Kaesebier II

Blog von Kaesebier II

16.08.2011 | 12:16

Warum Deutschland derzeit keine Vergemeinschaftung der Schulden will

Die Verschuldung einiger Staaten der Eurozone ist neben anderem, wie einer zu geringen Steuerquote,  Ausdruck einer im Vergleich zu andren Euroländern zu geringen Produktivität, Wettbeverbsnachteil genannt. Was des einen Nachteil, ist des anderen Vorteil. Deutschlands Vorteil. Durch die zwanzigprozentige Vergrößerung des eigenen Binnenmarkts 1990, was von der ostdeutschen Wirtschaft wettbewerbsfähig war wurde bekanntlich  durch die  Treuhand platt gemacht, und letztlich durch das vergleichsweise Geringhalten der Sozialausgaben mittels Maßnahmen wie Hartz IV hat die deutsche Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Ländern Europas erzielt. Einen den es sich nicht durch Aufgabe seiner nationalen Finanzpolitik - und damit letztlich jeder nationalen  Politik, die Geld benötigt - nehmen lassen will. Es würde nicht wundern, wenn die Regierung dazu von Lobbyisten all derer getrieben würde, die mit Wirtschaften zwischen Rhein und Oder Gewinne machen. Denn gute Wettbewerbfähigkeit heißt gute Gewinne. Eine Angleichung der Finzanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitiken in der Eurozone liese die deutschen Wettbewerbsvorteile und damit die deutschen Sondergewinne dahin schmelzen lassen wie Butter in der Sonne. 
Darin liegt zumindest ein Gutteil der Motivation für das Verhalten der deutschen Regierung.

Wer da jetzt kommt und behauptet, an der Wettbewerbsfähigkeit hängen doch die Arbeitsplätze, der sei daran erinnert, für die Arbeit, die in Deutschland mehr geleistet wird, sitzt in Griechenland, Portugal, Spanien, Irland ein Arbeiter oder Angestelter auf der Straße. - Kein Grund sich gut und fleißig und gerecht zu fühlen. 

Und nur am Rande, die Zeche dafür, dass wir soviel Arbeiten dürfen, ohne das sich, wie in den anderen Ländern, der Reallohn bei uns erhöht, bezahlt, Eurobond hin oder Rettungsschirm her, eh der kleine Mann und Steuerzahler. Es sei daran erinnert, dass Unternehmen verhältnismäßig wenig zum Steueraufkommen beitragen. Der allergrößte Teil des Steueraufkommens stammt aus Lohn- und Umsatzsteuer. Und die bezahlen bekanntlich abhängig Beschäftigte und Endverbraucher, also jene, welche uns morgens verschlafen unter Michels Mütze hervor im Spiegel entgegenblicken.

Erst wenn die kalten Zahlenakrobaten in den Chefetagen der Unternehmerverbände errechnen, dass die, welche sie vertreten, durch das Beharren Deutschlands auf eine nationale Finanzpolitik einen Wettbewerbsnachteil, sprich sinkende Gewinne verzeichnen werden müssen, wird die deutsche Regierung einlenken.

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 17.08.2011 um 02:53
Danke für den Blog.

siehe:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/ns--staat-eine-mordpluendernde-raubmaschine

17.08.2011 | 02:33
NS- Staat, eine mordplündernde Raubmaschine
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Das NS- Regime war kein Staat im eigentlichen Sinne, sondern von Anbeginn angelegt als Raubmaschine, die Leben, Waren, Güter, Devisenreserven, Goldbestände wie ein gigantischer "Vitalitätssauger" raubend, mordend, plündernd, Schrecken & Schulden verbreitend, durch Europa und Nordafrika rast.

Krieg war für diese NS- Raubmaschine , keine Frage von Sieg oder Niederlage, sondern von unabdinglicher Wertabschöpfung in den besetzten Gebieten.
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