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Als sie kamen, um ihm davon zu erzählen, von dem, was passiert war, was sein bisheriges Leben zerknüllte, zerschredderte, und dann wieder zwischen die alten Akten warf, war es, als söge man ihm die Luft aus den Lungen. Er konnte seine Lungebläschen platzen hören in der ihn alles umgebenen Stille um ihn herum. Unhörbar und doch unerträglich laut. Kein Blut floss mehr durch seine Adern. Nichts mehr war in Bewegung. Stillstand. Alles in ihm, außerhalb von ihm und um ihn herum war ein Vakuum. Als ob die augenblickliche Leere in ihm, als er die unfassbare Wahrheit erfuhr, nicht genügen würde. Als ob seine Weigerung, seine Unfähigkeit, den letzten Hauch Hoffnung ziehen zu lassen, bestraft werden müsste.
Wenn es nicht seine Wahrheit gewesen wäre, sondern die eines anderen, einer anderen, wenn es das Leben eines anderen Menschen betroffen hätte, man es ihm nur erzählt hätte, dann wäre er sich ganz sicher gewesen, dieser Mensch würde nie wieder in den Schlaf finden. Aber so war es jetzt sein Leben, seine Wahrheit, sein Schlaf. Und auch wenn er es später, viel später, als es schon wieder neue, bessere Wahrheiten gab, immer noch verwunderlich fand, er konnte schlafen in dieser Nacht danach. Sein Leben, seine Welt, alles was es einmal gewesen war, oder zu sein schien, alles was es auf irgendeine Art und Weise bedeutend gemacht hatte, existierte nicht mehr. Zerknüllt, zerschreddert. Übrig blieb ein undefinierbarer Haufen Fetzen, Restleben, den zu sortieren und neu zu ordnen, er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal in Erwägung zog. Nicht einmal ansehen wollte er sich, was übrig geblieben war. Dennoch, eine seltsame Fügung ließ ihn schlafen. Er legte sich hin. Sein Körper drückte sich schwer in die Matratze, die er bisher immer geteilt hatte und von nun an nie wieder mit jemanden teilen wollte. Und sein Bewusstsein folgte seinem Körper augenblicklich. Vielleicht war es das Vakuum, vielleicht aber das Schicksal, das den Bogen nicht noch mehr überspannen wollte. Diese Nacht blieb traumlos.
Beim Erwachen griff seine Hand ins Leere. Nichts war mehr da, nicht einmal ein Schatten, wo jahrzehntelang die Liebe gewesen war. Sie war gegangen. Mit seinen Augen suchte er den Raum nach ihr ab. Horchte in sich hinein, ob sie vielleicht in ihn gefahren war. Weil die Welt sie nicht mehr zu brauchen schien, außer er selbst. Aber so laut er auch nach ihr rief, auf alle erdenklichen Weisen, die ihm einfielen, es blieb still. Sie war nicht mehr. Ihr Körper hatte sich selbst aufgefressen.
Es war der erste Tag im Leben nach der Liebe. Und neue, bessere Wahrheiten noch lange nicht in Sicht.
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"...wenn ich ohne Liebe leben müsste, ach, wär das schwer..." singt Nina Hagen in einem ihrer Lieder und Francis Cabrel singt übersetzt, in etwa
" Wenn du nur um dich herum schauen könntest, ist überall Liebe". Mir geht es auch so, dass ich sie oft nicht sehen kann oder sehen will oder sie sich mir entzieht. Das ist sehr traurig. Traurig auch, die Geschichte, die du erzählst, Kalle. Gibt es denn ein Leben nach der Liebe? |
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Nina hats aber von Zarah leander geklaut. Aber die Version ist super und auf meiner Nina Hagen Lieblingsplatte.
Die Geschichte basiert darauf, dass ein altes Paar, das mir sehr am Herzen liegt, schwer krank war die letzten Monate. Ich habe versucht zu begreifen, was es bedeutet, wenn die Liebe des Lebens stirbt. Da gibt es dann zwangsläufig ein Leben nach der Liebe. Deine Sichtweise finde ich sehr spannend. Ich glaube auch, dass ich viel eigene Verlustangst hab unbewusst einfließen lassen. |
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"Die Geschichte basiert darauf, dass ein altes Paar, das mir sehr am Herzen liegt, schwer krank war die letzten Monate. Ich habe versucht zu begreifen, was es bedeutet, wenn die Liebe des Lebens stirbt. ..."
Das ist so ziemlich das Schlimmste was ich mir vorstellen kann. Genaugenommen kann ich es mir nicht wirklich vorstellen. Es wird sich erst zeigen, wenn es einmal so sein sollte. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten... |
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Ja, es gibt immer diese zwei Möglichkeiten. Und ich habe überhaupt keine Ahnung, welche ich wählen würde.
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Ja, das mag ich auch, Ton, Steine, Scherben und Rio Reiser haben echt gute Lieder geschrieben, meistens mit Liebe, wa.
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Für mich ist Rio der bedeutendste deutsche Musiker. Es gibt ein ganz tolles Tribut Album, da ist soager der Unaussprechliche ;-)) drauf.
Halt dich an deiner Liebe fest und Zauberland sind meine Liebsten. |
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Ich hätte nie gedacht, dass ich den Unaussprechlichen mal poste. Aber naja, es muss sein
>Söhne Mannheims - Mein Name ist Mensch - MyVideo |
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Seit du fort bist
Starrt mich die leere Wohnung an. Deine Sachen füllen noch die Schränke Das Bett zeigt noch den Abdruck deines Körpers, das Kissen zerdrückt von deinem Kopf. Ich schließe leise die Tür zum Schlafzimmer Als schliefest du noch dort. In der dämmrigen Küche gieße ich mir einen Kaffee ein. Deine Tasse steht verwaist auf dem Tisch Und trägt noch die Spur deiner Lippen. Im Bad vereinsamt dein Rasierpinsel. Deine Zahnbürste sieht die meine fragend an. An deinem Handtuch hängt noch eines deiner dunklen Haare. Ich rieche den leisen Hauch deines Rasierwassers, als wärest du noch eben hier gewesen. Auf dem Wohnzimmertisch liegt aufgeschlagen dein Buch, das halb gelesen auf dich wartet. Daneben deine Jacke, weil dir im Sitzen kalt geworden ist. Ich ziehe sie an, als ob ich auf dich warte, wissend, dass du nie mehr kommen wirst. |
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Sehr schön. Von wem ist das?
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Von mir - ich klaue nicht ohne Quellenangabe ;-)
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Auch wenn ich mich wiederhole. Gefällt mir sehr.
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Das liest man natürlich gerne - thx.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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