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Die Richter des Obersten Gerichtshofes Brasiliens haben mit zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung die rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der herkömmlichen Ehe beschlossen. Dies gab der Gerichtspräsident Cezar Pelluzo am 5.5.2011 bekannt. Eine Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben wird es nicht geben, aber homosexuelle Partnerschaften, die bislang ohne Rechtsansprüche in speziellen Notarbüros registriert werden konnten, erfahren durch den Richterspruch beim Steuer-, Erb- und Unterhaltsrecht eine Gleichbehandlung. Ebenso erhalten sie das Adoptionsrecht wie Richterin Maria Berenice Dias nach dem Urteil erklärte. Weiterhin gibt es Bestrebungen in Brasilien die herkömmliche Ehe für Schwulen und Lesben zu öffnen. Der Richterspruch des Supremo Triunal Federal hat die Chancen hierzu sicherlich deutlich erhöht. Insbesondere, da jeder einzelne Richter seine Entscheidung öffentlich begründete.
Brasilien hängt in der Gleichstellung von Lesben und Schwulen Deutschland sozusagen über Nacht ab. Während Deutschland vom Europäischen Gerichtshof gezwungen werden muss schwullesbische Partnerschaften nicht länger zu diskriminieren, setzen sich Brasiliens Richter über die massiven Proteste der katholischen Kirche hinweg. In einem Land mit den meisten Katholiken weltweit (140 Millionen). So protestierte der Erzbischof von Rio de Janeiro und Medienreferent der Bischofskonferenz, Dom Orani Joao Tempesta gegen die Gleichstellung Homosexueller, da nur eine Partnerschaft und Ehe zwischen Mann und Frau von der Natur vorgesehen sei. Besonders dürfte er sich an einem Detail in der Begründung dieser Entscheidung reiben. Durch die neue Rechtssprechung werden homosexuelle Partnerschaften als stabile familiäre Einheiten definiert, die unter besonderem Schutz des Staates stehen. Für die katholische Kirche und ihren Machtanspruch ein Schlag ins Gesicht.
Ähnlich wie der brasilianische Erzbischof, nur politisch korrekter formuliert, liest sich die Ablehnung der CDU/CSU Fraktion zum Vorstoß der Justizministerkonferenz 2010 bezüglich eines Adoptionsrechtes für eingetragene Partnerschaften. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion:
"Bei Fragen der Adoption muss es aus unserer Sicht ausschließlich um das Wohl der betroffenen Kinder gehen. Eine Adoption ist ein einschneidender Rechtsakt, bei dem ein Kind neue Eltern erhält. Dieser Zusammenhang erfordert vom Gesetzgeber besondere Sensibilität, Vorsicht und Zurückhaltung. Die rechtspolitische Diskussion darf sich daher keinesfalls auf die Bedürfnisse und Interessen der Erwachsenen reduzieren", erklärt Krings die Position der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Er sehe zwar, dass Kinder in der heutigen Lebenswirklichkeit nicht immer in Familienverhältnissen mit Vater und Mutter aufwachsen. Ebenso wenig verkenne die Union, dass sich auch Homosexuelle aufopfernd und liebevoll um Kinder kümmern. Dies ändere aber nichts daran, dass die unterschiedliche Geschlechtlichkeit der Eltern für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder von entscheidender Bedeutung ist und aus diesem Grund nicht vom Gesetzgeber zur Disposition gestellt werden dürfe. "Aus Gründen des Kindeswohls lehnen wir ein gemeinsames Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften daher ab", machte Krings noch einmal deutlich.
Krings weiter: "Das Grundgesetz versteht die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Es stellt Ehe und Familie unter den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Diesen Schutzauftrag nimmt die CDU ernst."
Quelle: guenter-krings.de/Standpunkt/Pressemitteilungen4Quartal2009/PM20101005Sorgerecht.aspx
Allerdings erklärt Herr Krings in seinen Ausführungen nicht, wieso dann auch Einzelpersonen Kinder adoptieren dürfen. Ebenso irgnoriert er eine Studie der ehemaligen Justizministerin Zypries aus dem Jahr 2009, die ausdrücklich darauf hinweist, dass die Kindesentwicklung in Regenbogenfamilien keineswegs gestört sei. Vielmehr beobachtete man ein verstärktes Selbstwertgefühl bei den Kindern.
Was nicht ins Konzept passt wird ausgeblendet. Diese Taktik verfolgte auch der brasilianische Erzbischof Dadeus Grings als er sich letztes Jahr über die zunehmende Akzeptanz von Homosexuellen beschwerte:
"Früher hat niemand über den Homosexuellen gesprochen. Er wurde diskriminiert. Jetzt haben diese Menschen Rechte - etwa das Recht, in der Öffentlichkeit zu demonstrieren - und in kurzer Zeit werden viele denken, dass auch Pädophile Rechte haben."
Während der Erzbischof dem katholischen Volkssport Homosexualität mit Pädophilie zu vermischen frönte (und eigentlich Pädosexualität meinte), verschwieg er die steigende Zahl der Morde an Homosexuellen in Brasilien(2010: 260 Morde). Was nicht ins Konzept passt, wird ignoriert. Jetzt haben die brasilianischen Richter eine Faktenlage geschaffen, die die katholische Kirche nicht mehr ignorieren kann. Es bleibt abzuwarten, wie die deutsche Justiz auf die Faktenlage reagiert, die der Europäische Gerichtshof geschaffen hat.
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Danke Kalle!
www.queer.de/detail.php?article_id=14187 Die CDU/CSU-FDP Bundesregierung hält sich nur noch über Wasser, solange sie andere herabwürdigt und ignoranten Kleinbürgern in der Provinz dadurch suggeriert, dass sie besser seien, als z.B. Schwule und Lesben. Dieses Niedermachen ist auch der letzte Versuch katholischer Kreise ihre Macht über Menschen noch irgendwie aufrecht zu erhalten. Ich könnte jetzt Dutzende Links hier einstellen, um meine Behauptungen zu untermauern; ich erspare es Dir und den Leser/innen, kann es aber auf Wunsch jederzeit nachholen ... CDU/CSU-FDP vertreten das "gestrige" Deutschland, sie hinken in ihrem Weltbild der gesellschaftlichen Entwicklung um etwa 20 Jahre hinterher und werden abgewählt, es ist nur eine Frage der Zeit! Die künftige Gesellschaft ist vielfältig, bunt, tolerant und lebt in guter Nachbarschaft miteinander. Schwule, Lesben, Transgender ... sind ein dynamischer Teil dieses neuen, jungen Deutschland. Lebe offen! Zeige, dass Du ein wichtiger Teil dieser Gesellschaft bist! It gets better ... !!! ![]() Uploaded with ImageShack.us ![]() Uploaded with ImageShack.us ![]() Uploaded with ImageShack.us |
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ist ja alles schön und gut, das adoptivrecht ist in deutschland ja auch wirklich sehr pervers, das muss schnellstens erneuert werden....aber, mal was anderes, persönliches :
WARUM SOLLTE IRGENDJEMAND ZEIGEN WOLLEN, DAS ER (zitat) EIN "DYNAMISCHER TEIL DIESES JUNGEN DEUTSCHLAND IST"? da wird mir ja einfach nur schlecht. auch die fragestellung "was ist eigentlich so verdammt interessant an der ehe" trifft da natürlich den punkt. rechte, ja, immer und gern, aber ich persönlich habe keine lust auf bürgerliche schwuppen.und ich küsse meinen freund, wann, wo, und wie ich will und zwar, weil ich lust drauf hab und nicht, weil ichs den "reaktionären" mal richtig zeigen will. |
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@RockyRevolution
<°)))o>< |
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Ich danke auch für die Informationen, Kalle.
Übrigens — wo wir schon mal so gemütlich beinander sind, ich habe da eine Frage an euch, Axel und Kalle, die ihr dieses Thema mit wesentlich mehr Verve verfolgt als ich: Was ist eigentlich so verdammt interessant an der Ehe (und ich meine damit nicht ihre juristische Seite, also die mit ihr verbundenen Privilegierungen bei Steuer, Versicherung, Grabsteinkauf usw. usf.), daß jeder und jede glaubt, sie unbedingt haben zu müssen, und sei es nur der Form halber? |
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@ j-ap schrieb am 16.05.2011 um 21:19
>>>Was ist eigentlich so verdammt interessant an der Ehe<<< Nichts. Aber schön war der Tag der Hochzeit, schön sind die jährlichen Hochzeitstage. Schön wie Jahresringe an denen wir ablesen können, ob es ein regenreiches Jahr war. Meinen Ehering kann ich nicht mehr abziehen vom Ringfinger. Meine Frau trägt ihren Ehering nicht, weil er ziemlich hässlich ist. Bei mir ist er glattgewetzt und das alberne Muster, das aussah wie ein Besteck von Alekto (Freiberg) ist weg. Wir haben außerdem eine Urkunde, viele Fotos und unsere Kinder und Eltern kennen das Datum des Hochzeitstages. Der Standesbeamte hat uns davon erzählt, wie wir den Sozialismus aufbauen und wir haben aus anderen Gründen, als mancher heute davon erzählt, darüber gelacht. Mehr ist nicht, aber auch nicht weniger. |
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Lieber j-ap,
sehr gute Frage. Mich persönlich interessieren nur die juristischen Punkte. Jedenfalls für mein Leben. Wobei ich beim Steuerrecht dafür bin, dass ausschließlich Menschen mit Kindern, unahängig von ihrem Rechtsstatus, begünstigt werden. Mein Fernziel ist eher ein Regelwerk, dass allen Partnerschaften, gleich welcher sexuellen Ausrichtung, die Möglichkeit bietet, wichtige Belange notariell und rechtlich bindend festzulegen. Dieser Vertrag sollte aber auch ohne große Scheidungsarie wieder zu lösen sein. Mkit einer kurzen Bedenkfrist vielleicht. Sozusagen eine üerarbeitete Form des Pacs Civile in Frankreich. Und unbedingt mit Adoptionsrecht. Ich persönlich halte die Ehe für überholt und gesellschaftlich bedient sie nur alte Herrschaftsstrukturen. Aber ich bin nur EIN Schwuler und nicht alle Schwulen und Lesen haben meine Bedürfnisse. Deshalb fordere ich die Ehe für Schwulen und Lesben, weil die den denselben Unsinn machen sollen dürfen wie die Heten. Ich versteh ja auch nicht bei heterosexuellen Paaren, dass sie sich nicht gegen dieses Ehediktat verwehren und heiraten soald Nachwuchs ansteht. Früher war ich gegen die Homoehe, weil sie auch die Gefahr birgt, dass es dann wieder die guten und bösen Schwulen und Lesben gibt. Die Guten heiraten und die Bösen frühstücken im Darkroom. Aber heute glaube ich, dass es eine wirkliche Veränderung des Partnerschafts- und Familienbegriffs erst geben wird, wenn die Ehe, also DIE heterosexuelle, patriarchale Urstruktur von Schwulen und Lesben erobert wurde. Ungefähr so, wie Parität zwischen Mann und Frau erst der erste Schritt in eine diverse und wirklich emanzipierte Gesellschaft ist. Mir persönlich bedeutet sie gar nichts, aber anderen Menschen eben. Und wenn mein Freund es meinem Freund etwas bedeutet, werde ich ihn auch heiraten. Es tut ja nicht weh, es ist nur unsinnig. Und Unsinn mache ich auch so genug. |
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@j-ap
Hallo Josef, ich war schon ausgeloggt und komme ich noch einmal kurz zurück ... Ich werde jetzt einfach mal so drauflos schreiben, ohne irgendwelche Positionen von Parteien (GRÜNE, DIE LINKE., Teile der SPD) und Verbänden (z.B. LSVD) wiederzugeben. Ich habe noch eine Zeit erlebt, in der es schwulen Männern sehr schwer gemacht wurde sich dauerhaft an einen Partner zu binden und dies auch gegenüber anderen, gegenüber der Gesellschaft, als eine Partnerschaft, die auf Dauer angelegt ist und das gegenseitige Eintreten füreinander beinhaltet, deutlich zum Ausdruck zu bringen. Zitat Knüppel "Was Sie schon immer über Homosexualität wissen wollten, aber nie zu fragen wagten ..." '(...) „Ehe“ (Homo-Ehe), richtiger: Eingetragene Lebenspartnerschaft Auf Drängen besonders der Partei DIE GRÜNEN wurde, gegen den teilweise erbitterten Widerstand konservativer Kräfte (die CSU klagte vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die eingetragene Lebenspartnerschaft und ... verlor die Klage), die eingetragene Lebenspartnerschaft für schwule und lesbische Paare Gesetz. Leider setzten CDU/CSU durch, dass zwar reichlich Pflichten, wie z.B. die gegenseitige Unterhaltspflicht (bei Arbeitslosigkeit eines Partners wird das Einkommen des anderen Partners komplett angerechnet), ins Gesetz geschrieben wurden. Gleiche Rechte, wie bei heterosexuellen Ehepartnern sucht man/frau dagegen vergebens. Es gibt weder irgendwelche steuerlichen Vorteile, noch gibt es eine Gleichstellung im Erb- oder Adoptionsrecht. Wer jetzt argumentiert, „das sei bei unverheirateten heterosexuellen Paaren doch genauso ...“ Stimmt! Die können aber jederzeit heiraten und dann alle Vorteile in Anspruch nehmen, während die schwulen Männer und lesbischen Frauen ja bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben und ihren rechtlichen Status nicht mehr verbessern können. Fazit: Es ist eine „Ehe zweiter Klasse“, ohne echte Vorteile. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf! (Link zu zwei Bundestagsabgeordneten, die innerhalb ihrer jeweiligen Fraktion für den Bereich Lesben- und Schwulenpolitik zuständig sind: www.linksfraktion.... und www.bundestag.de/m... ..." Stand: April 2009, Quelle: community.zeit.de/user/kn%C3%BCppel/beitrag/2009/04/09/was-sie-schon-immer-%C3%BCber-homosexualit%C3%A4t-wissen-wollten-aber-bisher-n Inzwischen wurde zwar die sog. "Eingetragene Partnerschaft" in Teilen der Hetero-Ehe angeglichen, jedoch ... Zitat Knüppel: "(...) #8 10.11.2010 11:08:07 (+13, 13 Votes) Von Knueppel Profil nur für angemeldete User sichtbar In Deutschland wurde, im Gegensatz zu anderen *Ländern, keine 'Homo-Ehe' eingeführt. Die sog. "Eingetragene Lebenspartnerschaft" heißt nicht nur bewusst anders, sie wertet auch (ab) und das ebenfalls bewusst. Dass inzwischen sukzessive "Angleichungen" an die "Hetero-Ehe" durchgesetzt werden konnten, ändert nichts am gewollt schwächeren Rechtsstatus der sog. "Eingetragenen Partnerschaft". Um es klar zu sagen: Ob ich nun tatsächlich meinen langjährigen Partner heiraten würde, wenn die Zivil-Ehe (wie in den unten genannten anderen Ländern) endlich für schwule und lesbische Paare geöffnet wird ..., das ist völlig unerheblich! Aber, ich will das selbst entscheiden können, will also die Möglichkeit haben, zu wählen. Die jetzige Regelung macht mich schon per Definition zu einem Bürger/Menschen 2. Klasse und der ... BIN ICH NICHT! In diesen Ländern wurden gleich „Nägel mit Köpfen“ gemacht und die Zivil-Ehe auch für schwule und lesbische Paare geöffnet: Zitat: „(…) Eine gleichgeschlechtliche Ehe ist eine Ehe, in der beide Partner das gleiche Geschlecht haben. Im Gegensatz zur Eingetragenen Partnerschaft, welche ein eigenes Rechtsinstitut durch ein eigenes Gesetz schafft, wird unter gleichgeschlechtlicher Ehe dasselbe Ehegesetz sowohl für heterosexuelle, wie auch homosexuelle Paare verstanden (…)Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde in Deutschland nicht eingeführt (…) (…) In den folgenden Ländern und Teilgebieten von Ländern wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet: • Niederlande (2001) • Belgien (2003) • Spanien (2005) • Kanada (2005) • Südafrika (2006) • Norwegen (2009) • Schweden (2009) • Vereinigte Staaten o Massachusetts (2004) o Connecticut (2008) o Iowa (2009) o Vermont (2009) o New Hampshire (2010) o District of Columbia (2010) • Mexiko o Mexiko-Stadt (2010) • Portugal (2010) • Island (2010) • Argentinien (2010) Der Staat New York lässt zwar in seinem Hoheitsgebiet keine gleichgeschlechtliche Trauungen zu, aber erkennt Ehen zwischen Partnern des gleichen Geschlechts aus anderen Staaten und Bundesstaaten an. Die Öffnung der Ehe in diesen Ländern geschah einerseits durch Entscheidungen von Gerichten (z.B. Massachusetts, Connecticut, Kanada auf Provinzebene oder Südafrika) und andererseits durch Gesetzesinitiativen (z.B. Kanada auf Bundesebene sowie Spanien). In Israel werden durch eine Entscheidung des Obersten Gerichts ausländische Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren im Lande anerkannt (…) Quelle: Link: de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe PS Zitat „Queer.de“ 10.11.2010: „(…) Auch die PDS war unzufrieden: Die Oppositionspartei wollte nur die komplette Gleichstellung akzeptieren - und lehnte daher alle Kompromissvorschläge ab …“ Damit hat die heutige Partei DIE LINKE. von Anfang an konsequent für eine völlige rechtliche Gleichstellung von schwulen Männern und lesbischen Frauen mit deren heterosexuellen Pendants gekämpft ..." Stand: November 2010, Quelle: www.queer.de/detail.php?article_id=13101&antwort_zeigen=ja#c8 Ich bin kein Mensch (Bürger dieses Landes) 2. Klasse und lasse mich daher nicht mit einem gewollt schwächeren Rechtsstatus der sog. "Eingetragenen Partnerschaft" gegenüber der Hetero-Ehe abspeisen. Dies ist eine politisch (von konservativer Seite) gewollte Herabsetzung, die durch NICHTS! gerechtfertigt ist. Lass' uns erst einmal die Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen und die Schlechterstellung (über die juristische Seite, wolltest Du ja jetzt nicht sprechen, Josef, also lasse ich es ...) von schwulen Männern und lesbischen Frauen, in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft (mit oder ohne Kinder) beenden. Dann können wir gesamtgesellschaftlich, Heteros und Homos, immer noch in Ruhe darüber diskutieren, wie zeitgemäß - oder auch nicht - die Ehe denn heutzutage noch ist ... Doch bitte, in dieser Reihenfolge. Gruß Knüppel |
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So im großen und ganzen, lieber Rapanui, ist das bei Ihnen und Ihrer Frau wohl so ähnlich wie bei allen anderen noch ungeschiedenen Eheleuten auch. Meine eigenen Eltern zähle ich übrigens dazu, denn ich bin bisher nie hinter das Geheimnis gekommen, das es macht, daß sie jeden Hochzeitstag wieder soviel Gewese um eine Sache machen, die mir von Grund völlig unverständlich ist.
Und damit wären wir beim Thema: Die Ehe ist das »logische« Wort für dasjenige Verhältnis, das das der bürgerlichen Gesellschaft selbst ist: die Spaltung der Gattung und der anschließende, notwendigerweise zum Scheitern veruteilte Versuch einer Synthesis, die schon deshalb nicht gelingen kann, weil die bürgerliche Rationalität alles, aber wirklich alles 'begreifen' kann, nur nicht sich selbst. Kann man ja schon bei Kant nachlesen, wie er, ganz bürgerlich-idealistisch, aus der Ehe den Vertrag ableitet, dessen (genau benannte und benennbare) Rechte und Pflichten gleichzeitig seine Bedingung und Konsequenz darstellen. Ich kann daher nicht anders, als meine Frage von eben zu wiederholen: Warum die Ehe? Weil sie nun einmal die Form ist, durch die hindurch muß, wer es unter gegebenen Verhältnissen zu etwas bringen will, und sei's nur die Familienversicherung? Wenn's also nur das wäre, dann ließe sich derlei durch einen ganz banalen deklaratorischen Rechtsakt schon lösen, wie er in Gestalt der eingetragenen Lebenspartnerschaft schon möglich ist; denn abgesehen davon, daß er so schauderhaft technokratisch klingt wie »lichtnotwendiger Wanddurchbruch« (gemeint ist: Fenster), ermöglicht er es schon heute in wesentlichen Teilen, in die Rechtsform zu schlüpfen, die notwendig ist, um sich vertragen zu können. Aber damit ist es scheinbar eben nicht getan, ansonsten es nämlich bei endlich realisierter rechtlicher Gleichstellung (die immerhin noch aussteht, jawohl) niemandem mehr geben dürfte, der sich trotzdem und auch dem Wortlaut nach die Ehe wünscht. Liegt es vielleicht daran, daß die Ehe so ehrwürdig klingt, daß man ihr all die ihr zugrundeliegenden Machinationen schon gar nicht mehr ansieht? |
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Anmerkung:
1.) Ich habe den Kommentar von KalleWirsch (den ich jetzt erst sehe) bei meinem Kommentar nicht berücksichtigt, falls es hier zu Überschneidungen kommen sollte, bitte ich das zu entschuldigen! 2.) Ich lebe seit ca. 40 Jahren mit meinem Freund in einer Lebenspartnerschaft (1 erwachsene Tochter) und lehne die sog. "Eingetragene Partnerschaft" ab. Bei einer Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare könnte es jedoch sein, dass wir diese Möglichkeit nutzen. |
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Nachrichtlich: Der Kommentar eben ging an Rapanui — die andern zwei lese ich eben erst.
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@ j-ap schrieb am 16.05.2011 um 22:16
Lieber J-AP, sie unterschätzen, so glaube ich zu lesen, die Bedeutung der Hochzeit für uns. Es ist ein Versprechen, von dem man in dem Moment des Aussprechens nicht weiß, ob es halten wird. Es würde nichts nützen, wenn wir uns nicht mehr liebten. Aber wenn wir uns lieben, bleibt es ein Tag in unserer Erinnerung, der unter den vielen Tagen unser Tag ist. Vielleicht liegt es daran, weil wir den ganzen bürgerlichen Quatsch niemals bedenken mussten und auch heute nicht bedenken - so wie Sie das beschreiben. Wir sollten die "kleinste Zelle der sozialistischen Gesellschaft sein", sagte die Standesbeamtin bevor sie den Arm des Schallplattenspielers auf die ausgenudelte Melodie vom Hochzeitsmarsch legte. |
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Guten Abend,
eine kleine Idee könnte ich beitragen: Mit z.B. 60 Jahren werden die Partner, Liebenden, Steuergequälten gefragt, ob sie diese Partnerschaft gut heißen, ob sie fortgeführt werden soll, dann könnte man -rückwirkend- nach evtl 40 schon gemeinsam verbrachten Jahren, heiraten, denn man kennt das Ergebnis, das Risiko ist gering, man hat sich lang zusammengerauft. Und! Ganz unabhängig von sexuellen Präferenzen, die sind doch -privat-. Und in 50 Jahren könnte es auch -Ehegruppen- geben, warum denn nur zwei Ehegatten? Das Ganze ist von Rechts wegen so verbissen, macht unnötig so viele Leben schwer. Zur Scheidung sollte es mehr Bedenkzeit geben, sonst schmeißt man beim ersten großen Krach das Handtuch, ist Quatsch, Krise muß auch ausgehalten werden. (in guten wie in schlechten Zeiten), allerdings dürfte Scheidung nichts kosten. Ich denk mal weiter drüber nach. Grüße von SuzieQ |
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j-ap schrieb am 16.05.2011 um 22:16 Die Ehe ist das »logische« Wort für dasjenige Verhältnis, das das der bürgerlichen Gesellschaft selbst ist: die Spaltung der Gattung und der anschließende, notwendigerweise zum Scheitern veruteilte Versuch einer Synthesis, die schon deshalb nicht gelingen kann, weil die bürgerliche Rationalität alles, aber wirklich alles 'begreifen' kann, nur nicht sich selbst. Kann man ja schon bei Kant nachlesen, wie er, ganz bürgerlich-idealistisch, aus der Ehe den Vertrag ableitet, dessen (genau benannte und benennbare) Rechte und Pflichten gleichzeitig seine Bedingung und Konsequenz darstellen. Hier muss ich dringend den Besuch eines Seminars über Ehe- und Familiensoziologie empfehlen, zwecks Vermittlung einiger Grundlagen über die Funktion/en der "Ehe". |
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»Hier muss ich dringend den Besuch eines Seminars über Ehe- und Familiensoziologie empfehlen ...«
Hier muß ich dringend ablehnen. Wenn ich was über die Ideologie der Ehe hören will, frage ich einen Pfarrer. |
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Hallo thinktankgirl,
"Hier muss ich dringend den Besuch eines Seminars über Ehe- und Familiensoziologie empfehlen, zwecks Vermittlung einiger Grundlagen über die Funktion/en der "Ehe"." Was würde denn dabei herauskommen? weil: ich fand die Auführungen von j-ap, was diese Ehesache betrifft ganz schlüssig. Wenn ich es richtig verstehe, wird die Ehe in direkten Bezug zum Rousseau'schen Gesellschaftsvertrag (auch wenn nur Kant erwähnt wurde und ich den Rousseau mal dazu dichte) gesetzt...und mit der Abgabe der eigenen Souveränität an den Souverän, manifestiert die Ehe (als Kontrakt und Institution) die gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Allerdings merke ich an: wer heiraten will, der/die soll das machen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen ihre Liebe individuell ritualisieren, wenn sie es denn wollen. UNd wenn sie wollen, auch vor Zeugen mit ner großen Party und gutem Essen:-) Denn es braucht ja keinen Standesbeamten, um jedes Jahr einen eigenen Tag zu feiern. Finde ich. Oder bin ich auf der falschen Fährte? Liebe Grüße, Luzieh |
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"Oder bin ich auf der falschen Fährte?"
Nee, die Ehe ist überholt. Aber wer will, soll eben auch dürfen. Jeder Jeck is anners. Ich feier auch den Tag unseres Kennenlernens. Nur zu zweit, dafür schön pompös. Die Öffnung der Ehe ist für mich sowas wie die Parität zwischen Frau und Mann. das ist der Startschuss für wirkliche gesellschaftliche Veränderung. OFFTOPIC Wie geht es Luke. Meiner hat heute Geburtstag ;) |
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Ich fand, was Du weiter oben geschrieben hast: Dass alle das Recht haben sollen, den gleichen Blödsinn zu machen (o.ä.) sehr passend. So solls sein.
Luke: Morgen kommt er zum Probetag (Freitag war ich ja zum Probespaziergang im Tierheim) zu mir nach Hause und danach wird entschieden, wann er einzieht :-D Ich schätze nächste Woche gehts los, oder vielleicht auch schon am Wochenende. Ich freu mich! Schönen Tag wünsch ich!!! Luzieh |
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Happy Birthday, übrigens;-)...also an den Hund!
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luzieh.fair schrieb am 17.05.2011 um 09:42 Hallo thinktankgirl, "Hier muss ich dringend den Besuch eines Seminars über Ehe- und Familiensoziologie empfehlen, zwecks Vermittlung einiger Grundlagen über die Funktion/en der "Ehe"." Was würde denn dabei herauskommen? Dabei würde herauskommen, daß a) die Ehe schon vor der bürgerlichen Gesellschaft existierte b) es verschiedenste Ehemodelle gab/gibt c) in unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Geschlechterrollen entstanden sind d) der Vertragscharakter der Ehe ein bißchen weiter zurückreicht als nur bis zu Kant. e) je nach wissenschaftlichem Ansatz (Ethnologie, Anthropologie, Soziologie etc.), es verschiedene Erklärungsmodelle für die Funktionen der Ehe gibt. So fragt z.B. der Strukturalismus danach, weshalb die Institution in fast allen bekannten Kulturen auftritt. Was ist die Funktion der Ehe? Deshalb kam mir die j-apsche Erklärung etwas schmalbrüstig vor. |
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luzieh.fair schrieb am 17.05.2011 um 09:42 Hallo thinktankgirl, "Hier muss ich dringend den Besuch eines Seminars über Ehe- und Familiensoziologie empfehlen, zwecks Vermittlung einiger Grundlagen über die Funktion/en der "Ehe"." Was würde denn dabei herauskommen? Dabei würde herauskommen, daß a) die Ehe schon vor der bürgerlichen Gesellschaft existierte b) es verschiedenste Ehemodelle gab/gibt c) in unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Geschlechterrollen entstanden sind d) der Vertragscharakter der Ehe ein bißchen weiter zurückreicht als nur bis zu Kant. e) je nach wissenschaftlichem Ansatz (Ethnologie, Anthropologie, Soziologie etc.), es verschiedene Erklärungsmodelle für die Funktionen der Ehe gibt. So fragt z.B. der Strukturalismus danach, weshalb die Institution in fast allen bekannten Kulturen auftritt. Was ist die Funktion der Ehe? Deshalb kam mir die j-apsche Erklärung etwas schmalbrüstig vor. |
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»Deshalb kam mir die j-apsche Erklärung etwas schmalbrüstig vor.«
Das liegt sehr wahrscheinlich daran, daß ich hier überhaupt gar nichts »erklärt« habe. |
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j-ap schrieb am 17.05.2011 um 13:07 »Deshalb kam mir die j-apsche Erklärung etwas schmalbrüstig vor.« Das liegt sehr wahrscheinlich daran, daß ich hier überhaupt gar nichts »erklärt« habe. Ooch, wie schade. Eigentlich rechnete ich damit, daß das Ablenkungsmanöver mit "schmalbrüstig" eröffnet würde. Aber wie steht es nun um Kant, Ehevertrag et. al? War die Ehe schon in vorbürgerlichen Gesellschaften ein Vertragsverhältnis? |
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»War die Ehe schon in vorbürgerlichen Gesellschaften ein Vertragsverhältnis?«
Das hängt in erster Linie davon ab, ob wir von mono- oder polygamen Gesellschaften reden. Aber wen juckt's? Historiker, Ethnologen usw., gewiß; die sind mir hier aber insofern wurst, als sie für die Ehe, über die wir hier reden und die nun einmal die der bürgerlichen Gesellschaft ist, keine Rolle spielen. Deshalb habe ich mich übrigens auch gar nicht erst mit »Erklärungen« aufgehalten. Das überlasse ich sehr gerne und bereitwillig den »Wissenschaftlern«. |
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schrieb am
17.05.2011 um 17:49
Warum die Ehe? vermutlich geht es dabei gar nicht um rechtliches, vor- oder nachteile, sondern darum, das zu bekommen, was heteros auch haben - also ums prinzip. und sei es auch eine zutiefst bürgerliche antiemanzipatorische institution. |
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j-ap schrieb am 17.05.2011 um 14:05 Historiker, Ethnologen usw., gewiß; die sind mir hier aber insofern wurst, als sie für die Ehe, über die wir hier reden und die nun einmal die der bürgerlichen Gesellschaft ist, keine Rolle spielen. Deshalb habe ich mich übrigens auch gar nicht erst mit »Erklärungen« aufgehalten. Das überlasse ich sehr gerne und bereitwillig den »Wissenschaftlern«. Das ist natürlich eine mögliche Haltung, wenn man annimmt, daß die Ehe der bürgerlichen Gesellschaft wie diese selbst durch Jungfrauengeburt entstanden sind und sich in den letzten 2 Jahrhunderten nicht mehr verändert haben. Vom Himmel, oder woher auch immer, gesandt, in alle Ewigkeit unwandelbar und ohne Anfang und ohne Ende. |
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Wie ich sehe, haben Sie meinen Kommentar schlicht nicht verstanden, thinktankgirl, weshalb Sie, genau wie alle anderen braven Bürger, den Blick erstmal zum Himmel richten.
Ich habe damit kein Problem — schließlich ist es ja auch nicht meins —, wäre Ihnen aber sehr dankbar, wenn Sie in Hinkunft gegenüber Ihren Projektionen etwas mehr Kontinenz walten lassen könnten. |
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j-ap schrieb am 17.05.2011 um 20:08 Wie ich sehe, haben Sie meinen Kommentar schlicht nicht verstanden, thinktankgirl, weshalb Sie, genau wie alle anderen braven Bürger, den Blick erstmal zum Himmel richten. Ich habe damit kein Problem — schließlich ist es ja auch nicht meins —, wäre Ihnen aber sehr dankbar, wenn Sie in Hinkunft gegenüber Ihren Projektionen etwas mehr Kontinenz walten lassen könnten. Ironie sollte man verstehen können! Aber ich kann es natürlich auch unverblümt sagen: wer meint, daß für Aussagen über die bürgerliche Ehe und die bürgerliche Gesellschaft die von mir aufgezählten Disziplinen keine Rolle spielen, ist im besten Falle nur naiv. |
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@ J-AP
Wir leben gut zusammen, das hat nichts damit zu tun, wie das genannt wird. Es nützt auch keinem wenn er nicht in einer Ehe lebt und seinen Partner nicht mehr ertragen kann. Wenn alles einigermaßen gut ist, dann bleibt man zusammen, wenn alles eingermaßen schlecht ist, geht man auseinander. Sind Kinder da, wird jemand verlassen gibt es zumeist großen Kummer, den zu verarbeiten viel Kraft kostet. Gibt es Eigentum, Dinge an denen man auch emotional hängt gibt es Streit. Ob mit oder ohne Ehe. Sie reden mir zuviel über ein Wort und zuwenig über das Lebendige. Meine Frau und ich haben uns noch einmal über die banale Seite unserer Hochzeit unterhalten, die ich oben unterschlug. In der DDR heiratete mit 20, wenn es gut ging gut blieb man zusammen, wenn nicht, ließ man sich wieder scheiden - der wirkliche Stress hing nicht davon ab, ob man verheiratet war. Wir heirateten, weil wir so unsere Aussichten auf eine Wohnung verbesserten und endlich aus den Wohnungen unserer Eltern ausziehen konnten. Das haben wir als sehr emanzipatorisch empfunden. Dieses Gefühl gibt es in entwickelter Form noch immer und Ihre Anmerkungen erscheinen mir als unendlich fremd. Das Bild eines frisch verheirateten schwulen Paares vor dem Rathaus ist klasse. Dagegen kommt das bisschen Sozialtheorie nicht an. Jedenfalls nicht gegenwärtig. |
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Das Anti-Homo Gesetz in Uganda ist vorerst vom Tisch. Da ich vermute, dass die meisten hier, die an der Petition dagegen teilnahmen auch dieser Blogbeitrag interessiert poste ich hier der Einfachheit halber den Dankestext von Avaaz:
Liebe Freundinnen und Freunde, Das Anti-Homosexualitätsgesetz in Uganda ist vom Tisch! Letzte Woche schien eine Mehrheit für das Gesetz sicher, doch nachdem wir 1.6 Millionen Unterschriften direkt an den Parlamentspräsidenten überreichten, unsere Regierungen mit tausenden von Telefonanrufen überschwemmten und die Medien über die Kampagne und die weltweite Empörung berichteten, haben die Abgeordneten das Gesetz nicht mehr behandelt. Der Ausgang blieb bis zur letzten Minute ungewiss - religiöse Extremisten versuchten das Gesetz am Mittwoch durchzudrücken, und dann wurde am Freitag eine beispiellosen Krisensitzung einberufen. Doch beide Male reagierten wir innert Stunden. Ein riesengroßes Dankeschön an alle, die Unterzeichnet, angerufen und gespendet haben. Dank unserem Einsatz können jetzt tausende aufatmen und müssen sich nicht vor einer Hinrichtung fürchten, nur weil sie jemanden lieben. Frank Mugisha, ein mutiger Anführer der Homosexuellenbewegung in Uganda sendet uns diese Botschaft: "Tapfere ugandische LSBT-Aktivisten und Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sind zusammengestanden und konfrontierten dieses horrende Anti-Homosexualitätsgesetz. Die Unterstützung durch des Avaaz-Netzwerks hat den Ausschlag bei der Verhinderung des Gesetzesentwurfs gegeben. Weltweite Solidarität hat einen wesentlichen Unterschied gemacht." Das Büro des Hohen Vertreters für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU schrieb an Avaaz: "Vielen Dank! Wie Sie wissen wurde der Gesetzesentwurf heute morgen nicht dem Parlament unterbreitet. Zu einem großen Teil dank der intensiven Lobbyarbeit und den gemeinsamen Anstrengungen von Ihnen und anderen Vertretern der Zivilgesellschaft, der EU und anderen Regierungen, sowie unserer Delegation und den Botschaftern vor Ort." Doch wir müssen auf der Hut sein. Es ist nicht auszuschließen, dass die radikalen Extremisten hinter diesem Gesetz versuchen werden den Entwurf erneut einzubringen. Die Transformation der tiefliegenden Gründe für Ignoranz und Hass, die der Homophobie zugrunde liegen, ist eine langfristige Aufgabe - eine der großen Anliegen unserer Generation. Uganda wurde zur Frontlinie unserer Bemühungen und bekam ein kraftvolles Symbol. Dieser Erfolg wird vor allem an den Orten widerhallen, wo die Hoffnung dringend benötigt wird. Es zeigt sich, dass Güte, Liebe, Toleranz und Respekt gegen Hass und Ignoranz die Oberhand gewinnen können. Noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgeholfen haben! Mit enormer Dankbarkeit und Respekt für diese großartige Gemeinschaft, Ricken, Emma, Iain, Alice, Giulia, Saloni und das ganze Avaaz-Team Medien-Highlights: Anti-Homosexualitätsgesetz zu den Akten gelegt, BBC (auf Englisch): www.bbc.co.uk/news/world-africa-13392723 Ugandas Anti-Homosexualitätsgesetz aus dem Parlament gedrängt, The Guardian (auf Englisch) Avaaz's response to the outcome in the Guardian: www.guardian.co.uk/world/2011/may/13/uganda-anti-gay-bill-shelved Anti-Homosexualitätsgesetz wegen Protestwelle ausgesetzt (auf Englisch) www.news24.com/Africa/News/Uganda-anti-gay-bill-delayed-amid-outcry-20110511 Ugandas Präsident verwehrt dem Gesetz seine Unterstützung "wegen Kritik von Menschenrechtsorganisationen" (auf Englisch) www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/n/a/2011/05/13/international/i042638D37.DTL Etappenerfolg in Uganda - Anti-Homosexualitäts-Gesetz vorläufig vom Tisch www.bbc.co.uk/news/world-africa-13392723 |
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@KalleWirsch
Danke Kalle. Als Unterzeichner der Petition habe ich die E-Mail heute auch erhalten ... |
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Da hätte ich auch selbst drauf kommen können.
Etwas pathetisch und selbstverliebt die Mail, aber entscheidend ist das Ergebnis. |
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Da hätte ich auch selbst drauf kommen können.
Etwas pathetisch und selbstverliebt die Mail, aber das Ergebnis zählt. |
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Ich bin wieder der Technik hier aufgesessen ;-(((((
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auch ich habe die petition unterschrieben. das ist eine wichtige aktion, nicht dieses dafür-eintreten, dass man weniger steuern bezahlen muss.
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@KalleWirsch
Das wundert mich jetzt doch! Als ich mich gestern hier aus Zeitgründen ausloggen musste, dachte ich es würde noch eine heftige Diskussion u.a. über die Öffnung der Zivil-Ehe für Schwule und Lesben geben, nachdem j-ap Dich und mich um Erläuterung gebeten hatte ... :-) In meinem naiven Köpfchen dachte ich, "jetzt kommen sicher diejenigen, die uns 'erklären' das eine (Mann und Frau) könne man mit dem anderen (Mann und Mann bzw. Frau und Frau) weder vergleichen, noch gleichstellen (besonderer Schutz der Familie usw.). Aber ..., zu meiner großen Überraschung ist diese Diskussion hier ausgeblieben. Dann ist es also in diesem Forum bereits Konsens, was DIE LINKE., DIE GRÜNEN, Teile der SPD und LSVD etc. fordern und die Öffnung der Zivil-Ehe für schwule und lesbische Paare kann erfolgen? Sehr schön! Gruß Knüppel |
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@Knüppel
Es war ja gestern auch schon spät - Mal abwarten, was so kommt. Muss gleich proben, deshalb werde ich das leider nicht so ganz verfolgen können, aber bin gespannt, ob ich heute Abend etwas in der Richtung lese. Konsens? - Zumindest sagt niemand öffentlich etwas dagegen. Und das homophobe Highlight dieses Monats wurde ja gelöscht. Warten wir es ab;) Einen schönen Tag KalleWirsch |
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Lieber Klaus Hart,
erst einmal vielen Dank, dass Sie meinen Blogbeitrag auf ihrer Seite verlinkt haben. Leider kann ich auf ihrer Seite keinen Kommentar hinterlassen. Deshalb hoffe ich, dass Sie vielleicht hier noch einmal vorbeilesen. Der meinem Beitrag gegenübergestellte Artikel ist sehr interessant. Das mediale Desintresse an den Schwulenmorden in Brasilien ist empörend. Das Interesse an dem aktuellen Richterspruch des Supremo Tribunal Federal war auch nicht gerade berauschend. Es gab teils widersprüchliche Nachrichten, und im Großen und Ganzen musste ich ziemlich lange nach Informationen suchen, die über eine Kurzmitteilung hinausgingen. Das ist sehr traurig. Was ich irritiert hat auf Ihrer Seite, ist, dass Sie meinen Beitrag über den aktuellen Richterspruch in Zusammenhang setzen mit einem Bericht über Äußerungen des Schwulenaktivists Luiz Mott zu den Schwulenmorden in Brasilien Anfang 2010. Sie kennzeichnen das dann als "Die Sichtweise im Land selbst". Ich würde mir niemals anmaßen zu behaupten, ich kenne die Brasilianischen Verhältnisse besonders gut. Ich wollte über einen mutigen Richterspruch berichten, gerade vor dem Hintergrund der Schwulenmorde (die ich erwähnt habe) und der Proteste der katholischen Kirche. Brasilien hängt Deutschland rein rechtlich eben wegen diesem Richterspruch ab. Bei einer solchen Gegenüberstellung würde mich interessieren, wie denn Luiz Mott über dieses Urteil denkt. Hält er es für ein Ablenkungsmanöver? Das könnte ja sein und ich bin einem Bären aufgesessen. Was glaubt Luiz Mott, was für Auswirkungen dieses Urteil auf seine Gesellschaft haben wird. Ich finde den Artikel über die Schwulenmorde als Ergänzung, als notwendige Erweiterung durchaus sinnvoll, aber als Gegenüberstellung dann doch unpassend, weil sich der Artikel mit den Äußerungen von Luiz Mott zwar mit der Situation von Schwulen in Brasilien beschäftigt, jedoch in keiner Weise auf dieses Urteil eingeht, eingehen kann, weil er über ein Jahr alt ist. Kurz, der von Ihnen gegenübergestellte Artikel stellt nicht die Sichtweise des Landes zu meinem Blogthema dar. Herzlich KalleWirsch |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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