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Wer ist Flüchtling?
Eine Frage, die eigentlich plausibel erscheint, dies jedoch bei weitem nicht ist, wenn man die (In-)Konsequenz der Vereinten Nationen anschaut.
Der gesunde Menschenverstand würde vereinfacht sagen, dass ein Flüchtling eine Person ist, die vertrieben wurde. Nicht sein Vater und auch nicht sein Enkel (sofern diese nicht fliehen mussten), sondern nur die Person, die auch wirklich geflohen ist.
Wer nun ein Flüchtling ist, definiert Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention aus dem Jahre 1951 folgendermassen:
Ein Flüchtling ist eine Person, die sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz hat, und die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren kann.
Nun ist das Problem, dass nicht alle Flüchtlinge unter diese Definition gehen, obwohl die Vereinten Nationen doch alle Menschen als gleich zu betrachten vorgeben.
Das Problem liegt wohl darin, dass die Verinten Nationen schon zwei Jahre zuvor, nämlich 1949, als Folge des Teilungsbeschlusses des britischen Mandatsgebietes Palästina und des darauffolgenden Unabhängigkeitskrieges Israels mit der damit verbundenen Flucht und Vertreibung der örtlichen Araber, die UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) gegründet haben. Diese haben sich denn auch ausschliesslich auf die arabischen Flüchtlinge aus Israel konzentriert, womit diese die einzigen Flüchtlinge weltweit sind, welche von den Vereinten Nationen ein eigens für sie eingerichtetes und umfangreiches Hilfsprogramm, eben die UNRWA, erhielten. Weder die rund 800'000 Juden, welche ungefähr zeitgleich aus den arabischen Ländern vertrieben wurden, noch die Tibeter, Kurden, Pakistani/Inder, noch die überlebenden des Genozides in Ruanda oder der Massaker im Kongo und viele weitere Flüchtlinge welche grausamste Erlebnisse erfahren mussten(auch nicht die Ostvertriebenen Deutschen), kamen in den Genuss ähnlicher umfangreicher Hilfsprogramme von den Vereinten Nationen.
Das sonderbare daran ist nun insbesondere, dass die Palästinaflüchtlinge einen Sonderstatus unter allen Flüchtlingen geniessen, denn sie sind die einzigen Flüchtlinge weltweit, welche ihren Flüchtlingsstatus vererben können und somit auch die einzige Flüchtlingsgruppe, deren Anzahl stetig wächst, obwohl diese neuen Generationen faktisch nirgendwo vertrieben wurden.
Dies kam zustande, da gemäss der UNRWA die Definition, wer Palästinaflüchtling ist und wer nicht, folgendermassen lautet:
„Who is a Palestine refugee?
The operational definition of a Palestine refugee is any person whose "normal place of residence was Palestine during the period 1 June 1946 to 15 May 1948 and who lost both home and means of livelihood as a result of the 1948 conflict."
Palestine refugees are persons who fulfil the above definition and descendants of fathers fulfilling the definition.“ UNRWA Website
Zu dieser doch etwas merkwürdigen Definition, da ein Flüchtlingsstatus sonst nirgendwo vererbt werden kann, kam es vermutlich deswegen, weil die Autoren der Definition nicht damit gerechnet haben, dass dieses Flüchtlingsproblem über eine so lange Zeit bestand haben würde.
Wieso dieser Missstand nicht spätestens mit der Genfer Flüchtlingskonvention 1951 korrigiert und an die nun allgemein gültige Flüchtlingsdefinition angepasst wurde ist bisweilen nicht bekannt, es wäre aber allemanl interessant dem nachuzugehen.
So kam es denn auch, dass von den ursprünglich je nach Quelle 700‘000 - 800‘000 Palästinaflüchtlingen von 1948 heute über 4,7 Millionen bei der UNRWA als palästinensische Flüchtlinge registriert sind, wovon nur noch ein marginaler Prozentsatz zu den wirklichen Flüchtlingen von 1948 gehört.
Dies soll jetzt nicht als eine Delegitimation der Hilfe der Palästinaflüchtlinge misverstanden werden, sondern vielmehr soll es eine Hommage an die Gleichbehandlung ALLER Menschen, in diesem Falle aller Flüchtlinge, darstellen, wo eine Sonderbehandlung von irgendwem schlicht keinen Platz hat.
Man stelle sich einmal vor, wie man einem Darfurflüchlting klar machen will, wieso der Urenkel eines Flüchtlings andernortes, weder hungerleidend noch sonst in essentiellen Nöten, pro Kopf gemessen zigfach mehr Unterstützung kriegt als er selber und zusätzlich nicht einmal sein Sohn/Tochter als Flüchtling anerkannt werden wird, dessen jedoch schon.
Viel Erfolg dabei!
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Gut geschrieben, vor allem, da ja die Intention des Schreibers garnicht wirklich auftaucht. Kleine Gegenfrage: Seit wann sind dem weißen Mann Neger wichtig?
Die Flüchtlinge aus Darfur sind im übrigen keineswegs staatenlos, sondern Teil einer extrem rassistischen Gesellschaft. Und diese Gesellschaft kennt keine Ländergrenzen, sondern nur Beutegier und Profit, und diesen wird alles untergeordnet, was zu geschehen oder unterbleiben hat. Palästina ist auch unabhängig von der Geschichte seit Neunzehndreiunddreißig tief mit europäischen Ideologien und Machtansprüchen verbunden, die wichtigste, die christliche Kultur basiert auf solchem Denken und war stets mit einer Bevölkerung vor Ort konfrontiert, die ihren selbsternannten Herren die gewaltätige Liebe nicht so recht abnahm. Es muß nicht unbedingt Antisemitismus sein, damit es pervers ist, es reicht manchmal schon die reine Menschlichkeit. Außerdem gibt es da natürlich an dem Konflikt, in den sich ein ganzes, alles andere als armes Land immer tiefer hineinverstrickt, viel zu viel zu verdienen. Kleinbomben, aufbauen, drei Jahre später kleinbomben, wieder aufbauen, und so fort. Und wer blöd genug ist, sich vor einen Karren spannen zu lassen, der zieht ihn halt. Und schließlich bräuchte es auch überhaupt keine Flüchtlingskonvention, wenn wir "weißen Europäer" das Recht, überall da zu leben, wo es wem gefällt, nicht ausschließlich uns selbst vorbehielten. Denn Grenzen verlaufen nunmal nicht auf dem Erdboden sondern in den Köpfen von Menschen, mfg, cf |
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Gut geschrieben, vor allem, da ja die Intention des Schreibers garnicht wirklich auftaucht. Kleine Gegenfrage: Seit wann sind dem weißen Mann Neger wichtig?
Die Flüchtlinge aus Darfur sind im übrigen keineswegs staatenlos, sondern Teil einer extrem rassistischen Gesellschaft. Und diese Gesellschaft kennt keine Ländergrenzen, sondern nur Beutegier und Profit, und diesen wird alles untergeordnet, was zu geschehen oder unterbleiben hat. Palästina ist auch unabhängig von der Geschichte seit Neunzehndreiunddreißig tief mit europäischen Ideologien und Machtansprüchen verbunden, die wichtigste, die christliche Kultur basiert auf solchem Denken und war stets mit einer Bevölkerung vor Ort konfrontiert, die ihren selbsternannten Herren die gewaltätige Liebe nicht so recht abnahm. Es muß nicht unbedingt Antisemitismus sein, damit es pervers ist, es reicht manchmal schon die reine Menschlichkeit. Außerdem gibt es da natürlich an dem Konflikt, in den sich ein ganzes, alles andere als armes Land immer tiefer hineinverstrickt, viel zu viel zu verdienen. Kleinbomben, aufbauen, drei Jahre später kleinbomben, wieder aufbauen, und so fort. Und wer blöd genug ist, sich vor einen Karren spannen zu lassen, der zieht ihn halt. Und schließlich bräuchte es auch überhaupt keine Flüchtlingskonvention, wenn wir "weißen Europäer" das Recht, überall da zu leben, wo es wem gefällt, nicht ausschließlich uns selbst vorbehielten. Denn Grenzen verlaufen nunmal nicht auf dem Erdboden sondern in den Köpfen von Menschen, mfg, cf |
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DEM weissen Mann gehen Schwarze doch noch immer am Allerwertesten vorbei, sonst hätten die Gräueltaten in Afrika einen viel höheren Stellenwert und Journalisten wären auch dort ein klein wenig mehr vertreten.
Es gab ja mal das Gerücht, dass in Isarel mehr Journalisten vertreten seien als in ganz Afrika. Selbst wenn dem nur annäherungsweise der Fall sei, müssten wir uns doch gezwungenermassen fragen, wieso denn uns denn ein Steinewurf in Gaza oder ein Bagger in der Westbank so viel mehr Wert sind als eines von vielen grausamsten Massaker im Kongo, Sudan etc. Es menschelt halt überall :( |
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@ carlfatal: "vor allem, da ja die Intention des Schreibers gar nicht wirklich auftaucht"
Meiner Ansicht nach tritt die Intention des Schreibers mit diesem Blog ziemlich deutlich hervor. Die Intention, also Absicht, ist es auf den akuten Missstand hinzuweisen, der in Sachen Menschenrechte unsere Menschenwelt durchwandert. In Sachen Israel vs. Palästina wird schon lange mit zweierlei Maß gemessen. Die palistinensischen Regierungsoberen schwelgen im Luxus (ganze Malls mit Luxuskrempel) während ihre Landsleute nichteinmal wissen wohin sie sche***en sollen (Abwasserversorgung im Gaza). Es fließen Milliarden an Hilfsgeldern in ein Land, dessen prekäre Situation sich seit der Gründung nicht grundlegend verbessert hat. Hingegen andere Länder dieser Erde von solchen Unmengen an Hilfslieferungen und Geld nur träumen können. Die Religion ist hier zu einem Politikum geworden. Hilfe und Anerkennung von Flüchtlingsstatuten sollten für alle Menschen gleich sein. Hier allein die Schuld Israel zu zu weisen ist auch eine sehr beliebte Handlung, so schiebt man den schwarzen Peter gleich weg von der UNO und Co. |
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@Technixer: "Es fließen Milliarden an Hilfsgeldern in ein Land, dessen prekäre Situation sich seit der Gründung nicht grundlegend verbessert hat."
Es wurde nie ein Staat Palästina gegründet. Etliche Möglichkeiten dazu wurden aus diversen Gründen, unter anderem auch wegen Machtherhalt, vertan. Aber natürlich hast du Recht mit den Unsummen an "Hilfsgeldern", die dort verlocht wurden und werden, obwohl sie andernorts dringend benötigt würden. |
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akuten Missstand hinzuweisen, der in Sachen Menschenrechte unsere Menschenwelt durchwandert. >> Kann ich nicht nachvollziehen. Oder sollte es ein Witz, Argumentum ad Absurdum oder so sein? |
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"Hilfsgeldern", die dort verlocht wurden und w >> Es sind Bestechungsgelder, Hamas kriegt nichts. |
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Hamas hat ihren eigenen Sponsor, und nichtsdestotrotz verlocht auch ihr Sponsor unmengen an Geld, das anderswo dringend benötigt würde. (Es gibt allemal auch UN-Schulen im Gaza, in welchen Mitglieder der Hamas "lehren")
Diesen Missstand mit "Bestechungsgelder" zu rechtfertigen hilft keinem, zumal es ohne "Bestechungsgelder" auch nicht viel anders aussehen würde dort unten, einfach die Konstellation wäre ein wenig anders. UND andernorts hätten sie das eben hier verlochte Geld ;) |
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da haben wir es ja
es sieht so aus, als ginge es immer wieder nicht (also nie?) ohne 'eigenen sponsor'. für juden ist es der immer noch in Europa wirkende politische antisemitismus - der generiert sponsoren - und die werden ja auch gebraucht! für palästinenser ist es (scheinbar) UNWRA und irgendwelche vermuteten geldquellen und ansonsten rauft sich UNHCR die haare und beißt sich am blut&boden-denken die zähne aus |
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kleine anmerkung
für die, welche nach Israel sollen flüchten können dürfen, haben 'wir' das etwas anders geregelt. im übrigen gilt zur "doppelten Buchführung" die Formel von dem auf Martinique geborenen Schriftsteller Aimé Césaire, der 1955 formulierte, was man Hitler nicht verzeihe, sei allein, Mitglieder der weißen Bourgeoise wie Afrikaner behandelt zu haben. "[Was man Hitler im Grunde nicht verzeiht ist] nicht das Verbrechen an sich, das Verbrechen am Menschen, dass es nicht die Erniedrigung des Menschen an sich, sondern dass es das Verbrechen gegen den weißen Menschen ist, dass es die Demütigung des Weißen ist und die Anwendung kolonisatorischer Praktiken auf Europa, denen bisher nur die Araber Algeriens, die Kulis in Indien und die Neger Afrikas ausgesetzt waren." |
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@rahab,
danke, genau das... @Technixer, ich habe mich schlicht geirrt und etwas vermutet, was offensichtlich nicht ist, aber das kann passieren. |
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Die Sonderorganisation fuer palestinensische Fluechtlinge zum Aufhaenger einer Klage ueber eine ungleiche Behandlung von Fluechtlingen zu machen ist ganz abwegig. Eine Sonderorganisatiopn als solche hilft niemandem. Die Fluechtlinge waren unmittelbare Folge des Mandates. Die Sonderorganisation war angemessen.
Israel aergert sich darueber, dass es die Fluechtlinge noch gibt, dass sie nicht laengst Jordanier oder so geworden sind. |
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Israel aergert sich darueber, dass es die Fluechtlinge noch gibt, dass sie nicht laengst Jordanier oder so geworden sind. >> Nervig, dass man sich immer wieder mit diesem Sub-Bildzeitungsniveau auseinandersetzen muss. Die Palestinenser sind einfach zaeh. Da helfen auch keine 3000 Jahre. |
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Abwegig? Nein, es ist ein Ansatz, der ein Unrecht benennt.
Habe nirgend behauptet, dass diese Sonderorganisation DAMALS nicht angemessen gewesen wäre, aber sehr wohl, wieso diese dann nicht modernisiert wurde ("Wieso dieser Missstand nicht spätestens mit der Genfer Flüchtlingskonvention 1951 korrigiert und an die nun allgemein gültige Flüchtlingsdefinition angepasst wurde...") Und die Kritik richtet sich doch auch klar dagegen, dass diese Organisation eben eine Sonderorganisation ist, welche sich ausschliesslich auf eine Gruppe begrenzt, OBWOHL damals in der gleichen Region noch andere Flüchtlinge vorhanden waren. Was Israel davon hält hier nicht von Relevant! Trotzdem ist es Fakt, wie oben beschrieben, dass nur noch ein marginaler Anteil der heute in dieser Sonderorganisation als "Flüchtlinge" registierten wirklich vertrieben wurden. --> Problematik diese Ungleichbehandlung einem Darfurflüchtling und vor allem seinen Nachkommen zu erklären. |
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PS. @Fritz Teich: "Die Fluechtlinge waren unmittelbare Folge des Mandates. "
Was meinst du mit Mandat? |
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völkerbund, französisches+britisches mandat
die leute sollten schließlich dort bleiben! und nicht etwas massenhaft nach Europa oder gar noch weiter weg auswandern. allerhöchsten noch hinein nach Afrika... |
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Wusste nicht, dass Fritz Teich einen Sprecher/in hat. Eigentlich hätte ich gerne seine Meinung dazu gehört, ob er das Mandat mit dem Teilungsplan und den darauffolgenden Kriegsgeschehen verwechselt hat oder ob er tatsächlich das Völkerbundmandat meinte oder nur dessen Ende. "UNMITTELBARE Folge" lässt nämlich letzteres erahnen...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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