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Eindrücke vom außerordentlichen Parteitag der SPD: Man ist froh, dass es bergauf geht, ganz ohne maulen geht es dann aber doch nicht.

Man findet sich gut, bei der SPD. Ein Becher fängt Regen auf, im Hintergrund tagt die Partei. (Foto: Jonas Jansen)
Es regnet rein beim außerordentlichen Bundesparteitag der SPD. Manche witzeln, die SPD sei nicht ganz dicht. Das sind aber dieselben, die bei der Rede von Parteichef Sigmar Gabriel vor dem Ende aufgestanden sind, um schnell beim Buffet zu sein. Bevor der große Andrang kommt. Klatschen sollen andere, die Journalisten wollen noch Nudeln, Reis und Kuchen abbekommen.
Zugegeben, die Station 10 am Gleisdreieck in Berlin-Kreuzberg sieht ein wenig provisorisch eingerichtet aus: im Sitzungszelt ist es kühl, kaputte Dachfenster sind mit gelblicher Folie abgeklebt. Draußen, dürftig geschützt vor dem Regen, stehen Mitarbeiter von Curry36 und verkaufen Wurst, auf Wunsch im Naturdarm, einsfuffzig pro Stück.
Drinnen steht Sigmar Gabriel und wettert gegen Schwarz-Gelb. Angela Merkel sei so lange eine gute Bundeskanzlerin gewesen, wie sie von der SPD bewacht worden sei. Die Grünen heißt er herzlich willkommen zurück im "Basislager". Jeder dürfe mal einen Ausflug machen, sagt Gabriel. Der große Chef spricht lange, fast zwei Stunden steht er am Rednerpult. Dadurch bringt er den Zeitplan so durcheinander, dass den Abgeordneten nach ihm nur noch drei Minuten Redezeit zugestanden wird.
Seine Rede war ihm so wichtig, dass Gabriel am Vorabend sogar das Grußwort beim "Vorwärts Pressefest" und den Auftritt der Sängerin Annett Louisan geschwänzt hat. Dabei war sie extra auf seinen Wunsch hin aufgetreten. Nicht, dass Gabriel gar nicht mehr gekommen wäre. Vor dem Auftritt von Bickmack, einem Rapper aus Bonn, stand er dann auf der Bühne und lockte, ja erpresste die Parteimitglieder förmlich vor die Bühne: Wer nicht zuhört rutscht runter auf den Listenplätzen, sagte er.
Eine etwas seltsame Veranstaltung war dieses Fest am Vorabend des eigentlichen Parteitags. Bickmack und einige Schüler aus Köln und Berlin rappten und tanzten gegen Komasaufen, während von Wein besäuselte Kommunalpolitiker skeptisch vor der Bühne standen. Currywurst ist auch hier das bevorzugte Gericht, am Notausgang verteilt eine blonde Frau kostenlose Zigaretten. Die Beschenkten maulen, man hätte da draußen ja mal wenigstens einen Schirm aufstellen können, damit man beim Rauchen nicht nass wird.
Gemault wird am Sonntag dann auch noch, über den Regen, der immer noch nervt, das undichte Dach und die Mitgenossen. Ein Juso-Mitglied, der eben noch den Berlin-Marathon gelaufen ist, schaut gar zynisch auf einen der vielen Bildschirme, auf denen im gesamten Gebäude die Reden übertragen werden. Verpasst habe er doch gar nichts, es stehe doch im Vorfeld schon fest, was gesagt wird. Immer die selben Leute, die immer die selben Reden schwingen. Ihn stört, dass genau die Leute, die die SPD ins Umfragetief gestürzt haben, hier schon wieder von oben herab sprechen, nur weil die Umfragewerte jetzt besser aussehen.
Die Jusos ecken auch öffentlich an, sie wollen das Wort "fair" aus einem Antrag streichen und es durch "gerecht" ersetzen. Gerade das Wort, das hier auf so vielen Plakaten steht. Da springt Gabriel sogar noch mal ans Pult um die Genossen davon zu überzeugen, dass das Wort bleiben soll. Man solle lieber über Inhalte sprechen.
Die Inhalte sind Integration, Rente mit 67 und ein bisschen Finanzen. Nur ein bisschen, es geht mehr darum, sich aufzubauen, sich zu loben, mit Blick auf die Zukunft positiv zu sein. Es geht bergauf bei der SPD, das ist die Botschaft.
Vielleicht ist es also gar Absicht und keine Verlegenheitslösung, dass man in diesem alten Bahnhof tagt. Wer von ganz unten wieder nach oben will darf nicht pingelig sein. So wird ein neues Selbstverständnis transportiert, vorbei sind Schröders Zeiten mit Konferenzen in feinen Hotels. In drei Jahren will die SPD wieder regieren. Da nimmt man einiges in Kauf: Auch, dass es reinregnet.
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"Wer von ganz unten wieder nach oben will darf nicht pingelig sein. So wird ein neues Selbstverständnis transportiert, vorbei sind Schröders Zeiten mit Konferenzen in feinen Hotels. In drei Jahren will die SPD wieder regieren. Da nimmt man einiges in Kauf: Auch, dass es reinregnet."
Bin ich froh das ich kein Delegierter war und im trocknen Zuhause von meinem Bett aus auf Phönix dem Geschehen lauschen durfte. :-))) |
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Danke für deine Schrift aus den Kulissen. Beim nächsten Eintrag nur noch das Bild richtig verkleinern... dann ist es perfekt.
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Was ist denn an dem Bild auszusetzen? Verkleinert das CMS nicht automatisch?
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Noch ein Hinweis, Gabriel unterstützt auch Baden-Württembergs SPD bei einem Referendum.
P.S. Das Bild könnte verkleinert werden. Ich nehme immer das Convert-tool aus ImageMagic, da liegt bei mir eine Batchdatei im Sendto-Ordner (unter Windows). Mit den Werten wird das Bild etwa zwei Drittel kleiner und man kann damit einfach Email-Anhänge verkleinern. @echo off echo %1 echo - konvertiert ins JPEG-Format 500x375 echo - dem Dateiname wird _.jpg angehaengt convert -size 500x375 -depth 8 %1 %1_.jpg |
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Das ist total nett gedacht, da die Adressaten heute aber ueber mehr als ein Highspeedmodem verfuegen, sofern sie nicht in einem vietnamesischen Dorf sitzen oder in einem Seitental des Odenwaldes, in der Regel ueberfluessig.
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schrieb am
27.09.2010 um 22:02
Ja, es gibt nichts wichtigeres als ein Gesprächsthema. Wäre ja schön, wenn das Land bald überall Highspeed-DSL hätte. Aber bei einer 384MBit-Leitung, die auf dem flachen Land mal als DSL verkauft werden durfte und die sich meinem Landkreis überall finden, weil die Leitungen zu den Verteilern der Telekom 6 km und länger sind, ist die Datenmenge 1 MB zeitlich für ein Bild nicht unbedeutend.
Und ich lebe nicht in einem Seitental des Odenwaldes sondern in einer wirtschaftlich prosperierenden Ecke. Was meine Firma Zeit verliert, wenn Zeichnungen über das Internet geschickt werden, kann ich mir täglich Klagelieder anhören. Hier wäre das Problem ja lediglich, daß manche Beiträge nicht oder ungern aufgerufen werden. Mit einem Komforthandy und fixer Übertragungmenge soll eh niemand Freitag lesen, oder? |
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Bilder ausstellen?
Was ich da tatsaechlich gesehen habe fand ich aber nicht anstoessig. Warum kleiner? Die Groesse muss erlaubt sein. Eine Wochenzeitung ist eine Illustrierte |
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schrieb am
28.09.2010 um 07:34
Die Größe, im Sinne der Abmessungen des Bildes wird mit Sicherheit automatisch angepaßt, wenn es um die Verkleinerung aufs Spaltenmaß geht. Ob das auch in die andere Richtung funktioniert würde mich auch interessieren, aber vermutlich auch. Mir dagegen ging es um die Datenmenge, die deutlich kleiner sein kann, womit die Auflösung des Bildes unmerklich abnimmt und erst bei Vergrößerungen zu Unschärfen führte. Selbst wenn ich die Auflösung und somit die Datenmenge um 2/3 reduziere, sähe man exakt daselbe Bild, vermutlich selbst wenn es etwas aufgeblasen würde. Es war eine Nachlässigkeit von mir, das Wissen um den Kontext für vorauszusetzen.
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Danke für die Hinweise.
Das mit dem Handyfoto war ein erster Versuch. Ich habe die Maße einfach mal π mal daumen eingetragen. Etwas gestaucht, nicht wahr? Bei den Texten vom Gov2.0-Camp professionalisier ich das dann. |
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Meines Erachtens verkleinert das CMS von selbst. So dass nichts ueber den Rand geht. Wenn es dann nicht nur kleiner dargestellt wird.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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