Jonathan Lütticken

Blog von Jonathan Lütticken

09.07.2009 | 21:52

Piratenschule 2: Urheberrecht

Die Affäre um den Fall Thiesen hat die wichtige Diskussion über die Grenzen der Meinungsfreiheit losgetreten. Das am Wochenende verabschiedete Programm der Piraten ist völlig in den Hintergrund geraten. Dabei gibt es dringenden Redebedarf: zum Thema Urheberrecht.

In Blogs, in Zeitungen, im Piratenprogramm - überall Urheberrecht. Aber kaum einer kennt sich aus. Artikel, die Fundiertes zu dem Thema Beitragen können, sind rar. In den Zeitungen verstehen sie (manchmal) die Kultur-Branche, aber (generell) das Internet nicht - in den Blogs umgekehrt. Und erschwerend kommt dazu: die aktuelle Rechtslage ist nicht gerade leicht nachvollziehbar. Auch Künstler verstehen oft kaum, welche Rechte sie eigentlich haben und wie sie diese geltend machen können. Auf Fortbildungen habe ich mir schon den Mund fusselig geredet, um die Unterschiede zwischen Leistungsschutzrecht und Urheberrecht, zwischen Label und Verlag und zwischen Amerika und Deutschland klar zu machen. Keine Chance. Am Ende haben es die meisten dennoch nicht kapiert. Um so wichtiger, dass sich die Diskussionsführer beider Seiten endlich einmal mit der Realität befassen und ihre Grabenkriege für einen Moment beiseite lassen.

"Ich finde das schon sehr erstaunlich plötzlich zu lesen, dass es ein Problem bei der Piraten-Urheberrechtsposition gibt. Die Plattenindustrie die wohl der Hauptgegner der Piraten in Sachen Urheberrecht ist, ist technisch gesehen ein Auslaufmodell, sie werden nichtmehr benötigt um Werke zu transportieren, das ist für die natürlich sehr ärgerlich, hatten sie doch bis vor kurzem entwicklungsgeschichtlich durch das Pressen von Platten in hoher Qualität ein technisches Quasimonopol."

Dieses Zitat von froop aus dem Piratenforum ist eine Reaktion auf Sascha Lobos Kommentar zum Thema "Piraten & Urheberrecht" im Blog von Ennomane. Es spiegelt die weitverbreitete Denke im Netz wider:Das Urheberrecht muss geändert werden, weil die Musikindustrie es nicht anders verdient. Und es spricht Bände von der Diskrepanz zwischen dem Anspruch der Piraten und ihrer Einschätzung der reellen Lage in der Musikbranche. Dabei mangelt es nicht an gutem Willen, positive Impulse auf die deutsche Kulturlandschaft auszuüben, und ihr beim schwierigen Wechsel in das digitale Zeitalter auf die Sprünge zu helfen. Viele Piraten sind wohl sogar der Meinung, dass man bereits eine Art "Partei der Künstler" sei und reagieren (im besten Fall) bestürzt auf kritische Stimmen aus der Kreativbranche - oftmals aber einfach in blinder Unwissenheit pöbelnd (wie man einige Piraten leider häufig in Kommentaren antrifft, wenn sie kritisiert werden). Dabei würde man sich doch wünschen, dass die Parteimitglieder und ihre Sympathisanten sich an die Aussage von Chef Siepenbusch halten würden, wie sie der Spiegel wiedergibt. Was man der etablierten Politik vorwefe sei: "Dass sie die Bürger vor den Gefahren des Internets zu schützen vorgebe, ohne von der Materie ausreichend Ahnung zu haben."

Mit dem Urheberrecht verhält sich die Partei leider genau so. Ihre Forderungen und Thesen (die in dem Entwurf zum Programm noch um einiges kruder und seltsamer waren - das sei POSITIV angemerkt) klingen nicht so, als ob sie ausreichend Ahnung von der Materie hätten. Und die ständig wiederholten Argumentatiosnstrukturen wirken für den fachkundigen eher wie Desinformations-Politik à la Zensursula als wie Bürgeraufklärung. Denn die Verkürzung des Urheberrechts-Zeitraumes betrifft nicht einfach nur die 'böse' Plattenindustrie. Und sie hilft nicht einfach armen Künstlern die nicht samplen dürfen. Die Major-Companies und ihre Marionetten-PR-Figur Dieter Gorny wären selbstverständlich auch betroffen. Die Hauptbetroffenen sind jedoch die Künstler selbst - und zwar direkter, als die Piraten es sich wohl momentan vorstellen. Erstaunlich aber wahr: auch für die Musikbranche gilt: es gibt nicht einfach böse und gut - die Wirklichkeit ist viel komplexer.

Urheberrecht vs. Copyright

Wenn man von Urheberrecht in einem rechtswissenschaftlichen Kontext redet (und in welchem Kontext macht ein Rechtsbegriff sonst Sinn?), dann meint man damit ausdrücklich nicht Copyright. Das deutsche Urheberrecht ist nach dem französischen Modell des 'droit d'auteur' gestrickt. Die direkten Übersetzungen geben eigentlich schon Auskunft, was der Unterschied im Wesentlichen ist. In den USA ist das Recht am Werk gleichgesetzt mit dem Recht das Werk zu kopieren. In Deutschland und Frankreich ist das Recht am Werk das Recht des Autoren bzw. Urhebers (also Komponist, Autor, Fotograf, Regisseur, etc.). Dieses Recht ist and die tatsächliche Person gebunden und nicht auf eine Firma übertragbar - eine Schutzmaßnahme um die Künstler vor der Ausbeutung durch mächtige Unternehmen zu bewahren. Und dieser Künstler-Schutz funktioniert durch die vielfach blind kritisierte GEMA in der Musikbranche so gut wie in keiner anderen Kreativbranche. Deswegen verdienen die Urheber jetzt schon an den Musikstücken auf youtube. Und das kann man meiner Meinung nach ein prinzipiell gelungenes Auswertungskonzept nennen - auch wenn man sich über die Höhe und Verteilung der Vergütungen streiten kann.

Auf Grund dieses Rechtsunterschiedes lässt sich die Argumentation und Forderung der Anti-Copyright-Bewegung der Amerikaner nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen. Die Forderungen richten sich dort vor allem gegen riesige Unternehmen, deren Umsätze nicht mit den Umsätzen der deutschen Plattenindustrie vergeichbar sind. Dazu kommt, dass in Amerika der totale 'buy-out' der Rechte möglich und eine gängige Praxis ist. Die großen Musik-Majors nutzen ihre Marktmacht knallhart aus und kaufen Künstlern ihre Rechte komplett ab. Nach einer Einmalzahlung sieht der Musiker im schlimmsten Fall nie mehr einen Dollar - auch wenn sein Stück ein Hit wird und in mehreren Filmen als Soundtrack gespielt wird (was eine der lukrtivsten Einnahmemöglichkeiten der Musikvermarktung ist).

Künstler schützen

Künstler genießen also in Deutschland schon einen Schutz vor Ausbeutung und das Internet bietet die Möglichkeit durch schlankere und direktere Distribution die Kosten für die Verbreitung ihrer Kunst enorm zu senken. In der bestehenden Rechtssituation sollte das eine Win-Win Situation sein - lediglich sperren sich die Plattenfirmen gegen moderne und internet-fähige Konzepte zur Vermarktung ihrer Musik. Wie diese aussehen und wie man die Unternehmen zwingen kann sich dieser Situation zu stellen, anstatt auf verlorenem Posten überfällige Geschäftsmodelle zu verteidigen - das ist die Frage, die die Piraten stellen sollten. Eine beschleunigte Enteignug der Künstler kann die Antwort darauf nicht sein.

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 09.07.2009 um 22:08
Was ist damit?

Freiwild oder Artenschutz: Ausbeutung durch AGB
Ein Anspruch auf angemessene Vergütung beispielsweise ermöglicht der Urheberin nicht, Zweitverwertungsrechte trotz Buy-out-Klausel selbst auszuwerten oder einem Dritten zu übertragen und dafür ein weiteres Honorar auszuhandeln. Ist die Vergütung - wie so oft - nicht angemessen, nützt dieser Anspruch dem Kreativen außerdem - naturgemäß - nur etwas, wenn er ihn gegenüber dem Verwerter auch geltend macht. Gerade dies wird angesichts der Marktsituation vielen Übersetzern, Journalisten, Grafikern oder Programmierern aber ebenso wenig möglich sein, wie beim Vertragsschluss den AGB zu widersprechen39.

Der Zweckübertragungsgrundsatz schützt die Kreativen ebenfalls nur bedingt. Er hilft gegen AGB, die detailliert alle Nutzungsarten aufführen, nicht weiter, da er nur eine Auslegungshilfe für den Fall bietet, dass die Nutzungsrechtsklausel interpretationsbedürftig ist.
Jonathan Lütticken schrieb am 10.07.2009 um 14:09
Ist das ein Argument die Urheberrechte zu schwächen? Oder vielleicht vielmehr sie zu stärken, damit der theoretisch nicht mögliche Buy-Out in gewissen Branchen nicht trotzdem über den Umweg Verwertungsrechte vorgenommen wird?

Durch die starke GEMA sind solche Verträge in der Musikbranche (und von der handelt obiger Artikel) fast nicht möglich. Dort sind Künstler über die GEMA an allen Zweitverwertungen beteiligt (siehe youtube, Filmauswertung, Compilations, Computerspiele, Disko, Konzerte, etc.). Aber aus Unkenntnis der Rechtslage passiert es auch da immer wieder, das sie einen schlechten Verlagsdeal abschließen und wenig bis gar kein Geld sehen.

Nur: wie bitte soll eine Verkürzung der Rechte da Abhilfe schaffen? Nach dem Motto: wenn die Wirtschaft die Künstler ohnehin in privatrechtlichen Verträgen enteignet, dann können wir das ja gleich von Staatshand selbst übernehmen?
Streifzug schrieb am 10.07.2009 um 16:37
Der verlinkte Artikel ist wesentlich länger und zeigt auf, mit welch zwielichtigen Methoden den "Kreativen" von den Verwertern Verträge "aufgezwungen" werden, die gelinde gesagt "ausbeuterisch" sind.

Da hilft das beschönigende Gerede von "wünschenswerten" Zuständen nix. Rechte haben und Geld dafür bekommen sind zwei Paar Schuhe.

Auf die Problematik der "Ausbeutung durch AGB" habe ich keine Antwort gelesen.
Jonathan Lütticken schrieb am 10.07.2009 um 21:24
Entschuldigung, ich habe den Link heute mittag nicht gesehen. Also die Seite scheint ja zum Ziel zu haben, Künstler über ihre Rechte aufzuklären und sie legt nahe, dass die bei Grafikern und Journalisten üblichen Buy-Out-Klauseln eventuell rechtswidrig sind. Ob diese Buy-Out-Klauseln in den AGBs sind oder im Hauptvertrag ist dabei eigentlich doch völlig irrelevant. Ich kann diese Frage jedenfalls nicht beantworten, bin nämlich kein Jurist - und Urheberrecht ist kompliziert. :-)

Zu deiner Gesamteinschätzung: "Rechte haben und Geld dafür bekommen sind 2 Par Schuhe" stimme ich dir ABSOLUT zu. Deswegen sollte man sich - wenn man Künstler stärken will - für ein stärkeres Urheberrecht einsetzen.
In Frankreich gibt es die SACD, die zentral die Rechte aller Urheberrechtsinhaber verwaltet. Eine Art Gewerkschaft+GEMA+VG Wort+VG Bild. Die Abgaben sind dort auch staatlich geregelt und liegen weit über in Deutschland üblichen Sätzen. Die Künstler unterliegen einem enormen staatlichen Schutz. (Die negative Folge dieser Denkart ist dann das neue Three-Strikes-System)

Jedenfalls: Die Position die Urheberrechte zu verkürzen hilft den Künstlern definitiv nicht. Denn OHNE RECHTE erst recht KEIN GELD. Oder nicht?
Jonathan Lütticken schrieb am 10.07.2009 um 21:25
Entschuldigung, ich habe den Link heute mittag nicht gesehen. Also die Seite scheint ja zum Ziel zu haben, Künstler über ihre Rechte aufzuklären und sie legt nahe, dass die bei Grafikern und Journalisten üblichen Buy-Out-Klauseln eventuell rechtswidrig sind. Ob diese Buy-Out-Klauseln in den AGBs sind oder im Hauptvertrag ist dabei eigentlich doch völlig irrelevant. Ich kann diese Frage jedenfalls nicht beantworten, bin nämlich kein Jurist - und Urheberrecht ist kompliziert. :-)

Zu deiner Gesamteinschätzung: "Rechte haben und Geld dafür bekommen sind 2 Par Schuhe" stimme ich dir ABSOLUT zu. Deswegen sollte man sich - wenn man Künstler stärken will - für ein stärkeres Urheberrecht einsetzen.
In Frankreich gibt es die SACD, die zentral die Rechte aller Urheberrechtsinhaber verwaltet. Eine Art Gewerkschaft+GEMA+VG Wort+VG Bild. Die Abgaben sind dort auch staatlich geregelt und liegen weit über in Deutschland üblichen Sätzen. Die Künstler unterliegen einem enormen staatlichen Schutz. (Die negative Folge dieser Denkart ist dann das neue Three-Strikes-System)

Jedenfalls: Die Position die Urheberrechte zu verkürzen hilft den Künstlern definitiv nicht. Denn OHNE RECHTE erst recht KEIN GELD. Oder nicht?
Bildungswirt schrieb am 10.07.2009 um 19:15
Apropos "Win-Win Situation". Da beißt du in der Musikbranche auf Beton.Köpfe brauchen noch...
GEMA - stranguliert im Moment Gastwirte - de faco kann keine live-Musik mehr gespielt werden. Reines Zuschussgeschäft. Ob das im Interesse der Künstler liegt?
GRuß BW
Jonathan Lütticken schrieb am 10.07.2009 um 21:31
Ja ich weiß. Nicht nur in der Musikindustrie. Mich besorgt es, dass die Vorschläge der Piraten es nicht schaffen, für die Künstler ernsthafte Perspektiven zu schaffen. Eine Allianz zwischen Künstlern und Piraten wäre stark, aber momentan ist die Politik leider nicht so Künstler-freundlich.

Zu der GEMA / Gastronomie kann ich wenig sagen. Ich bin nicht der Meinung, dass die GEMA immer tolle Politik macht und ihre Gebühren immer gut austariert. Und gerade kleine Künstler (ich selbst bin auch mit ein paar unbekannten Songs GEMA-Mitglied) haben da allen Grund sich zu beschweren, weil nicht auf großen Kommerz ausgelegte Veranstaltungen immer schwerer zu bezahlen sind.
Aber: die GEMA ist genauso hart im Umgang mit der Plattenindustrie. Die müssen auch pro kopierter CD eine Abgabe zahlen. Deswegen will ich nur darauf hinweisen: Es ist nicht alles schlecht an der GEMA.
Bildungswirt schrieb am 10.07.2009 um 21:44
Fakt ist, dass live-Musik in kleinen Läden vor dem AUS steht. Die Strafen sind drastisch, verdeckte Ermittler ständig unterwegs. Kulturverodung dank GEMA.
Zurzeit läuft (ähnlich wie bei Internetsperren) eine Petitionsantrag Richtung Bundestag. Nur das ist alles Sturm im Wasserglas.
Joachim Losehand schrieb am 10.07.2009 um 21:57
Allgemein ist in der Diskussion um ein "neues Urheberrecht" der Aspekt des Gemeinwohls stärker in den Vordergrund gerückt. Urheberrecht alleine verstanden als individualrechtlicher Herrschaftsanspruch eines Einzelnen auf und über das von ihm geschaffene Werk ignoriert die vielfältigen Abhängigkeiten, Einflüsse und Zuordnungen, denen der Schöpfer als Teil eines künstlerischen Kosmos' vor und während des Schaffensprozesses ausgesetzt ist.

Während das Mittelalter schöpferische "Originalität" eher "obszön" empfand, die Rezeption und Kommentare der Weg waren, nicht "Neues" zu "schaffen", sondern Vorhandenes in neue Beziehungen zu setzen und bislang unerkannte Aspekte fruchtbar werden zu lassen, beruht das heutige Verständnis des Urhebers und seiner Rechte auf einer Überbetonung der eigenen, individuellen Originalität.

Es mißachtet, daß das, was der Urheber macht, nur möglich wurde, weil er von seinen Vorgängern lernte, kennenlernte und in der ein oder anderen Weise übernahm, modifizierte, ablehnte oder mißachtete. In Anbetracht der erhöhten Lebenserwartung in unserer Gesellschaft mag eine Anpassung der Schutzfristen an die biologische Lebensdauer des Urhebers plausibel sein. Wo aber die Schutzfristen in der Hauptsache den Vermarktern oder Erben zugutekommen - neben der grundsätzlich immer wieder beklagten allgemeinen Hemmnis langer Fristen für die Kreativität anderer -, über deren Ausdehnung mit Blick auf die Nachhaltigkeit einer solchen Maßnahme, nachgedacht werden.
Jonathan Lütticken schrieb am 13.07.2009 um 11:51
Vielen Dank für diesen schönen, konstruktiven Beitrag.

Der Künstler - die Person
Wenn wir von Geschichte des Urheberrechts sprechen, dann müssen wir auch von der GEschichte der Künstler sprechen - denn schließlich gehtes um Menschen und ihre Lebensentwürfe. Das Urheberrecht wurde als Teil der Demokratisierung eingeführ, um den Künstlern in einer bürgerlichen Gesellschaft die Möglichkeit einer autonomen Existenz zu geben - mit dem ideologischen Hintergrund der Genieästhetik, wie du bereits angeführt hast. Heutzutage ist in der Geisteswissenschaft dieser Genie-Begriff sehr zweifelhaft. Aber von der Gesetzesänderung wären dann ja auch die Künstler betroffen, also die konkreten Persosnen, denen die heutige Rechtslage (im Idealfall) eine Unabhängigkeit bietet. Die Frage sollte doch also nicht sein: Glauben wir das ein Künstler _allein_ für sein Werk verantwortlich ist, sondern: sollten Künstler von ihrer Kunst leben - und wenn ja: wie? Diese Frage kann man natürlich auch mit 'Nein' beantworten. Aber dann soll man sich auch nicht wundern wenn man die Kulturbranche gegen sich hat.

Die Branche - die Menschen
In der Industrie sitzt nicht ein dicker ausbeutender Mann und plagt und schändet alle Künstler. Es gibt in Plattenfirmen immernoch Arbeitsplätze verschiedener Gehaltsstufen. Diese Menschen sind auch von Gesetzesänderungen betroffen.

2 Fragen

Der gesamte Kapitalismus wie wir ihn führen, basiert auf der Privatisierung gemeiner Güter. Das beginnt bei der Landnahme, geht weiter über Tiere, Bodenschätze, usw. Wieso soll denn gerade der Kunstbereich derjenige sein, in dem dieses Grundkonzept jetzt aufgehoben wird? Wieso nicht Aufhebung des Eigentums des Brotes?

Ein Akademiker lernt in der Uni frei (dafür kämpfen die Piraten ja auch) und verdient dann sein Geld _privat_ mit dieser Ausbildung im Beruf. Ist nicht auch das streng genommen ein 'Überbetonung' der Individualität? Denn schließlich kann den Job ja jeder machen. Wieso bezahlen wir überhaupt jemanden für seine Arbeit, schließlich ist er ja in dieser Gesellschaft groß geworden und seine Fähigkeiten sind maßgeblich von ihr mitentwickelt worden.

Für mich ist diese Argument ein Scheinargument, dass dahinterliegende Gründe verdeckt. Kein Wunder, dass man die Piraten oft auf 'Gratisdownloads' verkürzt.
Jonathan Lütticken
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