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Mutig wäre gewesen, am 11. September mit einem ganz anderen Thema aufzumachen, mit Wirtschaft, Eurokrise, Finanzen – mit harter Währung. Mit Gegenwart und Zukunft. Mit einem anderen Krieg.
Stattdessen servierte der Jauch-Talk: den xten Rückblick zu Neinihlewen, staatstragende Trauer, Betroffenheit – einen menschelnden Abend ohne politischen Biss, einen wenig informativen Moderator, der reichlich konservatismus-propagandistisch einen auf objektiv macht.
Mutig wäre gewesen, wenn man schon (ach weh!) die deutsche Mutter eines toten deutschen Soldaten kommen lässt, dann eine solche einzuladen, die wütend ist, die NICHT versteht und nie verstehen will und wird, warum ihr Sohn vor nicht mal einem Jahr „fallen“ „musste“. Eine, die den verständnisvollen Kriegern der Talkrunde ins Gesicht spuckt.
Stattdessen bekommen wir präsentiert: entwürdigende Veräußerung und „Objektivierung“ persönlicher Trauer, milde trostbefä und -lächelt vom (jauchigen) „Verständnis“ für „Staatsräson“ und „Notwendigkeit“, als wirke die Merkelsche Unverbindlich- , Alternativ- und Ziellosigkeit in alle medialen und Körper-Schichten hinein.
Mutig wäre gewesen, Fragen zu stellen, auf deren Antwort man tatsächlich gespannt sein dürfte, weil es keine eindeutigen gäbe. Sind da draußen und im Studio wirklich alle so sicher, was richtig ist? Dafür? Dagegen? Ungewissheit jedoch scheint im deutschen Fernsehen eine Nische nur im „Kultur“bereich zu behaupten. Zweifel sind im Polittalk fehl am Platz. Entscheidungen haben richtig zu sein, oder falsch, auf jeden Fall fernsehtauglich. Dazwischen gibt es nichts, schon gar nicht die guten alten journalistischen Wieso-weshalb-warum-Fragen: Haben wir etwas in Afghanistan zu suchen? Was? Und wie? Wäre es anders gegangen? Wie? Mit wem? Wann? Was wäre passiert? Geht es jetzt noch anders? Was? Mit wem? Wie? Wann? Was würde passieren, wenn man jetzt sofort alle Soldaten abzöge, wie die Deppen-Mehrheit (64 Prozent!) es so gerne möchte, und nach uns die Sintflut? Was? Wie egal ist es „uns“? Wer sind „wir“? Waren (und sind) die Mädchen und Frauen, die Gequälten, die Schulen der tatsächliche Kriegsgrund? Oder war (und ist) es der Bündnisfall, die uneingeschränkte Solidarité? Was denn nun? Oder wusste man einfach nicht – wusste vielleicht sogar Herr Struck nicht – was man sonst hätte tun sollen, damals, als ein Weltbild so schockierend zusammenkrachte in New York?
Müdes buntes Infotainment
Der Moderator indes ist seiner grundkonservativen Haltung so gewiss, einer echten politischen Analyse so abhold, jedem Gedanken geradezu misstrauisch gesonnen, dass er sich aufs ein müdes buntes Infotainment beschränkt – also eben jenes Fernsehen liefert, das, scheinbar nah dran, der Wahl-Amerikaner Klinsmann so offenherzig als unzureichend charakterisiert. Das Gehirn des Zuschauers in Gang setzen? Bei so wichtigen Angelegenheiten wie Krieg, Frieden, Freiheit, Demokratie? Oh nein, das wollen wir auf keinen Fall riskieren!
Stattdessen: Ausblenden jeder Geschichte vor dem Anschlag auf New York. Häppchenüberblendung von Zitaten. Ausblenden jeder Tatsache außerhalb von Todenhöfers (des allzu eitlen Verteidigers der Menschlichkeit) oder einer schwächelnden Heindenreichschen Betroffenheit Blickfeld. Schade, dass der nette Klinsmann "uns" nur „den Amerikaner“ erklärt, und nicht auch etwas über „denTaliban“ wissen will: Warum ist der eigentlich so verrückt aufs Kriegen, aufs Wundkämpfen, aufs Sterben? Wie kam es dazu? Und warum kämpft er erst mit „dem Amerikaner“ gegen „den Russen“ (oder „den Kommunismus“), und danach, als der besiegt ist, gegen den Amerikaner, gegen „den Westen“. Warum? Kann der nichts anderes? Was verspricht „der Islamist“ sich davon?
Mutig wäre gewesen, über das Zusammenbrechen zu sprechen. Über Angst (Klinsmann wenigstens hat die seine tapfer zugegeben: Er, der einzige "Gediente" (wie Jauch betonte) wäre nicht in den Krieg gezogen). Über Vergeblichkeit. Über Tod. (Und darüber, dass das Wort „Krieg“ in Zusammenhang mit Afghanistan erst seit kurzem in den öffentlichen Mund genommen werden darf, ironischerweise ausgerechnet eingeführt von ebenjenem unsäglichen Herrn Guttenberg, kurz bevor der übrigens ebenfalls "Gediente" kurz vor seinem Wegtreten, nein: Westolpern noch rasch mit der deutschen Tugend auch die deutsche Wehrpflicht abgeschafft hat, alles in einem peinlichen Aufwasch.)
Mutig wäre gewesen, mehr zu erfahren über handfeste strategische, auch ökomische Interessen, cause it’s the economy, stupid! – und darüber, dass und wie „die Öffentlichkeit“ – wie bei jedem Krieg – belogen wird, an „Ehre“ und „Gefühl“ und „Patriotismus“ und Heldentum gepackt. Oder darüber, wie man diese FALLE der Terroristen vielleicht doch hätte parieren können, weil es ja vielleicht doch nicht nur jene beiden Möglichkeiten gab, Herr Döpfner, entweder die Freiheit mit Händen und Fäusten und unbedingt am Hindukusch (nicht etwa in den Redaktionsräumen der BILD-Zeitung) zu verteidigen – ODER sich auf die eigenen Werte, die Demokratie zu besinnen und diese zu verteidigen, mit Händen und Füßen und – lebendigen! – Köpfen!
Stattdessen wird wieder mal vorgeführt, wie schwach die Demokratie „im Ernstfall“ ist und blindlings in jede medial-emotionale Falle geht. Krieg funktioniert nunmal nicht demokratisch. Beim Militär wird nicht diskutiert, und auch nicht lange gefackelt. Schießen oder nicht schießen. Du oder ich. Sterben oder Überleben. Ent- oder weder. Noch! (Sind wir zu retten?)
Mutig wäre gewesen, nach der Demokratie zu fragen: Ist die zu schwach, ihre eigenen, die demokratischen, und die menschlichen Werte ohne Selbstverrat zu verteidigen? Worauf beruht „unsere“ „westliche“ Welt in der Wirklichkeit? Und "in Wahrheit"? Was wären im Bündnisfall diese Werte wert? Wie weit sind „wir“ noch weg von dem Terror, den wir bekämpfen? Mutig wäre, wenn Herr Jauch sich für den Zweifel stark machte, gegen die Selbstgewissheit – und entsprechende Gäste einlüde.
Stattdessen wird ein weiteres Mal auf die Tränendrüse gedrückt – und im Ernstfall die Demokratie ins Körbchen geschickt, huschhusch, wie immer, wenn's um Krieg oder Wirtschaft geht, und die Freiheit gleich mit, huschhusch, die muss erstmal warten, bis wir uns vom Terror befreit haben. Bis dahin müssen wir hart bleiben. Und sollen ankreuzen:
Sicherheit, Freiheit oder Demokratie?
Klar, was „der Deutsche“ da nimmt! Auf keinen Fall den Joker! Auf keinen Fall nachfragen: Geht’s noch? Freiheit ODER Demokratie? Was ist das für eine Frage in einer Demokratie??
Stattdessen: beschränken wir freiheitsliebenden Demokraten uns auf läppisches multiple Choice, Pseudo-Informationen. Seit wann dulden wir diese unwürdigen Fragen in unserer Demokratie eigentlich? Warum lassen wir uns von Terroristen, Medien und Lobbyisten diese Entweder-Oder-Fragen aufdrängen? Wer sind wir denn? Wer? Und wo leben wir?
Als Möchtegernmillionäre bei Günther Jauch auf der Couch?
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Denn die einen sind im Dunkeln
und die andern sind im Licht und man siehet die im Lichte die im Dunkeln sieht man nicht. - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper |
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Der absolute Höhepunkt der öffentlich-rechtlichen Werbesendung für den Krieg ist ein redaktioneller Einspieler, der in 60 Sekunden den deutschen Einsatz in Afghanistan verklärt:
“ Die Erfolge: 2010 gehen über 7 Millionen Kinder zur Schule, davon 1/3 Mädchen. Im Jahr 2001 war es nur eine Million und fast nur Jungen. Die medizinische Grundversorgung hat sich verbessert, die Kindersterblickeit hat sich um mehr als 1/3 reduziert. Die Kosten: 4,8 Milliarden Euro hat der Bundeswehreinsatz Deutschland bislang gekostet. 52 deutsche Soldaten verloren ihr Leben.“ Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass diese Erfolgsbilanz auf falschen Zahlen, regierungsfreundlichen Quellen basiert und dabei wichtige Informationen, die nicht ins Bild passen, unterschlägt: Afghanistan-Krieg bei Günther Jauch:Propaganda mit falschen Zahlen |
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Denn die einen sind im Dunkeln
und die andern sind im Licht und man siehet die im Lichte die im Dunkeln sieht man nicht. - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper |
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@apatit
Denn die einen verdunkeln die andereren hungern nach Licht die verdunkeln, reden vom Licht behaupten gar, sie brächten das Licht die im Dunkeln sieht man nicht doch hört man sie wohl rumoren denn im Dunkeln ist gut munkeln |
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@Katharina Körting
Ist der Mangel an Mut am größten, naht auch schon die Rettung des Mutes durch die Bloggerin Katharina Körting. Tja, was Herr Jauch unter Gesprächsrunde versteht, kommt ziemlich sesselverdreht daher, Statt dass die Gäste miteinander redend ins Gespräch kommen, fragt der Oberrschudirektor `von eigenen Gnaden Günter Jauch jeden Gast einzeln nach seinem vorher eingereichten Statemant ab. Mutig wäre gewesen, in dieser Jauch Gesprächsrunde zu offenbaren, wie schäbig verwundete Bundeswehrsoldaten/innen immer noch von der Bundeswehr ausgesteuert, die Folgekosten der Behandlung, Betreuung, Rehabilitation, Beratung, Begleitung dieser Ex- Soldaten/innen, ohne Kostentransparenz der Bundeswehr Auslandseinsätze, unserer Gesamtgesellschaft, der gesetzlichen Sozialaversicherung, den Gesundheitssystemen wortlos "aufgebahrt" vor die Tür gelegt werden. Verwundete Bundesweehrsoldaten/innen schämen sich angeblich, weiter in der Bundeswehr Dienst zutun. Selbst dieses heillose Argument eines Unterschenkelamputierten Ex- Bundeswehrsoldaten wurde von Günter Jauch unkommentiert durchgereicht. Wer solcher Art eingestellte Moderatoren, wie Günter Jauch, in den Dienst der Öffentlich Rechtlichen ARD stellt, braucht keine Medienlügen mehr. Da lobe ich mir den Moderator Jakob Augstein im Freitags- Salon am 07. 09.11, der sogar schlagfertig "Stichworte aufgreifend" auf Zwischenrufer wie mich im Publikum reagiert. |
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schrieb am
12.09.2011 um 13:12
Ein enttäuschendes Beispiel für oberflächlichen Journalismus den auch Herr J. - in diesem Fall als Tranfunzel nicht erhellen konnte...
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@apatit
falsch gelandet: siehe: Joachim Petrick schrieb am 14.09.2011 um 15:21 @apatit erst zum Schluss hat sich die Tranfunzel Günter Jauch durchaus sympathisch aufwachend die Augen gerieben, als ob er sich, wie der ungläubige Thomas, vergewissern wollt, dass nicht der Zug der Zeit vorbei gerollt, sondern der Große ARD Talk Anhalter Bahnhof auf vier Rädern zu ihm kam |
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schrieb am
14.09.2011 um 15:28
... ach Hallo, gar nicht mitbekommen!
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Warum sollte der Schwatzmillionär mutig sein, wesentliche Fragen stellen und diskutieren lassen? Dafür wurde er nicht engagiert! Seine öffentlich rechtliche Gage bekommt er für jederzeit gewährleistete Angepasstheit an die freiheitlich demokratische Marktordnung, mit spitzbübischen Grinsen präsentiert.
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Ach je, Sie klingen doch auch wie jemand, der alles schon weiß. Ist das nicht auch Anpassen - nur andersrum?
Ich frag mal so: Warum sollte er denn nicht mutig sein?? Wer, wenn nicht er, der nicht mehr zu verlieren hat als ein blasses Gesicht? |
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@apatit
erst zum Schluss hat sich die Tranfunzel Günter Jauch durchaus sympathisch aufwachend die Augen gerieben, als ob er sich, wie der ungläubige Thomas, vergewissern wollt, dass nicht der Zug der Zeit vorbei gerollt, sondern der Große ARD Talk Anhalter Bahnhof auf vier Rädern zu ihm kam |
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@born2bmild
Wegen seines Mutes ist Günther jauxch noch nie eingeworben worden, sondern eher wg. seines menschelnden Mutes zur medial demonstrativen Mutlosigkeit |
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Ich denke, für die gesicherte Abwesenheit all der Aspekte, deren Abwesenheit Sie beklagen, ist der Jauch da so dicke eingestiegen. Niemand anpissen, anpassen, heißt die Devise.
Dafür hätten sie auch die Anne Will drinlassen können. |
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Ja klar. obwohl Fäkalsprache auch nicht weiterhilft ;)
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Schön dass Sie so detailliert auf diesen Pilot-Talk eingehen. Ach die Herrschaften, die sich am wärmenden Ofen im Plauderton über die Lage der Welt verbreiten, leidenschaftslos, stets die Etikette wahrend, und der Herr Klinsmann analysiert uns den Amerikaner.
Und die Quintessenz, ja, ist Mutlosigkeit, mehr noch Ermüdung, Erschlaffung. Todenhöfer durfte das Elend schildern und ihm wurde zugehört, als läse er die Nachrichten der Tagesschau. Bei mir entstand der Eindruck, es herrscht über allem eine merkelsche Lähmung, eine quasi atmosphärische Gesamtstarre. |
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Klinsmann war ja noch der beste von allen. "Klinsmann soll bleiben", gab's mal ne Kampagne. Erfolglos, aber trotzdem hübsch. Klinsmann hat Recht! Mit seinem "der Amerikaner"! Wenn es doch nicht so traurig wäre, recht zu haben.
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.. um das noch kurz fortzusetzen: Gewiß ist die Sendung auch so angelegt, dass keine lebendige Diskussion entsteht; es waren ja alles mehr oder weniger statements, die abgegeben wurden. Nur Struck stritt mal kurz darum, ob er nun "Freiheit" oder "Sicherheit" gesagt hatte. Und die Dame im Kreis wußte ja sogar den Döpfner aus der WELT vom letzten November provozierend zu zitieren, aber Jauch ließ nicht zu, daß gestritten wurde.
Dann ließe sich immerhin positiv anmerken, daß die Leute vielleicht gar nicht so blutleer sind, sondern daß das konservative Programmkonzept/"Format" kein, "tina", abweichendes Auftreten zuläßt. |
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Mal im Ernst. Hätte irgendjemand mit einer mutigen Sendung gerechnet. Wer will denn auch die Leute so spät am Sonntagabend noch aufregen? Mut und Fernsehen widersprechen sich meist, wenn Jauch draufsteht erst recht.
Nehmen wir mal an das Erste würde wirklich einaml ein mutiges polkitisches Format senden. Wie lange wäre das wohl auf dem Schirm? Niemand beim Fernsehen will mutige Formate, auch bei den Öffentlich Rechtlichen nicht. Was man will sind erfolgreiche Formate. Diese Haltung ist es, die den Bildungs- und Versorgungsauftrag der Öffentlich Rechtlichen unterminiert. Da hält vielleicht der Deutschlandfunk noch ein Fähnchen nach oben. Aber im Fernsehen? |
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Ach, warum muss denn immer nichts anderes passieren als das, womit "man rechnet". Warum darf ich denn nicht einfach mal, ohne zu rechnen, was Anderes erwarten und so richtig schön enttäuscht werden, auch wenn es all die Rechner in ihrem Rechnen bestätigt? Warum nicht einfach mal aufregen über das, worüber sich kein Mensch mehr aufregt? Warum regt sich eigentlich niemand auf? Warum wissen wir alles schon? Das Wort "Format", das dem gemeinen Deutschen ja offenbar so leicht über die Lippen geht wie "Rentenversicherung" und so wenig Format ins Fernsehen bringt wie Jauch, bringt mich beim Aufregen nicht weiter ;)
Noch was Ehrliches: Die Sendung ist, trotz der gleichen Unterforderung, definitiv spannender als Anne Will. Das "Format" ist stimmiger. Das könnte man doch dann auch besser machen! Ist das denn zu viel verlangt? Meinetwegen auch ohne Jauch, mir ist egal, ob mit oder ohne, Hauptsache Denkstoff und - Freiheit dabei. |
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Mein Kommentar ging keineswegs gegen deinen Blogbeitrag. Es war vielmehr mein frustrierter Erfahrungsbericht.
Ich finde Aufregen super und gehört zu einer meiner Lieblingsbeschäftigugen, aber das ist nun mal ein Bereich, da habe ich wirklich die Segel gestrichen. Was nicht heißt, dass andere das auch müssen. Ich hoffe sogar das Gegenteil. "Hauptsache Denkstoff und - Freiheit dabei." Und da gebe ich dir vollkommen recht. Ich habe nur wenig Hoffnung, dass es Leute in den Redaktionen dieser Formate gibt, die ein Interesse daran haben das zu liefern. Was wohl auch daran liegt, dass eine Sendung mit Denkstoff nicht gerade quotenträchtig ist und somit nicht sonderlich karrierefördernd. Das System der Öffentlich Rechtlichen stimmt nicht, da sie die Quote ebenso zur Maxime machen, wie die Privaten. Was ihrem Auftrag entgegenläuft. Und ich glaube eben, dass dieses System Quote (wo mal eben alle über 49Jährigen nicht mehr interessieren) keine Denkstoffsendungen liefern wird. Zumindest nicht im Ersten oder Zweiten. Das ist scheiße und hat mich lange aufgeregt, aber irgendwie...ich weiß auch nicht. |
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Ja, klar: Ist schon klar, dass du recht hast, richtig liegst, deine Einschätzung stimmt. Dann könnte man ja aber aufhören, oder? Weil "alles", "irgendwie", "scheiße" ist. Damit hat man immer recht. Und liegt immer falsch. Ist ja gar nicht so! Da richtet man sich doch auch mit ein! Oder?
Man muss zum Beispiel nicht ZWINGEND fernsehen ;) Auch wenn ich so deppert bin, mich drüber aufzuregen, dass sich keiner drüber aufregt, wenn ich fernsehe und mich drüber aufrege ;) Manchmal kommt es mir so vor, als befinde sich alle Welt in der inneren Emigration angesichts Globalkapitalismus, Globalalternativlosigkeit, Globaler Klimaerwärmung bei globaler Totalverkühlung. Gibt es noch ein anderes Land, in dem man leben kann? |
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Nicht nur der Abend-Talk. Die Programme, jedenfalls die ich empfange, kamen mir mehr oder weniger gleichgeschaltet vor. Zeitstrahl der Anschläge vor zehn Jahren, Gedenkfeier, Obama und Bush händchenhaltend an der neuen Gedenkstätte, Bilder der Attentäter. Die offizielle Version wird nicht im geringsten hinterleuchtet, geschweige denn in Frage gestellt.
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Am schlimmsten fand ich den "Time"-Titel (von USA gerettete Afghanin mit abgeschnittener Nase und Ohren), der fett in die Kamera gehalten und entsprechend Bush-like kommentiert wurde. PROPAGANDA der übelsten Sorte. Dass er sein konservatives Mäntelchen so unverblümt in den Wind hängt, hätt ich dem Jauch (und der ARD) denn doch nicht zugetraut. Das nennt man Volksverdummung, am Thema vorbei und link - aber nicht politischen Talk. Jeder andere hätte das in die Kamera halten dürfen, von den Gästen - nicht der Moderator. Find ich. Insbesondere, wenn es im Tatort vorher um Genitalverstümmelung geht...
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Findsch gut, Katharina: Empörend ists, auch wenn wir abgeklärt die Nägel feilen wollen...
Ich WETTE übrigens, dass die ARD Mails bekommen hat: "Warum ging das nicht vier Stunden? Aber: Danke, dass Sie die Werbung rausgenommen haben!" Wir haben immer "Stern TV, höhöhöhö, Stern TV" gegröhlt aufm Sofa... |
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Ich guck ja eigentlich nie TV (kein Spruch!). Außer Tatort zweite Hälfte (wenn die Kinder im Bett sind). Is immer so langweilig, das TV. Aber das hab ich mir auferlegt, gestern ;) Dann ist man erstmal wieder geheilt. Man MUSS ja nicht fernsehen ;) Das Beste am Radio ist der Ausschaltknopf, hat mein Opa immer gesagt. Natürlich hat er CDU gewählt, aber damals gabs auch noch Christdemokraten mit Haltung - und Recht hat er trotzdem.
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Ja, danke für die Aufarbeitung.In der Tat schlimme Sendung.
Außer Klinsman, der uns den Amerikaner erklärte..sehr humorvoll, hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Ein Detail ist leider untergegangen gestern und daß betrifft die Synchronsprecherin der "Staubfrau". Später mehr dazu. |
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Klinsmann war urkomisch. Er fühlte sich in dieser Runde von "Hochkarätern" nicht recht zuhause, wirkte unsicher. Seine Beschreibung "des" Amerikaners war gewiß als ernsthafter Beitrag gemeint, kam aber komplett anders an - Realsatire. Klinsmann und Humor, das dürfte schwer zusammengehen. Lustig sein unter Balltretern, das ja.
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Also, so schlecht fand ich seine Analyse des amerikanischen Informationssystem gar nicht.
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Also, so schlecht fand ich seine Analyse des amerikanischen Informationssystem gar nicht.
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schrieb am
14.09.2011 um 15:25
... ist auch so, ein Bekannter von mir lebt in den USA und muß wenn er auf Besuch ist in Deutschland erst mal " ausgerichtet " werden...!
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Die Kritik kann ich nur teilen. „Staatsfernsehen“ schoss es mir durch den Kopf; - und ein nachträgliches Mitgefühl für ehemalige DDR-Bürger.
Jauchs Hochhalten des Stimmungsmacherbildes der TIME fand ich einfach nur skandalös. Und viele seiner Bemerkungen waren unangenehm tendenziös... Kann ja wohl nicht Ziel dieses Formates sein, den Zuschauern Jauchs „obrigkeits“bestimmte „Privatmeinung“ – und dann auch noch mit billiger Stimmungsmache - aufdrücken zu wollen. Oder soll das so? |
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Das war nicht der erste Sonntag Abend an dem das TIME Cover in der ARD gezeigt wurde um den Afghanistan Krieg zu rechtfertigen.
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Antworten abfragen, die vorher abgesprochen waren, sind keine Gespräche, von denen man profitieren könnte.
Anne Will ist da um Klassen besser, wenn man sie lässt, wie sie will und kann. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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