Die Frage ist falsch gestellt: Sie ist ja schon dazu fähig, wenn sie will. Was ihr fehlt, ist der Wille, regierungsverantwortung zu übernehmen.
Die dahinterstehende Frage, ob die Linke ihren Verbalradikalismus um des Radikalismus willen einstellen sollte, ist hingegen uneingeschränkt zu bejahen...
Nein, die Stimmen für die PIRATEN sind eine Momentaufnahme - eine reguläre Wahl als Plebiszit gegen Netzzensur und Kulturflat. Mittelfristig könnten die Grünen dieses Potential heben, wenn sie darauf verzichten, sich der Union anzubiedern. Aber Relevanz für eine ganze Partei ist glaube ich was anderes!
permalinkNein! Sie darf es sogar nicht, da sie ansonsten ihre wichtige Rolle als Korrektiv verlieren würde. Aus der Opposition heraus kann die Linke viel mehr bewegen als von der Regierungsbank. Solange die SPD Angst haben muss, bei jedem neoliberalen Ausrutscher Stimmen an die Linken zu verlieren, hat die Linke ihre Aufgabe erfüllt.
permalinkLieber Jens,
die Rhetorik der SPD mag von Angst vor der Linkspartei bestimmt sein. Einen echten inhaltlichen Lernprozess vermag ich jedoch nicht zu erkennen.
schon interessant, dass immer die kleinen gebeten werden, endlich mal erwachsen zu werden. das vorbild der großen ist ja auch so überaus nachahmenswert. die spd ist weder regierungs- noch oppositionsfähig, glaubt aber, sie könne der linken abverlangen, erst mal "koalitionsfähig" zu werden. damit verdeckt sie nur, dass sie (links)-programmatisch nullkommanull auf der pfanne hat. gleichzeitig soll den radikaleren forderungen der linken der zahn gezogen werden. übrigens: wer das machiavellistische gebaren von herrn lafontaine als hindernis für eien mögliche koalition hinstellt, müsste der nicht endlich auch mal der hölzernen flachpfeife müntefering den laufpass geben? von der man eigentlich noch nie was zukunftsweisendes gehört hat.
permalinkWas den Vorschlag an die SPD, sich von Herrn Müntefering (und den "Stones" Steinmeier und Steinbrück gleich mit) zu trennen, angeht: volle Zustimmung!
Die Frage ist falsch gestellt: Sie ist ja schon dazu fähig, wenn sie will. Was ihr fehlt, ist der Wille, regierungsverantwortung zu übernehmen.
Die dahinterstehende Frage, ob die Linke ihren Verbalradikalismus um des Radikalismus willen einstellen sollte, ist hingegen uneingeschränkt zu bejahen...
Lieber filtor, lieber vomsehen,
für besonders radikal halte ich die Positionen tatsächlich nicht. Alles, was DIE LINKE fordert, ist für Grüne, Sozialdemokratie, sogar den Arbeitnehmerflügel der Union zumindest diskursfähig. Das ist es ja, was den echten Radikalismus vom aufgeplusterten Verbalradikalismus der Linkspartei unterscheidet. Ursozialdemokratische Programmpunkte werden mit einem Gestus vorgetragen, als sei man tatsächlich bereit, den Kapitalismus mit allen Mitteln anzugreifen. Zur Mobilisierung mag es taugen, den Bürgerschreck zu spielen. Aber sollte die Linke regieren wollen, würde sich dies alles als heiße Luft herausstellen. Also steht sie vor der Wahl "Verbale Abrüstung oder echte Radikalität", wenn sie authentisch sein will.
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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