Kaesebier II

Blog von Kaesebier II

30.08.2011 | 12:18

Ene Mene Muh - und raus bist du

 

Nun ist Westerwelle also kurz davor Bestandteil der Geschichte zu werden; dem was hinter uns liegt. Die meisten werden wohl sagen "Gut so."

Der Mann war sicher ein besserer Entertainer als Rösler, Niebel, Bahr und Konsorten, aber das allein ist ja nicht alles. Nicht einmal in der Politik. Da braucht's ab und an einen Griff in die Kiste mit Inhalten. Offenbar ist das, was man dabei zu fassen bekommt nicht immer erste Wahl. Da sind glückliche Händchen gefragt. Genau wie bei diesem alten Kinderspiel. Kennt das noch jemand oder gabs das nur in der Zone? Da hat man einen ausfaltbaren Quader aus Pappe, der unten und oben offen war, auf den Tisch gestellt. Draußen auf die Pappe war eine Unterwasserlandschaft gedruckt. So sollte die Illusion eines Aquariums erzeugt werden. Oben in die Öffnung des Quaders wurden ein paar aus Pappe ausgestanzte Fische, auf welche ein Magnet geklebt war, hinein geworfen. Dann hat man sich zu zweit oder mehr jeweils mit einer Angel bewaffnet, an der statt eines Haken ebenfalls ein Magnet befestigt war, so vor den Pappquarter gesetzt, dass der hineingeworfene Inhalt nicht zu sehen war. Das Ziel bestand logischer Weise darin, mit den Magnetangeln soviele Magnetfische wie möglich zu fangen.

Uns Guido scheint nun bei der letzten Runde im Wettkampfangeln mit seinem Fang "Nichtbeteiligung am Bombardement Lybiens" statt eines tollen Hechtes nur ein rostiges Fahrrad an Land gezogen zu haben. Da hat er sich früher geschickter angestellt, als noch die 18 unter seine Schuhsohle klebte und er beim Überholen aus seinem Guidomobil heraus den anderen ein nassforsches "Steuern senken" entgegen getrötet hat.

Eigentlich ist es beinah tragisch. Es war eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen ich Westerwelles Positionen etwas abgewinnen konnte. Die Nichtbeteiligung am Luftkrieg in Lybien kommt meiner Einstellung "Kein Krieg, nirgends. Außer zur Selbstverteidigung." entgegen. Aus welchen Erwägungen auch immer hat Westerwelle in diesem Fall mal Rückgrat gezeigt. Etwas, was die Grünen mit ihrer Unterstützung des Kosovokrieges vor 12 Jahren entsorgt haben. Von denen erwarte ich seit dem nichts anderes mehr. Von den Sozen sowieso nicht. Die haben ja schon vor 97 Jahren gezeigt, wes Geistes Kind sie sind.

So und jetzt wird Uns-Guido auch noch gezwungen, Franzosen und Tommys zu lobhudelen, weil sie Lybien derartig mit Bomben zugedeckt haben, dass ihnen zwischenzeitlich die Munition ausging. Es würde mich nicht wundern, wenn eines Tages herauskäme, dass der Luftkrieg mehr Tote gefordert hat, als durch Gadaffis Truppen umgekommen sind. Irgendwen müssen Bomben und Raketen ja getroffen haben.

Weil Westerwelle den neuen Warlords der EU nicht schnell genug die Füße geküsst hat, wird er nun von der Jounalie als neueste Sau durchs Dorf getrieben. Zur mehr oder weniger stillen Genugtuung  derer, die Deutschlands Sonderweg in diesem Falle bedauern, weil sie befürchten am Katzentisch Platz nehmen zu müssen, wenn der lybische Kuchen neu aufgeteilt wird. Sprich Erdölförderlizenzen vergeben  und staatliche Wiederaufbauprogramme ausgeschrieben werden.

Naja. Vielleicht hat Uns-Guido bald mehr Gelegenheit zu angeln, als den letzten Fischen dieser Welt zu wünschen ist.

 

 
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