KalleWirsch

Neues vom König der Erdmännchen

05.05.2010 | 20:44

Der König der Erdmännchen klagt an:

Sternstunden der Vorurteile

 

Es ist schon eine Zeit lang her, ich war gerade Strohwitwer, da wurde ich sinngemäß mit folgenden Worten auf eine Party eingeladen:

"Du must unbedingt kommen, die Band von Tim spielt. Und Frank kommt auch. Der ist auch schwul."

Mein Gegenüber, eine sehr nette, eigentlich weltoffene Frau, muss meine Irritation bemerkt haben, denn sie entschuldigte sich schnell, sie habe mich keinesfalls verkuppeln wollen, sie wisse ja, dass ich mit meinem Freund glücklich sei. Sie dachte nur, Frank und ich könnten uns vielleicht sympathisch sein, weil...ER SCHWUL SEI?, fragte ich sie. Relativ fassungslos fragte ich weiter, wie sie darauf komme, dass mir schwule Männer grundsätzlich sympathisch seien. Wie sie überhaupt darauf komme, dass ich zu einer Party gehe, nur weil dort ein schwuler Mann ist.

Um es kurz zu machen, ich ging trotz des schwulen Frank zu der Party, ich hörte nämlich verdammt gerne Tims Band. Frank war, wenn ich mich recht erinnere gar nicht gekommen. Vielleicht hatte man ihn ähnlich eingeladen wie mich.

Besagte Freundin lud ich bald darauf zu mir und meinen Freund zu einem Essen ein:

"Du musst unbedingt kommen. Anja kommt auch. Mit ihrem Mann. Sie sind beide auch heterosexuell und haben auch ein gemeinsames Kind. Ihr werdet sie lieben."

Ich muss immer noch grinsen, wenn ich an die Geschichte denke, aber was mich daran aufregt und verletzt, ist die tiefsitzende, unbewusste Nichtakzeptanz. Oder ist es ein Nichtverstehen? Ich weiß es nicht. Aber ich komme mir in diesen Momenten vor wie ein Alien. Das ist ungefähr das Gleiche, wie, wenn Menschen mit Menschen mit Down Syndrom total laut sprechen. Als ob die taub wären.

 

Eine Frage die mir immer wieder begegnet und die mich noch viel wütender macht lautet:

"Sag mal, wer ist denn bei euch in der Beziehung die Frau und wer der Mann."

Früher hab ich mich aufgeregt und bin regelmäßig ausgeflippt. Heute antworte ich schlicht:

"So weit ich weiß sind wir beide Männer. Und wer von uns wen fickt, das geht dich nichts an."

Dabei wollen die Fragenden Letzteres gar nicht wissen. Was ich natürlich auch weiß. Aber es ist so schön entlarvend. Nun sollte man meinen, dass diese Frage vornehmlich von heterosexuellen Männern kommt. Mitnichten. Ich würde sagen das Verhältnis Mann Frau bei dieser Fragestellung ist 60/40. Das sagt meines Erachtens viel über die Hartnäckigkeit von Rollenmustern in unserer Gesellschaft aus.

Was soll ich auf diese selbstentlarvende Frage antworten?

Zunächst einmal, dass es mich ankotzt, dass der Frager meine Beziehung zu meinem Freund nicht als eigenständige Liebe sondern nur als Abklatsch heteronormativer Beziehungsmuster wahrnimmt. Aber dann? Ich bin sehr schlampig, erledige die meisten handwerklichen Dinge in der Wohnung und kann besser mit dem Computer umgehen. Mein Freund ist der bessere Koch, ordentlich und hat ein Händchen für die Gestaltung von Räumen. Dafür aber habe ich den größeren Kleiderschrank, Grand Prix ist mein Weihnachten und ich schaue zum Einschlafen Dallas. Mein Freund hasst Soaps, überlässt mir mit einem Grinsen zwei Schubladen im Kleiderschrank, hat aber dafür doppelt so viele Schuhe wie ich. Unser Hund hört meistens besser auf mich, rennt aber, wenn er sich in Gefahr wähnt zu meinem Freund. Also bitte, was ist davon jetzt männlich, was ist weiblich? Ich bin ein Mann, der einen Mann liebt. In unserer Beziehung gibt es keine Frau. Dann wären wir nämlich heterosexuell und würden hoffentlich trotzdem auf diese Rollenklischees pfeifen.

Was dem Fass aber den Boden ausschlägt ist folgender Satz heterosexueller Männer:

"Ich habe nichts gegen Schwule, solange sie mich nicht anmachen."

Doppelte Unverschämtheit.

1. Diese Männer nehmen sich aber meistens das Recht heraus, jede Frau anzumachen.

2. Die Anmaßung, jeder schwule Mann würde auf sie stehen.

Diese maßlose Selbstüberschätzung ist fast schon rührend. Es gibt sie wirklich noch diese Männer, die sich als die Krone der Schöpfung wahrnehmen.

 

Es sind solche Momente, wo mir klar wird, dass viele Errungenschaften der Emanzipation von Homosexuellen nur auf dem Papier stehen. Nichtakzeptanz und Vorurteile sind tief in unserer Gesellschaft und auch in den Menschen, die wir mögen und die uns mögen verwurzelt. Da hilft alle politische Korrektheit nicht.

 

Und um am Schluss noch mit einem letzten, vornehmlich bei Frauen verbreiteten, Vorurteil über Schwule aufzuräumen:

Nein, nicht alle schwulen Männer sind lieb und nett. Es gibt sehr viele hinterhältige, gemeine, schwule Arschlöcher. Sie sind eben auch nur Menschen/Männer.

 

 
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Kommentare
archinaut schrieb am 05.05.2010 um 20:55
..... das Verkuppeln liegt vielleicht in der weiblichen Natur :-))
Aber das kann und will ich gar nicht wissenschaftlich belegen,
würde hier wahrscheinlich Hohn und Spott auf mich ziehen....
thinktankgirl schrieb am 06.05.2010 um 19:46
..... das Verkuppeln liegt vielleicht in der weiblichen Natur :-))

Natur nicht, aber im Rollenklischee...

Was Kalle Wirsch beschreibt, passiert auch Heteros, nur sind die Einladungern anders, aber nicht weniger doof, motiviert.
archinaut schrieb am 06.05.2010 um 21:28
sorry, ttg,

das ist gut möglich,
ob Natur oder Rollenklischee kann ich beim Verkuppeln nicht genau verifizieren....

Lustig auf jeden Fall das Phänomen,
in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Rollen zu verteilen (die Zuordnung wird in gemischten Beziehungen doch auch selten hinterfragt :-))
thinktankgirl schrieb am 06.05.2010 um 21:39
@archinaut

war doch kein vorwurf ;-)

Mir fiel nur ein, daß ich ähnliche Verkuppelungen auch bei Heteros sehe, so nach dem Motto A ist gerade solo und dann laden wir auch B ein, und würden doch gut zusammen passen, weil ....

Bei den Homosexuellen wirds halt noch klischee-/vorurteilsbehafteter, da reicht allein die sexuelle Orientierung, um sie zusammenzustecken.

Bei diesen Kuppelaktionen zeigen sich halt die Voreingekommenheiten der Leute.
Aber stimmt schon, es sind vor allem Frauen, die sich dem Quatsch widmen.
archinaut schrieb am 06.05.2010 um 22:19
@ thinktankgirl,

Quatsch? wieso denn Quatsch?
Ganze Weltreiche sind so entstanden,
(und ganz im Rollenklischee von den Männern verspielt, zerstückelt, vernichtet worden :-))
luggi schrieb am 05.05.2010 um 22:11
Tja, da haben wir noch viel Aufholungsbedarf. Das betrifft aber alle Seiten.
Aus meiner Sicht war es schon irritierend, wenn du ahnungslos vom Gegenüber unterhalb des Tisches oder bei getrennten Nachtlagern "befingert" wirst. Ich kann da auch keine endgültige Antwort geben, wie damit umzugehen ist. Ich bin auch gegen die Absonderung von Homosexuellen in Treffpunkte etc.. Es sollte einfach möglich sein, sich entsprechend seiner sexuellen Orientierung in der Zivilsation zu bewegen.
KalleWirsch schrieb am 05.05.2010 um 22:50
Aber die Irritation entstand doch durch das ungewollte befingert werden. Oder? Nicht durch die sexuelle Ausrichtung des Idioten, der einfach angrabscht. Wie vielen Frauen passiert das ständig? Wer ist da der größere Idiot, der homo- oder der heterosexuelle? Hätte dich das bei ner Frau nicht auch irritiert, wenn sie so einfach eine Grenze überschreitet? Mich schon!
Wenn aber ein schwuler Mann mit dir flirtet, auf ne angenehme Weise, dann ist es doch ein Kompliment. Ich jedenfalls emfinde das so. Egal ob eine Frau oder ein Mann mit mir flirten.
luggi schrieb am 05.05.2010 um 23:10
Die Art und Weise des Flirts war nicht angenehm, für mich.
Noch einmal, ich möchte ganz einfach Klarheit, mit wem ich es bei der sexuellen Orientierung zu tun habe. Einseitig betrachtet möchte ich die Möglichkeit des offenen Umgangs haben. Ich möchte in dem Fall "signalisieren" ich mag dich als Freund oder Kumpel oder wie auch immer, aber da ist die Grenze für mich. Ich fasse Annäherungsversuche von Homosexuellen (gilt auch für manche heterosexuellen Frauen) nicht als Kompliment auf, und das ist sicherlich subjektiv bewertet.
isam almatlub schrieb am 20.05.2010 um 12:50
@luggi:
"Noch einmal, ich möchte ganz einfach Klarheit, mit wem ich es bei der sexuellen Orientierung zu tun habe"
ich glaube, es ist ein großes missverständniss zu denken, sexualität und identität (=sexuelle orientierung) gingen immer zusammen. ob jemand homo- oder heterosexuell "orientiert" ist, ist in "unseren" kulturen (europa und nordamerika) meist eine frage der identität. hier (z.b. in damaskus) ist das eher eine frag der situation und die frage, ob ich mit einem mann oder eine freu "gehe" ist eine frage danach, wonach mir in einer bestimmten situation ist, was ich suche oder wie mein begehren gerade läuft.
hier kann mann (!) auch männer anlächeln, anmachen oder ansprechen, ohne dass sie sich dumm angemacht fühlen. und wenn sie keine lust haben, dann können sie doch immer noch sagen: ich habe keine lust. oder? ich finde es gerade spannend, nicht immer zu wissen, woran ich bin!
luggi schrieb am 20.05.2010 um 13:00
ohh, isam, so spät noch in den Blogs?

...ich finde es nicht spannend
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.05.2010 um 22:52
Ein Aspekt wurde m.E. noch nicht gebührend im Blog beachtet: die schwulophilen Frauen...;-)
Privathomos sind immer noch voll im Trend, auch wenn die Frau an schwuler Seite nicht mehr Gaby heißt.
Schwule eignen sich hervorragend, um Fortschrittlichkeit, Toleranz und Liberalität Heterosexueller zur Schau zu stellen.
Positiver Rassismus/Diskriminierung halt.
KalleWirsch schrieb am 05.05.2010 um 23:00
Bingo - das ist mir deutlich durchgerutscht. Da fallen dann so tolle Sätze:
"Also mein schwuler Freund, sagt immer..."

Was ich noch verstehen würde, wenn sie gerade über das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben diskutieren.

Privathomo - na das ist mal ne Sternstunde der Wortschöpfung.

"Mein Homo trägt nur Gucci und hat immer gepflegte Fingernägel. Manchmal treibt es zwar wirklich etwas zu bunt. Aber er ist so ein Lieber."

Besonders schlimm wirds, wenn es besonders "gut" gemeint ist.
thinktankgirl schrieb am 06.05.2010 um 19:20
Mein schwuler Kumpel trägt leider kein Gucci, und lieb ist er auch nicht, eher ein Grantler.
KalleWirsch schrieb am 06.05.2010 um 19:33
Da hat er ja nochmal Glück gehabt ;-)
lausemädchen schrieb am 05.05.2010 um 22:58
gern gelesen, vieles wiedererkannt, zum nach-denken angeregt.
bedankt!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 05.05.2010 um 23:35
@KalleWisch: "Besonders schlimm wirds, wenn es besonders "gut" gemeint ist."

Besonders 'gut' gemeint ist....Homosexuelle werden als so etwas wie die "edlen Wilden" wahrgenommen...die erscheinen als diejenigen, die noch echt Spass zu haben scheinen...

Besonders 'gut' gemeint.... 'exotische' Erotik und Sex scheinen in Heterophantasien so etwas wie ... Verruchtheit auszulösen...

Besonders 'gut' gemeint....in der medialen Welt sind Homosexuelle ein Lifestyleprodukt geworden...
KalleWirsch schrieb am 05.05.2010 um 23:39
Was dazu führt, dass beim CSD, einer ehemals politischen Demonastration für Emanzipation und Menschenrechte, Nivea Pröbchen vom Wagen geschmissen werden. Und gruseligerweise finden das dann viele "Probanten" auch noch toll.

luggi schrieb am 05.05.2010 um 23:44
Kalle, du hast doch recht, aber das ist doch nicht neu, dass auf soziale Bewegungen der Kommerz aufspringt. Der CSD ist auch heute noch eine politische Demonstration. Jedenfalls für mich.
KalleWirsch schrieb am 06.05.2010 um 00:06
Teilweise gebe ich dir sogar recht. Ich bin oftmals sehr barsch mit meiner Meinung über den CSD. Wenn ich dann mal kurz Luft hole kommt dann auch noch was anderes als Enttäuschung und Wut.
Es gibt politische Forderungen auf dem CSD. Und auch Leute, denen das sehr ernst damit ist. Weiterhin ist es immer noch ein tolles Gefühl für Schwule, die sich gerade geoutet haben oder kurz davor stehen, sich eben nicht als Alien zu fühlen. Ich erkenne diese Funktion auch an.
Den meisten Leuten auf dem CSD geht es aber nicht mehr um politische Inhalte. Sie wollen feiern, saufen und Sex haben. Und ich behaupte, dass der CSD auch ohne politische Inhalte mit einem Motto wie "Hyper, Hyper" stattfinden würde. Man würde wahrscheinlich kaum einen Unterschied bemerken.
Dabei gibt es eine Menge zu fordern, wie das Adoptionsrecht oder die Entschädigung der Verurteilten nach dem §175.
Vielleicht bin ich aber in solchen Belangen auch zu moralisch. Und das meine ich ernst. Ich denke oft über neue Formen des Protestes nach. Vielleicht steht diese Form da vor mir. Einfach Feiern. Und ich erkenne es nicht, weil ich die alte Form so gewohnt bin.
Ich hab mal mit einem Raver gesprochen, der mir sagte, er ginge nicht mehr zur Love Parade, die sei ihm zu prollig geworden. Er gehe lieber zum CSD. Kurz hab ich überlegt, ob das nicht auch ein Erfolg ist, bis der Satz kam: "Die Schwulen können einfach besser feiern.
KalleWirsch schrieb am 06.05.2010 um 00:33
Und weil es grade so gut passt möchte ich noch dazu auffordern, Amnesty International bei ihrer Urgent Action zu unterstützen und gegen das Verbot des CSD in Litauen zu protestieren. Vielen Dank und gute Nacht

https://freemailng5204.web.de/jump.htm?goto=http%3A%2F%2Fwww.mersi-amnesty.de%2Findex.php%3Fm%3D5%26id%3D49
B.V. schrieb am 06.05.2010 um 12:54
Gut gemeint, ist nach meiner Erfahrung, fast immer schlimm. Wenn es mich nicht zu viel Anstrengung kostet versuche ich Mitgefühl zu entwickeln.
Nun sind Situationen, wo jemand es gut meint mit einem (egal worum es geht) oft hilflose Handlungen es einem irgendwie recht zu machen.
Im oben geschilderten Fall vermute ich eher:
"...ein Nicht verstehen..." , vermute ich mal.
rolf netzmann schrieb am 06.05.2010 um 13:05
gern gelesen, weil es am konkreten beispiel deutlich macht, wie latent die diskriminierung noch vorhanden ist. ich habe immer wieder mit homosexuellen kollegen zusammengearbeitet und habe sie als fachlich versiert und kollegial erlebt, mit manchen konnte ich mehr quatschen, auch mal privates, mit manchen weniger, wie das mit heterosexuellen ebenfalls ist. ich nehme sie als MENSCHEN an, wie jeden anderen auch, die sexuelle orientierung ist mir egal. und es ist ein vorurteil, dass schwule männer immer flirten wollen, habe ich nie erlebt. ruhig, respektvoll und achtsam ihrer umwelt gegenüber, so erlebte ich bisher schwule männer und als sehr angenehme zeitgenossen. danke für den informativen beitrag kallle....
Mario99 schrieb am 06.05.2010 um 14:16
"Ich habe nichts gegen Schwule, solange sie mich nicht anmachen."
Netter Satz aber meiner ist besser:

"Ich habe nichts gegen Schwule solange sie nicht in irgendwelchen Foren rumheulen wie böse die Welt doch ist"
Wer ein Problem damit hat das es Intoleranz auf der Welt gibt soll was dagegen machen und nicht ständig rumheulen. DAS ändert nämlich gar nix.

Mir persönlich ist es ziemlich gleich ob jemand auf Männer steht oder nicht, wichtig ist das er Rückrad hat und das ist bei Homos - wie Heteros gleichermaßen selten.
Sarah Rudolph schrieb am 06.05.2010 um 14:28
Dankeschön.
treffend beschrieben, über die selben Vorurteile und gut gemeinten Klischees stolpere ich auch immer wieder und sie machen mich rasend.
Mir fallen einige Beispiele ein, aber ich bin nicht so sicher, ob es nett wäre aus dem Nähkästchen Anderer zu plaudern, also lasse ich das vorerst lieber.
Dieses wer ist männlich/weiblich in der Beziehung begegnet mir auch gehäuft bei Frauen. Kurze Haare oder das Tragen einer Herrenhose reichen da für die meisten schon aus um sich betätigt zu fühlen. Schrecklich.
Doris Brandt schrieb am 07.05.2010 um 21:01
Super Text!

Ich hatte mal in den USA eine Partyeinladung erhalten: Du wirst es nicht glauben, es kommt noch eine zweite Doris. Toll. Das ist natürlich ein ANlass (Da der Name Doris in den USA zu der Zeit nur unter 70-jährigen Damen mit lilanen Haaren verbreitet war, hätten wir zu Not noch eine Selbsthilfegruppe gründen können...) Bin aber nicht hingegangen.
nuntius schrieb am 10.05.2010 um 06:16
Ich finde du hast schon in vielen Fragen Recht, es gibt von Hass bis positive Diskriminierung eigentlich alles. Das ist sicherlich nicht schön, aber auch nicht schlecht. Historisch gesehen stehen 2 Jahrtausende des Schwulenhasses, organisiert durch die Religion, einige Jahre des Verständnisses gegenüber. Die Zeiten wo man für seine sexuelle Orientierung starb, ist noch nicht vorüber, auch wenn es in Mitteleuropa nicht mehr staatlich organisiert wird.
Für viele Menschen, auch für Schwule, ist der freie und selbstverständliche Umgang mit ihrer sexuellen Orientierung neu, ungewohnt und kompliziert. Daraus entstehen Unsicherheiten und Verletzungen. Die menschheit befindet sich dabei bildlich gesprochen in der Pubertät, und was da alles schief läuft kennt jeder.

Also mehr Gelassenheit aller im Umgang mit allen, das ist ein täglicher Kampf und ein tägliches neues erleben.
KalleWirsch schrieb am 10.05.2010 um 09:51
Ich glaube, dass ich damit schon relativ gelassen umgehe. Sonst müsste ich dauernd Amok laufen. Was früher wirklich getan habe, was man aber nicht aushält.
Allerdings bleibt es wichtig die Dinge zu benennen und klar zu machen, dass es nicht okay ist.
isam almatlub schrieb am 20.05.2010 um 12:51
danke für den blog und deine gedanken! wunderbar!
KalleWirsch schrieb am 20.05.2010 um 13:11
Danke dir für die netten Worte.

Was ich spannend finde, ist, dass der Ungang mit Sex unter Männern in Damaskus recht locker zu sein scheint, während ich aus den palästinensischen Autonomiegebieten eher nur grausige Sachen höre. Aber in Polen ist die Situation ja auch viel anders als in Deutschland.

"Du sollst nicht lieben", ein Film über zwei orthodoxe, schwule Juden kommt heute in Deutschland in die Kinos. ich bin sehr gespannt.
KalleWirsch
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