Selbst Jakob in der Bibel soll schon an der "Deutschangst" gelitten haben, nur hieß die damals nicht Deutsch- sondern Weltangst.
Ist die Geschichte von Jakob und seinen Brüdern im Alten Testament, auch eine Geschichte über die Deutschen und Europa?
Immer wieder geht die Kunde aus aller Munde durch viele Runden in den europäischen Ländern, voran in der EU:
"Seht her!,
die Deutschen, wie krumm die gehen?
Was ist mit den Deutschen geschehen,dass sie mit einer deratig sozialen Schonhaltung durch die Welt, durch ihr Leben wandeln?
Haben wir den Deutschen, gewollt, ungewollt, etwas angetan, dass die in "Deutschangst" geraten, verfallen, oder haben die Deutschen sich selber irgendwie ein Leid angetan, dass sie in dieser seltsam sozialen Schonhaltung, egal, ob sie sich daheim, oder auf Reisen befinden, verharren und, ernst lächelnd, tapfer betonen, ihr Leben sei so einigermaßen ganz, aber nicht wirklich gut
Da macht man/frau sich als Europäer/in, selbst, wenn es einem schlechter geht als allgemein den Deutschen, doch neidlos so seine und deren Gedanken".
Was hat es nun mit dieser sozialen Schonhaltung der Deutschen auf sich?
Viele Menschen kennen aus, persönlich, leidvoller Erfahrung die Neigung zu Schonhaltungen, körperlichem Schongang nach Operationen an den Gliedmaßen, Gebeinen oder aufgrund von diffusen Rückenschmerzen, die es aber auch im Leben der Menschen, zwischen arm und reich, zwischen Ländern, Völkern in unser Einen Welt als soziale Schonhaltung gibt.
Beim körperlichen Schongang verlagert der Mensch sein Körpergewicht, seine Körperhaltung von einer Körperseite, einem Bein, einem Arm zum anderen, um den vorherigen mit dem Ergebnis zu schonen, dass er krumm, schief, holpernd, stolpernd, geht.
Wer also, wie wir Deutschen, weltweit, insbesondere in der Eurozone, begründet oder unbegründet, als allgemein im Wohlstand lebend kommuniziert wird, kann als gefährdet gelten, eine sozial alltägliche Schonhaltung für den Preis Innerer Schieflagen einzunehmen, um das angebliche und wirkliche Elend, nah und fern, nicht wahrzunhemen, von dem viele auftrumpfend sagen, dass die Deutschen, allgemein gesehen, in einem solchen Elend, unter dem andere Völker. Länder leiden, nicht leben.
Diese soziale Schonhaltung gibt uns Deutschen das Lebensgefühl, eigentlich ganz gut, aber nicht wirklich gut zu leben, gepaart mit der emotional freiheitlichen Grundordnung, eigentllich nicht mehr an ganz gutem Leben verdient zu haben.
Diese leicht angreifbar fragile Freude als eingebildeter "Weltmeister Neuen Reichtums" unter den kontinentalen Völkern Europas verhilft uns Deutschen, unsere inneren Ungleichgewichte durch unsere soziale Schonhaltung vorläufig in Balance zu halten.
Und doch holen uns Deutsche diese Gewissenbisse immer wieder ein, wir hätten als "Neureiche" unter den Völkern, unsere Brüder und Schwestern um deren legitmen Anteil am Erbe des Vermögens der Völker betrogen.
Damit geht es uns Deutschen exemplarisch ebenso wie Jakob mit seinen Brüdern im Alten Testament der Bibel.
Jakob hatte seine Brüder um deren väterliches Erbe betrogen, sich nach Ägyptenland ins Ausland erfolgreich und unbehelligt abgesetzt und dort durchaus ein ganz gutes Leben als wohlhabender Mann, aber eben mit dieser sozialen Schonhaltung gefühlt, dass es letzendlich aus Gewissensbssen für ihn niemals zu einem wirklich guten Leben reichen wird.
Jakobs soziale Schonhaltung rührte davon, weil er sehr wohl wußte, daß er ganz gut, aber eben nicht wirklich gut lebte, denn er hatte , wie gesagt, seine Brüder um deren Anteil am väterlichen Erbe betrogen.
Wollte Jakob ein wirklich gutes Leben führen, blieb ihm nichts anderes, als zu seinen Brüdern zurückzukehren, seinen Betrug reumütig offen zu bekennen und bescheiden eindringlich zu bekunden, dass er deren Schaden, soweit das noch ginge, beheben wollte.
Weil er sich genau diesen Schritt der Rückkehr zu seinen Brüdern sein Lebtag nicht getraut, hatte er täglich an seinen Gewissenbissen vorbeischauend, diesen sozialen Schonhaltung eingenommen,
"Bloß nicht genau hinschauen, wer reich, wer arm, wer schön, wer häßlich, wer jung, wer alt, wer gesund, wer krank, elend, gebrechllch und so tun als seien ihm alle wie alles leidenschaftslos gleich."
So begann Jakob zu überlegen, was wäre gewonnen, wenn ich meine soziale Schonhaltung aufgebe und den Weg zu meinen Brüdern zurück wage?
Was wäre, wenn seine Brüder nur eines im Sinne hätte, sich an ihm zu rächen?
Indem Jakob den Kampf mit einem mächtigen Gegner, seinen Gewissenbissen, aufgenommen, ohne in seine soziale Schonhaltung zurückzufallen, fliegen Jakob ungeahnte Kräfte der Bereitschaft zum Aufbruch in ein wirklich gutes Leben zu,.egal wie ihm seine Brüder bei seiner Rückkehr gegenübertreten werden.
Gelang es Jakob, anders als Mose, das Gelobte Land seiner Väter, Mütter, Brüder, Schwestern nicht nr von weitem auf dem Berg Sinai zu schauen, sondern selber zu betreten und ein wirklich gutes Leben zu führen?
Wie die Geschichte von Jakob und seinen Brüdern im Alten Testament ausging, ist in der Bibel nachzulesen.
Bibelforscher sind immer noch, bisher vergeblich, dabei, herauszukriegen, wieviele Brüder, Schwestern, eheliche, außerehelich, neben dem in der Bibel erwähnten Bruder Esau, Jakob wirklich hatte.
Da die Bibel als ein justiziabler Stammesbaum des Volkes Israel geschrieben und geführt ward und ist, wurden nur die erbberechtigt ehelich legitimen Brüder, Schwestern erwähnt, die anderen illegitimen bleiben bis zu Willy Brandts Grabstein in Unkeln im Dunkeln.
Wie de Geschichte der Deutschen mit ihrer sozialen Schonhaltung ausgehen wird, steht dagegen in den Sternen über Europa.
Im Grunde aber kommt die aus der Bibel, hinlänglich dokumentiert, bekannte Weltangst Jakobs, mit der Folge moralischer Fehlhaltungen, sozialer Schongänge, heutzutage im Gewande der sogenannten Deutschangst daher, um die tatsächliche Weltangst vieler Menschen und Völker gegenüber anderen Menschen und Völkern auf Erden in bemerkenswerter Nachsicht zu verschleiern.
Auf dieser bemerkenswerten Nachsicht aber liegt nun wirklich kein Segen!
JP