Das Ende des Kapitalismus muss nahe sein. Das legt zumindest das
Cover des neuesten Forbes-Sonderheftes nahe. Denn so eine Finanzkrise
ist eine Angelegenheit auf Leben und Tod - nicht nur für diejenigen am
unteren Ende der Hackordnung, die sich jetzt ernsthaft Gedanken machen
müssen, wie sie ihr Leben weiter bestreiten wollen.
Nein,
auch auf dem Gipfel wird die Luft deutlich dünner. Und da wir alle in
den gierigen 80ern gelernt haben, dass Business eine Angelegenheit auf
Leben und Tod ist, lautet die treffende Schlagzeile auch: "Who's
surviving the crash?" Denn wenn du kein Milliardär mehr bist, dann bist
du gar nichts mehr. Mit 950 Millionen nagt man ja quasi am Hungertuch.
Was bleibt in diesem Fall? Vor allem das Gefühl, dass die oberen
10.000 die Verbindung zur Realität endgültig verloren haben. Denn eine
Frage auf Leben und Tod ist der Crash sicherlich nicht für die
Milliardäre der Welt. Da gibt es ganz andere Betroffene. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
In seinem neuen Roman erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans spielt - und erschafft so zugleich eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns
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