154
]
Ich kauf jetzt auch bei Lidl ein. Das ist meine Luxussorge.
Da wartet jeden Tag eine junge Frau vor den Schiebetüren auf mich, immer an der gleichen Stelle, strategisch geschickt platziert: am Eingang, neben den Reihen, in denen die riesigen Gitterwagen angeleint stehen. Sie will den Euro. Sie lächelt in einem fort und begrüßt jeden. Mir wird unwohl, wenn ich sie sehe. (Auch am Bioladen, den ich bevorzugte, als ich mir das noch leisten konnte, stand jemand, ein älterer, südländisch aussehender Mann mit Klumpfuß; auch er verursachte mir Magenbeschwerden mit seiner Unterwürfigkeit, er war mir zuwider, und nie hab ich ihm etwas gegeben.)
Wenn ich an ihr vorbeigehe, versuche ich so zu tun, als sähe ich sie nicht, doch sie ist penetrant mit ihrer subkommerziellen Freundlichkeit, „Hallo!“, ihr Lächeln strahlend. Man kommt nicht dran vorbei, muss mindestens nicken, auch wenn man sich dabei eklig fühlt und keinerlei Stolz verspürt, sich missbraucht vorkommt. Ich will meine Euros behalten, sie bekommt sicherlich von den andern genug, mager sieht sie auch nicht aus, und die grundsätzlichen Geschäftsregeln für Erfolg hat sie ja offenbar gefressen: Schon vor acht Uhr besetzt sie ihren Arbeitsplatz, damit ihn ihr niemand weg nehmen kann (nur ganz selten sehe ich einen anderen dort stehen), und um 17 Uhr verlässt sie mit vollen Taschen den Laden und begibt sich zur S-Bahn. (Ich habe sie beobachtet. Mir macht sie nichts vor. Auch ihr Lächeln ist nicht umsonst, und ich frage mich, ob sie sich die Augenringe und die Müdigkeit vor ihrer Bettelarbeit ins Gesicht schminkt, und überlege, ob ich schon vorher so eklig zu den Menschen war, in meiner Innenwelt, oder ob das erst so ist, seit ich wie sie bei Lidl einkaufe , und ob es lange dauert, bis diese unangenehme Innenwelt in die Außenwelt übergreift, überschwappt, ob das gar längst passiert ist, oder ob ich noch etwas Zeit habe, bevor ich mich offensiv daneben benehmen muss.)
Viele Leute sind okay bei Lidl. Die meisten Angestellten sind nett, sie weisen mich vor dem Bezahlen darauf hin, wenn die Alufolie um die Butter eingerissen ist, falls ich das nicht beim Griff danach bemerkt habe, so dass ich kein unhygienisches Butterstück kaufe. Auch manche Kunden sind freundlich, auch zur Bettlerin. Aber meinen Euro bekommt sie trotzdem nicht. Könnte ja jeder kommen. Ich habe Kinder, ich habe Auslagen, und ich habe verdammt noch mal keinen Job. Läuft halt alles grad nicht so gut. Alles passt, alles klingt fast schon wie eine Entschuldigung fürs Versagen, zumindest erleichternd. So dass man damit klar kommt. Obwohl ich niemanden kenne, der in unserer Warenwelt damit klar kommt, nicht genug Geld zu haben für all die Dinge, die was Besseres sind. Entweder hat man oder nicht, und in beiden Fällen hält man den Mund.
Manche Sachen bei Lidl schmecken sogar, und es gibt auch fair gehandelten Kaffee (doppelt so teuer), den wählt man, trotz allem, aber man hat insgesamt kein gutes Gefühl bei Lidl. Man hat zu viel gelesen. Die Kassiererinnen tragen graue Gesichter, sie sind so schnell, dass man kaum hinterher kommt, und man muss die billige Ware fünfmal anfassen: beim Aussuchen, beim Aufs-Band-Legen, beim In-den-Wagen-hetzen, beim In-die-Tasche-umpacken und zuhause. Beim Auspacken. Verpackungsmüll in die gelbe Tonne tun, das schlechte Gewissen stopft man hinterher, aber es passt nicht, fällt immer wieder raus, die Müllmänner wollen es auch nicht mitnehmen: So weit kommt’s noch!
Wenn nur die wenigen Geld genug für bio haben, müssen die anderen zu Lidl. Wenn man nicht genug Geld hat, wird alles anstrengend. (Wieder dieses alles.) Sogar die Gedanken werden zäh, laufen nicht rund, werden schlecht geschmiert, verhaken sich. Wenn man kein Geld hat, wird das nichts mit der allgemeinen Gerechtigkeit. Dann kauft halt man bei Lidl, frisst das allgemeine Unrecht, spaltet sich auf, tut sich nicht zusammen für was Besseres, ach ja, nützt ja alles nix, bringt doch gar nichts, außerdem hat man keine Kraft, geizt mit dem Wenigen, Billigen, und will was Besseres sein. Man vergisst, dass Glück im kleinsten Gefäß sein kann, man sammelt jetzt andere Sätze, liest sie von der Straße auf, legt sie zu den Plastiktüten im Schrank. Man trifft die Nachbarin, man trifft von Schulfreunden der Kinder die Mütter, die sich engagieren, die die vernünftigen Schuhe tragen, die bestimmt Die Grünen wählen, oder die FDP, von denen man nie gedacht hätte, dass… man bei Lidl einkauft. Und auf Luxussorgen verzichtet.
|
|
Nein... mir wird bei LIDL immer SCHWARZ. Die alten Kaufländer!
Aber egal. Egal, ob Penny, Norma, Aldi, Netto oder Dummy. Wir stellen uns immer mal die Frage, wie wir zu Ostzeiten überlebt haben mit Nur-Konsum und Nur-HO. In mir schlummert ein Traum. Zum unvollständigen Ladenschluss zwischen 19 und 22 Uhr würde ich alle Überbleibsel, die sonst in der Presse landen, auf den Marktplatz unserer Städte kippen und dort dahindämmern lassen. Volk kann dann daran vorbeiziehen und für mehr Billigkeit demonstrieren. Vielleicht dämmert es dann, dass im "DISCOUNTer" ein COUNTER steckt, der runterzählt... Es stinkt nach Überangebot. Sollten wir das Freiheit nennen, bezahlen immer andere dafür. |
|
|
Hallo Katharina Körting,
wer in einem vermoderten, verdorbenen, Spitzelladen der Fäulnis einkauft, dessen innere Werte passen sich an und entgleisen auf Dauer gänzlich. Dann lieber einen Apfelbaum pflanzen und verhungern. |
|
|
oh.
verhungern auf ganz hohem niveau? mir fällt dazu leider nur der lutherische apfelbaum ein - und da wird mir schlecht, bevor ich überhaupt bei Lidl war... |
|
|
Oh ja, das möchte ich sehen.
Diese Heerscharen von politisch korrekten ausgehungerten Baumschülern, die darauf warten, dass ihr Boskop endlich mal trägt. Hattest Du eigentlich schon mal Hunger? Hast Du eine Vorstellung davon wie es ist, wenn die Kinder sich mit stumm geweitetem Blick einen Joghourt wünschen, und du weißt nicht, ob Du ihn kaufen darfst, weil du nicht weißt, ob es dann übermorgen noch für ein Brot reicht? Das vom Billiganbieter versteht sich. Lies den Artikel von Frau Körting doch einfach ein zweites mal, und lasse Dich auf die angebotene emotionale Reise ein. Da gibt's ganz andere Horizonte zu entdecken als die grelle Erkenntnis dass Lidl der Antichrist ist. Grüße vom Brot |
|
|
Hallo a. brot,
so wie du dich empörst, fängt bei dir Hunger bestimmt dann an, wenn du Brot mal ohne Nutella essen musst. |
|
|
@Rahab,
An apple a day keeps the doctor away. |
|
|
***** (mit Sternchen)
|
|
|
ja
und? stirn-tipp |
|
|
Unternehmen, deren Schwerpunkt weniger in der Bereitstellung billiger Produkte, sondern in Gewinnmaximierung durch Dumping liegt, entstehen nicht passiv in Gegenden mit armer Bevölkerung, sondern bewirken nachweislich eine Senkung der Durchschnittslöhne um ~ 10 %.
Sie versorgen nicht Arme, sondern schaffen Armut und zerstören Mittelstand. |
|
|
@Rahab,
tipp-topp. |
|
|
ich kauf auch lieber in fronkroich und im ka-de-wupp-dich!
und genauso gern hätt ich hinterm haus nen apfelbaum und nicht nur einen und nicht nur diesen is schon nen + mit der sub-sistenz |
|
|
Passend dazu:
Report Mainz: Skandalöse Arbeitsbedingungen im LebensmittelhandelWie ehedem, Sklaven kaufen ihr Waren bei Sklavenhaltern. |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 11:43
die Briefkästen der fremdfirmen werden von der agentur für arbeit betreut ... :roll:
|
|
|
Oh Mann, Du schinst es ja verdammt nötig zu haben...
|
|
|
Der es so ertaunlich nötig zu haben scheint, ist natürlich Streifzug.
|
|
|
Hallo Streifzug,
wer glaubt, sich aus dieser Welt ausklinken zu können, sollte schleunigst aufhören mit dem Internet - und schon gar nicht stromteure Links hier einstellen (youtube-Datenmengen sind besonders klimaschädlich), denn er unterstützt damit die Atomindustrie, die zweifellos mindestens so böse ist wie ein Discounter. Jeder Klick erhöht den CO2-Ausstoß, ein Klick bei jeder Suchmaschine wirft x Maschinen an und verursacht den Verbrauch von Unmengen Strom - Energie, die vermutlich nicht lückenlos sauber z.B. bei Greenpeace eingekauft wird. Da helfen auch Ihre Apfelbäume wenig - noch weniger, weil Sie ja dann schon längst verhungert sind und als Toter nun gar nichts mehr ändern können am Lauf der Welt :) |
|
|
Hallo Katharina Körting,
ausklinken? Wer redet von ausklinken? Mitmischen, mitentscheiden, kämpfen, lieben, leben ... nicht dulden, darum geht es. Selbst als Toter werde ich aus dem Grab springen, wenn ich so was lese, um zu nerven ;) |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 20:01
Den Trick des "Streifzug" will ich genannt haben.
Der Materialismus des Geldes - in Streifzugs Sinne das Versagen der Moral - auf seiten der Käufer soll dafür verantwortlich sein, daß bei den Beschäftigten von Lidl und Co ... die Moral versagt, die einzig sie daran hindern könnte, ja sollte , Jobs zu Niedrigstlöhnen anzunehmen. Er verwandelt die Sache hier, wie überhaupt alles und die ganze Welt in eine Frage der moralischen Stellung in und zu ihr, und diese Haltung soll insbesondere dann gelten, wenn es um nackte Gewalt geht, zum Beispiel die Gewalt, welche die Leut daran hindert, die Läden mit den Produkten, die was taugen, halt zu plündern . Auch zu dem Thema wird Streifzug, wie zu allem anderen, ein "Siehste!" einfallen: Siehste, am Grund der Seelen liege die Barbarei der Plünderer, statt die Vornehmheit der Sterbenden, zu denen er allerdings nicht gehört, wie hier zu lesen ist. Ja, Mann, dann geh' doch bitte sterben, Streifzug, anstatt deinen Lesern Deine Zufriedenheit mit der bürgerlichen Welt, inkarniert in Deiner Selbstzufriedenheit und guten Meinung von Dir, als hochmoralisches Leiden an ihr und der Schlechtigkeit Deiner Mitmenschen zu bebildern - und zu verkaufen. Für gutes Geld zu verkaufen, wenn Du nicht auch in dem Punkt, wie in allen anderen, gelogen hast. |
|
|
TomGard
und seine Tanzfiguren, autistischen Sprach- und Gedankenspiele, deren Versagen die Wirklichkeit eindrücklich zeigt. Moral ist nicht mein Thema. |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 21:04
TomGard hat damit so wenig oder so viel zu tun, wie Streifzug. Es kömmt nicht im Geringsten darauf an, wie Du "Dein" Thema nennst - oder wie ich es nenne - sondern:
Wenn es - z.b., ein Beispiel für andere mögliche Varianten - keine Arbeiterschaft gibt, die Niedriglöhne verweigert und im Falle des Zuwiederhandelns Maßnahmen ergreift, nötigenfalls das Abfackeln der Läden, dann IST die Frage, ob einer bei Lidl kauft, oder das sein läßt eine lupenrein moralische Frage, die einer auch "ethisch", "Gesinnungsfrage" oder sonstwie nennen mag. Tomgardisch ausgedrückt: Wenn es keine Gegengewalt gibt, bleibt die internalisierte Form der Gewalt, die ausgeübt wird, und die heißt nicht nur in meinem oder Deinem Sprachgebrauch nun mal "Moral". Capito? |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 21:12
PS:
Die "Tanzfigur" war meine Rede vom "Materialismus des Geldes". In dem Ausdruck ist gewissermaßen unenthüllt enthalten - ich denke allerdings nicht etwa versteckt - daß der eine Moral enthält , eben diejenige, die jeder unter dem Schlagwort "Käufermoral" kennt. Sie besteht darin, daß einer sich die Schranke seiner Zahlungsfähigkeit als Zugriffsmacht schön denkt und sich zu ihr als solcher verhält. Aber den Weg, zu dieser Wahrheit Deines Moralismus vorzudringen hast Du Dir per dümmlicher Selbstgefälligkeit vernagelt. |
|
|
Von der "internalisierten Form der Gewalt" rede ich in gefühlten 333 Kommentaren hier.
"Wenn es keine Gegengewalt gibt ..." Warum gibt es keine? Wenn doch? ... Nur Mut, ruhig mal die eingeschliffenen Denkbahnen verlassen. Falls es schief geht, Streifzug fängt dich auf und macht auch keine Vorwürfe, wegen der Moral und so :) |
|
|
PS:
Bretter, die die Welt bedeuten. |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 22:06
So, jetzt bleibt unter'm Strich übrig, daß Du implizit zugestanden hast, Dein Vorwurf an die Lidl-Käufer diagnostizierte ein Versagen von "wie immer Du's nennen willst", was de facto dessen den Leutz aufgenötigte Mobilisierung im Dienste eines Zurechtkommens mit nackter polizeilicher Gewalt darstellt!
Und auch über dieses Resultat lügst Du Dich hinweg. Du bist auf diese Weis eine Inkarnation der Lebenslüge des moralischen Individuums. |
|
|
@ Katharina Körting @ Streifzug @ TomGard
Nach Sichtung der Diskussion komme ich für mich zu folgendem Stand: Der "LIDL" erzeugt selbst Armut, zwingt die Leut so "billig" rufend selbst in sich hinein, weil sie doch etwas zum Essen brauchen und frisst sich an den so gezwungenen Leut immer dicker und mächtiger. Der angefressene Umfang verschafft dem "LIDL" die Macht, die Leut vermittels Zwang davon abzuhalten den "LIDL" zu plündern. Boskop pflanzen bringt nix und Sterben auch nicht. Jetzt weiter. Angenommen die Leut würden die Maßnahmen ergreifen und den "LIDL" plündern. Angenommen Sie stünden nun am übernächsten Tag vor den geplünderten Regalen und hofften, dass diese sich wieder gefüllt haben. Nachdem sie nun feststellten, dass dies nicht geschah: Welche nachfolgenden Maßnahmen ergreifen jetzt die Leut? Bis jetzt sehe ich nur Streifzugs Bosköppe. Katharina Körting fürchtet den Tod durch einseitige Ernährung und TomGard hatte Recht. Wir haben im Garten wirkliche Apfelbäume. Mein einziger Boskop hatte es dieses Jahr sehr schwer, weil die Wühlmäuse die Wurzeln abfraßen und ich nur durch entschiedene Gewalt mit "Supercat" das Überleben des Baumes sicherte. Als die Bäume im Mai in voller Blüte standen, gab es Nachtfröste. Der nachfolgende Regen und das Bienensterben sorgten dafür, dass nur 2 Bäume Äpfel tragen. Dieses Jahr reicht es also nur für wenig eigenen Apfelsaft. Jetzt gehe ich also nach den ergriffenen Maßnahmen zum geplünderten "LIDL" und sehe mir mit allen die geplünderten Regale an. Was machen wir jetzt? |
|
|
"Selbst als Toter werde ich aus dem Grab springen, wenn ich so was lese, um zu nerven ;)"
Na, das wird die Welt endgültig zum Guten verändern :-))) Jummping Jack Flash aus dem Grab :-)))) |
|
|
Tom Gard:
"Er (Streifzug) verwandelt die Sache hier, wie überhaupt alles und die ganze Welt in eine Frage der moralischen Stellung in und zu ihr, ..." Eine Krankheit die nicht nur er hat. Diese Infantilität ist auch immer gekoppelt mit ein wenig Größenwahn und der damit verbundenen Annahme man bekommt den Ablaßschein, wenn man meint: "Mitmischen, mitentscheiden, kämpfen, lieben, leben ... nicht dulden, darum geht es. (Streifzug)", wären bereits sowas wie eine Garantie. Dem ist leider nicht so. |
|
|
"Wenn es - z.b., ein Beispiel für andere mögliche Varianten - keine Arbeiterschaft gibt, die Niedriglöhne verweigert und im Falle des Zuwiederhandelns Maßnahmen ergreift, nötigenfalls das Abfackeln der Läden, dann IST die Frage, ob einer bei Lidl kauft, oder das sein läßt eine lupenrein moralische Frage, die einer auch "ethisch", "Gesinnungsfrage" oder sonstwie nennen mag."
Soweit richtig, nur das hier die Illusion gepflegt wird, das das Abfackeln von Läden irgendetwas bringt. Hier folgt die Moral nur der ohnmächtigen Gewalt. ;-) |
|
|
schrieb am
25.09.2010 um 13:04
oder ein voraussetzungen schaffen für...
|
|
|
@ b.v. @ frau g.
Ich weiß immer noch nicht, woher ich Apfelsaft bekomme. |
|
|
aus der grandiosen idee, die vom nachbarn ...?
ne, geht auch nich, is ja gleich nebenan von Lidl? |
|
|
kurzum: enteignet frau/herrn lidl
und baut den laden zu ner ko-operative um in welcher der einkauf turnusmäßig wechselt |
|
|
@ Rahab
Ah! Endlich mal was mit Sinn fürs Praktische. Danke. Muss man vorher den "LIDL" plündern? |
|
|
was soll die frage?
wenn ich den laden ganz übernehme, muß ich doch nicht einzelteile wegschleppen. dann kann ich - falls ich das nicht schon vorher getan habe - überlegen, wie ich die verteilung organisiere und wie darüber sichergestellt wird, dass es auch weiterhin was zu verteilen gibt ja ja ja - ist idealistisch |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 01:12
Katharina Körting schrieb am 24.09.2010 um 14:59
Echt - leben Sie so umweltfeindlich? |
|
|
@ Rahab am 25.09.2010 um 19:38
>>>>was soll die frage?<<<< Ich gebe zu, es war mein Plan, dass eine/r diese Frage stellt. Allerdings hoffte ich auch auf eine Antwort. Diese Frage ergibt sich aus der Position TomGards in der Diskussion. >>>>>Wenn es - z.b., ein Beispiel für andere mögliche Varianten - keine Arbeiterschaft gibt, die Niedriglöhne verweigert und im Falle des Zuwiederhandelns Maßnahmen ergreift, nötigenfalls das Abfackeln der Läden, dann IST die Frage, ob einer bei Lidl kauft, oder das sein läßt eine lupenrein moralische Frage, die einer auch "ethisch",<<<<<< Diese TomGards Position bewertet, dass der "LIDL" ein Gewaltverhältnis ist, eine Position die ich insoweit teile, als dass sie etwas Wesentliches über die politisch-ökonomischen Grundlagen aussagt. Allerdings blendet diese Position vollständig aus, das der "LIDL" auch eine Organisation ist, die auf einem beeindruckenden logistischen und informatonstechnischen Niveau, mit ausgefeiltem Management die Ernährung von Millionen Menschen sicherstellt. Ganz praktisch und damit doch in dem Sinne TomGards, nämlich einem nicht moralischen, muss derjenige der den "LIDL" angreift auch sagen, wie er denn diese lebenswichtige Funktion des "LIDL" ersetzen möchte. Den ersten Beitrag zur Beantwortung dieser Frage haben Sie mit Ihrem Statement "ner ko-operative" geleistet. Das ist vielleicht "idealistisch", aber so beginnt es immer. Vielleicht kommen ja noch ein paar mehr "Städter" ninzu, die sich der Mühe unterziehen, zu verstehen wie man eine Kartoffel legt, anhäufelt, krautschneidet, sammelt, lagert,..... Wenn wir hier die Diskussion fortsetzen könnten? |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 14:11
Rapanui:
""Diese TomGards Position bewertet, dass der "LIDL" ein Gewaltverhältnis ist ...". Nein. Das Unternehmen Lidl ist ein kapitalistisches Unternehmen, es schließt eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen in sich und transformiert sie in Abhängigkeitsverhältnisse aller Beteiligten, und deshalb "bewerte" ich nicht - anders, als nahezu alle Beteiligten hier - icht drücke die Kritik an diesen Gewaltverhältnissen in einer Feindschaftserklärung aus. "Allerdings blendet diese Position vollständig aus, das der "LIDL" auch eine Organisation ist, die auf einem beeindruckenden logistischen und informatonstechnischen Niveau, mit ausgefeiltem Management die Ernährung von Millionen Menschen sicherstellt." Falsch, eben 'drum. Soweit Deine Aussage stimmt, blende ich das nicht aus, im Gegenteil - die Funktionen des Unternehmens im Gefüge sowohl der Stoff- als der Geldflüsse gibt ihm die Macht, Abhängigkeiten zu schaffen, bis hin zur Vernichtung von Existenzen. Allerdings stimmt sie weitgehend auch nicht. "Beeindruckend" an Lidl ist allenfalls die Effizienz der Ausbeutung der Beschäftigten und das Geschick des Unternehmens, sich gegen Konkurrenten zu halten bzw. sie aus dem Feld zu schlagen. Die dazu angewandten Mittel vernichten (sachlichen) Reichtum, statt ihn zu schaffen, vernichten ggf auch Kapital auf Seiten der Konkurrenten. Diesem teils mittelbaren Effekt, teils unmittelbaren Zweck dient nahezu das gesamte organisationstechnische Wissen und die Verfahren seiner Umsetzung. Die im engen Sinne verteilungstechnischen Kompetenzen eines solchen Unternehmens sind vergleichsweise simpel, vor allem deshalb, weil die Last der Einkaufsorganisation und -abwicklung bei den Zulieferern liegt. Die haben im Hin- und Her zwischen Vertragsanbau / - produktion und Einkauf auf freien Märkten die Erpressung der Produzenten zu Minimalpreisen hin zu kriegen, möglichst ohne sich dabei die eigene Geschäftsgrundlage zu ruinieren. Lidl trägt zu solcher "Kompetenz" allein mit seiner schieren Marktmacht bei. Das nur zur Richtigstellung, Rapanui, ich schätze Deiner Aussage liegt eine wenig gebrochene Bewunderung für's "Wertgesetz" zugrunde, welche die Realsozialisten bewogen, die Arbeiter mit als Hebeln eingesetzten Surrogaten kapitalistischer Finanztitel zu kommandieren, statt eine Planwirtschaft einzurichten. Eine Planwirtschaft - soweit stimmt Dein Einwand dann wieder - deren individuelle (auf das einzelne Unternehmen und seine Einbettung in einen Teil der Stoffflüsse) Momente bei einem Lidl, wie in jedem anderen Unternehmen, und am entwickeltsten in Konzernzusammenhängen, selbstverständlich ein Bestandteil der Betriebsabläufe ist .... aber eben als Mittel eingesetzt, als abhängige Variable eines sachfremden und doch übergeordneten Zweckes, dem der Geld- und Kapitalvermehrung. Deshalb bleibt es dabei: einen "Lidl" müßten Kommunisten allemal "abfackeln" - ernsthaft metaphorisch gesprochen - Arbeitsplätze und Organisation "taugen" nicht für eine Übernahme. Freilich sollte man sie im Falle des Falles nicht überstürzt abwickeln. Weshalb ich das schreibe ... Nun, in der Tat hätte ich mich kaum eingemischt, wenn ich mich nicht über Streifzug geärgert hätte, aber ich habe nur einen Teil meines Ärgers auch ausgesprochen. Der übelste "Skandal" hier ist nämlich, daß seine Aussage, "Lidl" trüge "nachweislich" (!!!!!) überall dort, wo er auftauche zu ~10 % Verarmung bei, hier durchgeht . Bei Dir, Rapanui, der Du Dir einiges auf Deine "praktische" Kompetenz zugute hältst, auch. Die Aussage ist absolut hanebüchen, wer sie "glaubt", hat seinen Verstand zumindest hinsichtlich ökonomischer Zusammenhänge vollständig an einen moralisch genährten Aberglauben abgegeben. Ich denke nicht daran, mir hier die vergebliche Mühe zu machen, nachzuweisen, wie grotesk schwachsinnig die Aussage ist, nehmt meine Behauptung bestenfalls als Hinweis, Euch die Zusammenhänge vielleicht doch einmal zu überlegen , sie ernsthaft zu überdenken , statt sie sie Euch bloß so zuecht zu legen, daß sie auf Eure jeweilige Gesinnung passen um dieselbe bildmächtig aufhübschen! |
|
|
Hallo TomGard,
die argumentative Wirkung Ihrer Aussagen wäre noch intensiver, wenn Sie nicht immer in den Gründen meiner sozialpsychologischen Konditionierung herumwühlen würden. Ich kann's nicht ändern und hoffte auch, das gelegentliche selbstironische Bemerkungen ausreichen würden, mir ein Existenzrecht bei Ihnen zu ertrotzen. Dieser Hickhack lenkt mich nur ab, über das Wesentliche Ihrer Aussage nachzudenken. Die für mich interessante, wenns nicht zu andienend rüberkommt, hohe Qualität Ihrer Anmerkungen, lässt mich die hochfahrende Intonierung derselben vergessen. Geben Sie mir einfach eine Chance. Sie wissen, "Bitte" möchte ich nicht sagen. Ich hatte "LIDL" in Anführungszeichen gesetzt, weil ich es auch als Metapher für den Kapitalismus verstanden wissen wollte. Na ja, die Metaphern...."Das Unternehmen Lidl ist ein kapitalistisches Unternehmen, es schließt eine ganze Reihe von gesellschaftlichen Gewaltverhältnissen in sich und transformiert sie in Abhängigkeitsverhältnisse aller Beteiligten.." ist dann auch der Satz, nach dem Scheitern, der von mir beabsichtigten metaphorischen Wirkung, dem ich zustimme. Ich verstehe auch Ihre Präzisierung bei der Verwendung des Wortes "bewerten" und stimme Ihrer Einschätzung des moralisierenden Gesprächsverlaufes darfmanoderdarfmannicht zu. Jetzt doch eine persönliche Bemerkung: Dank an Sie, dass Sie explizit "metaphorisch" fürs "Lidlabfackeln" schreiben. Sie haben insofern Recht, als dass ich mit einer "gewissen Bewunderung" auf den "LIDL" schaue. Ich arbeite jetzt seit 20 Jahren in sehr gut organisierten kapitalistischen Unternehmen, ich habe zuvor 10 Jahre in einem schlecht organisierten "sozialistischen" Unternehmen gearbeitet. Die verheerenden sozialen Wirkungen des "LIDL" auf breite Schichten der Bevölkerung sind mir bewusst, die verheerenden Wirkungen auf die "Seelen", der in diesen Hierarchien arbeitenden Menschen sind mir bewusst, von den globalen Auswirkungen brauche ich hier gar nicht erst zu reden. Meine Haltung dazu ist "feindseelig", wenn auch in den persönlichen Konsequenzen nicht so radikal wie bei Ihnen. Aber: Ich glaube nicht an romantische Bauernmärkte, an Eigenversorgung und gesunde Bioprodukte, nicht an Käseläden in Schickimickivierteln und an Tante Emmaläden mit 50m² Verkaufsfläche. Für Millionen und Milliarden von Menschen braucht es moderner Landmaschinen, GPS, Informationsverarbeitung, Düngemittel, vielleicht auch Gentechnik. Dazu braucht es moderner Distributionssysteme im Handel und gescheiter Konsumenteninformation. Wie dies alles, und da spreche ich als Professioneller, gegenwärtig organisiert ist - da erscheint mir das "moralische" Gehuber vieler Diskutanten hier als naiv. Die Leut würden einfach verhungern. Wie also und das ist zum wiederholten Male meine Problemstellung, bewahrt man den Stand der Produktivkraftentwicklung und zerstört das kapitalistische Herrschaftsverhältnis, ohne eine zivilisatorische Krise auszulösen. Oder sind die von mir als "modern" geschätzten PK selbst Erscheinungen des Herrschaftsverhältnisses. Wie sieht denn eine "kommunistische" Organisation der Produktion aus? Wie denn, wo denn sind Formen von "kommunistischer" Produktion schon erkennbar. Ist z.B. die schon jetzt vorhandene genossenschaftliche Produktion und Distribution ein Ansatz. Wie erlernen Sie Menschen ein "kommunistisches" Produzieren? Lassen wir einfach mal "Streifzugs", "10% Theorie", die ich auch für absurd halte, beiseite. Man kann sich nicht mit allem befassen. Bereits mit Jap bin ich immer nur bis zu dem Punkt - wie jetzt weiter - gekommen. Kommen wir weiter? |
|
|
-wirklich schlecht wirds futter erst, wenns verfallsdatum überschritten wurd...
-wirklich schlecht wirds einem erst, wenn all das "ab-morgen/übermorgen-schlechte" in einem kübel entleert zum "käfig" gekarrt werden muß... -wirklich schlecht ergehts einem erst, wenn man versucht , den käfig zu "knacken" und die bullen gerufen werden... -wirklich schlecht is(s)t man, wenn das noch-gute und zudem unerschwinglich teure so ausgepackt stück für stück, klumpen für klumpen vor augen gehäuft wird und man sagt : davon hätt ich gern mal gekostet... -wirklich schlecht kommts, wenn die "käfige" mit "bio-verfällt-morgen" unter strom gesetzt werden, weil wegelagernde ganoven sich zuerst an diesen vergreifen wollen... -wirklich schlecht bin ich, weil ich immermal davon träume, die einkaufswagenladung nicht zum käfigkübel, sondern auf den parkplatz zu rollen, wo ein leerer kofferraum+rückbank bereitsteht, um den morgen-schlecht-kram in empfang zu nehmen und auf dem nach-hause-weg auf ein verzehrbares maß verteilend zu schrumpfen, am folgenden gibts ja die nächste ladung... manchmal frage ich mich, was wirklich ist, wenn alle "wirklichkeit" doch erfindung sei und wie schlecht ich erst sein muß, mir derlei zu erfinden... |
|
|
ich find ja
manchmal kann mensch garnicht schlecht genug sein |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 10:45
"schlecht sei der mensch und gut" ...
naja, ausgeglichen eben... es wird schon "buch geführt", die "ganoven" ziehen von penny zu edeka und weiter zu lidl, die machen das mit system, sind organisiert und behundet. der www.huskytrack.de/bilder/2008.07/information_-_schlittenhunderassen_-_alaska_husky,421,6.jpg kommt immer ganz vorsichtig und neugierig auf einen zu, ungeleint und läßt sich streicheln... blöderweise ist hund hund und kunden/kundinnen können angst vor hunden haben, sodaß die ganoven im hundebesitz eine reale gefahr für volk und edeka darstellen ... so lagern sie sich tags nun aus, um nachts olsenbande zu spielen... da die hunde nie angeleint werden, müssen die polizisten schon aus selbstschutz waffen tragen, sie griffbereit haben... ein gefährlicher job - nur was für echte bullen... hätt ich keine katzen, hätt ichn hund... |
|
|
"ich find ja
manchmal kann mensch garnicht schlecht genug sein" Du hast jetzt nicht zufällig an mich gedacht? Ich würd´ Dir so gern widersprechen. Habe aber keine Argumente. :-))) |
|
|
1. Geht man davon aus, dass Lebensmittel zum Essen gepflanzt, gefüttert, geerntet, geschlachtet, verarbeitet, gekühlt, verpackt und transportiert werden und nicht zum Wegwerfen, und bedenkt gleichzeitig, dass es auf der Welt extremen Hunger gibt (auch wenn es zur Zeit nicht en vogue ist, das zu thematisieren), dann ist es ein Verbrechen, unverdorbenes Essen zu verderben, z.B. mit Spülmittel zu übergießen. Lässt man es jedoch Menschen, die es weiterverteilen ("Ganoven", sicher billiger als im Supermarkt selbst) oder selbst nutzen, dann wird das Ganze nicht so entsetzlich sinnentleert.
2. Sonst noch fällt auf, dass vom sozialen Absturz Gefährdete ihre Angst davor in Hass auf die schon Abgestürzten umzudeuten pflegen (Hauptartikel und manche Kommentare). 3. Dass Supermärkte BÖSE sind, ist eine nicht weiter zu kommentierende Binsenweisheit. |
|
|
schrieb am
25.09.2010 um 20:35
die leute schämen sich für den job, den sie tun, nicht für die verhältnisse, in denen sie tun, was sie tun...
so muß jemand andres gefunden werden, der sich weit mehr zu schämen hätte, ob fürs nichts tun oder dafür, zu wenig zu tun oder dafür, nur unregelmäßig zu tun usw usf ... diese "ganoven" tun eben "nichts" , sie sitzen an ner edeka-wand (nichtmal am eingang, um zu betteln) und tun nichts... es gibt immer wen, der noch weniger ein recht auf hat...als ihnen recht zugesprochen wird... ich denke, diese eigenartige schämen für das, was man da tut bzw eben der leute für den job, den sie machen abstrahiert sie bzw läßt sie eben diesen job, diese arbeit, wie auch die wirkung/produkte dessen, was sie tun nicht mehr wahrnehmen... zudem existiert diese uniform, diese verkleidung, die dann ausgezogen wird und der nun wieder vollwertige mensch darf mensch sein,schaut ganz anders aus, ist ganz anders drauf usw usf... mir tuts um diese abfälle derart leid, daß ich die leuts immer frage, ob ich ihnen das,was ich da wegschneiden muß zb nach nem auswiegen/-bonen mit in die tüte geben darf, unabhängig davon, wie betucht sie seien per erscheinung... auf die frage, ob man sich den kram teils nicht mitnehmen könne, hieß es , daß dies als diebstahl geahndet werde, naja, aus müll darf kein "müll" entwendet werden, sonst nehmen alle nur noch den "müll" und der andre wird nicht mehr verkauft, produziert also abermals müll,auf daß am ende alle nur noch auf den müll warten , den der markleiter so einkauft ;-) geht ja nich,ne ;-) |
|
|
Aldi hat mich groß gemacht. Naja, so groß bin ich nicht, aber es ist alles dran. Bei uns gab es vorwiegend Discounter-Ware und Second-Hand Klamotten, meine Mutter hat das Emotional ganz gut überstanden. Ihre Kinder sowieso, mir ist der Gedanke an "Bio-Nahrung" heute noch fremd. Was ist denn dann das normale essen? Das ist doch alles Propaganda, damit man die paar Kröten die man noch über hat, in den Fairtrade Kaffee stopft (ich fahre dafür nach Holland, da ist er 1,5Euro billiger, soviel Kostet da im Supermarkt ein Pfund). Ich lasse mir doch keine schlechtes Gewissen machen, weil ich was essen muss!
Wer mit den eigenen Ressourcen nicht haushalten kann, kann auch den Planeten nicht retten. Apropos Schäden: Als Kind hörte ich bei Gesprächen, es sei keine Schande bei Aldi einzukaufen, da würden auch Leute mit einem Mercedes vorfahren. Das muss man sich mal vorstellen, einem Mercedes. |
|
|
Fast vergessen:
Willkommen im Club ![]() |
|
|
Meine Rede! :-)
|
|
|
die armen sind auch garnicht arm, solange sie noch einen counter unterstützen können...
gewalt geschrien! |
|
|
Hochmut kommt vor dem Fall.
|
|
|
Wer überzeugt ist, dass im Bioladen einkaufen ein Einsatz für das Gute ist, muss natürlich auch denken, dass bei Lidl kaufen Beihilfe für das Böse bedeutet.
Vielleicht mal wieder einen alten Schinken lesen, wie z.B. 'Die Lage der arbeitenden Klasse in England'. Steht auch was über Billigdiscounter drin, Gammelfleich u.dgl., und die blöden Proleten haben das gekauft!! Ja, ich weiß, heute ist alles ganz anders, von wegen ARBEITENDE Klasse und so. |
|
|
Hallo goedzak,
sich schlaumachen und die aktuellen Untersuchungen lesen hilft auch schon weiter, siehe oben. Bei Sklavenhaltern kaufen bedeutet Armut und Sklaverei fördern. Man kann es natürlich auch dialektisch verschwurbeln ;) |
|
|
Es bleibt aber die Frage, Streifzug, wie man/frau mit Hartz4-Tagesverpflegungssatz sich und die Seinen ausgewogen ernährt, ganz undialektisch.
|
|
|
Lieber goedzak,
es bleibt die Frage, warum es Hartz IVler gibt, die mit solchen Tagessätzen leben müssen, ganz undialektisch. Der Rest ist Selbstaufgabe und Hinnahme eines Systems, welches unmenschliche Bedingungen schafft. Siehe auch unten. |
|
|
"es bleibt die Frage, warum es Hartz IVler gibt" - Danke für die Belehrung!
|
|
|
Belehrung? Es war eine Antwort auf deine Frage. Was ist falsch an der Antwort?
Ansonsten kommt mir die Behandlung der Situation ähnlich vor wie: Nun, da schon mal Krieg ist (wenn auch mit lügenhafter Begründung), müssen wir blablabla |
|
|
da fällt mir ein ...
es wurde letzthin ein blog getiltet, welcher die spannende frage stellte, wie denn der verfassungsgemäße ausübung des in der verfassung verbrieften widerstandsrechts aussehen könnte raff ich's noch oder werd ich gleich ge-raf-t? |
|
|
die ausübung
nicht der aber ... eigentlich ist der artikel eh wurscht! |
|
|
Ich möchte hiermit goedzak unterstützen helfen: Es gibt wirklich Menschen in unseren Städten, die im Supermarkt einkaufen MÜSSEN, weil sonst das Geld nicht reicht. Auch wenn man das nicht glauben mag. Ich kann mich auch noch an ein paar sehr magere Jahre bei mir als Student erinnern und mit ein bisschen Anstrengung erinnere ich mich noch an eine Zeit, als meine (alleinerziehende) Mutter auch rechnend am Abend am Küchentisch saß.
In solchen Situationen kann man offenbar nichts anderes machen als "den Sklavenhalter fördern". Alles andere (siehe Apfelbaum-Episode weiter oben) ist dann doch eher Gedankenspiel ohne Rückgriff auf die Tatsachen. |
|
|
Lieber Streifzug,
bitte sage mir, bei wem ich Deiner Meinung nach kaufen darf. Bitte konkret. Will nicht beim Slavenhalter kaufen. Du kennst ja bestimmt einen (der das nie und nimmer ist). Im Tante-Emma-Laden ? Ach so ! Hab ich aber schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Ich kaufe (im Moment) nicht beim Discounter, sondern bei anderen "Marken". Ich würde mich aber nicht dafür verbürgen, daß die nie und nimmer Sklaven halten. Für einen Apfelbaum im Garten braucht's halt einen Garten. Das kommt mir vor wie der blöde breitgetretene Spruch von Marie-Antoinette ... |
|
|
Liebe Nelly,
Apfelbäume gedeihen außerhalb eines Gartens ganz hervorragend. Vielleicht ist das ein guter Ansatz für die erste Frage. Auch Denken kann sich in kleinen Gärten niedergelassen haben, brav mit einem Jägerzaun eingefasst, die Liebe des Spießbürgers zur Parzelle, außerhalb ist das Undenkbare. |
|
|
Es gibt mehrere Arten, sich etwas bewusst zu machen.
Die eine ist die Streifzugmethode (man könnte auch Holzhammermethode) nennen, die zumindest in diesem Blog hier wahrnehmbar ist: Hau so lange auf den Übeltäter drauf, bis dessen Kopf matsche ist und er keinen Schritt mehr tun kann, ohne sich schlecht zu fühlen. Ich finde diese Methode weniger effektiv, weil sie eine totale Konsequenz verlangt von Lebewesen, die niemals total konsequent sind, waren, sein werden (zum Glück!, finde ich) Die geforderte Logik bleibt eine im Tunnelblick verhaftete Besserwisser-Logik, die, denke ich, vielleicht ein bisschen überzeugt, aber kein Gesprächsangebot ist, auch kein Bewusstseinsänderungsangebot, sondern ein Befehl. Das findet man dann unangehem, und man glaubt demjenigen, der mir befiehlt, so UND NICHT ANDERS zu denken UND ZU HANDELn erstmal nicht. Wegen der Konsequenz und der weißen Weste, und weil es KEINEN SPASS macht. Eine andere Möglichkeit, sich etwas bewusst zu machen, ist, erstmal nachzuspüren, wahrzunehmen, was passiert, was man macht, dem nachzuspüren - Gefühle zu überdenken, nachzudenken. Diese Methode geht nicht von der großen ganzen Menschheit aus - die ja immer lügt, attackiert nicht mit Spatzen Kanonen-Sklavenhalter, sondern schaut auf die Spatzen, genauer: auf den einzelnen Spatz. Der da pickt und irgendwie leben mag. Und der nicht unbedingt mit einem ständigen Holzhammer auf dem Kopf oder einem klebrigen, übelgelaunten, besserwisserischen Streifzug an der Backe leben mag (oder kann). Ich habe in dem Text versucht, aus der Ich-Perspektive letztere Möglichkeit zu eröffnen. Ob "ich" im Text identisch mit "Katharina Körting" ist, oder ob Katharina Körting "in Wirklichkeit" Multimillionärin ist und 100 Millionen davon, wie der Facebook-Gründer es angekündigt hat (allerdings mit Bedingungen) an öffentliche Schulen spendet, finde ich dabei irrelevant. Discounter und alles, was damit zusammenhängt, sind eine hochinteressante Angelegenheit, die durch Schlagwörter wie "Sklavenhalter" oder "Spitzelladen der Fäulnis" eher aus dem Blick gerät als in den Blick, weil man dann ja alles schon weiß. "dessen innere Werte passen sich an und entgleisen auf Dauer gänzlich." Auch sprachlich sollte man aufpassen, wie man seine eigene Selbstgerechtigkeit zum Ausdruck bringt - die Metapher entgleisender Werte finde ich verunglückt. "Dann lieber einen Apfelbaum pflanzen und verhungern." Und wenn man solche Alternativen - wie augenzwinkernd auch immer - als alternativlos suggeriert, dem kann ich - ganz subjektiv - nicht von hier bis zur nächsten nicht politisch korrekt errichteten Wand trauen, auch wenn der solcherart Selbstgefällige sich ins aufklärerische Gewand kleidet. Denn: Man glaubt ihm einfach nicht. Und man möchte genauer hinschauen. Und man möchte: den einzelnen Menschen sehen, wahrnehmen, berühren, bewegen dürfen - und nicht DIE (kaufende) MASSE inkriminieren müssen. Die dargestellte Alternative - ein schlechter (= übel einkaufender) Mensch sein ODER guten Willens verhungern, schießt sich im Grunde selbst ins argumentative Aus. Es sei denn, es geht nicht um tatsächliche Veränderung, sondern darum, sich an die eigene weißbewestete Brust zu klopfen. Was ich - ganz subjektiv! - eher als langweiligen, sogar überflüssigen Anblick wahrnähme. |
|
|
Es regnet. Der Herbst beginnt von den (Apfel)bäumen das Laub zu schütteln. Ein Blick auf den Zeitungsständer zeigt, dass BILD wieder einmal seine Leser verhöhnt. Und dann noch die nichtfiktive Fiktion eines Einkaufs bei Lidl. Bettler und ausgebeutete Verkäuferinnen, die trotzdem "okay" sind und den anderen Ausgebeuteten oder Aussortierten helfen. Und ein bisschen Licht in die graue traurige Kauflandschaft bringen.
Es ist die Not, die die Lidls und Aldis metastasieren lässt - und ihre Besitzer zu Multimillliardären macht. Wo sie sind, ist Armut indiziert. Es ist der - sagen wir - Geiz, der die Wohlhabenderen in diese Läden treibt. Und eine gewisse ästhetische und kulinarische Anspruchslosigkeit, die von "oben" nach "unten" und dann wieder nach "oben" gereicht wird wie die Klamottenmode. Und vielleicht auch die Sucht nach sozialer Selbstbestätigung: bei den Armen und Elenden in Discountland. Wo es manch "echtes Schnäppchen" zu entdecken gibt. Die Pauper sind manchmal so "natürlich". Und "zufrieden". Man kann von ihnen lernen. Weniger ist mehr - in Deutschland (und nicht nur da). Dabei wäre weniger Anspruchslosigkeit mehr! |
|
|
Liebe Katharina Körting,
die liebliche Sicht der einzelnen Spatzen ist uralt. Sklaven können sich die Taube (Freiheit) nach gewisser Zeit nicht mehr vorstellen, sind dankbar für jede Erleichterung, die ihnen von Sklavenhaltern geboten wird. Den Spatz der kleinen Erleichterung tragen sie wie das denkbar Mögliche, das Erreichbare vor sich her, beten es nach geraumer Zeit als heiligen Sachzwang an, verinnerlichen es und werden komplett zu dem, was sie sind, unfreie Menschen, die ihre Ketten als Zierde tragen, verbunden mit Hass auf diejenigen, die sie darauf hinweisen. Darum haben Herrscher ihre Ruhe und Unruhestifter werden auf ausdrücklichen Wunsch der Beherrschten hingerichtet. In bestimmten intellektuellen Kreisen wird dieses uralte Ritual hoch in Ehren gehalten. Was dort als Idee gefeiert wird, ist nichts anderes als Selbstkastration. Ach so, wer ist man? |
|
|
Das mit der totalen Konsequenz ist wie mit dem totalen Krieg...
|
|
|
@Streifzug
Da Rewe bekanntlich auch nicht ganz astrein ist, von Kaiser's ganz zu schweigen, wo soll ich denn nun einkaufen? Im Bioladen? Abgesehen davon, dass ich mir das auf Dauer nicht leisten kann, die Angestellten solcher Läden können es sich dummerweise auch nicht leisten, dort einzukaufen. Und selbst wenn die Angestellten bei Rewe besser bezahlt und behandelt werden als bei Lidl, ist es nun besser, fair gehandelten Kaffee beim Lidl zu kaufen oder den guten Mövenpick beim Rewe? In der Praxis ist es nicht so einfach, konsequent zu sein - finde ich. Auch wenn es oft nur die Bequemlichkeit ist, die einen daran hindert, "Gutes" zu tun. Ich gehe z.B. seit einiger Zeit öfter bei Lidl einkaufen, nachdem ich diese Kette lange boykottiert habe. Einfach aus dem Grund, dass ich umgezogen bin und Lidl der einzige Laden ist, der bei mir gleich um die Ecke liegt. Und das Beet, das ich im Garten (der Vermieter; darf ich mitnutzen) pflege, ist zum größeren Teil mit Blumen bepflanzt. Für eine komplette Selbstversorgung wäre es aber leider eh etwas zu klein. Und wenn ich ab und an zum Aldi fahre, um dort u.a. Fleisch, Obst und Gemüse einzukaufen, dann vor allem deshalb, weil es in meinem neuen Veedel keinen brauchbaren Obstladen gibt und weil frische Produkte beim Aldi immer noch deutlich besser sind als die teureren bei Rewe. Muss ich mich nun schämen? Soll ich etwas ändern? Und wenn ja, wo soll ich anfangen? |
|
|
@derDonnerstag,
wenn du mich so direkt fragst: Versuch es als Märtyrer. Als Konservativer bringst du doch bestimmt eine ähnliche Kraft des Glaubens mit wie die Urchristen. Ich denke, wenn alle Armen sich lieber von Löwen fressen lassen, bevor sie ihr Essen in Sklaven haltenden Dumpingläden kaufen, wird die schiere Menge an Zwangsernährungen das System modifizieren, eher als fröhliche Transparente. Allerdings gibt es trotz momentaner Religionshysterie keinen wahren Glauben mehr. So läuft es wohl auf säkulare Zwangsverfettung durch billige, falsche Ernährung raus. |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 16:40
@Streifzug/RK (?)
Tolle Antwort. Ist das nun die hohe Kunst der Dialektik? Statt auf Argumente einzugehen, mit billiger Polemik ("Als Konservativer ...") zu kontern? Da stellen sich noch weitere Fragen: Wie halten Sie es denn mit den Discountern? Haben Sie genug Geld, um alles im Bioladen einzukaufen? Geben Sie den dort ausgebeuteten Angestellten noch etwas Trinkgeld dazu? Oder leben Sie von Subsistenzwirtschaft? Und falls Sie nicht genug Geld haben - was mich sehr wundern würde, angesichts Ihrer Argumentation - , wieviel wiegen Sie noch? Oder gehen Sie vielleicht betteln, damit Sie weiter schön brav im Bioladen einkaufen können? |
|
|
Lieber derDonnerstag,
seit wann ist Konservativer denn billige Polemik? Ansonsten führen Ihre Erläuterungen dahin, dass Herrscher bedenkenlos sagen können: "Lasst uns die miesesten Entscheidungen für die Bevölkerung treffen und durchsetzen, die Esel werden sich schon arrangieren."Nix RK, ich bin der ich bin. |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 17:00
Ist mir egal, ob Sie RK sind, eine seiner Kunstfiguren, ein Konglomerat diverser Nickinhaber oder einfach Streifzug. Sie argumentieren jedenfalls auf derselben Ganz-oder-gar-nicht-Schiene wie RK.
Nun, dann müssen Sie sich schon die Frage gefallen lassen: Sind sie selbst so konsequent oder fordern Sie das nur von anderen? Klar, sind wir alle Esel, die sich irgendwie arrangieren müssen. In welchem Land ist/war das jemals anders? Man kann dagegen aufbegehren, sich politisch engagieren, sein Kreuz an der vermeintlich richtigen Stelle machen, aber die politischen Entscheidungen muss man doch ausbaden. Und? |
|
|
"Der Herr badet gerne lau." |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 17:11
Und der Herr Streifzug?
Entweder er hungert schon oder er hat genug Geld, um das kompromisslose Leben, das er hier predigt, selbst zu führen. Falls Letzteres zutrifft: Soll ich Ihnen meine Kontoverbindung zumailen? Dann können Sie mir ja was abgeben, damit ich mir ein kleines Stück Land zulegen kann, um Subsistenzwirtschaft zu betreiben. |
|
|
Nix da mit Konto, Land und Subsistenzwirtschaft.
Märtyrer war der Vorschlag. Etwas Eigeninitiative wird schon noch erwartet. |
|
|
schrieb am
24.09.2010 um 17:19
Und wo ist ihr leuchtendes Vorbild? Schicken Sir mir doch per PN ein Foto Ihres abgemagerten Körpers - falls Ihnen das öffentlich zu peinlich sein sollte. Dann denke ich noch mal drüber nach, ob ich vielleicht auch ein Märtyrer sein möchte.
|
|
|
Märtyrer warten nicht, bis sie abgemagert sind. Dann schmecken sie den Löwen nicht mehr.
|
|
|
|
|
|
Billige Menschen müssen billige Produkte kaufen, wie Wirtschaftsnobelpreisträger Paul A. Samuelson einst richtig angemerkt hat. Damit schliesst sich der Kreis
Das Dienstleistungswunder ist vor allem eines: Billig. Und ich habe die Schnauze voll von billig. Weil ich als Arbeitskraft nicht immer billiger werden will. Zwischen billig im Warengestell und billig auf dem Arbeitsmarkt besteht ein enger Zusammenhang, den viele Menschen herzustellen gar nicht in der Lage sind, leider. Damit verbunden sind natürlich auch immerfort steigende Sozialausgaben. Volkswirtschaftlich betrachtet gibt es eigentlich nichts teureres, als billig. Nein, ich kaufe nichts bei Lidl, gar nichts- und werde das auch nie (mehr) tun. Aus erwähnten Gründen. |
|
|
Ein sehr schöner Text und sehr treffend beschrieben.
Aber eins solltest Du Dir schenken: das mit dem schlechten Gewissen. Vieles was Du oben beschrieben hast liegt gar nicht in Deiner Entscheidungsmacht, weil, wenig Geld heißt auch weniger entscheiden zu können. Selbst ein guter Mensch im Sinne von PC-Gutmensch, was nicht wirklich gut ist, zu sein, geht nur ab einem bestimmten Einkommen. Klar kann man sich bis zu einem gewissen Grade auch so verrenken, das man seine erhabenen Ansprüche durchzieht und asketischen Verzicht demonstriert. Aber ob es Dir der liebe Gott im Himmel wirklich dankt? Ich habe da so meine Skepsis. Ich habe die Leute nie verstanden die mit dem Einkauf beim Discounter ein schlechtes Gewissen produzieren. Was nützt es der Lidl-Verkäuferin, wenn man den Laden nicht mehr betritt ? Wenn das Alle machen würden hätte sie keinen Job mehr. Wer ein schlechtes Gewissen hat, kann der Lidl-Verkäuferin dabei behilflich sein einen Betriebsrat zu gründen und ihr den Eintritt in die Gewerkschaft vorschlagen. Bio gibt´s auch bei allen Discountern inzwischen und vieles ist kaum teurer als Konventionelles. Das mit den Bettlern verursacht bei mir ähnliche Gefühle, aber ich gebe hin & wieder trotzdem was. Es muß nicht immer gleich ein Euro sein. Einige legen in der Tat eine enorme schauspielerische Leistung hin. Komme ich dem auf die Schliche, bezahle ich (bei guter Laune meinerseits) für den guten Auftritt. Schließlich ist das auch harte Arbeit, wenn man mehrere Stunden so herumsteht. |
|
|
Hat sich bisher noch kein Verleger bei Dir gemeldet, Katharina? Deine Texte sind wirklich ausserordentlich! Immer.
|
|
|
Was ich aus meiner netten Konversation mit "Streifzug" bisher gelernt habe:
1) Ein echter Linker kauft nicht beim Discounter 2) Geld spielt keine Rolle (Fragen danach werden nicht beantwortet) 1+2 = Ein echter Linker hat genug Geld, um nicht beim Discounter einkaufen zu müssen. Und im Umkehrschluss: Wenn ich aus Geldmangel beim Discounter einkaufe, dann kann ich kein echter Linker sein. 3) Einziger Ausweg: Märtyrer spielen |
|
|
Man könnte auch einfach weniger einkaufen.
|
|
|
schrieb am
25.09.2010 um 17:34
Wenn das auch für Hartz-IV-Empfänger gilt, dann braucht man nicht darüber zu streiten, ob und wieviel der Regelsatz erhöht werden soll. Sollen die Hartzler eben im Bioladen einkaufen und weniger essen. Mit 1000 Kalorien pro Tag dauert es schon noch ein Weilchen bis zum Hungertod.
|
|
|
"Man könnte auch einfach weniger einkaufen."
Warum? |
|
|
Weil die Eichhörnchen im Herbst wieder Nüsse für die ganz Harten werfen.
|
|
|
Weil die Eichhörnchen im Herbst wieder Nüsse für die ganz Harten werfen.
|
|
|
Volles Missverständnis: Mit weniger Einkaufen habe ich nicht im Mindesten auf Sarazzins Menu für Hartz IV-Bezüger angespielt, das ist nun wirklich nicht meine Grundeinstellung, wie hoffentlich aus all meinen Beiträgen hervorgeht!!!
Meine Aussage bezog sich explizit auf Donnerstags Aussage, dass ein echter Linker offenbar nie bei Lidl einkauft, weil er ja genügend Geld hat. Wenn wer über genügend Geld verfügt, dass am Ende des Monat nicht nur viel Monat, sondern auch noch ein Bisschen Geld übrigbleibt, sollte er nicht noch danach trachten, seine Ausgaben noch mehr zu optimieren, das habe ich ursprünglich gemeint und nichts anderes! Schon mal gesehen, was für Autos auf einem Aldi oder Lidl-Parkplatz stehen? Vom Porsche Cayenne bis zum 1981er Polo mit Rostlöchern ist da alles zu sehen... |
|
|
ich hatte mich schon gewundert...
dank für die aufklärung und ansonsten vollste zustimmung. da diskutiere ich mir ja auch gerne mal die stimmbänder wund... auch mit einem normalen, vielleicht eher kleinen budget ist das absolut möglich, man muss eben nur proritäten setzen. und das tun die meisten eben nicht, weil: ist ja nicht nötig. die wunderbare "ich bin ja nicht blöd"-mentalität. warum bewusst konsumieren, wenn es mir auch in billigbillig schmeckt? gewissen, ach.. man macht ja ohnehin alles falsch, also kann man es gleich lassen wie es ist.. |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 16:10
@THX
Dann entschuldige ich mich. Sollte aber eigentlich auch klar gewesen sein, dass ich mich auf den moralischen Rigorismus von Streifzug bezogen habe, der das Problem, das manche Leute einfach zu wenig Geld haben, um im Bioladen einzukaufen, komplett ausblendet. Und was Du mit Deinem Satz von gestern, 16:02, sagen willst, bleibt mir dennoch ein Rätsel. Sollen die Reichen nun WENIGER einkaufen oder sollen sie nicht beim Discounter einkaufen? |
|
|
na weniger, anstatt beim discounter.
oder? |
|
|
Genau, leehla! So wie ich das sehe, wird heute nicht mehr aus einem reinen Bedürfnis heraus konsumiert, sondern auch, weil's einfach billig ist. Viele Produkte werden einfach hergestellt, weil sie eine Nachfrag sozusagen aus sich selbst heraus generieren: Die Leute kaufen diese Produkte vor allem deshalb, weil sie billig sind- und nicht etwa deshalb, weil sie sie wirklich benötigen.
Und dann noch etwas anderes: Speziell im Non-Food-Bereich treffen wir bei den Superdiscountern z. T. Produkte an, die nicht nur unglaublich billig sind, sondern auch noch von verschiedenen Herstellern mit Qualitätszertifikaten versehen sind- und dann kauft man sie und sie halten nicht einmal ein Jahr lang. Hätte man von Anfang an ein teureres Produkt gekauft, hätte man es über Jahre hinweg benützen können. Also kann man entweder zwei Mal ein billiges Produkt kaufen- oder ein Mal ein Teureres, das habe ich mit weniger kaufen gemeint. Unser heutiges Wirtschaftssystem hat naturgemäss gar kein Interesse mehr daran, Produkte herzustellen, die von wirklich guter Qualität sind- sonst würden nämlich immer mehr Menschen Voumenmässig auch immer weniger kaufen. Wichtig ist, dass der Güterumschlag pro Haushalt so hoch wie möglich gehalten werden kann- getreu dem Motto: Wachstum ist ewig möglich. |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 17:08
Das ist natürlich richtig. So gesehen ist "Weniger kaufen" sicher eine gute Maxime.
Ich stand da nur auf dem Schlauch, weil mir nicht klar war, wer denn nun weniger kaufen soll: die Reichen, die mit dem Porsche bei Aldi vorfahren, die Hartzler oder die Otto-Normal-Verbraucher dazwischen. Normalerweise sollte man sich darauf einigen können, dass der moralische Latte, darauf bezogen, was und wo man einkauft, umso höher anzulegen ist, je mehr Geld man zur Verfügung hat. Was die billigen Produkte anbelangt, wird die Situation allerdings dadurch verkompliziert, dass bekanntlich nicht wenige Produkte (gerade Lebensmittel) unter verschiedenem Namen in unterschiedlicher Verpackung auf den Markt kommen - und vor allem natürlich zu unterschiedlichen Preisen. |
|
|
Wahrscheinlich habe ich mich einfach missverständlich ausgedrückt, Donnerstag. Ja, natürlich kriegt man von den Herstellern absolut identische Produkte an völlig verschiedenen Orten unter unterschiedlichsten Namen zu noch unterschiedlicheren Preisen zu kaufen- wobei sie natürlich aufgrund der schieren Marktmacht der Grössten im Markt mit weitem Abstand an billigsten zu haben sind. Die Differenz macht der Marketingaufschlag aus: Umgekehrt am Teuersten sind die Produkte natürlich unter der originalen Marke.
Doch auch wir Konsumenten haben mit unseren Kaufentscheidungen einen gewissen Einfluss auf die Entwicklungen in unseren Volkswirr- tschaften, bildhaft ausgedrückt: Wenn ich zum Beispiel meinen neuen Fernseher über Preisroboter.de zum absluten Billigstpreis kaufe, anstatt beim Fachhändler ums Eck (wo er naturgemäss teurer ist), dann kann ich im übertragenen Sinne Ende Jahr nicht auch noch eine Lohnerhöhung von meinem Arbeitgeber verlangen... Viele Arbeitnehmer bekämpfen sich mit ihren Kaufentscheiden im Prinzip selber- nur merken sie das nicht. |
|
|
schrieb am
27.09.2010 um 04:33
@THX
Ich hatte das schon richtig verstanden, glaube ich. Wollte das nur ergänzen. Was den Fachhändler um die Ecke betrifft: Ist auch richtig, was Du dazu sagst. Viele Leute denken da viel zu wenig drüber nach, finde ich. Ich gebe da mein Bestes, im Rahmen meiner (bescheidenen) Möglichkeiten. Na ja, manchmal zumindest ... Auch da gibt's aber Grenzen. Z.B. musste ich mir vor ein paar Monaten einen Einbaugasherd zulegen. (Nicht "Einbau" wäre in der neuen Wohnung ziemlich unpraktisch gewesen). So ein Einbaugerät ist eh schon teuer genug, auch beim Fachhändler irgendwo in Thüringen, bei dem ich das Ding schließlich online gekauft habe. Der Fachhändler um die Ecke führt aber bloß zwei oder drei Geräte in einer wesentlich teureren Preisklasse - mehr als das Doppelte. Hätte ich hier irgendeinen gefunden, der mir das Ding (mittlere Preisklasse) für, sagen wir, 50 Euro mehr verkauft, ich hätte es genommen. Da muss ich dann leider sagen: selber schuld. |
|
|
Entgegen jedem Reflex politischer oder moralischer Sorte, bleibt die tröstliche, wenngleich in Deutschland (leider) nicht sonderlich verbreitete Erkenntnis: Jeder Mensch ist maximal ein Teilzeitheiliger.
Das dies auch durch kaum zu überbietendes Engagement politischer, pädagogischer, journalistischer und literarischer Art, dem Perfektionismus Bahn zu brechen, ofnsichtlich nicht zu ändern ist, gehört zu den kleinen Freuden, die mich ermuntern, trotz teutonischem Rigorismus weiterhin für eine dem Menschen gemäße Welt einzutreten. |
|
|
schrieb am
25.09.2010 um 17:39
Ach, ich denke, in Deutschland haben das schon die meisten Leute kapiert - dass jeder nur "Teilzeitheiliger" sein kann.
Ausnahmen (in der Freitag-Community) bestätigen die Regel. Wenn's um die selbstgerechte Stilisierung als Säulenheiliger bzw. Gutmensch geht, ist es nun mal optimal, Forderungen zu erheben, die keiner erfüllen kann. Und bloß keine Fragen beantworten, ob man die eigenen Forderungen auch selbst brav befolgt ... |
|
|
Ganz trefflich formuliert.
|
|
|
Der Artikel kann wunderbar zu einer Serie anwachsen.
Nächster Titel: Ich lese jetzt auch Bild Wie aus Teilzeitheiligen Vollzeitidioten werden |
|
|
(Discounter und Freitag geht nun mal nicht, außer bei puren Idealisten, Moralisten oder Extremisten, also nicht hier :)
|
|
|
schrieb am
25.09.2010 um 20:16
löschen macht spaß hmm...
naja, ich demnächst auch ... |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 10:33
thumbs up für diese kommentare! schöieße mich an. würde der schreiber dieses discount- artikels auch nur eine sekunde nachgedacht haben müsste er sich schämen seinem kind den wer- weiß- mit- was- gepanschten- billig- fraß zu servieren!
|
|
|
Wie ich mich wohl schämen müsste, meinem Kind gar nichts zu servieren.
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 11:03
sie können ja mal die kinder in afrika fragen wie das ist. die haben nämlich echte probleme.
|
|
|
herzlichen dank für die schöne und konstruktive diskussion.
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 11:21
bitte. was erwarten sie denn? sie schreiben vom nicht- servieren, noch mehr schwarz- weiß geht ja gar nicht und mein kommentar dazu: fragen sie mal die kinder in afrika wie das ist ohne essen, da gibts echte probleme.
|
|
|
nhoffm: Sie schreien geradezu nach Butterwegge mit Ihrem Geschmiere. Vielleicht streicht er den armen Kindern in A. ja auch was auf's Brot, wenn hier alle gut versorgt sind.
|
|
|
Die Kinder in Afrika können nicht schreiben. Bitte schicken sie Ihren Bleistift dorthin, damit wäre allen geholfen.
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 12:27
erst alles lesen, dann reden..immer ein guter tipp..
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 12:27
erst alles lesen, dann reden..immer ein guter tipp..
|
|
|
Ach, Sie sind doch nur sauer, dass einige merken, wer sich wohinter verbirgt. Viel Spaß bei weiteren Selbstgesprächen.
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 12:50
ulkig, wie aggressiv manch einer wird wenn er auf verstand trifft..hmm..
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 13:34
@nhoffm
Wollten Sie mal CDU/FDP spielen? Die fünf Euro Hartz-IV-Erhöhung ist Ihnen wohl noch zuviel? Lieber noch was abziehen oder die fünf Euro pro Person nach Afrika überweisen? Oder gleich in die Schweiz, wo der nette Despot aus Afrika sein Konto hat? |
|
|
Och, nhoffm, Sie wollen doch nur das Intelligenz Thema wieder ansprechen. Schade, dass "Ihre" frau g. weg ist, die dasselbe hier und woanders auch schon ganz krampfhaft betrieben hat. Ist wohl schnell stiften gegangen, auch Angst, dass jemand verraten könnte, wessen Stift sie ist und Sie sind.
|
|
|
ulkig, wie polemisch manch einer wird, wenn er auf wirklichkeit trifft.
|
|
|
schrieb am
27.09.2010 um 11:25
da brauchen aber welche dringend aufmerksamkeit..
|
|
|
Liebe Katharina Körting,
mir hat Ihr Text ganz hervorragend gefallen. Vielen Dank ! Und der absolut treffende Kommentar von 14:10 Uhr war das i-Tüpfelchen. Gruß, Nelly |
|
|
liebe katharina, bei mir bleiben fragen offen. als provinzmaus (wir kennen unsere bettler mit vornamen) habe ich das woanders, gerade in berlin, durchaus erlebt, dass ich nicht gleich damit umzugehen wusste, dem vierten oder achzenten bittsteller am tag dann doch die kalte schulter zu zeigen. darum vermute ich, dass die frau an den einkaufswagen eine quasi literarisch inspirierte figur ist, und nur so möchte ich folgenden satz einordnen: "Auch ihr Lächeln ist nicht umsonst, und ich frage mich, ob sie sich die Augenringe und die Müdigkeit vor ihrer Bettelarbeit ins Gesicht schminkt, und überlege, ob ich schon vorher so eklig zu den Menschen war, in meiner Innenwelt, oder ob das erst so ist, seit ich wie sie bei Lidl einkaufe ... ".
ich finde einfach das thema, den zusammenhang nicht. bei lidl zu kaufen, ist doch weniger stigma als irgendwie gewohnheit. oder nachlässigkeit? wer es sich leisten kann, kauft dort den dornfelder rosé. Wer es sich nicht leisten kann, kommt, so die zeit da ist, auf dem wochenmarkt eh günstiger weg (oder ist das in berlin anders?) und spart später die arztkosten. für mich taugt dieses beispiel nicht zur polarisierung - außer in dem viel kommentierten zusammenhang der sklavenhalterei. da waürde ich sagen: dort nicht zu kaufen, macht den spielraum für die angestellten noch enger. was natürlich nur eine verlagerung des problems ist. aber umwelches problem genau geht es eigentlich? um das statussymbol? was ist der vorwurf? das die bettlerin mit vollen taschen den laden verlässt? sie hat neun stunden gearbeitet. oder habe ich eine ironie nicht verstanden? oder wittere ich fishing for (social) effects? irritiert kk |
|
|
Hallo kay,
exakt getroffen, treffend beschrieben. Habe diesmal einen Bogen drum gemacht, früher hab ich es oft angesprochen, Entrüstung geerntet. (Momentan liegt mein Schwerpunkt, wie unschwer zu überlesen, in einem anderen Bereich, auch Entrüstung geerntet. :-) |
|
|
lieber streifzug,
immer wieder überrascht stelle ich schon seit einiger zeit fest, dass das label "bio" inzwischen iiih ist. einerseits ahne ich den grund: weil mancher, der lebensmittel lebensmittel sein lässt, sich das teuer bezahlen lässt. andererseits folgen bio-läden, wenn sie gut sind, längst dem eigentlichen konzept: regional. dies wird nicht gern akzeptiert in zeiten der wachstumsbeschleunigten globalisierung, dass eben nur zwei mal in der woche frischer kohl da ist oder es nur äpfel gibt, so lange die silos sie halten können, aber das hat mit dem pervertierten bio-begriff ja gar nichts zu tun, es ist einfach gemüse, und es ist einfach obst. käse ist nicht mehr als käse, und wurst muss weder von demeter sein noch sich ein halbes jahr halten. das zu kaufen, hilft den produzenten genauso wie den angestellten, die es über den scanner ziehen. und für mich ist es auch gut. keine ahnung, wie das mit kindern ist, aber ich bezahle weniger, seitdem ich originalprodukte kaufe und selbst zurichte oder, wenn's gut geht, -bereite. |
|
|
regional und saisonal.
das kann schmerzen, bei einem langen winter wie dem letzten, aber welch genuss ist dann das erste zarte gemüse! |
|
|
Hallo kay,
"bei mir bleiben fragen offen." das ist schön und erwünscht :) Für Antworten stehen allerdings weder ich noch der Text zur Verfügung - das ist nicht unser job, wie man so neudeutsch sagt. "bei lidl zu kaufen, ist doch weniger stigma als irgendwie gewohnheit. oder nachlässigkeit?" Ich glaub, bei lidls zu kaufen, ist wie alles andere, dasmit menschen (und nicht mit klassen, klassifizierungen, dogmatismen zu tun hat) auch: individuell ziemlich verschieden. "wer es sich leisten kann, kauft dort den dornfelder rosé. Wer es sich nicht leisten kann, kommt, so die zeit da ist, auf dem wochenmarkt eh günstiger weg (oder ist das in berlin anders?)" ich hab noch nicht nach dornfelder gesucht, schon gar nicht nach dornfelder rose, weder auf märkten, noch in lidls, bin mithin hierfür keine kompetente ansprechpartnerin. "für mich taugt dieses beispiel nicht zur polarisierung" eine Polarisierung war überhaupt nicht beabsichtigt - und es wäre unendlich angenehm, wenn das jemand glauben täte. Es ist nämlich die reine Wahrheit. Witzig ist, dass Sachen "polarisieren", von denen man das nicht gedacht hätte - und andere Sachen völlig unbeachtet bleiben. Links liegen gelassen werden sozusagen. "aber umwelches problem genau geht es eigentlich?" Um das Wort "Problem" jedenfalls nicht ;) "was ist der vorwurf?" Muss man einen suchen? "das die bettlerin mit vollen taschen den laden verlässt? sie hat neun stunden gearbeitet. oder habe ich eine ironie nicht verstanden? oder wittere ich fishing for (social) effects?" Kann sein, dass es um nichts Allgemeines geht, nichts Allgemeingültiges, also auch nicht um etwas, das man zwingend verallgemeinern muss, um es zu verstehen. "irritiert" gut! :) |
|
|
gern möchte ich noch einen satz aus Ian McEwans neuem buch "solar" nachreichen, der mir zu passen scheint, wiewohl er von mir nicht so zynisch gemeint ist wie möglicherwiese vom autor (es geht um einen am leben scheiternden pyhsik-nobelpreisträger, der mit erneuerbarer energie die welt retten will, jedoch sein lebendgewicht nicht in den griff bekommt):
„Toby, glaub mir. Es ist eine Katastrophe. Entspann dich.“ |
|
|
jaja, ich weiß,es sind drei sätze ... mehr oder weniger
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 02:05
„Toby, glaub mir. Es ist eine Katastrophe. Entspann dich.“
www.edge.org/ Bisweilen läßt sich unter dieser Adresse finden, was man ahnt. |
|
|
Komisch. Ich denk mal, die Frau an den Einkaufswagen macht im geschäftlichen Sinn nichts anderes als das Lidl-Unternehmen. Nur halt ohne "Mitarbeiter".
Ach ja, und wenn man die eine oder andere Ware bei Lidl als Lebensmittel bezeichnet...dann sind wohl einige Bewertungen der Stiftung Warentest der "nagenden Kritik der Mäuse" verfallen. |
|
|
Oh Gott, wie einfach sich die Autorin das macht: schwarz und weiß. Wer wirklich Ahnung hat und reflektiert weiß Bio muss nicht teurer sein als das Discount- Zeug, und gesünder ist es sowieso, erst recht wer ein Kind hat!
|
|
|
Oh Gott, wie einfach es sich mancher Kommentator macht.
Ich kaufe immer bewusst ein und reflektiere: lieber weniger und hochwertiger, immer saisonal, soweit möglich regional, immer frisch statt schon verarbeitet. Aber irgendwo sind Grenzen, selbst dann reicht es einfach nicht, und dann wäre ja nicht mal eine Tafel eine Alternative, die bekommen ja zum Teil auch Discounter-"Müll". Es fühlt sich so schon ganz schön beschissen an. Wenn ich manchen Kommentar hier lese könnte ich nur schreien. |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 11:06
ja ja , oh gott oh gott.
|
|
|
Sie sind schon ein ordentlicher Provokateur und Arroganzling, ihre Kommentare strotzen vor Selbstherrlichkeit, bei dem was sie hier von sich geben, mag man feste hoffen, das es ihnen finanziell so schlecht geht, das selbt die Tafeln ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen.
Es gibt auch in Deutschland Menschen, vornehmelich eben junge alleinstehende Mütter, die oft nicht wissen, wie sie nahrungstechnisch den Monat überstehen sollen,weil das Geld nicht reicht und wenn dann eine Mutter wie Leeelah den Mut hat sich hier zu äußern, kommt jemand wie sie arrogant her und verspottet sie auch noch. Unglaublich! Schade aber auch, das seitens der Community hier nicht reagiert wird! |
|
|
An die Lidl-Kritiker!
"Ein gutes Stück Heimat", das kommt von Lidl. Im letzten Jahr als Marke eingeführt für bayerische Produkte. Das gute Stück Heimat wird ausgebaut. Jetzt gibt es schon "Rheinländische Erbsen und Möhren" im Glas oder auch "Altdeutscher und Original Emsländer Apfelkuchen". Diesen Heimatkuchen kann man für 2,49 Euro erwerben. Darin enthalten sind deutsche Eier aus Bodenhaltung, ebenso wie deutscher Zucker und deutsches Mehl sowie die Versicherung: Gebacken im Emsland. Steht alles gut sichtbar auf der Verpackung. Bleiben für den deutschen Konsumenten da noch Wünsche offen? |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 15:34
@Achtermann
Ist natürlich nur politisch korrekt und auch bestimmt viel besser für die Umwelt, wenn der Apfelkuchen aus der Türkei eingeflogen wird, das Mehl aus Ägypten und die Erbsen aus dem Iran. Und Eier gibt's in der strikt veganischen "Volxküche" eh nicht. |
|
|
Hallo derDonnerstag,
Eier hats nur amFreitag. |
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 18:12
>>Gebacken im Emsland.<<
mit Tariflöhnen? Oder eher Hartz4-Aufstockung? |
|
|
@ claudia
Ich befürchte eher letzteres. Ich frage mich allerdings, würde ich bei Lidl diesen Kuchen einkaufen, hier in RLP, welchen Genussvorteil das Backen in einer Emsländer Industriebäckerei mir einbringen könnte. |
|
|
Hallo Katharina, ich bin auch manchmal blank und dann kaufe ich bei Netto (vormals Plus) ein, die führen etliche Bioprodukte, z.B. Bio-Tempranillo 2000er (rot) für 1,99€ oder die leckere Biosalamipizza mit Rucola belegt – ich glaube die kostet 2,39€. Lidl gefällt mir nicht besonders – den löslichen Fair-Trade-Kaffee kaufe ich da aber manchmal.
Ich finde diese Läden bzw das Geschehen in ihnen mitunter auch sehr interessant – das ist gesellschaftliche Wirklichkeit - und ich werde da weiter in meiner Gegnerschaft zur neoliberalen Verelendungs-Politik gestärkt. Wenn ich die wackeren Frauen an den Kassen sehe, die vielleicht mit 5,50€ /Std abgespeist werden, steigt in mir eine Gefühlsmischung von Bedauern und Wut auf. Lieber kaufe ich aber dort , wo ich merke, das Personal fühlt sich wohl und die Produkte in Qualität und Auswahl stimmen – das wäre z.B. im Frische-Meyer-Markt zwei Dörfer weiter. Niedrigentlohnten und Niedriglohnprodukten kann man heute aber kaum noch ausweichen – wenn ich nur den Computer anstelle, werde ich konfrontiert mit 50 Cent-Stundenlöhnen der asiatischen Niedriglöhner. Das Thema brennt und sollte m.E. ganz oben auf der politischen Tagesordnung stehen. Die Lohnentwicklung hin zum Niedriglohn, wäre eigentlich ein Fall für einen Generalstreik. Auch eine Konsumentenaktion mit deutlich spürbaren wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Niedriglohn-Ketten wäre denkbar, die müsste dann aber bundesweit organisiert werden – idealerweise bei gleichzeitiger Einführung eines Alternativvertriebsmodells - vielleicht Genossenschaften mit ethischen Richtlinien? Sehr hilfreich wäre ein Online-Register, aus dem jeder ersehen könnte, wie sozial die Arbeitsbedingungen sowie Entlohnung und wie umweltfreundlich die Hersteller von Produkten oder die Verkaufsketten sind.... Vielleicht sollte man neben dem Öko-Siegel auch einen Sozial-Siegel einführen. Auch die Frage von Einfuhrzöllen auf Billigwaren, die meilenweit unter den hiesigen Sozialen-und Umweltschutz-Standards hergestellt werden, müsste m.E. auf die Tagesordnung. Das kommt hoffentlich alles noch. Aufgeklärte Konsumenten könnten durch ihr Verhalten den Kapitalismus verkümmern lassen, dafür braucht es dann natürlich auch ausreichend aufgeklärte menschenfreundliche Versorgungsdienstleister. Bis dahin sollten die Aufgeklärten die Discount-Verkäuferinnen nicht allein lassen.;-) |
|
|
Lidl oder ALDI, ein Supermarkt muss sein. Beaengstigender find ich den Siegeszug von REWE und Co, obwohls bei REWE noch die einzige trinkbare (nicht "laenger haltbar") Vollmilch gibt. Ein einziger Konzern, zu dem auch Plus/Netto gehoert. Im Zweifel ALDI.
|
|
|
schrieb am
26.09.2010 um 18:33
... wenn ich richtige Milch trinken will, wo auch noch das Glas trübe bleibt - LPG oder Bauer Lindemann!
|
|
|
"Jeder Mensch ist maximal ein Teilzeitheiliger."
Dafür allein haben sich all die Kommentare und der Text gelohnt - danke, Genosse! Wenn dieser Ihr großer Satz nicht am nächste Donnerstag auf dem Freitag steht, rechts oben, auf dem Titelblatt, als eigentlicher Aufmacher sozusagen (der für die Community-Insider, von denen sich hier ja auch wieder nicht wenige zu tümmeln scheinen), dann... ja, was dann? Was für eine Erpressungsmöglichkeit hat man so als Discounter-Counter? Also: Wenn dieser Satz nicht hinlänglich geehrt wird, dann... schreibe ich demnächst ein Blog mit dem Titel ICH LES JETZT AUCH DEN FREITAG ;) Den Kommentatoren im Übrigen, den denkenden wie denkunwilligen, den zugewandten wie den abgewandten, den hinfälligen wie den beifälligen, meinen herzlichsten, aufrichtigsten Dank. k |
|
|
Mille grazie, comagna Katharina...;-)
|
|
|
[Antwort auf die Zweifen an folgender Aussage:
Unternehmen, deren Schwerpunkt weniger in der Bereitstellung billiger Produkte, sondern in Gewinnmaximierung durch Dumping liegt, entstehen nicht passiv in Gegenden mit armer Bevölkerung, sondern bewirken nachweislich eine Senkung der Durchschnittslöhne um ~ 10 %.] Hallo Rapanui, warum so kleingläubig ;) (Natürlich muss es für TomGard schrecklich sein, wenn die böse Wirklichkeit sich nicht an die geliebte Theorie hält.) Dieses Thema hatten wir schon. Der Einfachheit halber kopiere ich den Abschnitt hierher. Die KarstadtretterNeuere Untersuchungen verändern die Zahlen nach oben, Europa unterscheidet sich nicht. Da ich momentan wenig Zeit habe nur in Stichworten: Mega-Discounter schaffen ein Armut-Umfeld, in dem immer mehr Mittelstand zerstört wird, Prekariat um sich greift, die Arm-Reich-Schere sich weiter öffnet. Die von Armut Bedrohten treffen in diesem sozialen Raum auf schon Arme. Rassismus, Hass, Vorurteile, Angst wachsen. Arme und potenziell arme Bevölkerungskreise werden nach rechts gezogen. All diese Komponenten findet man im Artikel. Ob bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt ist mir herzlich egal. Rechte Theoretiker erkennen und schätzen solche Beschreibungen sehr, daher würde der Artikel mit Kusshand in der Jungen Freiheit veröffentlicht. |
|
|
"Rechte Theoretiker erkennen und schätzen solche Beschreibungen sehr, daher würde der Artikel mit Kusshand in der Jungen Freiheit veröffentlicht."
Nein, würde er nicht. Ich fürchte, ab einem gewissen Punkt wirkt ein gewisser linkspolitischer Verfolgungswahn systemstabilisierend. Und wird absurd. Womöglich, um dieses Spiel fortzuführen, ist Herr Streifzug eingeschleust von z.B. jenen Neurechtsparteigründern im Namen einer fehlgeleiteten Freiheit, um die linke Sache durch groteske, demonstrative Übersteigerung aller altlinken, längst überwunden geglaubten Kinderkrankheiten zu zersetzen? Hilft Impfen? Weil der überall RECHTE und RECHTES "Gedankengut" Wähnende gar nichts anderes mehr sehen kann - und somit ziemlich allein auf seiner schmilzenden Scholle in die Bedeutungslosigkeit gleitet. Das hilft der Rechten. Sie vernimmt es, vermute ich, nicht mit Kusshand, sondern mit mehr oder weniger klammheimlichem Vergnügen. Gluck. |
|
|
Liebe Katharina Körting,
"All diese Komponenten findet man im Artikel. Ob bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt ist mir herzlich egal." Das gilt auch für Ihren Kommentar, da ich kein Sachargument entdecke, nirgends. Ich wette um eine virtuelle Flasche leckeren Rotwein ;), dass der Artikel sofort von der Jungen Freiheit angenommen wird. Probieren Sie es, dann wissen wir mehr. Es nicht glauben reicht nicht, Teilzeitgläubige sind die fehlende Hälfte der Teilzeitheiligen. An der Gültigkeit der erwähnten Fakten ändert sich nichts. FAKTENFEINDLICHKEIT ist auch ein untrügliches Zeichen für RECHTE und RECHTES "Gedankengut". (RECHTS oder LINKS ist momentan so abgedroschen, dass es sich kaum noch in einer ernsthaften Diskussion verwenden lässt. Gibt es brauchbare Alternativen?) |
|
|
schrieb am
27.09.2010 um 15:34
"FAKTENFEINDLICHKEIT ist auch ein untrügliches Zeichen für RECHTE und RECHTES "Gedankengut"."
LOL Für linksextremes Dialektik-Geschwurbel natürlich gar nicht. "Das gilt auch für Ihren Kommentar, da ich kein Sachargument entdecke, nirgends." Das ist ja der Trick. Selbst auf kein einziges Sachargument eingehen, dass dem eigenen Dogma widersprechen könnte. Dann die "Gegner" als Faschos verunglimpfen - natürlich so verpackt, dass die Pöbelei möglichst nicht gelöscht wird. Und schließlich vom "Gegner"verlangen, mit "Sachargumenten" zu widerlegen, dass er ein Fascho ist. Das ist wohl die hohe Kunst der Dialektik. Logik ist mir lieber, aber mit Logik lässt sich nun mal keine Ideologie begründen. |
|
|
q. e. d.
|
|
|
"...mit Logik lässt sich nun mal keine Ideologie begründen." - Endlich mal ein Satz von Dir, den Du noch nicht 300mal geäußert hast, so wie die davor stehenden...
Aber Du irrst, Ideologie lässt sich, wenn überhaupt, NUR mit Logik begründen. Ideologie ist der Trost derjenigen, die keine Widersprüche aushalten. Du bist der lebende Beweis. |
|
|
"Ich wette um eine virtuelle Flasche leckeren Rotwein ;), dass der Artikel sofort von der Jungen Freiheit angenommen wird. Probieren Sie es, dann wissen wir mehr."
Eigentlich hatte ich meinen Kommentar scherzhaft gemeint - aber Streifzug, Sie nötigen einen dazu, fast wirklich dran zu glauben: Wären Sie gar ein Redakteur des Ihnen offenbar sehr vertrauten Käseblattes? Dort betreibt man, nehme ich an, auch am allerliebsten Wortklauberei und fechtet mit Spiegeln, hinter denen Dummheit unkenntlich wird. (Ihre Wette erscheint mir unkonstruktiv und zu albern, als dass ich Sie annähme - noch dazu GEIZIG. Vergessen Sie's und suchen Sie sich andere Dumme.) |
|
|
PS
Weil nicht verstanden wurde: Der Text würde schon deshalb nicht von der besagten Zeitschrift "angenommen" werden, weil er dort nicht angeboten wird. |
|
|
Angsthäsin.
Wäre ein aufschlussreicher, interessanter Versuch gewesen. Ist nicht an die Person gebunden oder persönlich gemeint, sowas könnte sogar mir passieren :) |
|
|
schrieb am
27.09.2010 um 16:30
Ach wie schön, goedzak meldet sich auch mal wieder zu Wort. Erst mit Streifzug sachlich argumentieren. Und wenn dann der böse dD daherkommt und im Grunde dasselbe sagt, wohlfeiles Schweigen. Denn es kommt hier ja nicht darauf an, WAS gesagt wird, sondern WER es sagt.
Ist natürlich Deine Sache, mit wem Du hier diskutieren möchtest. Es fällt nur auf. Die Wiederholungen gehen mir übrigens selbst auf die Nerven. Da magst Du Recht haben. Liegt vermutlich daran, dass sich die Phänomene, über die ich mich immer wieder auslasse, sich hier ständig wiederholen. Nun wüsste ich nur noch gerne, welcher Ideologie ich Deiner Meinung nach anhängen soll. |
|
|
@Streifzug
Einiges was Du hier schreibst, ist Herrenzynismus vom feinsten. Für diesen hättest Du Dir - sofern ein solcher Preis existierte - den "Sarazin der Woche" redlich verdient. |
|
|
Das ist typisch deutsch: Fair gehandelten Kaffee zu kaufen, aber dem Menschen, der einen direkt um Hilfe bittet, den einen Euro zu verwehren.
|
|
|
Ist es auch TYPISCH DEUTSCH, statt zu argumentieren oder sich einzulassen, diese abgekaute Steinzeit-Keule TYPISCH DEUTSCH aus dem Waffenschrank zu holen? (wie langweilig...)
Oder ist es einfach nur typisch blöd? ;) Jedenfalls offenbar totaler Unsinn, sogar textimmanent betrachtet: Die Bettlerin im Text erhält massenweise Euros, und da kaufen nicht nur Migrantenhintergründige ein, sondern GAAANZ VIELE TYYYPISCH DEUTSCHE, die ihre Euros geben und NIEMALS fairen Kaffee trinken, schon gar kein BIO, weil sie auf TOTAL TYPISCH DEUTSCHE ART unter Verallgemeinerzwang leiden und finden, dass BIO SOWIESO NIE SCHMECKT ;) |
|
|
Guter Text! Wie man an vielen Kommentaren sieht, provoziert der Mut, Persönliches in all seiner Widersprüchlichkeit zu berichten, statt mehr oder weniger abstrakte Verlautbarungen in den Raum zu stellen, v.a. Scheingefechte auf jenem abstrakten Niveau. Schade, von der FC könnte man mehr erwarten, aber ein paar unpolemische Stimmen gabs ja auch, und außerdem sind die Kommentar-Threads immer nur ein Ausschnitt der Rezeption.
Interessant fand ich K.Ks Hinweis, dass man in der Provinz die Bettler beim Namen kennt. Das ist es vielleicht, die persönliche Beziehung öffentlich Armen gegenüber, die in Großstädten naturgemäß nicht so gegeben ist und deren Fehlen die Leute vielleicht erst wirklich arm macht. Ich selbst, Kölner Einwohnerin, gehe an Bettlern auch praktisch immer gabenlos vorbei, gemischte Gefühle inklusive. |
|
|
Eine Bermerkung zum "fair trade cafe"
Nicaragua rechnet mit ca. 190 Millionen kg Kaffee und dafür mit einem Erlös von ca. 250 Millionen USDollar. Also mit ca. €1.15 je kg. Und was zahlen wir? Bei Hofer zahl ich € 9.50 für ein Kilo. Wer bekommt das Geld? |
|
|
Aufschwung ahoi!
Merkls Aufschwung, der allen zugute kommt, ist erst bei den 10% angekommen, die die höchsten Einkommen haben. Alle anderen haben verloren - insbesondere die unterste Einkommensschicht und der sogenannte Mittelstand - und müssen jetzt für die Zockerbanken zusätzlich bluten. Wo waren seit 2002 eigentlich die Gewerkschaften? |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen