Julien Germain

Brainlux Contor

29.09.2010 | 12:11

Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd-

in Deutschland ist es umgekehrt!

 

-Jährlich 42.000 Tote wegen Alkoholmissbrauchs-

Die Deutschen sind und bleiben „Kampftrinker“ Nummer Eins in Europa. Sie halten den eher traurigen Rekord von durchschnittlich 14 Litern Alkoholkonsum pro Kopf und Jahr und nehmen damit die europäische Spitzenposition ein.

Jürgen Rehm, Leiter des Dresdener Instituts für klinische Psychologie und Psychotherapie forderte aus diesen Gründen schon vor längerer Zeit eine Steuer, die sich am Alkoholgehalt eines Getränkes orientiere. Es sei nachgewiesen, dass entsprechend höhere Preise den Konsum von Alkohol reduzieren.

Das Alkoholproblem in Deutschland wird seit vielen Jahren auf eine geradezu unzulässige Weise umfassend verharmlost. Das bestätigt auch die Anzahl an abstinenten Deutschen, die bei gerade einmal fünf bis sieben Prozent liegt. Die restlichen etwa 93 bis 95 Prozent aller Deutschen kommen demnach regelmäßig mit alkoholischen Getränken in Kontakt.

Jährlich sind rund 42.000 Todesfälle zu beklagen, die im direkten Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch stehen. Jede sechste Kündigung ist ebenso darauf zurückzuführen, wobei auch ein Viertel aller Arbeitsunfälle aufgrund des alkoholischen Konsums geschehen.

Einstiegsalter: 12 Jahre

Das Einstiegsalter, geistige Getränke zu sich zu nehmen, liegt zwischenzeitlich bei durchschnittlich 12 Jahren, also bei unausgereiften, noch wachsenden Kindern. Hier läuten bereits die deutschen Alarmglocken, während das gesellschaftliche Bewusstsein zum Umgang mit Alkohol deutlich geschärft werden müsste.

Der Alkohol hat eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für Deutschland. Die Verbrauchssteuer auf Alkohol leistet hier einen Beitrag von etwa einem Prozent zu den gesamten Steuereinnahmen. Andererseits entstehen enorme gesundheitliche und soziale Schäden. Die wirtschaftlichen Kosten, die durch Alkoholkonsumschäden verursacht werden, liegen bei etwa 40 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Gründe des übermäßigen Trinkens in Deutschland sind durchaus unterschiedlich. Hier unterscheiden wir den

· Alpha-Trinker (Konflikttrinker)

Er ist psychisch abhängig und benötigt eigentlich nur in Konfliktsituationen große Mengen an Alkohol. Es wird auch als „Erleichterungstrinken“ bezeichnet.

· Beta-Trinker (Gelegenheitstrinker)

Er trinkt im Übermaß, dennoch nur zu besonderen Anlässen. Er ist kein Alkoholiker, aber hochgradig gefährdet, alkoholabhängig zu werden

· Gamma-Trinker (Suchttrinker)

Er ist nicht in der Lage, die Menge seines Alkoholkonsums zu steuern. Trotz kürzerer Perioden, an denen er komplett auf Alkohol verzichten kann, gewöhnt er sich mit der Zeit an ein immer höher werdendes Quantum.

· Delta-Trinker (Gewohnheits- oder Spiegeltrinker)

Er trinkt regelmäßig, befindet sich aber in keinerlei Rauschzuständen. Würde der Blutalkoholspiegel abfallen, käme es schnell zu Entzugserscheinungen. Eine körperlich-organische Abhängigkeit ist unübersehbar.

· Epsilontrinker (Quartalsäufer, Episoden-Trinker)

Er trinkt niemals regelmäßig und ist auch nicht vom Alkohol abhängig. Er konsumiert den Alkohol zu bestimmten Anlässen, verfällt aber dann meist in mehrtägige Trinkexzesse, die einen hohen Alkoholverbrauch beïnhalten. Hier besteht eine psychische Abhängigkeit, wobei er jedoch monatelang abstinent bleiben kann.

Eines jedoch ist bei allen Trinkern gleich: Das Gefühl für gesellschaftliche Verantwortung geht verloren. Neben der Tatsache, dass sie oft ihre eigene Gesundheit kurzfristig oder auch dauerhaft aufs Spiel setzen, ist die Gefahr, das unbeteiligte Dritte in Mitleidenschaft gezogen werden, unendlich groß. Das wiederum wird durch die Kriminalitätsstatistik nachgewiesen, deren enormer Anstieg an Delikten unter Alkoholeinfluss eine eigene Sprache spricht.

Ein satirischer, dennoch passender Vergleich zwischen Autofahrern und Kampftrinkern sei erlaubt:

Ab wann regiert in Deutschland die Logik?

Wie viele Alkoholiker gibt es möglicherweise schon unter den Politikern, so dass sich seit vielen Jahren die Logik in Interessenpolitik umkehrt und damit die Süchte alkoholabhängiger Politiker und gleichsam die der Bürger Deutschlands unterstützt? Ab wann ist wohl zu erwarten, dass in Deutschland die Logik regieren wird?

Autofahrer zahlen zu viel

Denn es ist schon beeindruckend, wie viele Kosten und Steuern beispielsweise dem Autofahrer so auferlegt werden, während der Erwerb von Alkohol in deutschen Gefilden immer noch aus der “Portokasse” bezahlt werden kann: Kraftfahrzeugsteuer für das Jahr, Mineralölsteuer für jeden Liter Benzin, Ökosteuer, anteilige Mehrwertsteuer, Haupt- und Abgasuntersuchungspflicht gegen Gebühren, Mautabgaben. Hinzu kommen hohe Haftpflichtversicherungsprämien und Kaskobeträge, die gezahlt werden sollen. Im täglichen Verkehr erlebt der Autofahrer zudem, dass er gern zunehmend und überall abkassiert wird, wie zum Beispiel an Parkuhren und Parkscheinautomaten.

Deutsche Abzockerseele professionell

Nun stellt man zudem des Öfteren fest, dass es in einigen Regionen meist mehr Autos als vorhandene Parkplätze gibt und der Autofahrer daher vielfach gar keine andere Möglichkeit sieht, vielleicht auch einmal dort zu parken, wo es eigentlich nicht gestattet ist. Hierfür bieten sich hin und wieder die Flächen des eingeschränkten Halteverbots an. Natürlich ist der Mangel an Parkplätzen gewollt, da letztlich die Anzahl der eigentlich sehr beliebten “Falschparker” die noch höheren Geldsummen in die Staatskassen spült und damit der deutschen Abzockerseele durchaus gerecht wird. Weitere Kollekten lassen sich leicht durch Geschwindigkeitsüberschreitungen und der extra dafür als elektronische Spürhunde vorgesehenen Starenkästen einsammeln.

Summa summarum: Hätten wir keine Autofahrer, die alles mit sich machen lassen, wäre unser Bundesadler mehr als nur ein Pleitegeier, dessen Fütterung vermutlich von ausländischen, karitativen Einrichtungen übernommen werden müsste.

Nun sollte man aber verstehen, dass ein fahrbarer Untersatz für den einen oder anderen Berufstätigen oder auch Behinderten heutzutage unbedingt notwendig und gar nicht mehr fortzudenken ist. Trotz dieser Erforderlichkeit hält Vater Staat das Kollektenbeutelchen auf und erfreut sich diebisch an der lukrativen Beteiligung solcher Unabänderlichkeiten.

Steuern für „Treibstoffe“ aller Art

Den umfangreichen Abgaben für ein Auto stelle ich einmal die Alkoholsteuer gegenüber und wundere mich über die Tatsache, dass trotz verminderter Aufnahmekapazitäten des menschlichen Körpers, diverse alkoholische “Treibstoffe” zu speichern und aufgrund der daraus resultierenden Minderabnahme von Mengen, diese Getränke erheblich preiswerter sind, als der Treibstoff für den fahrbaren Untersatz.

Wie jeder weiß, ist der Alkohol an sich für die innerliche Anwendung beim Menschen nicht zwingend erforderlich, wenn er nicht gerade Bestandteil einer unverzichtbaren Medizin sein sollte. Einige unter uns, die der Volksmund gemeinhin gern als “Alkoholiker” bezeichnet, werden sogar manchmal, ganz gegen ihren Willen, in so genannte Ausnüchterungszellen verbracht, um dort ihren “Rausch” auszukurieren. Demnach also handelt es sich beim Alkohol faktisch um ein “Rausch-Gift”.

So, so, denke ich, eines der wenigen Rauschgifte, die tatsächlich frei zu erwerben sind, während etwa der Genuss durchaus harmloserer “Drogen” staatlich untersagt wurde. Klingt komisch, ist aber so.

Andere Alkoholiker hingegen dürfen sogar “Entziehungskuren” auf Kosten des Gesundheitssystems für sich beanspruchen, um im Anschluss an diese dann auch irgendwann einmal rückfällig werden zu können, weil ihnen die niedrig versteuerte Schnapsflasche oft dann doch näher ist, als die ermahnenden Worte ihres Arztes.

Bis auf eine mögliche Leberzirrhose, die mancherorts ohnehin immer noch als organisches Kleidungsstück betrachtet wird, kann dem Alkoholiker doch rein gar nichts passieren.

Seine Krankenkasse wird auch künftig, ohne höhere Beiträge von ihm zu verlangen, immer für ihn da sein und ihn finanziell für die Schadensbegrenzung seiner Innereien großzügig unterstützen. Damit kann er sein Eigengeld für die Biersteige des Supermarkts zurückhalten und hat gleichfalls die Sicherheit, dass seine ohnehin angegriffenen Organe nicht mehr durch kriminelle Organhändler als unlauteres Gammelfleisch versteigert werden können.

Spätestens hier und jetzt muss sich unsere Politik die Frage gefallen lassen, weshalb unsere Krankenkassen nicht auch die vielen und teuren Ausgaben für unsere Personenkraftwagen bezuschussen. Wenn dieserlei Zuschüsse nicht vorgesehen sind, frage ich mich, weshalb die Versteuerung des Alkohols nicht mindestens so hoch angesetzt wird, wie dies bei unseren schwedischen Freunden der Fall ist:

Während sich aber der Schwede in seinem heimatlichen Supermarkt gerade noch überlegt, ob er zum Geburtstag seiner Frau eine Flasche Weinbrand schenken oder lieber den vierwöchigen Urlaub für zwei Personen und Halbpension auf Gran Canaria buchen sollte, gab es auf den deutschen Autobahnen wieder einmal vier Tote wegen der Alkoholsteuer… pardon, natürlich wegen “Trunkenheit am Steuer”…

Autofahrende Steuerzahler haben nicht einmal Rechte

Fahrzeughalter fordern daher eine nahezu komplette Entlastung ihrer bisherigen unmoralischen Zwangsabgaben, während sie trotz hoher Zahlungen nicht einmal den Anspruch auf Schlagloch freie Straßen haben und ihre Stoßdämpfer in immer kürzeren Abständen durch die Werkstatt auswechseln lassen müssen. Auch diese Kosten müssen künftig beim zuständigen Finanzamt als erstattungsfähig anerkannt werden. Hierfür ist selbstverständlich eine Videoaufnahme erforderlich, die in Bild und Ton eindeutig belegt, dass ein durch die Gemeinde zu verantwortendes Schlagloch den Bruch oder die erhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkkeit der Stoßdämpfer zu verursachen imstande war.

Ein solcher Schadenfall würde wohl nur dann nicht berücksichtigt werden, wenn dem Fahrer des beschädigten Kraftfahrzeugs nachgewiesen werden kann, dass er bereits vor Durchfahrt von diesem speziellen Schlagloch Kenntnis hatte, weil er anders gar nicht dazu in der Lage gewesen wäre, seinen arbeitslosen Nachbarn dazu aufzufordern, sich mit seiner Videokamera an genau diese Stelle des Straßenschlaglochs zu begeben, um während seiner Durchfahrt diese Aufnahmen anfertigen zu können.

Autofahrer fordern, nahezu alle bisherigen Zwangsabgaben der Fahrzeughalter in eine Alkoholsteuer umzuwandeln.

Schließlich wurde bewiesen, dass die meisten, der Gesellschaft nicht nützenden Fehl- oder Übergriffe unter Alkoholeinfluss stattgefunden haben. Hierzu zählen unter anderem Einbruch, Diebstahl, Körperverletzung, Tötung, Verkehrsunfall und sonstige Unfälle, erhöhte Suizidgefährdung, Vergewaltigung, Selbstverletzung, Sachbeschädigung, Belästigung, Hausfriedensbruch, Gedankenentgleisungen und nächtliche Ruhestörung.

Wie schön wäre es doch, wenn das Volk der unzufriedenen Alkoholiker wieder zum Volk der zufriedenen Autofahrer werden würde…

Denn das Auto hingegen ist nützlich und vielfach unentbehrlich. Dass dem so ist, beweisen die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen, ohne die der Transport von Schnapsleichen kaum möglich wäre…

 
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Kommentare
eykiway schrieb am 29.09.2010 um 14:30
Intelligenz säuft Dummheit frisst.
Julien Germain
Öffnet die Augen, um zu sehen. Sonst werdet ihr sie brauchen, um zu weinen!
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23.01.2011
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Logbuch
06:04
tlacuache hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:21
weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
04:02
claudia hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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