Wie auch immer sich die Anschuldigungen gegen Herrn Tauss erklären, die ganze Angelegenheit empfinde ich als äußerst bedrückend. Wie immer gibt es zwei offensichtliche Erklärungen: Dummheit oder böse Absicht. Beide Erklärungen erscheinen aber nur schwer ...>> mehr
Also Deine Kritikpunkte sind, wenn ich Dich richtig verstehe: 1. Eine der (schwedischen) PP nahestehende Organisation (wenn man tpb.org überhaupt so bezeichnen will) nimmt Geld von einem Rechtspopulisten. Dazu: zum Einen hat das wenig mit der schwedischen PP zu tun und gar nichts mit der deutschen. Zum Anderen bleibst Du eine Erklärung schuldig, welche Ziele Lundström eigentlich damit verfolgt. Dass die PP "anti-staatlich" sei, ist nichts weiter als eine unbelegte Unterstellung, die am Beispiel der deutschen PP auch einfach widerlegbar ist. Das taugt schlecht für eine Unterstellung der politischen Nähe, das ist nur schlechter Stil. 2. Es ist unklar, ob Jörg Tauss auch ohne die gegen ihn gerichteten Vorwürfe aus der SPD aus- und in die PP eingetreten wäre. Ja. Und? Tauss ist seit langem der einzige Bundespolitiker, der sich durch Sachverstand in Sachen Internet hervortut. Er gehört ebenfalls zu der Minderheit, die unsere Bürgerrechte in der vorherrschenden Angstmacherei (Terroristen! Raubkopierer! Kinderschänder! Und alle im Internet!!1!) verteidigen. Ist es möglich, dass er das nur macht, damit er ungestört Kinderpornos gucken kann? -Das ist möglich, aber ich halte das für unwahrscheinlich. Und seine ehemalige Partei, die ja nicht gerade zimperlich mit ihm umgegangen ist, die scheint das auch nicht zu glauben. Sonst wäre der Schmutz schon geflogen. Nebenbei: *dass* Tauss entsprechendes Material besessen hat, steht ja schon lange ausser Frage. Lediglich die Beweggründe und deren rechtliche Würdigung sind noch offen. 3. "dubiose Äußerungen von Mitgliedern der Piraten Partei", Beispiel Thiesen. Ja, der Thiesen ist offenbar nicht ganz gescheit. Und dafür bekommt er gerade in der eigenen Partei mächtig auf den *rsch. Ich habe keine tiefen Einblicke in die PP, aber Du offenbar auch nicht. Für mich ist ein einzelner Spinner kein Grund, eine Partei kategorisch abzulehnen. Im Gegenteil: die PP ist aktuell in meinen Augen die einzige Partei, die in Sachen Bürgerrechte überhaupt ansatzweise glaubwürdig ist. Und dieses Thema wird meiner Meinung nach langsam ziemlich dringend. Wenn wir da keine 180°-Wendung machen, haben wir hier mittel- bis langfristig nichts mehr zu lachen.
Natürlich gibt es Leute, "die jede Arbeit für die Anderen ablehnen". Dennoch haben sie ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Sich asozial zu verhalten ist keine Straftat, die mit Armut bestraft wird. Ich kenne zumindest kein dementsprechendes Gesetz. Der Status Quo ist doch viel schlimmer: da muss jeder noch so selbstverständliche Bedarf angemeldet werden und die Betroffenen -- ob nun "schuldig" oder nicht -- müssen sich vor den Ämtern praktisch ausziehen und sind ständig Sanktionsmöglichkeiten irgendwelcher überforderter Sachbearbeiter ausgesetzt. Dass das ganze nur national geregelt werden kann und daher über Staatsbürgerschaft geregelt wird, ist einfach der Realität geschuldet. Ist schade, aber alles andere wäre nun wirklich utopisch.
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