn der NS- Regimes, im Jahre 1933 erklärbar....."!

Der Publizist und Historiker Arnulf Baring schwört "NEURO statt EURO!" in derselben Sendung im Zusammenhang mit der Entstehung und dem politisch angestrebten Bestand der Eurozone unabsehbare Gefahrenlagen herauf, als handele es sich um die dramatisch nacheilende Entstehung einer Großnation, den Vereinigten Staaten von Europa, die es nach seiner Einschätzung nie geben werde, weil in Europa jede Nation ihre eigene Kultur, Mentalität und Sprache habe, ohne dabei zur Kenntnis nehmen zu wollen, dass die kommunizierte Bedeutung der Staatswesen in der Welt als Binde- und Schmiermittel von Gesellschaft, Ökonomien, Bildungs- , Gesundheits- , Ausbildungs- , Kultur-, Wissenschaftsbetrieb, aufgrund der Globalisierung, von Jahrzehnt zu Jahrzehnt spürbar im Abnehmen begriffen ist?

Jakob Augstein ist da als Gast der Sendung offensiver sortiert, wenn er darauf verweist, dass sich noch im Jahre 1900 ein Schlesig- Holsteiner kaum mit einem Bayern im Deutschen Kaierreich ohne Dolmetscher (Übersetzer) sprachlich verständigen konnten.

Wer da im Zusamenhang mit der EU Gefahrenlagen an die Wand schreibt, als ginge es um die Entstehung einer Nation des 17. , 18., 19. , 20. Jahrhunderts, vergleicht, was in seinen Gründungszusammenhängen nicht vergleichbar ist, auch wenn die Widerstände bei der Implementierung des Euro als Einheitswährung in die Euroländer von ähnlicher Natur und Beharrungsvermögen in alten Besitzständen, Privilegien der Eliten sind.

Bereits im 19. Jahrhundert war, trotz der Kleinstaaterei auf dem europäischen Kontinent, klar, dass im Wege der industriellen Revolution, des Handels, Wandels, Verkehrs in Europa eine Einheitsährung entstehen würde.
Damals wurde bis zum letzten Viertel des 19. Jahrunderts eher an einen europäischen France französisicher, einen europäischen Gulden niederländischer Prägung gedacht.

Nur die Kriege im 19. Jahrhundert, darunter der preussisch- östereichisch- dänische Krieg von 1866, der deutsch- franzöische Kireg von 1870/71 haben dieses Projekt einer europäischen Einheitswährung auf heillose Art und Weise vertagt.

In den Jahren 1871/1873/1876 kam es zur ersten kleinen europäischen Einheitswährung unter dem deutschen Dach der MARK, deren Goldkern zunächst durch französiche Mittel über Reparationsleistungen der Französischen Republik nach dem verlorenen Krieg von 1870- 71 an das gerade gegründete Zweite Deutsche Kaiserreich finanziert wurde.

Die Gründung der MARK hat insbesondere den Reichskanzler Otto von Bismarck manche schlalose Nacht bereitet, weil diese Einheitswährung von den deutschen Königs- und Fürstenhäusern erst durch verbürgte Garantien alter überkommener und zusätzlicher Privilegien (Siegsprämien für den Krieg von 1870- 71), aristokratisch- feudale Besitzstände (Beibehalten von Souveränitätsrechten/Königlich- Fürstliches Budget- , Siegelrecht), darunter eigene stehende Heere unter eigener Flagge zu Lasten der Finanzen, des Staatshaushaltes des jungen neuen Deutschen Kaiserreiches, soweit von einem solchen bilanztechnisch tranparenten Staatshaushalt die Rede sein konnte.

Übrigens führten die deutschen Königs- und Fürstenhäuser bis 1918 im Deutschen Kaisrreich ein derart grandios Großes Wort im Reich, dass Kaiser Wilhelm II sein Heer, seine Marine, seine spätere Luftflotte nicht einmal deutsch, sondern nur kaiserlich nennen durfte.
Der von Kaiser Wilhelm II praktiziert populistisch blendende Glanz, Gloria, Prunk, Pomp in Sachen MIitär, voran bei der Marine war wohl nicht zuletzt durch dieses fehlende Privileg des deutschen Kaisers, sein Heer, seine Marine, seine Luftflotte deutsch nennen zu dürfen, genährt.

Erst im Jahre 1910 ist es dem Deutschen Kaiserreich, auf dem Hintergrung der bombastisch populären Finanzierung des kaiserlich hochambitonierten Marine Flottenbauprogramms über Schuldenaufnahmen (Staats- Kriegsanleihen), gelungen, den deutschen Königs- und Fürstentümern die uneingeschränkte Anerkennung der MARK auch in Form von Noten (Papiergeld) abzuringen.

Vielleicht kam es nicht zuletzt aus diesem Grunde der, kaiserlich verdeckt, anschwellenden Staatsverschuldung des Deutschen Kaiserreiches vier Jahre später, aus einer Gemengelage der Ohnmacht gegenüber einem selbstverschuldet gigantisch aufgetürmten Reformstau. der Feigheit gegenüber den deutschen Königs- , Fürstenhäusern, Eliten zum Ersten Weltkrieg, um den deutschen Hochadel, in der Stunde der nationalen Not, in die patriotisch unanfechtbare Pflicht eines Teilverzichts auf Privilegien zu nehmen?
Was nicht gelang.

Der Weimarer Republik gelang es im Jahre 1919, den deutschen Königs- und Fürstenhäusern erst den politischen Schneid, dann verbürgte Garantien alter überkommener Privilegien, aristokratisch- klerikal- feudaler Besitzstände (Beibehalten von Souveränitätsrechten/Königlich- Fürstliches Budget- , Siegelrecht), darunter eigene stehende Heere unter eigener Flagge zu Lasten der Finanzen, des Staatshaushaltes des jungen neuen Deutschen Republik, mit hohem finanziellen Aufwand in Teilen abzukaufen..

Eine andere historische Situation vermag vielleicht ebenso den Blick für das an Zusammenhängen zu schärfen, in denen wir uns, angesichts des Ringens um den Bestand der Eurozone, gegwärtig befinden.

Es ist die historische Situation in Nordamerika nach den gescheiterten Sezessionskriegen, dem verheerenden Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten bis in das Jahr 1863, als es darum ging, den Dollar als Einheitswährung zu begründen.
Das geschah über erhebliche Umstände, gegen beachtliche Widerstände dadurch, dass sozusagen ein Screening der Gesamtschulden der Nord- und Südstaaten mit dem Ziel vorgenommen wurde, diese Gesamtschulden der Nord- und Südstaaten zusammen auf einen gesellschaftlich veranlagt, monetär gedeckten, "Haufen" per Retttungsschirm zu werfen.

Wer da nur unbestimmt von "Alle gegen Merkel – Europa in Gefahr?" redet, will mutmaßlich über das lange identifiziert Bestimmte des Euro in der EU hinwegtäuschen.

JP

siehe:

www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/sendung/2012/08052012-alle-gegen-merkel-100.html

Alle gegen Merkel – Europa in Gefahr?

Seit Monaten wächst die Kritik an einer Dominanz Deutschlands in Europa – vor allem in den von der Finanz- und Schuldenkrise gebeutelten Ländern. Sie fühlen sich von der deutschen Politik und harten Sparforderungen drangsaliert.

Nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich am Sonntag könnte das politische Zusammenleben in Europa erschüttert werden. Steigt die Gefahr, dass Deutschland zum Feindbild anderer EU-Länder wird, oder dass die Deutschen die Lust auf Europa verlieren?

Gäste:

Richard von Weizsäcker (Bundespräsident a. D.)

Peter Scholl-Latour (Reporter und Publizist)

Arnulf Baring (Historiker)

Jakob Augstein (Journalist)

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.